Leipzig Lions besiegen Minden Wolves im Weserstadion 30:14; Wolves steigen in die Regionalliga ab

Ein letzter Tanz mit den Wölfen - effect® ENERGY GFL

Die Leipzig Lions beenden ihr finales Auswärtsspiel der diesjährigen GFL 2-Saison mit einem souveränen 30:14 Erfolg bei den Minden Wolves. Während sich die Messestädter durch den verdienten Auswärtssieg vorzeitig den vierten Tabellenplatz sichern, steht für den Aufsteiger aus Nordrhein-Westfalen nach einer intensiv geführten Partie der Gang in die Regionalliga fest.

Nach dem vorzeitigen Klassenerhalt in der Vorwoche gegen die Elmshorn Fighting Pirates reisten die Leipziger ziemlich befreit nach Westfalen. Dennoch war die Motivation im Lager der Sachsen, die lange Auswärtsfahrt mit einem Sieg zu krönen und den vierten Tabellenplatz final einzuloggen, spürbar. Die Mindener Gastgeber wussten bereits vor dem Kickoff, dass dies ihr vorerst letztes Spiel in der GFL 2 sein würde. Dementsprechend motiviert traten die Wolves auf, um den eigenen Fans zum Abschied noch einmal eine packende Show zu bieten.

Diese Energie war von der ersten Minute an im Weserstadion zu spüren. Bereits mit dem ersten Ballbesitz gelang es der Offensive aus Minden, die Leipziger Verteidigung mit ihrem Spielzugdesign zu überraschen und schnell zwei First Downs zu erringen. Allerdings nahm dieser erste vielversprechende Drive an der 40-Yard-Linie ein abruptes Ende. Die Leipziger Defensive reagierte blitzschnell auf einen Fumble des Ballträgers und sicherte der eigenen Offensive den Ballbesitz.

Diese fackelte nicht lange und demonstrierte sofort ihre gewonnene Spielstärke. Quarterback Elliot Bodman (#1) steuerte sein Team mit präzisen Pässen über das Feld. Nach mehreren First Downs fand der Spielmacher schließlich seine verlässlichste Anspielstation Kevin Stelzer in der Endzone. Dieser Touchdown bedeutete die 7:0 Führung für Leipzig und markierte gleichzeitig die einzigen Punkte im ersten Spielviertel.

Minden fand im zweiten Spielabschnitt jedoch eine Antwort. Nach einem geduldig ausgespielten Drive war es Runningback René-Peer Lange (#25), der den Ball aus zwei Yards Entfernung über die Goalline trug und für den 7:7-Ausgleich sorgte. Die Freude der Hausherren währte allerdings nicht lange, denn Leipzig marschierte im direkten Gegenzug erneut bis direkt vor die Mindener Endzone. Ein eigener Fumble an der 1-Yard-Linie verhinderte zwar die erneute Führung für die Lions, brachte Minden aber in eine denkbar schlechte Feldposition.

Die Defensive der Lions roch die Chance und nutzte die Gelegenheit kompromisslos aus. Gemeinsam drängte man Mindens Quarterback Darrius Sample zurück in die eigene Endzone und brachte ihn dort zu Boden. Dieser Safety brachte Leipzig zwei Punkte und eroberte gleichzeitig das Ballrecht zurück.

Die verbleibenden Minuten bis zur Pause verliefen weitgehend auf Augenhöhe, da beide Defensiven kaum noch Raumgewinn zuließen. Erst wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff folgte das Highlight der ersten Spielhälfte. US-Cornerback Malachi Ruffin (#11) fing einen abgefälschten Pass des Mindener Quarterbacks ab und trug die Interception über das gesamte Feld direkt in die Endzone. Mit dieser komfortablen 16:7 Führung und dem Ballrecht für die zweite Hälfte im Rücken gingen die Messestädter beruhigt in die Kabine.

Direkt nach dem Wiederanpfiff nutzten die Gäste das Momentum eiskalt aus. In der Redzone sah Quarterback Elliot Bodman (#1) das freie Feld vor sich, behielt den Ball selbst lief unbedrängt mehrere Yards in die Endzone zum nächsten Touchdown. Minden gab sich jedoch zu keinem Zeitpunkt auf. Die Wolves antworteten mit einem kräftezehrenden Ballbesitz, der knapp acht Minuten von der Spieluhr nahm und das Heimteam bis tief in die Leipziger Redzone führte. Am Ende fehlte beim entscheidenden vierten Versuch aber das nötige Glück, wodurch dieser lange Drive ohne Punkte verblieb.

Im Schlussviertel folgte die wohl schönste Geschichte der Partie. Lions-Rookie Luca Brinner (#27) stand bei einem Passversuch völlig frei in der Endzone und belohnte sich mit seinem ersten Touchdown in der GFL 2. Nach einigem Verletzungspech auf der Runningback-Position rückte Brinner in den vergangenen Wochen verstärkt in den Fokus und entwickelte sich zu einem Leistungsträger dieser Offense. Mit mittlerweile 326 Rushing Yards hat er sich zum verlässlichen Lead-Back der sächsischen Offensive gespielt.

Kurz vor dem Ende der Begegnung gelang Mindens Runningback Ray’Shon Fletcher (#9) noch ein Touchdown-Lauf für weitere sechs Punkte. Am Ende feierten die Leipzig Lions einen hart erarbeiteten, aber vollkommen verdienten 30:14 Auswärtssieg. Die Minden Wolves haben den Gästen zwar bis zur letzten Sekunde alles abverlangt, müssen nun aber den Gang in die Regionalliga antreten.

Während die reguläre Saison für fast alle Teams der Liga damit beendet ist, steht für die Leipzig Lions am kommenden Samstag noch eine letzte große Herausforderung an. Im nachgeholten Heimspiel im Camillo Ugi Sportpark in Markkleeberg empfangen die Lions den ungeschlagenen Nordmeister, die Krefeld Ravens. Zwar ist den Leipzigern der vierte Tabellenplatz nicht mehr zu nehmen, Anreize gibt es dennoch reichlich. Die Krefelder wollen ihre perfekte Saison ohne Niederlage vollenden, während die Lions ihren Status als drittbeste Defensive der Liga untermauern möchten. Der Versuch, dem Meister ein Bein zu stellen, verspricht noch einmal pure Spannung vor dem Gang in die Offseason. Kickoff in Markkleeberg ist am Samstag um 15:00 Uhr.