Postbank Wohnatlas 2026: Angebot & Aufpreis für Energieeffizienz in 400 deutschen Städten und Landkreisen; Hamburgs Prämie 7.558 €/m²
Postbank Wohnatlas: Angebot & Aufpreis für Energieeffizienz | Immobilien | Haufe
Wed Aug 19 10:58:07 UTC 2026
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Effizienzklasse kaufen: Was der Aufpreis wirklich bringt
Wo lohnt sich der Aufpreis für Eigentumswohnungen mit der Effizienzklasse A bis D? Der Postbank Wohnatlas 2026 zeigt die regionalen Preisunterschiede – von Hamburg bis Miesbach.
Welcher Preisaufschlag beim Verkauf von energieeffizienten Wohnungen gegenüber Immobilien mit schlechteren Effizienzklassen verlangt wird – und in welchen der 400 deutschen Städte und Landkreise der Anteil an energieeffizienten Wohnungen besonders hoch oder niedrig ist, zeigt der fünfte Studienteil aus dem Postbank Wohnatlas 2026.
Dafür hat das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) bundesweit alle Angebote von Eigentumswohnungen im Bestand und Neubau untersucht, bei denen eine Energieeffizienzklasse angegeben war.
Wohnungen mit guter Energieeffizienz: bundesweiter Anteil
Im bundesweiten Durchschnitt liegt der Anteil an Eigentumswohnungen mit sehr guter bis durchschnittlicher Energieeffizienz (Klassen A+, A, B, C und D) laut Studie bei 35 Prozent. Am höchsten ist er in den Landkreisen und in den sieben Metropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart mit jeweils 35,8 Prozent.
Einen geringeren Anteil weisen im Schnitt die kreisfreien Mittelstädte mit 33,5 Prozent auf. In 62 Regionen – überwiegend in Ostdeutschland und Südbayern – beträgt der Anteil der Wohnungen mit sehr guter bis Energieeffizienz mindestens 42,5 Prozent.
Spitzenreiter und Schlusslichter beim Energieeffizienz-Anteil
Den höchsten Wert verzeichnet der Landkreis Potsdam-Mittelmark (Brandenburg) mit 54,7 Prozent. Es folgen die Landkreise Plön (Schleswig-Holstein) mit 53,3 Prozent, Börde (Sachsen-Anhalt) mit 52,9 Prozent und der Saale-Holzland-Kreis (Thüringen) mit 52 Prozent. Die weiteren Plätze in den Top Ten belegen die Landkreise Erding (51,5 Prozent) und Ebersberg (51,4 Prozent) in Bayern. Die Städte Flensburg (50,1 Prozent) in Schleswig-Holstein auf Rang sieben und Trier (49,0 Prozent) in Rheinland-Pfalz auf Platz neun schneiden ebenfalls sehr gut ab.
In 92 Regionen liegt der Anteil der Wohnungen mit Energieeffizienzklasse D oder besser unter 30 Prozent. Am niedrigsten ist er im sächsischen Landkreis Görlitz mit 13,3 Prozent. Knapp darüber liegt die Stadt Frankfurt (Oder) in Brandenburg mit 17,7 Prozent sowie der Landkreis St. Wendel (Saarland) und die Stadt Emden (Niedersachsen) mit jeweils 19,9 Prozent. Zu den Schlusslichtern gehören auch die Landkreise Höxter in Nordrhein-Westfalen (20,1 Prozent) und der Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz (20,5 Prozent).
Heizkosten und Immobilienwert sprechen für Energieeffizienz
Der Vorteil der effizienten Wohnungen liegt laut Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement Immobilien der Postbank in Deutschland, nicht nur in den geringeren Heizkosten: “Energieeffiziente Gebäude sind stabiler im Wert und schützen vor den Folgen künftiger Sanierungspflichten”, sagt er.
Energieeffizienz-Ranking: Anteil in den deutschen Großstädten
Unter den Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern führt Trier (Rheinland-Pfalz) das Ranking an: 49,1 Prozent der angebotenen Eigentumswohnungen haben die Energieeffizienzklasse D oder besser, dafür sind die Preise vergleichsweise hoch.
In Chemnitz (45,4 Prozent) und Erfurt (41,4 Prozent) und in Bochum in Nordrhein-Westfalen (40,7 Prozent) sind die Quadratmeterpreise für energieeffiziente Wohnungen noch moderat. Sie belegen in der Spitzengruppe die Plätze fünf, acht und zehn.
