---
title: "VCD Elbe-Saale e.V. Stellungnahme zum Antrag Ostthüringen besser an den Schienenverkehr anbinden"
sdDatePublished: "2026-08-19T14:26:00Z"
source: "https://elbe-saale.vcd.org/fileadmin/user_upload/Elbe-Saale/Ortsgruppen/Gera/VCD_Stellungnahme_Schienenverkehr.pdf"
topics:
  - name: "railway transport"
    identifier: "medtop:20000340"
  - name: "public transport"
    identifier: "medtop:20001362"
  - name: "infrastructure projects"
    identifier: "medtop:20001245"
  - name: "government policy"
    identifier: "medtop:20000621"
  - name: "environmental policy"
    identifier: "medtop:20000423"
locations:
  - "Baden-Württemberg"
  - "Karlsruhe"
  - "Nürnberg"
  - "Bayreuth"
  - "Hof"
  - "Bavaria"
  - "Berlin"
  - "Naumburg"
  - "Halle (Saale)"
  - "Sachsen-Anhalt"
  - "Eisenberg"
  - "Wartburgkreis"
  - "Erfurt"
  - "Altenburger Land"
  - "Weimar"
  - "Thüringen"
  - "Gera"
  - "Jena"
  - "Köln"
  - "Hersfeld-Rotenburg"
  - "Kassel"
  - "Frankfurt am Main"
  - "Weischlitz"
  - "Chemnitz"
  - "Freiberg"
  - "Zwickau"
  - "Sachsen"
  - "Dresden"
  - "Leipzig"
  - "Germany"
  - "Poland"
---


VCD Elbe-Saale e.V. Stellungnahme zum Antrag Ostthüringen besser an den Schienenverkehr anbinden

VCD Elbe-Saale e.V. Ranstädter Steinweg 1 | 04109 Leipzig | Tel. 0156 79 / 08 76 03 | elbe-saale@vcd.org | www.elbe-saale.vcd.org
Spendenkonto: Dresdner Volksbank Raiffeisenbank | IBAN: DE94 8509 0000 2649 7910 00 | BIC: GENODEF1DRS
Ihre Spende für den VCD Elbe-Saale ist steuerlich abzugsfähig.
VCD Elbe-Saale e.V. Ranstädter Steinweg 1 | 04109 Leipzig

[[NeuerBrief]]
Leipzig, 19.08.2027
Stellungnahme zum Antrag „Ostthüringen besser an den
Schienenverkehr anbinden – Saalbahn stärken, Mitte-Deutschland-
Verbindung beschleunigen, Abkopplung verhindern“
Sehr geehrte Damen und Herren,
der VCD Landesverband Elbe-Saale e. V. begrüßt ausdrücklich, dass der Thüringer Landtag
die künftige Ausgestaltung des Schienenverkehrs in Ostthüringen als Problemschwerpunkt
benennt, die Entwicklung und Umsetzung von Lösungen anvisiert und Fachverbänden hierzu
im Rahmen des vorliegenden Fragenkatalogs die Möglichkeit zur Stellungnahme gibt.
Der VCD Landesverband Elbe-Saale e. V. nimmt Ostthüringen als einen gemeinsamen
Wirtschafts-, Wissenschafts- und Lebensraum mit den beiden Oberzentren Jena und Gera
sowie den umliegenden ländlichen Räumen mit ihren vielfältigen Mittelzentren wahr. Eine
zukunftsfähige Verkehrspolitik muss deshalb die funktionalen Stärken der Oberzentren
miteinander verbinden: Jena als bedeutender Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort an der
bereits elektrifizierten Saalbahn und Gera in seiner Rolle als zentraler Verknüpfungspunkt von
Ost-West- und Nord-Süd-Achsen mit herausragender Bedeutung für den strukturschwachen
ländlichen Raum mit Ausstrahlung in die benachbarten Bundesländer Sachsen, Sachsen-
Anhalt und Bayern.
Der VCD Landesverband Elbe-Saale e. V. teilt die Feststellungen der Landesregierung im
Antrag „Ostthüringen besser an den Schienenverkehr anbinden – Saalbahn stärken, Mitte-
Deutschland-Verbindung beschleunigen, Abkopplung verhindern“ weitgehend. Dass eine
leistungsfähige Schieneninfrastruktur Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung,
Fachkräftegewinnung, gesellschaftliche Teilhabe und das Erreichen der Klimaziele ist, gilt für
Ostthüringen in besonderem Maße, da die Region durch die Nähe zu verschiedenen
Thüringer Landtag
Ausschuss für Digitales und Infrastruktur
99096 Erfurt

