LIG sanierte Museum Elbinsel Wilhelmsburg in Hamburg-Wilhelmsburg, sieben Millionen Euro investiert; Betrieb durch Bezirk Hamburg-Mitte ab Herbst 2026.
Sanierungsarbeiten am Museum Elbinsel Wilhelmsburg erfolgreich abgeschlossen - hamburg.de
Bauherr des Projekts war der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG). Die Sprinkenhof GmbH verantwortete als Realisierungsträger die Planung und Umsetzung der denkmalgerechten Sanierung; insgesamt wurden sieben Millionen Euro investiert. Nach der Fertigstellung übernimmt der Bezirk Hamburg-Mitte den Betrieb des Gebäudes. Die ersten Nutzungen sind ab Herbst 2026 vorgesehen. Mittel für Betrieb und Bewirtschaftung in Höhe von rd. 500.000 Euro
Jahr sind hierfür in die kommenden Haushaltsplanentwürfe eingestellt worden.
Dr. Andreas Dressel, Finanz- und Bezirkssenator: „In den vergangenen Jahren haben alle Beteiligten intensiv daran gearbeitet, die Sanierung des historischen Amtshauses im historischen Zentrum Wilhelmsburgs voranzubringen. Nach langem Anlauf und einigen Widrigkeiten ist dieses anspruchsvolle Vorhaben nun erfolgreich abgeschlossen. Mit der umfangreichen Modernisierung erhält dieser traditionsreiche Bau und das Museum Elbinsel Wilhelmsburg mit seinen engagierten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine langfristige Perspektive. Entstanden ist ein würdiger Ort, um gerade auch an die verheerende Sturmflut von 1962 zu erinnern. Viel Erfolg an Bezirk und die Mitstreiter vor Ort für die zukünftige lebendige Museumsnutzung, macht was draus!“
Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte: „Mit der denkmalgerechten Sanierung ist der Grundstein gelegt – jetzt beginnt die nächste Etappe: Gemeinsam mit sozialen Einrichtungen, Schulen und dem Museumsverein bringen wir erste Bildungs- und Begegnungsangebote ins Haus. Zugleich schaffen wir die personellen Voraussetzungen für den Museumsbetrieb und starten die Planung der neuen Dauerausstellung. So machen wir das Museum Schritt für Schritt zu einem lebendigen Ort für Geschichte, Bildung und Begegnung in Wilhelmsburg und darüber hinaus.“
Martin Sowinski, Geschäftsführer Sprinkenhof: „Die Sanierung dieses außergewöhnlichen Denkmals war ein sehr anspruchsvolles Bauprojekt. Die hohen Anforderungen des Denkmalschutzes, die komplexe historische Bausubstanz und die notwendige Verbindung von Bestandserhalt, Brandschutz, Barrierefreiheit und energetischer Optimierung verlangten individuelle Lösungen und ein hohes Maß an fachlicher Expertise. Wir freuen uns, dass das sanierte Museum künftig seinen historischen Charakter mit moderner Gebäudetechnik, hoher Aufenthaltsqualität und einer nachhaltigen Zukunftsperspektive verbindet.“
Frank Kibat, Vorsitzender des Vereins Museum Elbinsel Wilhelmsburg (MEW): „Der Museumsverein Museum Elbinsel Wilhelmsburg e. V. bedankt sich bei allen Beteiligten, die mit großem Engagement zur erfolgreichen Sanierung dieses historischen Amtshauses beigetragen haben. Nach den vielen Jahren des Leerstands und der Sanierung freuen wir uns ganz besonders darauf, endlich wieder museales Leben im wunderbar sanierten Amtshaus entstehen zu lassen. Mit der hoffentlich auch zeitnahen Wiedereröffnung des Museums verbinden sich große Pläne, denn nicht nur die historische Vergangenheit der Elbinsel soll wieder spannend vermittelt werden, sondern geplant sind unter anderem auch die Dauerausstellungen zur „Sturmflut von 1962“ sowie der kürzlich in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommene Bestand der Kinderkriegszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg. So wird das Amtshaus wieder zu einem lebendigen Ort der Geschichte, Bildung und Begegnung.“
Umfangreiche Sanierung eines einzigartigen Baudenkmals
Anlass der Sanierung war der erhebliche bauliche Erneuerungsbedarf des ehemaligen Amtshauses. Ziel war es, die historische Gebäudesubstanz dauerhaft zu sichern und die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige, zeitgemäße Nutzung zu schaffen.
