Begleitgremium Carolabrücke empfiehlt das Planungsteam LAP und Knight Architects; knappe 14:12 Abstimmung

Entscheidungsprozess | Carolabrücke | Landeshauptstadt

Auf dieser Seite finden Sie die Ergebnisse von carolaVOTE und die Empfehlung des Expertengremiums. Beide flossen in die Sitzung des Begleitgremiums am 18. August 2026 ein. Das Begleitgremium hat auf dieser Grundlage eine Empfehlung für den Stadtrat abgegeben. Der Stadtrat entscheidet am 3. September 2026 über die Weiterbeauftragung eines Planungsteams für die weitere Planung und den Wiederaufbau der Carolabrücke.

Das Begleitgremium zum Wiederaufbau der Carolabrücke, dem alle im Stadtrat vertretenen Fraktionen und Verkehrs-, Wirtschafts- und Umweltverbände sowie Kammern angehören, hat am Dienstag, 18. August 2026, über die vier Entwürfe beraten und eine Entscheidung getroffen. Zur Meldung vom 19. August 2028 .

Das Begleitgremium empfiehlt dem Stadtrat, das Planungsteam LAP und Knight Architects mit der weiteren Planung zu beauftragen. Die Entscheidung fiel denkbar knapp aus: 14 Mitglieder stimmten für das Planungsteam LAP und Knight Architects, zwölf für das Planungsteam FHECOR und TSSB.

Das Begleitgremium verständigte sich auf folgende Rangfolge:

Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG und Knight Architects

FHECOR Deutschland GmbH und TSSB Planungsgesellschaft

Ingenieurbüro GRASSL GmbH und gmp Architekten

Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH und DKFS

Für die Beratung wurden sowohl die Empfehlung des Expertengremiums als auch die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung berücksichtigt.

Das Begleitgremium unterstützt den Planungsprozess beratend. Hinweise des Gremiums flossen bereits in die Ausschreibung ein. Zudem gibt es dem Stadtrat Empfehlungen zu wichtigen Entscheidungen, die das Projekt betreffen. Das Begleitgremium wird auch weiter in die Planung für den Wiederaufbau der Carolabrücke einbezogen.

Die Einschätzung des Expertengremiums, die Ergebnisse von „carolaVOTE“ und die Empfehlung des Begleitgremiums werden dem Stadtrat vorgelegt. Der Stadtrat entscheidet am Donnerstag, 3. September 2026, über die Weiterbeauftragung eines Planungsteams für die weitere Planung zum Wiederaufbau der Carolabrücke. Nach der Entscheidung des Stadtrates soll das ausgewählte Planungsteam Ende September 2026 mit der Planungsstufe 2 beauftragt werden. Ziel ist es, Anfang 2027 einen genehmigungsreifen Entwurf vorzulegen. Dafür wird die Planung weiter konkretisiert und erforderliche Anpassungen eingearbeitet. Im Frühjahr 2027 wird das Ergebnis dem Begleitgremium vorgestellt. Die Ausschreibung der Bauleistungen soll nach Beschluss des Stadtrates Anfang Oktober 2027 erfolgen. Der Baubeginn ist für Mai 2028 vorgesehen.

Vom 13. Juni bis 19. Juli 2026 konnten Bürgerinnen und Bürger die vier Entwürfe für den Wiederaufbau der Carolabrücke online bewerten. Die zeitintensive Auswertung der großen Datenmengen ist abgeschlossen. Insgesamt nahmen 25.887 Menschen teil. Damit liegt ein breites und belastbares Stimmungsbild vor. Es ergänzt die fachliche Bewertung und fließt in die Meinungsbildung des Begleitgremiums ein.

Die Teilnehmenden konnten neun Kriterien aus den Bereichen Städtebau und Architektur sowie Verkehr und Technik bewerten. Dafür gab es fünf Stufen von besonders gut bis nicht überzeugend. Zum Abschluss brachten die Teilnehmenden die vier Entwürfe nach ihrem persönlichen Gesamteindruck in eine Rangfolge. Im Stadtforum unterstützten Mitarbeitende die Teilnahme an zwei Beteiligungskiosken.

carolaVOTE war ein konsultatives Beteiligungsverfahren, das heißt die Ergebnisse sind keine repräsentative Umfrage und keine rechtlich verbindliche Entscheidung. Sie zeigen, wie die teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger die Entwürfe einschätzen. Die Daten wurden umfassend auf Plausibilität, technische Auffälligkeiten und mögliche automatisierte Abstimmungen geprüft. Es gab keine Hinweise auf technische Manipulation. Auffällige Nutzungsmuster konnten nachvollziehbar aufgeklärt werden.

Hohe Beteiligung und sorgfältige Bewertungen

25.887 Personen gaben eine vollständige Rangfolge ab. 87 Prozent bewerteten dabei alle Kriterien. Das zeigt, dass sich ein sehr großer Teil der Teilnehmenden intensiv mit den Entwürfen beschäftigte.

