Schweizer Männer-Lagenstaffel 4x100 m Lagen Herren Finalteilnahme Europameisterschaften Paris Centre Aquatique Olympique Saint-Denis; Rekordzeit 3:32,49, 8. Platz, neue Bestmarke
Erneuter Schweizer Rekord zum Abschluss einer erfolgreichen EM - Swiss Aquatics
Resultate Evening Session, 16. August 2026 4x100m Lagen Herren Schweiz: 3:32,49 min – 8. Platz Roman Mityukov (BA): 53,81 s Gian-Luca Gartmann (BR): 1:01,13 min Noè Ponti (BU): 49,40 s Balint Ashton (FR): 48,15 s
Erneuter Schweizer Rekord zum Abschluss einer erfolgreichen EM
Die Schweizer Männer-Lagenstaffel hat zum Abschluss der Europameisterschaften in Paris nochmals für ein Ausrufezeichen gesorgt. Roman Mityukov, Gian-Luca Gartmann, Noè Ponti und Balint Ashton verbesserten im Final über 4×100 m Lagen den Schweizer Rekord erneut und schlugen nach 3:32,49 Minuten an. Damit steigerte das Quartett die am Vormittag aufgestellte nationale Bestzeit von 3:33,33 Minuten um weitere 84 Hundertstelsekunden. In der Endabrechnung belegte die Schweiz den 8. Rang. Leistungssportchef Markus Buck zieht eine positive Bilanz.
Dabei zeigte das Schweizer Quartett im Final nochmals eine deutliche Leistungssteigerung. Roman Mityukov eröffnete die Staffel über Rücken in 53,81 Sekunden. Gian-Luca Gartmann benötigte für die Bruststrecke 1:01,13 Minuten, ehe Noè Ponti über 100 m Delfin mit einer starken Teilzeit von 49,40 Sekunden die Schweiz weiter nach vorne brachte. Balint Ashton schwamm die Freistilstrecke in 48,15 Sekunden und brachte die Staffel in 3:32,49 ins Ziel.
„Eine tolle Stimmung. Es war das letzte Rennen der Meisterschaft und die Franzosen sorgen wirklich für eine gute Atmosphäre.“ Er sei sehr stolz auf das Team und die Leistung, die sie zeigen konnten. „Und wir haben noch Luft nach oben. Ich freue mich also schon sehr auf das, was kommt“, sagte Roman Mityukov nach dem Rennen.
Auch Noè Ponti zeigte sich zufrieden mit dem Auftritt des jungen Quartetts: „Es war grossartig. Die Jungen haben alles sehr gut gemacht. Ich denke, wir sind alle schneller als heute Morgen geschwommen.“ Auch Ponti zeigte sich beeindruckt von der die Atmosphäre. „Es war das letzte Rennen dieser Europameisterschaft und es war einfach mega geil.“ Zudem sieht Ponti in der Staffel viel Potenzial für die Zukunft. „Ich denke, dass wir nächstes Jahr bei der WM vielleicht unter die Top 12 kommen können. Das wäre für uns sehr wichtig, denn damit könnten wir die Staffel für die Olympischen Spiele qualifizieren. Das ist unser Ziel.“ Dass die Schweizer Staffel in dieser Formation erstmals gemeinsam an einem grossen internationalen Wettkampf ein Finale bestritt, stimmt ihn zusätzlich zuversichtlich: „Man braucht ein bisschen Zeit und wir müssen noch lernen, wie man diese Staffel am besten schwimmt. In den letzten Jahren sind wir nie zusammen geschwommen – ich und Roman schon, aber die anderen nicht. Ich denke, es kann in den nächsten Jahren nur noch besser werden.“
Für Gian-Luca Gartmann war sein erster Finalauftritt ein besonderes Erlebnis. „Unglaublich! Die Stimmung war wirklich grossartig. Ich hätte nicht gedacht, dass es so krass ist. Ich kann eigentlich über alles nur Gutes sagen.“
Auch Balint Ashton, der jüngste des Quartetts und EM-Debütant, genoss den besonderen Moment: „Es war extrem cool. Vor allem die Stimmung in der Halle war grossartig. Wir hatten grosses Glück, dass wir auch die Franzosen im Lauf hatten, da hat die Halle einfach gebebt. Und auch unser Team war einfach extrem cool, um so ein Finale zu bestreiten.“
Die Staffel verbesserte ihren Schweizer Rekord damit innerhalb eines Tages um insgesamt 2,97 Sekunden. Gleichzeitig deutete der Finalauftritt an, dass noch weiteres Potenzial vorhanden ist. Nicht alle Wechsel waren optimal, sodass die Zeit perspektivisch noch weiter verbessert werden kann.
