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title: "FC Aarau schlägt FC Biel-Bienne im Elfmeterschießen im Tissot Arena, Biel; Aarau zieht ins Cup-Achtelfinale dank Elfmetern"
sdDatePublished: "2026-08-17T17:08:00Z"
source: "https://fcbiel-bienne.ch/de/n/cup-aus-nach-wilder-schlussphase"
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FC Aarau schlägt FC Biel-Bienne im Elfmeterschießen im Tissot Arena, Biel; Aarau zieht ins Cup-Achtelfinale dank Elfmetern

Cup-Aus nach wilder Schlussphase

Was für ein Nachmittag. Was für ein Fight. Und am Ende doch die bittere Erkenntnis: Der oberklassige FC Aarau zieht weiter, wir scheiden in der ersten Cuprunde aus. 3:3 nach Verlängerung, 1:4 im Elfmeterschiessen. Doch die nackten Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Denn wir haben dem Favoriten aus der Challenge League alles abverlangt, zweimal ein scheinbar sicheres Ausscheiden wettgemacht und bis zur letzten Sekunde Moral bewiesen.

Die Partie begann wie so oft in solchen Duellen: abtastend, taktisch diszipliniert, ohne grosse Höhepunkte. Aarau agierte im gewohnten 5-3-2 mit einer Fünferkette um Kapitän Thaler, ergänzt durch Obexer und Dickenmann. Biel hatte im Mittelfeld mehr vom Spiel, liess aber die letzte Konsequenz vermissen. Richtig gefährlich wurde es erst kurz vor der Pause, als Pululu (39.) Hirzel prüfte. Ansonsten blieben klare Torchancen Mangelware – auf beiden Seiten.

Nach dem Seitenwechsel startete Biel deutlich zielstrebiger. Moulin scheiterte mit einem satten Schuss an einem herangrätschenden Abwehrspieler, kurz darauf legte Pululu auf De Freitas ab, der beherzt das Tor suchte (49.). Es sah nach dem erhofften Start aus – doch Aarau schlug eiskalt zu. In der 62. Minute eroberte Aliu im Mittelfeld den Ball, zog Richtung Strafraum und traf mit dem Aussenrist unhaltbar zum 0:1. Wir liessen uns davon nicht beirren und drängten weiter. Aarau verteidigte jedoch geschickt und lauerte auf Konter. In der 81. Minute wurde eine Unachtsamkeit auf unserer rechten Seite bestraft: Barnieh fand Baturina - der eingewechselte Stürmer erhöhte auf 0:2. Als dann auch noch Chihadeh nur eine Minute nach seiner Einwechslung (84.) mit Rot vom Platz flog, schien die Partie gelaufen. Einige Zuschauer begannen bereits, das Stadion zu verlassen.

Doch dann passierte das, was diesen Nachmittag unvergesslich machte. In der 91. Minute spielte Tairi einen unglücklichen Rückpass auf Hirzel. Der sichtlich überraschte Torhüter kam nicht mehr ran – Eigentor, 1:2. Plötzlich war wieder Leben in der Arena. Und in der 95. Minute schlich sich Maltet am zweiten Pfosten vorbei, nahm eine Hereingabe von Kuzmanovic auf und schob zum 2:2 ein. Riesiger Jubel, pure Erleichterung. Biel war in Unterzahl zurück und hatte die Verlängerung erzwungen.

Die zusätzlichen 30 Minuten blieben offen und intensiv. Jakob (92.) versuchte es mit einem scharfen Schuss, der aber am Tor vorbeiging. Dann der nächste Rückschlag: Eine Flanke von rechts fand den hinteren Pfosten, Jakob konnte nicht klären, Obexer reagierte blitzschnell und netzte aus spitzem Winkel zum 2:3 ein. Wieder lagen wir zurück. Und wieder kamen wir zurück. Wir bestimmten das Geschehen, Fohouo tauchte immer wieder in der gegnerischen Hälfte auf und Paviot (116.) brachte per Kopfball Gefahr. In der 121. Minute war es dann so weit: Aus dem Gewühl heraus schob Pululu eine Hereingabe von Jakob via Innenpfosten zum 3:3 ein. Erneuter Grossjubel in der Tissot Arena. Das Elfmeterschiessen war da.

Im entscheidenden Duell bewahrte der Challenge-League-Club die Ruhe. Aarau traf viermal, wir konnten nur einen Elfmeter verwandeln. Zwei Fehlschüsse auf Seiten unserer Mannschaft liessen sich nicht mehr kompensieren. Aarau zog in die nächste Runde ein.

Vor einer tollen Kulisse hat der FC Biel dem Favoriten lange Paroli geboten und einen Cup-Krimi geliefert, wie man ihn sich intensiver kaum vorstellen kann. Zweimal lag man zurück, zweimal kam man zurück – einmal sogar in Unterzahl. Am Ende fehlte das Quäntchen Glück und die Nervenstärke vom Punkt. Trotzdem kann die Mannschaft mit erhobenem Haupt vom Platz gehen. Die Moral, der Kampfgeist und die Reaktion nach Rückständen waren bemerkenswert.

Nun gilt der volle Fokus der Meisterschaft. Bereits am Mittwoch steht das Nachholspiel auswärts gegen den SC Brühl aus St. Gallen an. Unsere Mission geht weiter – und nach diesem Abend weiss jeder, dass in diesem Team noch einiges steckt.

Schweizer Cup – 1. Runde

FC Biel-Bienne – FC Aarau 4:7 n.P. (3:3 n.V.) Tissot Arena, Biel. – 2'531 Zuschauer. – SR: Schnyder.

Tore: 0:1 Aliu (62.), 0:2 Baturina (81.), 1:2 Tairi (90+1., ET), 2:2 Maltet (93.), 2:3 Obexer (102.), 3:3 Pululu (121.)

Penaltyschiessen: 0:1 Baturina, Dzonlagic gehalten, 0:2 Petit-Viretti, Beltran verschossen, 0:3 Guzzo, 1:3 Jakob, 1:4 Thaler.

FC Biel-Bienne 1896: Fohouo – Samba (82. Beltran), Kuzmanovic, Mäder (76. Maltet), Paviot, De Freitas (90. Asani) – Bouameur (82. Chihadeh), Moulin (82. Jakob) – Ssebunya (94. De Oliveira), Dzonlagic, Pululu.

FC Aarau: Hirzel – Dickenmann, Hasani, Thaler, Guzzo, Obexer (113. Arkovic) – Petit-Viretti – Aliu (77. Tairi), Ndau (88. Senyurt) – Koide (61. Baturina), Afriyie Barnieh (88. Jordan).

Bemerkungen: Biel-Bienne ohne Essay, Tebib, Vasic (alle verletzt), Kadriu (2. Mannschaft). Karten: 53. Afriyie Barnieh (gelb, Foul), 70. Pululu (gelb, Foul), 73. Ndau (gelb, Foul), 84. Chihadeh (rot, Foul), 108. Paviot (gelb, Reklamieren).

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