VCD Elbe-Saale e.V. Ranstädter Steinweg 1 | 04109 Leipzig | Tel. 0156 79 / 08 76 03 | elbe-saale@vcd.org | www.elbe-saale.vcd.org
Spendenkonto: Dresdner Volksbank Raiffeisenbank | IBAN: DE94 8509 0000 2649 7910 00 | BIC: GENODEF1DRS
Ihre Spende für den VCD Elbe-Saale ist steuerlich abzugsfähig.
Landesgrenzen geprägt ist und deshalb besonders auf leistungsfähige, überregionale
Bahnverbindungen angewiesen ist.
Die unter Punkt I.7. genannten grenzüberschreitenden Verbindungen Leipzig – Gera –
Saalfeld – Nürnberg und Gera – Hof – Nürnberg wurden bereits bei der Erarbeitung des
aktuellen SPNV-Nahverkehrsplans des Freistaats Thüringen von der Stadt Gera
vorgeschlagen, im Rahmen des Zielkonzepts 2022+ jedoch leider abgelehnt. Des Weiteren
muss eine Verbindung von Mittelthüringen über Jena – Gera – Chemnitz bis nach Dresden
als Teil der überregionalen Anbindungsbedürfnisse aufgenommen werden, beispielsweise
durch Weiterführung des RE2 im Rahmen des Thüringer Elektro-Netzes.
Der fehlende unmittelbare Einfluss des Freistaats Thüringen auf den Fernverkehr ist im
Antrag
zutreffend
beschrieben.
Dennoch
besitzt
das
Land
durchaus
Handlungsmöglichkeiten. Insbesondere muss die Ausgestaltung der SPNV-Vergaben so
erfolgen, dass künftige Fernverkehrsangebote nicht verhindert oder erschwert werden. Dazu
gehören
insbesondere
fahrplantechnische
Integrationsoptionen
sowie
geeignete
Abbestellregelungen in den Verkehrsverträgen des Nahverkehrs.
Zusammenfassend unterstützt der VCD Landesverband Elbe-Saale e. V. das Ziel des Antrags,
Ostthüringen in den Planungen des Bundes zur schienengebundenen Mobilität stärker zu
verankern und zugleich kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der
gegenwärtigen Defizite anzustreben, ausdrücklich. Die Entwicklung der Bahnknoten Jena
und Gera muss gleichsam Bestandteil der Landesstrategie sein.
Die größten verkehrspolitischen Prioritäten sieht der VCD Landesverband Elbe-Saale e. V. in
1. dem Ausbau und der Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Verbindung (Weimar –
Jena – Gera – Gößnitz),
2. der durchgängigen Elektrifizierung und perspektivischen Zweigleisigkeit der Strecke
Leipzig – Gera,
3. einer verlässlichen Fernverkehrsperspektive für Ostthüringen auf Grundlage des
Deutschlandtakts und eines integrierten SPFV-/SPNV-Konzepts.
Diese drei Ziele bilden den roten Faden der folgenden Antworten auf den Fragenkatalog
(Anlage 3).
Mit freundlichen Grüßen
Nino Micklich
Landesgeschäftsführer