Den Europameistertitel über 4×100 m Lagen sicherte sich das neutrale Team B in 3:28,67 Minuten vor Italien (3:28,86) und Frankreich (3:29,03).
Starke Schweizer Leistungen und vielversprechende Perspektiven
Die Europameisterschaften vom 10. bis 16. August im Centre Aquatique Olympique in Saint-Denis haben für das Schweizer Schwimmteam zahlreiche starke Leistungen, persönliche Bestzeiten und wertvolle internationale Erfahrungen gebracht. Besonders die beiden Aushängeschilder Roman Mityukov und Noè Ponti bestätigten ihre Position auf höchstem internationalem Niveau. Gleichzeitig sorgte die junge Generation für mehrere positive Akzente.
„Mit den Leistungen von den beiden herausragenden Leistungsträgern sind wir absolut zufrieden. Sie haben hier geliefert“, zieht Markus Buck, Leistungssportchef Swimming bei Swiss Aquatics, eine positive Bilanz. Mityukov stellte im Final über 200 m Rücken in 1:54,07 Minuten einen neuen Schweizer Rekord auf und verpasste als Vierter das Podest nur knapp. Die Zeit hätte bei den Olympischen Spielen 2024 an gleicher Stätte für Gold gereicht – ein eindrückliches Beispiel für das nochmals gestiegene internationale Leistungsniveau.
Auch Ponti bestätigte seine Weltklasse. Über 100 m Schmetterling gewann er in 49,93 Sekunden Bronze. Das gesamte Podest blieb dabei unter der magischen Grenze von 50 Sekunden. „Der schnellste EM-Final aller Zeiten“, so Buck. Über 50 m Schmetterling qualifizierte sich Ponti ebenfalls souverän für den Final, verlor dort beim Start jedoch seine Schwimmbrille und wurde Achter. „Das hat sehr wehgetan“, sagt Buck. Ponti habe zuvor aber gezeigt, dass er auch über diese Distanz um den Titel hätte kämpfen können.
Junge Generation macht auf sich aufmerksam
Besonders positiv entwickelte sich in Paris Flavio Bucca. Über 200 m Rücken verbesserte er seine persönliche Bestzeit bereits im Vorlauf und steigerte sich im Halbfinale erneut deutlich. Damit qualifizierte er sich für seinen ersten EM-Final, den er auf hohem Niveau beendete. „Er hat sich hier eigentlich schon ins Gespräch für LA gebracht mit dieser Zeit“, sagt Buck. Buccas Leistung liegt unter der aktuellen Olympialimite für Los Angeles 2028. Da der offizielle Qualifikationszeitraum noch nicht begonnen hat, muss er diese Leistung später bestätigen.
Auch Mattia Mauri und Enrico Sottile überzeugten bei ihren ersten Europameisterschaften mit persönlichen Bestzeiten. Mauri verbesserte sich über 200 m Freistil deutlich und schwamm auch als Startschwimmer der Mixed-Staffel eine persönliche Bestzeit. Sottile gelang über 200 m Schmetterling ebenfalls eine neue Bestmarke. Die erst 18-jährige Kay-Lyn Löhr qualifizierte sich über 200 m Brust bei ihrer ersten Elite-EM für das Halbfinale und sammelte wichtige Erfahrungen auf Elite-Niveau.