Im Rahmen der Sanierungsmaßnahme wurde das historische Gebäude umfassend instandgesetzt und technisch für seine künftige Nutzung ertüchtigt. Zu den Maßnahmen gehörten unter anderem die vollständige Sanierung und Erneuerung des Daches einschließlich seines Tragwerks. Aufgrund vorhandener Schadstoffbelastungen wurde das Dachgeschoss baulich vom übrigen Gebäude getrennt. Die historischen Backsteinfassaden wurden sorgfältig instandgesetzt, ihre Fugen erneuert und beschädigte Ziegelsteine denkmalgerecht ersetzt. Darüber hinaus restaurierten die Fachleute die historischen Fenster und Türen und sanierten die Innenräume. Gleichzeitig wurde die gesamte technische Gebäudeausrüstung einschließlich der Elektroinstallationen und der Heizungsanlage erneuert. Ergänzt wurden die Arbeiten durch Maßnahmen zum baulichen Brandschutz, die Schaffung einer barrierefreien Erschließung sowie energetische Optimierungen an der Gebäudehülle. Damit verbindet das sanierte Gebäude den Erhalt seines denkmalgeschützten Charakters mit den Anforderungen an einen modernen, nachhaltigen und zukunftsfähigen Museumsbetrieb.
Die Arbeiten stellten alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen. Das fast 300 Jahre alte Gebäude verfügt über eine komplexe historische Bausubstanz mit zahlreichen erhaltenswerten Bauteilen und konstruktiven Besonderheiten auf. Die Arbeiten mussten daher eng mit den Anforderungen des Denkmalschutzes abgestimmt werden und zugleich heutigen Anforderungen an Brandschutz, Barrierefreiheit und Energieeffizienz Rechnung tragen.
Ein Gebäude mit fast 300 Jahren Geschichte
Das ehemalige Wilhelmsburger Amtshaus wurde 1724 auf den Grundmauern eines 1620 errichteten Schlosses der Groten, des ehemaligen Adelssitzes Stillhorn, erbaut und zählt zu den ältesten erhaltenen Gebäuden Wilhelmsburgs. Vermutlich fanden beim Neubau Baumaterialien des Vorgängergebäudes Verwendung – darauf weisen unter anderem aufgefundene Ziegelsteine im historischen Klosterformat hin.
Das zweigeschossige Gebäude zeichnet sich durch seine markante verputzte Frontfassade und historische Backsteinfassaden aus. Erhalten sind unter anderem Kreuzstockfenster, originale Holztüren sowie weitgehend erhaltene Dielenböden und Fachwerkwände. Im Laufe seiner Geschichte diente das Gebäude unter anderem als Amtshaus, Schule, Wohngebäude und seit den 1950er-Jahren als Museum.
Mit der abgeschlossenen Sanierung sind die baulichen Voraussetzungen für eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Museums geschaffen. Ein neuer Schwerpunkt wird die Dauerausstellung zur Sturmflut von 1962 sein, die künftig einen zentralen Platz in der Vermittlungsarbeit des Museums einnimmt.
Das Amtshaus steht seit 1949 unter Denkmalschutz und ist Teil des historischen Ensembles rund um die Kreuzkirche, den Dorfkrug und weitere historische Gebäude im Kirchdorfer Ortskern.
Das Museum Elbinsel Wilhelmsburg (MEW) wurde 1907 gegründet und ist seit mehr als 50 Jahren im Amtshaus untergebracht. Das Museum wird ehrenamtlich vom Museum Elbinsel Wilhelmsburg e. V. betrieben. Auch für Kinder und Jugendliche in der Region ist das Museum ein wichtiger außerschulischer Lernort. Jährlich nutzen zahlreiche Schulklassen das Museum für Führungen und weitere Bildungsangebote im Rahmen der Heimatkunde. Das MEW ist auch ein fester Bestandteil der Kulturszene und veranstaltet regelmäßig kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Liederabende und kleine Theaterstücke.
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… Behörde für Finanzen und…
Sanierungsarbeiten am Museum Elbinsel Wilhelmsburg erfolgreich abgeschlossen
Denkmalgerecht saniert, zukunftsfähig ausgestattet und bereit für eine neue Nutzung: Mit dem erfolgreichen Abschluss der Sanierungsarbeiten am Museum Elbinsel Wilhelmsburg ist ein bedeutendes Bauprojekt für den Stadtteil abgeschlossen. Das traditionsreiche ehemalige Amtshaus ist ein prägendes Bauwerk im historischen Zentrum Wilhelmsburgs und wird künftig als kultureller und gesellschaftlicher Treffpunkt im Herzen Wilhelmsburgs neue Impulse setzen sowie Geschichte, Begegnung und Bildung miteinander verbinden.
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