Seite 1 von 12
Stellungnahme des VCD Landesverbandes Elbe-Saale e. V. zum Antrag der Fraktionen der CDU,
des BSW und der SPD (Drucksache 8/3124) „Ostthüringen besser an den Schienenverkehr
anbinden – Saalbahn stärken, Mitte-Deutschland-Verbindung beschleunigen, Abkopplung
verhindern“ sowie zum Fragenkatalog (Anlage 3)
Lfd. Nr.
Fragestellungen / Antworten des VCD
Aktuelle Situation und Entwicklung
1.
Wie
bewerten
Sie
die
aktuelle
und
absehbare
Entwicklung
des
Schienenpersonennahverkehrs, des Schienenpersonenfernverkehrs und des
Schienengüterverkehrs in Ostthüringen und welche prioritären Verbesserungen
halten Sie für am dringlichsten, um eine Abkopplung der Region zu verhindern und
die Standortqualität zu sichern?
Antwort
Das Angebot des SPNV in Ostthüringen wurde in den letzten Jahren weitgehend
konstant gehalten, mit Ausnahme des Entfalls des Franken-Thüringen-Express auf
dem von 2019 bis 2023 betriebenen Abschnitt Jena – Leipzig. Die im Thüringer
Elektro-Netz vorgesehenen Ausweitungen im SPNV (Halbstundentakt zwischen
Erfurt und Gera mit stündlichem Verdichter bis Jena) sind eine zu begrüßende und
angesichts der hohen Vernetzung der Thüringer Städtekette notwendige
Erweiterung.
Der SPFV in Ostthüringen wurde zunächst 2018 (IC 51 Köln – Gera) und erneut 2023
(IC 61 Leipzig – Karlsruhe) deutlich ausgebaut und stellte seitdem eine dringend
benötigte Mobilitätserweiterung für Ostthüringen mit deutlichem Potential zur
Steigerung der Attraktivität der Region dar. Die aktuellen Entwicklungen deuten
jedoch auf eine weitere Reduzierung und Einstellung dieser Angebote hin. So
wurde der IC 61 bereits zu einem erheblichen Teil gekürzt, und auch der IC 51 wird
ab September 2026 zunächst eingestellt. Diese Entwicklung ist kritisch zu
betrachten, stellt sie doch bereits Errungenes mit unklarer Perspektive infrage.
Zur
Entwicklung des
SGV
ist dem
VCD
keine Beurteilung
möglich.
Höchste Priorität zur Sicherstellung der Standortqualität der Region Ostthüringen
haben der Ausbau und die Elektriﬁzierung der Mitte-Deutschland-Verbindung auf
dem Abschnitt Weimar – Gößnitz. Dies ist insbesondere nötig, um einerseits die
erforderlichen Angebotsausweitungen im SPNV ﬁnanziell tragbar zu ermöglichen,
andererseits die Rahmenbedingungen für langlaufenden SPFV mit Anbindung der
Oberzentren Jena und Gera durch den Entfall des dieselgebundenen Betriebs zu
verbessern. In dem Zusammenhang ist bereits heute eine belastbare
Fernverkehrsperspektive wichtig, um als Entscheidungsgrundlage für die
Wirtschaft in der Region dienen zu können. Ebenso sind der Ausbau und die
Elektriﬁzierung der Strecke Leipzig – Gera nötig, um auch hier zusätzliche und
attraktivere Angebote schaƯen zu können.

