Das Gebetbuch aus dem 15. Jahrhundert restauriert in Aschaffenburg; Online-Veröffentlichung geplant.

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Rätsel um Gebetbuch aus dem 15. Jahrhundert

VERÖFFENTLICHT AM 18.08.2026 UM 15:10 UHR – LESEDAUER: 1 MINUTE

ASCHAFFENBURG - Ein Gebetbuch aus dem 15. Jahrhundert ist in Aschaffenburg restauriert worden. Die älteste Buchhandschrift des Archivs zeigt mittelalterliche Frömmigkeit. Ihre Herkunft ist jedoch nicht geklärt.

Ein Gebetbuch aus dem 15. Jahrhundert, die älteste Buchhandschrift des Aschaffenburger Stadt- und Stiftsarchivs sowie der Landeskundlichen Bibliothek für Spessart und Untermain, ist erfolgreich restauriert worden. Das teilte die Stadt Aschaffenburg am Dienstag mit. Bisher seien Entstehungsgeschichte und Herkunft des Stundenbuchs jedoch nicht geklärt. Ein Gutachten aus den 1980er-Jahren datiere die Entstehung des sogenannten “Livre d’Heures” auf das 15. Jahrhundert. Zuvor war es in einem Frankfurter Antiquariat erworben worden. Seit zwei Jahren würden Nachforschungen angestellt.

Das unvollendete Werk beginne mit einem Marienoffizium nach römischem Usus, also einem Gebet zu Ehren der Heiligen Maria. Danach folgten weitere Litaneien, Gebete, das Totenoffizium sowie die Anrufung von Heiligen. Am Ende stehe das Johannesevangelium, das als Segen und als Abwehrmittel gegen Gefahren und Dämonen zu verstehen sei. “Inhaltlich ist das Stundenbuch ein kulturgeschichtliches Zeugnis des Alltags im Späten Mittelalter”, so die Mitteilung. Aufwändige Blumenranken um die Handschrift verliehen ihm ein künstlerisches Aussehen.

Für die Restaurierung wurde das Buch demnach gereinigt, der Einband abgenommen, die Heftung gelöst und Schäden im Inneren repariert. Dann wurden die einzelnen Blätter unter Verwendung der neuzeitlichen Einbanddecke wieder zusammengenäht. Interessierte können eine Ansicht des Buchs zu Forschungszwecken im Stadt- und Stiftungsarchiv beantragen. Vorgesehen ist demnach auch, es online zu stellen. (KNA)