Die zehn Großstädte mit dem höchsten Anteil an Eigentumswohnungen der Effizienzklassen A+, A, B, C, D* an allen Angeboten**
Quellen: Value AG Marktdatenbank (2026); Berechnungen und Darstellung HWWI
*sehr gute bis durchschnittliche Energieeffizienz **nur Angebote mit ausgewiesener Energieeffizienzklasse; Kaufpreise ohne Nebenkosten ***Sortierung: Anteil angebotener Eigentumswohnungen mit Energieeffizienzklasse D und besser
Aufpreis für Energieeffizienz in den Top-Metropolen
In den deutschen “Top 7”-Städten liegt der Durchschnittspreis für Angebote mit sehr guter bis durchschnittlicher Energieeffizienz nach Auswertung des HWWI bei 6.711 Euro pro Quadratmeter. Wohnungen der Effizienzklassen E bis H sind im Durchschnitt 1.337 Euro pro Quadratmeter günstiger.
In Hamburg ist der Aufschlag am höchsten. Dort liegt der Durchschnittspreis für Wohnungen mit Effizienzklasse D oder besser bei 7.558 Euro pro Quadratmeter. Das sind rund ein Drittel (1.893 Euro) mehr als bei Angeboten der Klassen E bis H. Es folgt München mit einem Aufpreis von 1.720 Euro. Die geringste Differenz weist Stuttgart mit 772 Euro auf.
Ranking “Top 7”-Städte: Durchschnittliche Preisaufschläge für 2025 angebotene Eigentumswohnungen mit Energieeffizienzklasse D oder besser*
*Auf Basis aller Angebote mit Angabe einer Energieeffizienzklasse **sortiert nach Preisdifferenz zwischen Eigentumswohnungen mit und ohne gute Energieeffizienzklasse ***mögliche Abweichungen durch Rundungsdifferenzen
Regionen mit Preisvorteil für energieeffizientere Wohnungen
Unter den Landkreisen und kreisfreien Städten gibt es in der Studie 83 Regionen, in denen die durchschnittlichen Preisaufschläge für Angebote der Klassen D und besser bei mindestens 1.000 Euro pro Quadratmeter liegen. Im bayerischen Landkreis Miesbach müssen Käufer mit einem Rekordaufpreis von 3.133 Euro pro Quadratmeter rechnen, wenn sie eine energieeffiziente Wohnung haben wollen.
Unter den zehn Regionen mit den höchsten Aufschlägen liegen weitere fünf in Bayern: Nicht nur in München, auch in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen (2.239 Euro), Landsberg am Lech (1.771 Euro), Erding (1.677 Euro) und Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (1.652 Euro) sind energieeffiziente Eigentumswohnungen besonders teuer im Vergleich zu Immobilien mit weniger guten energetischen Werten.
Im Norden sind die Ferienregion Schleswig-Flensburg (2.130 Euro), der Landkreis Wesermarsch (1.846 Euro) und die Stadt Emden (1.711 Euro) unter den Top Ten der Regionen mit den höchsten Aufschlägen vertreten.
Wo energieeffiziente Wohnungen günstiger sind für Käufer
In 66 Regionen beträgt der durchschnittliche Preisaufschlag weniger als 400 Euro pro Quadratmeter, hat das HWWI ausgerechnet. In zwölf davon sind Angebote mit den Energieeffizienzklassen D oder besser sogar günstiger: Etwa im niedersächsischen Landkreis Aurich liegt der Durchschnittspreis 868 Euro pro Quadratmeter unter dem für Angebote der Klassen E bis H.
Auch in den Landkreisen Zwickau (Sachsen), Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) und Wittmund (Niedersachsen) ist der Kauf einer energieeffizienten Wohnung im Schnitt um einen dreistelligen Betrag pro Quadratmeter günstiger. In den sächsischen Landkreisen Meißen und Vogtlandkreis werden energieeffiziente und weniger energieeffiziente Wohnungen durchschnittlich etwa zum gleichen Preis angeboten.
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Der Postbank Wohnatlas ist eine jährlich erscheinende, mehrteilige Studienreihe, die den deutschen Immobilienmarkt unter verschiedenen Aspekten regional bis auf Kreisebene beleuchtet. Für die vorliegende Analyse, den fünften Studienteil des Wohnatlas 2026, wurde unter der Leitung von Dr. Dirck Süß, Geschäftsführer des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), die Immobilienpreisentwicklung in den 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten untersucht.
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In Hamburg ist der Effizienzaufpreis laut Postbank Wohnatlas 2026 derzeit höher als in anderen Metropolen
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