57 Prozent der Teilnehmenden waren männlich, 42 Prozent weiblich und 1 Prozent divers. Die größte Altersgruppe bildeten die 25- bis 44-Jährigen mit 42 Prozent. 31 Prozent waren zwischen 45 und 64 Jahre alt. Auf die 18- bis 24-Jährigen entfielen 10 Prozent, auf Minderjährige 7 Prozent und auf Menschen ab 65 Jahren insgesamt 10 Prozent. 84 Prozent der Teilnehmenden lebten in Dresden, 16 Prozent außerhalb der Stadt.

Knapp drei Viertel der Teilnehmenden sind zwischen 25 und 64 Jahre alt. Die größte Altersgruppe bilden die 25- bis 44-Jährigen, gefolgt von den 45- bis 64-Jährigen. Jüngere und ältere Teilnehmende sind mit jeweils rund 10 Prozent vertreten.

Wie wurde die Carolabrücke genutzt?

Vor ihrem Einsturz nutzten 18 Prozent der Teilnehmenden die Carolabrücke nahezu täglich. 27 Prozent waren zwei bis drei Mal pro Woche auf der Brücke unterwegs, 26 Prozent etwa einmal pro Woche und 29 Prozent seltener. Bei der Verkehrsmittelwahl waren Mehrfachnennungen möglich. Von insgesamt 49.518 Nennungen entfielen 32 Prozent auf Bus und Bahn, 29 Prozent auf das Auto, 22 Prozent auf das Fahrrad und 17 Prozent auf Wege zu Fuß. Die Ergebnisse zeigen, dass die Carolabrücke für alle Verkehrsarten eine wichtige Verbindung war.

Im Gesamtranking liegt die Arbeitsgemeinschaft FHECOR und TSSB mit 38 Prozent der ersten Plätze vorn. LAP und Knight Architects folgt mit 32 Prozent auf Platz 2 . GRASSL und gmp Architekten erreichen mit 23 Prozent den dritten Platz, Schüßler Plan und DKFS sortieren sich mit 7 Prozent auf dem vierten Platz ein.

Unter den 21.624 Dresdner Teilnehmenden bleibt die Reihenfolge unverändert. FHECOR und TSSB erreichen 39 Prozent, LAP und Knight Architects 34 Prozent, GRASSL und gmp Architekten 21 Prozent sowie Schüßler Plan und DKFS 6 Prozent.

FHECOR und TSSB liegen in allen Altersgruppen vorn, besonders deutlich bei den jüngeren Teilnehmenden bis 24 Jahre. LAP und Knight Architects gewinnen mit zunehmendem Alter an Zustimmung und erreichen in den älteren Gruppen nahezu einen Gleichstand mit dem führenden Entwurf. GRASSL und gmp Architekten bleiben auf Platz 3 und verbessern sich bei älteren Befragten leicht. Schüßler Plan und DKFS werden mehrheitlich auf Platz 4 eingeordnet, erhalten bei älteren Teilnehmenden jedoch etwas mehr Zustimmung.

Ranking Altersgruppe unter 18 Jahre

Ranking Altersgruppe 18 bis 24 Jahre

Ranking Altersgruppe 25 bis 44 Jahre

Ranking Altersgruppe 45 bis 64 Jahre

Ranking Altersgruppe 65 bis 74 Jahre

Ranking Altersgruppe 75 Jahre und älter

Die Teilnehmenden bewerteten jeden Entwurf in neun Kriterien. Die Ergebnisgrafiken zeigen jeweils die Anteile der fünf Bewertungsstufen von besonders gut bis nicht überzeugend. Für die Reihenfolge in den Grafiken wurden die positiven Bewertungen besonders gut und gut zusammengefasst. Je nach Kriterium und Planungsteam flossen rund 23.200 bis 24.700 Bewertungen ein.

Im Kriterium Gestaltung konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung zu Form, Erscheinungsbild und die architektonische Gestaltung abgeben.

Im Kriterium Aufenthaltsqualität wurde gezeigt wie Aufenthaltsbereiche auf und unter Brücke gestaltet werden sollen.

Das Kriterium Bezüge beinhaltete Darstellungen und Erläuterungen, wie die Entwürfe auf Altstadt, Königsufer, Elbwiesen und wichtige Sichtachsen Rücksicht nehmen.

Materialien und Details beeinflussen das Aussehen der Brücke sehr. Dieses Kriterium zeigte, welche Materialien verwendet werden sollen und wie die Brücke gestaltet wird.

Jeder Entwurf hat eigene Besonderheiten und Ideen. Hier wurde gezeigt, was den jeweiligen Entwurf ausmacht und welche besonderen Lösungen vorgesehen sind in Bezug auf Architektur und Städtebau.

Im Kriterium Anbindung wurde dargestellt, wie die neue Brücke an die umliegenden Verkehrsbereiche angebunden werden sollen. Im Mittelpunkt standen Verkehrsabläufe, Erreichbarkeit und die Einbindung in das bestehende Straßennetz.

