---
title: "Peter Stamm erhält Werkbeitrag Literatur 2026 in Zürich; für neuen Romanabschnitt «Die Spuren, die Schatten»"
sdDatePublished: "2026-08-17T11:23:00Z"
source: "https://www.zh.ch/content/dam/zhweb/bilder-dokumente/themen/sport-kultur/kultur/kulturförderung/bereiche/literatur/lesereise/ausgezeichnete-2026/Laudatio_Stamm.pdf"
topics:
  - name: "literature"
    identifier: "medtop:20000013"
  - name: "arts and entertainment"
    identifier: "medtop:20000002"
  - name: "cultural development"
    identifier: "medtop:20000039"
locations:
  - "Zürich (Kanton)"
  - "Zürich"
---


Peter Stamm erhält Werkbeitrag Literatur 2026 in Zürich; für neuen Romanabschnitt «Die Spuren, die Schatten»

Laudatio Peter Stamm

Kanton Zürich
Direktion der Justiz und des Innern
Fachstelle Kultur

Werkbeitrag Literatur 2026:
Peter Stamm: «Die Spuren, die Schatten»

Noch nie hinterliessen die Menschen so viel wie heute – zumindest im globalen
Westen. Da häuft ein Haushalt schnell einige zehntausend Dinge an. Gehört dann
auch noch ein Antiquariat zum Hausstand, wird es schnell voll.
Schnell und voll sind sicher nicht die Attribute, die den Leser:innen von Peter
Stamms Oeuvre zuerst in den Sinn kommen. Stattdessen erzählt Stamm geduldig,
präzise und reduziert. Narrativen Beifang, szenische Ausschmückung oder aus­
schweifende historische Unterrichtungen sucht man ebenso vergeblich wie Figu­
ren, deren Tiefe sich einem aussergewöhnlichen Schicksal verdankt. So aber
muss das, was dasteht, auch wirklich tragen. Umso erstaunlicher ist die Leichtig­
keit, das Unverkrampfte, das Stamms Erzählen seit bald drei Jahrzehnten aus­
zeichnet.
So auch in dem Ausschnitt eines neuen Romans, dessen Entstehung wir gerne
mit einem Werkbeitrag Literatur des Kantons Zürich unterstützen wollen. Unter
dem Arbeitstitel «Die Spuren, die Schatten» führt uns Stamms Ich-Erzählerin in
einen kleinen, kulturnahen Zirkel ein, dessen berufliche Biografien an ihr Ende
gelangen. Das erhoffte ist es selten, doch damit hadern die drei Hauptfiguren
schon länger nicht mehr. Als der Partner der Erzählerin stirbt und ihr nicht nur
das Antiquariat hinterlässt, ist es Zeit für eine Inventur. Eine Dreiecksgeschichte
der stillen Art, die eigentlich eine Ménage à quatre ist: Das vierte und wohl wich­
tigste Rad am Wagen ist hier die Kunst, der nicht nur Stamms Figuren, sondern
auch ihr Autor ihre je eigene Form der Treue gehalten haben. Mit dem kleinen,
aber beglückenden Unterschied, dass Peter Stamms Schaffen noch lange nicht an

Seite 2/2

seinem Ende angelangt ist. Wir wünschen gutes Gelingen und sind gespannt auf
das fertige Buch.

Begründung der Fachgruppe Literatur (kantonale Kulturförderungskommission),
Zürich 2026