Seite 2 von 12
2.
Wie bewerten Sie die aktuelle Schienenanbindung Ostthüringens im Vergleich zu
Mittel- und Westthüringen sowie zu den benachbarten Regionen in Sachsen,
Sachsen-Anhalt und Bayern?
Antwort
Ostthüringen ist gegenüber Mittel- und Westthüringen strukturell benachteiligt.
Während die Regionen um Erfurt und entlang des westlichen Teils der Städtekette
von der ICE-Infrastruktur proﬁtieren, sind große Teile Ostthüringens weiterhin
durch eingleisige und nicht elektriﬁzierte Strecken geprägt. Dies betriƯt
insbesondere den Raum Gera mit seiner Randlage in Thüringen, dessen wichtigste
Verbindungen
mehrere
Landesgrenzen
überschreiten
und
dadurch
unterschiedlichen Aufgabenträgern unterliegen. Der nördlich angrenzende Teil von
Sachsen-Anhalt weist ähnliche Herausforderungen auf, anders als die
benachbarten Regionen in Sachsen und Bayern, insbesondere gestützt durch die
Lage von Plauen und Zwickau an der Sachsen-Franken-Magistrale. Davon proﬁtiert
zudem der Ostteil des Landkreises Altenburg, welcher im SPNV durch seine Lage
an der Franken-Sachsen-Magistrale stärker mit dem westsächsischen Raum als
mit Thüringen vernetzt ist.
3.
In welchen Bereichen haben sich seit 2017 die größten Verschlechterungen bei
Fahrzeiten, Taktung, Anschlüssen, Direktverbindungen und Zuverlässigkeit
ergeben?
Antwort
Die größten Verschlechterungen betreƯen die Ausdünnung des Angebots auf der
Saalbahn, zu knappe Anschlüsse zwischen dem RE1 und der RB30 in Glauchau
Richtung Chemnitz sowie Kapazitätsprobleme auf den Relationen Leipzig–Jena–
Nürnberg,
Erfurt–Gera sowie Leipzig–Gera–Hof/Saalfeld. Letztere dürften
insbesondere durch das Deutschlandticket und die damit einhergehenden
Verlagerungen
vom
SPFV
zum
SPNV
verschärft
worden
sein.
Durch die grundsätzlich begrüßenswerte Ausweitung des SPFV-Angebots in
Ostthüringen haben sich jedoch auch erhebliche Verschlechterungen in der
Zuverlässigkeit ergeben, insbesondere hervorgerufen durch den Ersatz von SPNV
durch die SPFV-Leistungen. Fällt beispielsweise der IC 51 kurzfristig aus, etwa
durch Verspätungen oder mangels verfügbarer Diesellokomotiven, wird kein Ersatz
durch den Regionalverkehr bereitgestellt. Da der IC jedoch den Regionalverkehr in
den jeweiligen Stunden planmäßig ersetzt, fallen die jeweiligen Leistungen
komplett weg und es kommt zu verschärften Kapazitätsengpässen und einer
Deattraktivierung der Linie für Pendler. Auch Verspätungen des Fernverkehrs
wirken sich angesichts verschiedener sensibler, aber für die Region wichtiger
Anschlüsse (insbesondere der Nullknoten Gera Hbf) schnell in die Fläche aus.
4.
Welche Regionen Ostthüringens sind von den bestehenden Deﬁziten besonders
betroƯen und welche Folgen ergeben sich daraus für die Bevölkerung?
Antwort
Besonders betroƯen sind die Räume Gera und Saalfeld sowie die Grenzräume zu
Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern. Der Raum Jena ist zwar ebenfalls betroƯen,
der negative Einﬂuss erscheint aufgrund zusätzlich vorhandener Angebote (bspw.
die
Verstärkerfahrten
des
RE3)
jedoch
als
weniger
hoch.
Die Deﬁzite machen die Schiene als Verkehrsmittel insgesamt unattraktiver, führen
zu einer Verlagerung von Pendlerströmen hin zum (motorisierten) Individualverkehr
und erschweren die Fachkräftegewinnung und wirtschaftliche Entwicklung.

Seite 3 von 12
5.
Welche Auswirkungen haben unbesetzte Stellwerke sowie teilweise veraltete und
störanfällige Leit- und Sicherungstechnik - insbesondere Weichen- und
Signaltechnik - auf die Betriebsstabilität, Verspätungsanfälligkeit und Kapazität des
Schienenverkehrs in Ostthüringen? Welche kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen
sind erforderlich, um diese Engpässe zu beheben?
Antwort
Ausfälle von Stellwerken haben in den letzten Jahren die Betriebsstabilität
gelegentlich erheblich beeinträchtigt. Erforderlich sind eine beschleunigte
Modernisierung
der
Leit-
und
Sicherungstechnik
zur
Reduktion
des
Personalaufwands und der Störanfälligkeit, priorisiert nach Sanierungsbedarf,
sowie
eine
resilientere
Personalplanung
seitens
des
Eisenbahninfrastrukturbetreibers DB InfraGO AG hinsichtlich der Besetzung der
Stellwerke. Digitale Stellwerke (DSTW), wie sie auf der Bahnstrecke Gera –
Weischlitz im Rahmen des Schnellläuferprogramms umgesetzt werden, können
dabei helfen; allerdings zeigen sich besondere Herausforderungen in der
Implementierung, die zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen führen.
6.
Wie bewerten Sie die aktuelle und absehbare Bahnanbindung Ostthüringens
insgesamt, insbesondere im Hinblick auf die wirtschaftliche E