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title: "NRW-Delegation reist nach Belgien, Niederlande und Norwegen; grenzüberschreitende CCS-Kooperation angekündigt"
sdDatePublished: "2026-08-17T09:05:00Z"
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NRW-Delegation reist nach Belgien, Niederlande und Norwegen; grenzüberschreitende CCS-Kooperation angekündigt

Brände, Hitze, Dürre: NRW rüstet die Industrie mit der Technologie von morgen | Wirtschaft NRW

Brände, Hitze, Dürre: NRW rüstet die Industrie mit der Technologie von morgen

Delegationsreise zum Thema Carbon Management nach Belgien, in die Niederlande und nach Norwegen

Waldbrände in ganz Europa, Hitzewellen, historisches Niedrigwasser am Rhein: Die Klimakrise ist in ganz Europa längst sichtbar. Sie zeigt, wie wichtig Klimaschutz-Technologien für die Zukunft sind.

Doch auch, wenn alle Einsparpotenziale durch den Einsatz von Erneuerbaren, Wasserstoff und weiteren Technologien gehoben sind, verbleiben ab 2045 in NRW noch mindestens 17 Millionen Tonnen Restemissionen, die nicht oder nicht ganz vermeidbar sind. Nordrhein-Westfalen bereitet sich darauf vor: Vom 17. bis 21. August reist unter Leitung von Staatssekretärin Silke Krebs eine gemeinsame Delegation des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie (MWIKE) und der Industrie nach Belgien, in die Niederlande und nach Norwegen.

Im Mittelpunkt steht das Thema Carbon Management: der Umgang mit CO₂, das sich nicht vermeiden lässt. Das betrifft vor allem die Zement- und Kalkindustrie sowie die Abfallwirtschaft, teils auch Stahl und Chemie. Das Prinzip dahinter ist einfach: vermeiden, was geht. Speichern, was bleibt. Dafür wird CO₂ abgeschieden und gespeichert (CCS), als Rohstoff weiterverwendet (CCU) oder aus der Atmosphäre entfernt (CDR).

Ministerin Mona Neubaur: „Was wir gerade in Europa erleben – Brände, Hitze, Dürre – zeigt: Der Klimawandel ist längst da. Wir müssen unsere Industrie darauf vorbereiten. An vorderster Stelle müssen wir vermeiden, dass CO 2 überhaupt entsteht – durch den Einsatz von Erneuerbaren, Elektrifizierung, Wasserstoff und mehr. CO₂-Speicherung wird eine Schlüsseltechnologie für CO 2 , das sich nicht vermeiden lässt. Die Technologie zur Abscheidung haben wir und mit starken Partnern haben wir auch Lösungen für den Transport und die Speicherung: zum Beispiel in Belgien, den Niederlanden und Norwegen.“

Staatssekretärin Silke Krebs, leitet die Delegation: „ Carbon Management heißt für uns: in Partnerschaften denken. Beim Transport und bei der Speicherung von CO₂ können wir von starken Nachbarn wie Belgien, den Niederlanden und Norwegen profitieren. Die technischen Lösungen entwickeln sich schnell – jetzt braucht es die Infrastruktur, um CO 2 -Quellen in NRW mit möglichen Speichern zu verbinden.“

In Belgien entsteht am LNG-Terminal von Fluxys ein CO₂-Hub. Dort wird CO₂ aus ganz Europa gesammelt, bevor es auf die letzte Reise geht: in geologische Speicher. Auch CO₂ aus NRW soll hier künftig andocken. In Rotterdam laufen die Speicherprojekte Porthos und Aramis: CO₂ aus der Industrie des Rotterdamer Hafens wandert per Pipeline zu leeren Gasfeldern unter der Nordsee und wird dort sicher und dauerhaft gespeichert. Aramis soll bald auch CO₂ aus NRW aufnehmen.

Mit den Niederlanden geht es zudem um den Delta Rhine Corridor: eine neue Leitung, die NRW über den Hafen Rotterdam mit den CO₂-Speichern in der Nordsee verbindet. Parallel entsteht eine Wasserstoffpipeline – für Unternehmen, die ganz auf CO₂ verzichten und stattdessen auf Wasserstoff umsteigen.

Norwegen zeigt: CCS funktioniert im großen Stil

In Norwegen besucht die Delegation Northern Lights bei Bergen. Das Projekt zeigt: CO₂-Speicherung funktioniert nicht nur im Labor, sondern im industriellen Maßstab. Seit 2025 wird die CO 2 -Speicherung hier sicher betrieben. Künftig bietet das Projekt Speicherkapazitäten für CO 2 aus ganz Europa. Im DNV-Testzentrum geht es um die Sicherheit der Technik. In Oslo diskutiert die Delegation mit Politik und Wirtschaft die entscheidenden Fragen: Wie wird CCS bezahlbar? Und wie kommt die nötige Infrastruktur schnell genug voran?

Zum Abschluss steht das Zementwerk von Heidelberg Materials in Brevik auf dem Programm. Dort werden jährlich rund 400.000 Tonnen CO₂ abgeschieden – und über Northern Lights dauerhaft gespeichert.

Carbon Management macht an der Grenze nicht Halt

Nordrhein-Westfalen kann die benötigten Speichermengen nicht selbst erreichen – das Potential in Nordrhein-Westfalen für Speicher ist zu gering. Deshalb setzt das Land auf enge Partnerschaften mit Belgien, den Niederlanden, Norwegen und weiteren Ländern. Nur so bleibt eine klimaneutrale Industrie in NRW möglich.

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