Für die jüngeren Athlet:innen war Paris insbesondere eine wichtige Standortbestimmung. „Es ist absolut anders als noch auf Juniorenlevel“, erklärt Buck. Die EM habe gezeigt, wie hoch die Anforderungen inzwischen sind, um sich international für ein Halbfinale oder einen Final zu qualifizieren. Gleichzeitig gehe es darum, das nötige Selbstvertrauen zu entwickeln und sich auch gegen etablierte internationale Namen zu behaupten.
Die Europameisterschaften haben deutlich gemacht, wie hoch das internationale Niveau inzwischen ist. Zeiten, die bei früheren Grossanlässen für Medaillen gereicht hätten, bedeuteten in Paris teilweise lediglich einen Finalplatz ausserhalb des Podests.
„Die Leistungsentwicklung nimmt einfach keinen Abbruch“, sagt Buck. Für Swiss Aquatics bedeutet dies, weitere Entwicklungsreserven zu identifizieren und konsequent zu nutzen. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an die personellen, finanziellen und logistischen Rahmenbedingungen. Positiv sei, dass die Schweizer Basis „immer breiter werdend und immer stärker werdend“ sei.
Diese Entwicklung müsse entsprechend unterstützt werden. „Wir müssen immer mehr investieren“, betont Buck – eine der zentralen Herausforderungen für die kommenden Jahre.
Mit dem erneuten Schweizer Rekord der Lagenstaffel endet die EM für das Schweizer Schwimmteam mit einem starken Schlusspunkt. Insgesamt stellte die Schweiz in Paris drei Schweizer Rekorde auf: zweimal die Männer-Lagenstaffel über 4×100 m und einmal Roman Mityukov über 200 m Rücken.
Die Bilanz fällt damit positiv aus: Mityukov und Ponti bestätigten ihre internationale Spitzenposition, während junge Talente wie Bucca, Mauri, Sottile oder Löhr wichtige Schritte machten. Die Europameisterschaften lieferten damit nicht nur starke Resultate, sondern auch wertvolle Erkenntnisse für die Entwicklung der kommenden Jahre – mit Blick auf die Weltmeisterschaften 2027 in Budapest und den Weg Richtung Los Angeles 2028.
Wir gratulieren dem gesamten Schweizer Team zu der erfolgreichen EM in Paris und wünschen alle eine gute Erholung von den anstrengenden Vorbereitungs- und Wettkampfwochen!
Resultate Evening Session, 16. August 2026
Schweiz: 3:32,49 min – 8. Platz Roman Mityukov (BA): 53,81 s Gian-Luca Gartmann (BR): 1:01,13 min Noè Ponti (BU): 49,40 s Balint Ashton (FR): 48,15 s
Roman Mityukov (BA): 53,81 s Gian-Luca Gartmann (BR): 1:01,13 min Noè Ponti (BU): 49,40 s Balint Ashton (FR): 48,15 s
Gian-Luca GARTMANN, Noe PONTI, Roman MITYUKOV and Balint ASHTON of Switzerland react after competing in the Men’s 4x100m Medley Relay Final during the swimming events of the European Aquatics Championships in Paris, France, Sunday, Aug. 16, 2026. (Photo by Patrick B. Kraemer
Second placed Maxime Grousset of France and third placed Noe Ponti of Switzerland pose with their Silver and Bronze medal after competing in the Men’s 100m Butterfly Final during the swimming events of the European Aquatics Championships in Paris, France, Thursday, Aug. 13, 2026. (Photo by Patrick B. Kraemer
Roman MITYUKOV of Switzerland competes in the Men’s 200m Backstroke Semifinal during the swimming events of the European Aquatics Championships in Paris, France, Tuesday, Aug. 11, 2026. (Photo by Patrick B. Kraemer
Flavio BUCCA of Switzerland jubilates after competing in the Men’s 200m Backstroke Heats during the swimming events of the European Aquatics Championships in Paris, France, Tuesday, Aug. 11, 2026. (Photo by Patrick B. Kraemer
Erneuter Schweizer Rekord zum Abschluss einer erfolgreichen EM