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title: "Prof. Dr. Heike Ohlbrecht (Magdeburg) leitet BEWEGUNG-Studie mit Erwerbslosen; Individuelle Passung entscheidend für Wiedereinstieg"
sdDatePublished: "2026-08-19T13:19:00Z"
source: "https://www.ovgu.de/unimagdeburg_media/Presse/Dokumente/Pressemitteilungen/2026/PM+Erst+gesund_+dann+Wiedereinstieg+ins+Berufsleben-p-145321.pdf"
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Prof. Dr. Heike Ohlbrecht (Magdeburg) leitet BEWEGUNG-Studie mit Erwerbslosen; Individuelle Passung entscheidend für Wiedereinstieg

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ERST GESUND, DANN WIEDEREINSTIEG INS BERUFSLEBEN?
Soziologische Studie zeigt: Arbeit und Gesundheit müssen bei
Erwerbslosen mit mehrfachen Belastungen zusammen gedacht werden

Gesundheit ist eine Voraussetzung für den Wiedereinstieg in den Job,
Arbeit ist aber ebenso Teil des Weges zu mehr gesundheitlicher und sozialer
Stabilität.
Zu
diesem
Ergebnis
kommt
die
wissenschaftliche
Begleitforschung
zum
Modellprojekt
„BEWEGUNG
–
Beruflicher
Eingliederungsweg umfassend neu gedacht“. Das Team um die Soziologin
Prof. Dr. Heike Ohlbrecht der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
begleitete dabei Menschen im Bürgergeldbezug, die auf dem Weg zurück
ins
Erwerbsleben
gleichzeitig
mit
gesundheitlichen
Problemen,
Schwierigkeiten
beim
beruflichen
Wiedereinstieg
und
weiteren
persönlichen Belastungen umgehen mussten.
Musste ein Teil der Teilnehmenden zunächst körperlich oder psychisch
stabiler werden und Behandlung oder Rehabilitation voranbringen,
verbanden andere gerade mit einer Beschäftigung und der Erprobung von
beruflichen Tätigkeiten die Hoffnung, ihren Alltag wieder zu ordnen,
selbstständiger zu werden und neuen Halt zu gewinnen.
Gesundheitliche
Probleme
gehören
für
viele
erwerbslose
Grundsicherungsbeziehende zu den entscheidenden Hürden auf dem Weg
zurück in Beschäftigung. Untersuchungen des Instituts für Arbeitsmarkt-
und Berufsforschung (IAB) zeigen, dass psychische Erkrankungen unter
Arbeitslosen
weit
verbreitet
sind
und
mit
dem
individuellen
Leistungsvermögen zusammenhängen. Zugleich verweist eine IAB-Studie
von 2025 darauf, dass geförderte Beschäftigung in Verbindung mit
gesundheitsbezogenem Coaching nicht nur den Weg in Arbeit unterstützen,
sondern auch Gesundheit und soziale Teilhabe stärken kann.
Die Studie fand in Kooperation mit dem Berufsförderungswerk Bad Wildbad
und den Jobcentern Calw und Freudenstadt statt. Dort wurde in 18
Durchgängen zu jeweils zwölf Wochen rund 150 Erwerbslosen kein
Nr. 62/2026
Magdeburg, 18.08.2026
Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Heike Ohlbrecht
Bereich für Soziologie
0391 67-56536
heike.ohlbrecht@ovgu.de

Kontakt in der Pressestelle:
Lisa Baaske
Redakteurin
039167-52377
lisa.baaske@ovgu.de

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einheitlicher bzw. starrer Integrationsweg vorgegeben. Die Teilnehmenden
konnten stattdessen in einem „Berufsparcours“ verschiedene Tätigkeiten
praktisch ausprobieren und erfahren, was ihnen liegt, was sie leisten
können und wo ihre Grenzen liegen. Sie blickten auf ihren bisherigen
Lebens- und Berufsweg zurück und betrachteten dabei nicht nur Brüche
und Belastungen, sondern suchten auch nach Erfahrungen, Fähigkeiten
und Ressourcen für einen neuen beruflichen Anfang.
Das Magdeburger Forschungsteam führte im Rahmen einer Evaluation
dieses neuartigen Ansatzes parallel zu einer Fragebogenerhebung
Interviews und später telefonische Nachbefragungen durch. „Die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten dabei unter anderem, dass sie
sich intensiver um Diagnostik, Behandlung oder Rehabilitation kümmerten,
ihren Alltag selbstständiger organisierten und sich konkreter mit ihrer
beruflichen Zukunft auseinandersetzten", so Prof. Heike Ohlbrecht. „Wer
erlebt, was er kann, gewinnt auch Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.“
Die zentrale Schlussfolgerung der Soziologin lautet: „Den einen Weg zurück
in Arbeit gibt es nicht. Entscheidend ist, was angesichts von Gesundheit,
Lebenssituation und beruflichen Möglichkeiten für die einzelne Person
tatsächlich passt." Sei für manche Menschen gesundheitliche Stabilisierung
die Voraussetzung für einen beruflichen Neustart, könne für andere Arbeit
neue Struktur, Selbstständigkeit und Stabilität schaffen, so die Soziologin
weiter. „Gesundheit, Beruf und Lebensgeschichte sind eng miteinander
verwoben. Wer Menschen mit mehreren Belastungen nachhaltig auf ihrem
Weg zurück in Arbeit unterstützen will, muss diese Bereiche gemeinsam in
den Blick nehmen. Es genügt nicht, einzelne Probleme nacheinander
abzuarbeiten.“
Forschungsergebnisse werden am 6. Oktober vorgestellt
Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung werden am 6.
Oktober 2026 bei der Abschlussveranstaltung des Projekts BEWEGUNG in
Bad Wildbad vorgestellt. Anschließend diskutieren Fachleute aus Praxis,
Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, welche Elemente des Ansatzes
sich bewährt haben und auf andere Bereiche der beruflichen Integration
und Rehabilitation übertragen werden können. Mehr Informationen und
Anmeldung unter bewegung@ovgu.de. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Über das Projekt
BEWEGUNG ist Teil des zweiten Förderaufrufs des Bundesprogramms
„Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“ des
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (Laufzeit: 02/2022 bis 10/26).
Träger
ist
das
Jobcenter
Landkreis
Calw,
Projektpartner
das

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Berufsförderungswerk Bad Wildbad. Die wissenschaftliche Begleitung
übernimmt der Bereich Soziologie der Otto-von-Guericke-Universität
Magdeburg unter Leitung von Prof. Dr. Heike Ohlbrecht.
Mehr Informationen unter: https://forschung-sachsen-
anhalt.de/project/beruflicher-eingliederungsweg-umfassend-25702

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