Konrad Weise feiert seinen 75. Geburtstag in Jena; Olympiasieger 1976 Montreal

  • FC Carl Zeiss Jena

Konrad Weise feiert seinen 75. Geburtstag

Am heutigen 17. August feiert ein Mann sein Dreivierteljahrhundert, der unumstritten zu den ganz Großen seines Sports in Jena - und weit darüber hinaus - zählt: Konrad Weise!

„Konny“ wurde 1951 in Greiz geboren und entwickelte sich als Fußballer zu einem der wohl besten Vorstopper seiner Zeit, und das weltweit. Entdeckt wurde sein Talent vom Nachwuchstrainer Otto Schlutter, dem Vater von FCC-Legende Rainer Schlutter, im Rahmen eines Schülerturniers in Greiz. Dort stach der zehnjährige Konrad heraus, weshalb er zur BSG Fortschritt Greiz eingeladen wurde, für die er fünf Jahre spielte, bevor es 1966 im Alter von 15 Jahren in die Nachwuchsabteilung unseres FC Carl Zeiss Jena ging.

Zwischen 1970 und 1986 absolvierte er für unseren FCC 420 Pflichtspiele, davon 310 in der DDR-Oberliga. Bemerkenswerter Weise gab Konrad Weise noch vor seinem ersten Oberligaspiel sein Nationalmannschaftsdebüt. Im zarten Alter von 18 Jahren debütierte er in der DDR-Nationalmannschaft, die im Juli 1970 - übrigens im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld - gegen den Irak spielte. Dass dies so kommen würde, war für den jungen Konrad Weise noch Stunden vor dem Spiel nicht absehbar. Erst unmittelbar vor der Partie hatte Georg Buschner, der zu dieser Zeit die DDR-Nationalmannschaft und unseren FC Carl Zeiss in Personalunion trainierte, einen Spieler auf die Tribüne geschickt, um nachzufragen, ob Sportfreund Weise seine Fußballsachen mit dabei hatte. „Ich habe mich dann umgezogen und auf die Bank gesetzt.“ In der Schlussphase kam er ins Spiel und schoss zudem das Tor zum 5:0-Endstand. Erst kurz darauf debütierte Konrad Weise auch in der DDR-Oberliga.

Insgesamt war Konny sieben Jahre lang Kapitän unserer Zeiss-Elf, mit der er drei Mal den FDGB-Pokal gewinnen konnte. Doch auch und vor allem seine internationale Karriere ist beeindruckend. So glänzt sein privater Fundus mit Jerseys aller sechs Endrundengegner - so auch das vom deutsch-deutschen Spiel 1974 in Hamburg, das die DDR-Auswahl sensationell mit 1:0 für sich entschied. In einem OTZ-Interview erinnerte er sich: „Der Trikottausch auf dem Platz wurde uns untersagt. Doch Berti Vogts kam nach dem Spiel in unsere Kabine, unterm Arm die Trikots.“ Dabei ist das Trikot von Johan Cruyff in mehrerer Hinsicht ein ganz Besonderes. Denn der Oranje-Kapitän und Weltstar vom FC Barcelona hatte einen Vertrag mit Puma, während die niederländische Auswahl bei der WM an den Herzogenauracher Konkurrenten Adidas gebunden war. Es sei damals ein Kompromiss gefunden worden, weiß Konrad Weise. „Das Trikot, das in meiner Vitrine hängt, hat nur zwei Streifen, während seine Mitspieler mit drei Streifen an den Ärmeln aufliefen. Von diesem Oranje-Trikot gibt es nur wenige Exemplare.“

Das Erreichen der WM-Endrunde 1974 in der Bundesrepublik Deutschland, bei der Konrad Weise nach der WM für das Allstarteam der Turnierbesten nominiert wurde, zählt unumwunden zu den größten Erfolgen des DDR-Fußballs. Doch gekrönt wurde die Hochphase des DDR-Fußballs zwischen 1972 und 1976 mit dem Gewinn der Goldmedaille bei den olympischen Sommerspielen im kanadischen Montreal. Auch für Konrad Weise war der Olympiasieg, der sich am 31. Juli zum 50. Mal jährte, der „sportlich wertvollste Erfolg meiner Laufbahn“. Und blickt man auf die Gegner, die die von Trainerlegende Georg Buschner betreute Olympiaauswahl der DDR im Turnierverlauf in die Schranken wies, wird die Leistung noch deutlicher. So bezwang die DDR im Finale Polen, WM-Dritter 1974 und damals eine Weltklassemannschaft, mit 3:1. „Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, das war ansehenswert und erfolgreich zugleich.“ Bis 1981 trog Konny in 86 Länderspielen das Trikot der DDR-Nationalmannschaft.

Fragt man Konrad Weise nach seinem emotionalsten Spiel für den FCC, muss er nicht lang überlegen: „Das 4:0 zuhause gegen AS Rom. Das habe ich nie wieder erlebt, dass sich wildfremde Menschen derart um den Hals gefallen sind, gejubelt und geschrien haben.“ Die Reise des FC Carl Zeiss Jena sollte in diesem Europapokaljahr bis ins Finale nach Düsseldorf führen.

Als Trainer war Konrad Weise ebenfalls erfolgreich. In der Aufstiegssaison zur 2. Bundesliga 1994

1995 assistierte er an der Seite von Trainer Eberhard Vogel, war später Cheftrainer beim FSV Zwickau und dem 1. FC Gera 03, bevor er 2010 Verantwortung beim FF USV Jena übernahm.

Wir danken Konny von ganzem Herzen für all das, was er für unseren FCC und den Fußball insgesamt geleistet hat und wünschen ihm alles Gute zum Jubiläum und vor allen Dingen Gesundheit!