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title: "Betrüger versenden QR-Code-Briefe per Post; Seed Phrase gestohlen, Wallet vollständig kontrolliert"
sdDatePublished: "2026-08-18T10:06:00Z"
source: "https://www.ncsc.admin.ch/ncsc/de/home/aktuell/im-fokus/2026/wochenrueckblick_33.html"
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Betrüger versenden QR-Code-Briefe per Post; Seed Phrase gestohlen, Wallet vollständig kontrolliert

Woche 33: Krypto-Wallet-Phishing per Post

18.08.2026 - Das BACS erhält diverse Meldungen zu Briefen, die einen QR-Code enthalten und dazu auffordern, ein dringendes Update für Krypto-Wallets herunterzuladen. Nach dem Scannen des QR-Codes werden die Empfängerinnen und Empfänger allerdings auf eine Phishing-Webseite weitergeleitet, auf der sie zur Eingabe ihrer Wiederherstellungsphrase aufgefordert werden. Durch deren Preisgabe können Angreifer die vollständige Kontrolle über das betreffende Krypto-Wallet übernehmen.

Im Normalfall machen sich Täter gezielt die Eigenschaften des Internets zunutze. Sie verwischen ihre Spuren, verschleiern ihre Identität und profitieren davon, dass der Versand von E-Mails praktisch keine Kosten verursacht. Dennoch erhält das BACS regelmässig Betrugsmeldungen zu physischen Briefen, die in den Briefkästen potenzieller Opfer landen. Da der Versand solcher Schreiben mit grösserem Aufwand verbunden ist, konzentrieren sich die Angreifer auf Betrugsmaschen mit besonders hohen Gewinnchancen. Die aktuelle Kampagne richtet sich gezielt an Nutzerinnen und Nutzer von Krypto-Wallets.

Im aktuellen Fall versenden die Betrüger Schreiben im Namen verschiedener Krypto-Wallet-Anbieter und behaupten, aufgrund der Einführung einer sogenannten «Quantum Resistance» sei ein kritisches Sicherheits-Update erforderlich. Die Empfängerinnen und Empfänger werden aufgefordert, den im Brief enthaltenen QR-Code zu scannen, um die angeblich notwendigen Schritte einzuleiten.

Bemerkenswert ist die im Schreiben genannte Frist von mehr als zwei Wochen. Für Betrugsversuche ist dies eher ungewöhnlich, da Angreifer ihre Opfer normalerweise mit künstlich erzeugtem Zeitdruck zu übereilten Handlungen bewegen wollen. Die grosszügig bemessene Frist dürfte jedoch ebenfalls Teil der Täuschungsstrategie sein. Die Frist vermittelt den Eindruck eines seriösen und vertrauenswürdigen Vorgehens und kann so dazu beitragen, mögliche Zweifel der Empfängerinnen und Empfänger zu zerstreuen. Gerade weil kein unmittelbarer Handlungsdruck aufgebaut wird, wirkt das Schreiben auf den ersten Blick glaubwürdiger.

Scannt das Opfer den QR-Code, gelangt es zunächst auf eine professionell gestaltete Webseite mit verschiedenen Rubriken. Zwar hat die verwendete Domain offensichtlich nichts mit dem eigentlichen Anbieter zu tun, doch führen die meisten Links tatsächlich auf die Originalseite des jeweiligen Krypto-Wallet-Anbieters. Dadurch wird bei den Besuchenden zusätzlich der Eindruck erweckt, dass es sich um ein authentisches Angebot handelt.

Nur Personen, die den im Schreiben erwähnten Bereich zum angeblichen Update für die «Quantum Resistance» anklicken, wird auf eine von den Betrügern kontrollierte Webseite weitergeleitet.

Auf der gefälschten Webseite werden die Nutzerinnen und Nutzer schliesslich dazu aufgefordert, ihre Wiederherstellungsphrase («Seed Phrase») einzugeben, um das Sicherheits-Update zu aktivieren. Wer dieser Aufforderung nachkommt, übergibt den Betrügern jedoch die vollständige Kontrolle über das Krypto-Wallet und damit über die darin enthaltenen Vermögenswerte.

Die aktuelle Masche mit dem physischen QR-Code-Brief zeigt eindrücklich, wie kreativ und zielgerichtet Cyberkriminelle vorgehen, um an Krypto-Vermögen zu gelangen. Doch die Bedrohung auf den klassischen, digitalen Kanälen bleibt weiterhin bestehen.

Das Ziel der Angreifer ist dabei fast immer identisch: Die Betrüger wollen die «Seed Phrase» (auch «Recovery Phrase» oder «Wiederherstellungsphrase») des Opfers erbeuten. Wer diese 12 oder 24 Wörter kontrolliert, hat die unumschränkte Kontrolle über die Krypto-Wallet und kann die Gelder unwiderruflich abziehen.

E-Mail-Phishing Täter versenden täuschend echte E-Mails im Namen bekannter Krypto-Börsen (wie Binance, Kraken, Coinbase oder Metamask) oder Hardware-Wallet-Hersteller (wie Ledger oder Trezor). Unter dem Vorwand einer angeblichen Sicherheitslücke, einer Kontosperrung oder eines lukrativen «Airdrops» wird das Opfer auf eine betrügerische Webseite gelockt. Dort wird es direkt zur Eingabe der «Seed Phrase» aufgefordert, um das Problem vermeintlich zu beheben.

Vishing (Voice Phishing; Betrug per Telefon) Immer häufiger nehmen Betrüger telefonischen Kontakt auf. Durch «Spoofing» (Manipulation der angezeigten Telefonnummer) rufen sie scheinbar im Namen des offiziellen Supports an. Die redegewandten Anrufer bauen enormen zeitlichen Druck auf («Ihr Konto wird gerade gehackt, wir müssen Ihr Guthaben sofort sichern.») und drängen das Opfer dazu, die «Seed Phrase» am Telefon vorzulesen oder auf einer bestimmten Webseite einzugeben.

Geben Sie niemals Ihre «Seed Phrase» preis. Kein legitimer Support-Mitarbeiter, keine Krypto-Börse, kein Wallet-Hersteller und keine Behörde wird Sie jemals nach Ihrer «Seed Phrase» fragen.

Cyberkriminelle arbeiten gezielt mit der Angst vor finanziellem Verlust. Werden Sie telefonisch oder per E-Mail unter Druck gesetzt, brechen Sie den Kontakt sofort ab.

Klicken Sie keine Links an. Geben Sie die URL der Krypto-Plattform direkt in den Browser ein.

Halten Sie die «Seed Phrase» strikt offline.

Bei finanziellem Schaden empfiehlt das BACS die Einreichung einer Strafanzeige. Auf der Seite von Suisse ePolice können Sie Polizeiposten in Ihrer Nähe suchen.

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Woche 33: Krypto-Wallet-Phishing per Post