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title: "Privathaushalte in Thüringen sinken 2045; 2,5% in Gemeinschaftsunterkünften"
sdDatePublished: "2026-08-19T12:17:00Z"
source: "https://statistik.thueringen.de/analysen/Aufsatz-06a-2026.pdf"
topics:
  - name: "population and census"
    identifier: "medtop:20000774"
  - name: "demographics"
    identifier: "medtop:20000770"
  - name: "economics"
    identifier: "medtop:20000745"
  - name: "housing and urban planning policy"
    identifier: "medtop:20000628"
locations:
  - "Thüringen"
  - "Erfurt"
  - "Eichsfeld"
  - "Suhl"
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Privathaushalte in Thüringen sinken 2045; 2,5% in Gemeinschaftsunterkünften

Aufsatz aus dem Statistischen Monatsheft Juni 2026

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Statistisches Monatsheft Juni 2026, Thüringer Landesamt für Statistik
AUFSATZ
Private Haushalte stellen die kleinste gemeinsam
wirtschaftende Einheit von Personen dar. Viele private
und öffentliche Güter wie Teile der Wohnungsaus-
stattung und Infrastruktur werden nicht von einzel-
nen Personen, sondern von Haushalten nachgefragt.
Die Daten zur Anzahl und Größe privater Haushalte
dienen somit Wirtschaft und Verwaltung als wichtige
Planungsgrundlage. Mit Hilfe der Ergebnisse der
Haushaltevorausberechnung kann die zukünftig zu
erwartende Anzahl und Struktur der Privathaushalte
ermittelt werden. Die vorliegende Analyse liefert dar-
über hinaus einen tieferen Einblick in das Haushalts-
bildungsverhalten der verschiedenen Altersgruppen
und die Entwicklung der einzelnen Haushaltsgrößen.
Mit dieser Analyse wird die Aufsatzreihe zum Projekt
„THÜRINGEN 2045“ begonnen, welches die Ergebnisse
der Anschlussrechnungen zur 4. regionalisierten Be-
völkerungsvorausberechnung (4. rBv) anschaulich
einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Ein Aufsatz zur
Entwicklung der Bevölkerung Thüringens und seiner
Kreise wurde bereits im Statistischen Monatsheft April
2026 des Thüringer Landesamtes für Statistik und auf
dem Internetportal „THÜRINGEN 2045“ veröffentlicht.
Aufsätze zur Vorausberechnung der Erwerbspersonen,
der Kindertagesbetreuung und Schülerzahlen, der
Pflegebedürftigen und der Krankenhausfälle werden
sukzessive folgen.
1. Vorbemerkungen
Im Mikrozensus1), der wichtigsten Informations-
quelle zu Haushalten und Familien, ist jede Perso-
nengemeinschaft, die zusammenwohnt und eine
wirtschaftliche Einheit bildet, ein Privathaushalt.
Zum Haushalt können außer verwandten auch fa-
milienfremde Personen gehören, z. B. häusliches
Dienstpersonal, gewerbliche oder landwirtschaft-
liche Arbeitskräfte.
Jede Personengemeinschaft,
die zusammenwohnt und eine
wirtschaftliche Einheit bildet,
ist ein Privathaushalt
Auch eine allein wohnende und wirtschaftende Per-
son (z. B. ein Untermieter) ist ein Privathaushalt. In
einem Haushalt können gleichzeitig mehrere Lebens-
formen (z. B. ein Ehepaar ohne Kinder sowie eine
alleinerziehende Mutter mit 2  Kindern) vorhanden
sein. Alle zu einem Haushalt gehörenden Personen,
auch wenn sie an einem anderen Ort einen weiteren
Wohnsitz haben, werden als Haushaltsmitglieder
bzw. Bevölkerung in Privathaushalten bezeichnet.
Da eine Person in mehreren Privathaushalten wohn-
Weniger und kleinere Haushalte
in Thüringen 2045
Ergebnisse der neuen
Haushaltevorausberechnung
BEVÖLKERUNG, MIKROZENSUS
Dr. Susanne Knabe
Referat Bevölkerungs- und
Haushaltsstatistiken
Yvonne May
Referat Bevölkerungs- und
Haushaltsstatistiken
1) Der Mikrozensus ist eine
gesetzlich vorgeschriebene
Haushaltsbefragung der
amtlichen Statistik, mit der
grundlegende Daten über die
Struktur der Bevölkerung,
die Entwicklung des Arbeits-
marktes und die Art der Er-
werbsbeteiligung ermittelt
werden. Insgesamt wird
rund ein Prozent aller Haus-
halte stellvertretend für die
gesamte Bevölkerung über
das Jahr verteilt befragt. In
Thüringen sind das jährlich
rund 13 500 Haushalte.