Zu sehen war, wie Fußgänger und Radfahrer die Brücke künftig erreichen und nutzen können. Betrachtet wurden die Wegeführung sowie die Anschlüsse auf beiden Elbseiten.

Im Alltag treffen auf der Brücke unterschiedliche Verkehrsarten aufeinander. Dieses Kriterium zeigte, wie der Entwurf zu einem sicheren und möglichst konfliktfreien Miteinander beitragen soll.

Dieses Kriterium zeigte besonderen Ideen, innovative Ansätze und prägende Elemente der Entwürfe in Bezug auf Technik und Verkehr.

TOP 3 Kriterien je Planerteam

die Gestaltung mit 35 Prozent,

die Materialität mit 34 Prozent und

die Verkehrsführung mit 31 Prozent bewertet.

Die höchsten positiven Bewertungen erhielten

die Bezüge zwischen Stadt und Landschaft mit 34 Prozent,

die Gestaltung mit 32 Prozent und

die Besonderheiten bei Verkehr und Technik mit 30 Prozent.

die Besonderheiten bei Verkehr und Technik mit 30 Prozent ab. Es folgten

die Aufenthaltsqualität mit 27 Prozent und

die Materialität mit 26 Prozent.

die Besonderheiten bei Verkehr und Technik mit 15 Prozent. Danach folgten

die Anbindung mit 12 Prozent und

die Verkehrsführung mit 9 Prozent.

In den offenen Kommentaren wurden auch Themen genannt, die nicht nur einen einzelnen Entwurf betreffen. Dazu gehörten die Bauzeit, die Baukosten, der spätere Wartungsaufwand, die Sicherung der Flächen unter der Brücke bei Hochwasser und vor allem die Zahl der Autospuren.

Technik Tragwerk und Hochwassersicherheit (1.264)

(…) hochwassergerechte Pfeilerkonstruktion, der künftige Betrieb soll wartungs- und unterhaltungsarm sein.

geringstmögliche zukünftige Wartungs- und Instandhaltungskosten

Die Planung der Flächen unter der Brücke müssen im Falle von Hochwasser gesichert werden.

Überzeugend sind: schnelle Bauzeit, unkomplizierter Bau und möglichst geringe Kosten

zunächst ein Bau der kostengünstigen Lösungen mit zwei Kfz-Spuren, dann prüfen, ob Erweiterungsbau für vier Spuren wirklich nötig und finanzierbar ist.

Wenn eine 2-spurige Verkehrslösung umgesetzt wird, sollte die Breite der Brücke reduziert werden, auch um Kosten im Bau und Unterhalt einzusparen.

Insgesamt wurden 1.032 Kommentare zur Zahl der Autospuren eindeutig oder ohne klare Präferenz zugeordnet. 314 Kommentare sprachen sich positiv für zwei Autospuren aus, 141 für vier Autospuren. In 577 Kommentaren wurde die Spurigkeit angesprochen, ohne eine eindeutige Präferenz für zwei oder vier Spuren zu äußern. Genannt wurden dabei unter anderem flexible Lösungen, spätere Erweiterungsmöglichkeiten und eine stärkere Berücksichtigung von Bus, Bahn, Radverkehr und Fußverkehr.

Wunsch nach vier Autospuren (141)

(…) die in Summe 4 KFZ-Fahrspuren sind absolut obligatorisch. Niemals darf die Brücke nur in Summe zweispurig gestaltet werden.

Es bleibt wichtig, weiterhin vierspurig zu planen. Andernfalls errichtet man mit viel Geld nur eine neue Staufalle.

(…) zügige Umsetzung und Beibehaltung von vier Fahrspuren.

Wunsch nach zwei Autospuren (314)

(…) ist zukunftsorientiert, wenn die Brücke nur zweispurig befahrbar ist, sowohl für die Kosten als auch für den Autoverkehr der nächsten Jahrzehnte.

(…) Brücke zweispurig statt vierspurig bauen. Ein zukunftsorientiertes Dresden, welches nicht in der Verkehrswende stehen bleibt, sollte mehr auf ÖPNV, Rad- und Fußverkehr anstatt auf Kfz-Verkehr setzen!

Reduktion aller Entwürfe auf gesamt 2 Autospuren!

Ich finde di flexible Gestaltung der Fahrbahnen gut, ob 2 oder 4 Auto-Spuren.

Wichtig sind mehrere Optionen bei der Wahl der Fahrspuren.

Die Beteiligung liefert ein umfangreiches Meinungsbild zu den vier Entwürfen. Dieses Ergebnis wird gemeinsam mit den fachlichen Einschätzungen gegenüber dem Begleitgremium ausgewertet und vorgestellt und damit in den weiteren Entscheidungsprozess eingebracht. Die Auswertung der Bürgerbeteiligung wird ebenso direkt an den Stadtrat übergeben.

Ein von Professor Steffen Marx (TU Dresden) geleitete Grem