Statistisches Monatsheft Juni 2026, Thüringer Landesamt für Statistik  31
AUFSATZ
berechtigt sein kann, sind Doppelzählungen mög-
lich. So ist z. B. eine Person, die in einer anderen
Gemeinde arbeitet und dort als Untermieter eine
zweite Wohnung hat, Angehöriger von 2 Haushalten.
Diese Regelung ist dadurch gerechtfertigt, dass Haus-
halte an jedem Wohnsitz entsprechend Wohnraum
in Anspruch nehmen und die Einrichtungen der
jeweiligen Gemeinde nutzen.
Die Bevölkerung in Gemeinschaftsunterkünften (z. B.
Pflegeheime, Gefängnisse, betreute Wohnheime,
Kasernen und Klöster) zählt hingegen nicht zur
Bevölkerung in Privathaushalten, da hier die Ver-
sorgung durch die Einrichtung übernommen wird
(gemeinschaftliche Versorgung). In den Gebäuden
der Gemeinschaftsunterkünfte können jedoch Privat-
haushalte wohnen, z. B. der Haushalt der Anstalts-
leitung, die zur Grundgesamt der Haushalte zählen.
Im Durchschnitt des Jahres 20252) betrug die Be-
völkerung in Gemeinschaftsunterkünften (am Haupt-
und Nebenwohnsitz) im Freistaat rund 54 Tausend
Personen. Das entsprach also einem Anteil an der
Bevölkerung von rund 2,5 Prozent. Etwa 98 Prozent
bzw. 2,1  Millionen Thüringer lebten in Privathaus-
halten (am Haupt- und Nebenwohnsitz) und werden
in den vorliegenden Analysen betrachtet.
Bevölkerung in Privathaus­
halten entspricht nicht
der Einwohnerzahl der
Bevölkerungs­fortschreibung
Die Zahl der Bevölkerung in Privathaushalten unter-
scheidet sich demnach in verschiedener Hinsicht von
der mit der Bevölkerungsfortschreibung ermittelten
Einwohnerzahl eines Gebietes. Zu Unterschieden
kommt es, da
• die Bevölkerung in Privathaushalten Ergebnis
des Mikrozensus und damit einer Stichproben-
erhebung im Jahresdurchschnitt ist,
• Bewohnerinnen und Bewohner im Bereich
von Gemeinschafts- bzw. Anstaltsunterkünften
nicht gezählt werden und
• Personen mehrfach gezählt werden, wenn sie
in mehreren Haushalten wohnberechtigt sind.
2.	Methodik der Haushalte-
vorausberechnung
Grundlage für die Haushaltevorausberechnung ist
der Mikrozensus. Hierbei handelt es sich um eine
rund 1-prozentige Stichprobe aller privaten Haushal-
te, die u. a. Ergebnisse über die Anzahl und Struktur
der Privathaushalte liefert. Daneben stützt sich die
Haushaltevorausberechnung auf die Ergebnisse der
4. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung
Thüringens. Diese zeigen auf, wie sich die Bevöl-
kerung in Thüringen bis 2045 unter bestimmten
Annahmen zur Fruchtbarkeit, zur Lebenserwartung
und zum Wanderungsverhalten entwickeln wird.
Mikrozensus und 4. rBv
als Grundlage der Haushalte-
vorausberechnung
Da die 4. rBv ausschließlich Ergebnisse für die
Hauptwohnsitzbevölkerung (entsprechend der
Bevölkerungsfortschreibung) liefert, muss für die
Haushaltevorausberechnung zunächst die Umrech-
nung der Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung
auf die Bevölkerung in Privathaushalten erfolgen.
Der Umrechnungsfaktor wird ermittelt, indem man
die Bevölkerung in Privathaushalten (am Ort der
Haupt- und Nebenwohnung ohne die Personen in
Gemeinschaftsunterkünften) ins Verhältnis zur Be-
völkerung am Ort der Hauptwohnung (durchschnitt-
liche Jahres­bevölkerung aus der Bevölkerungs-
fortschreibung) setzt. Hierfür wurden alters- und
geschlechtsspezifische Quoten des Durchschnitts der
Jahre 2023 bis 2025 herangezogen, um eventuelle
jährliche Schwankungen auszugleichen.
Anschließend werden Haushaltsmitgliederquoten
geschlechtsspezifisch für 20 Altersgruppen als Durch-
schnitt der Jahre 2023 bis 2025 (Referenzzeitraum)
ermittelt, sodass für die künftige Entwicklung hin-
sichtlich der Haushaltsgrößen ein Haushaltsbil-
dungsverhalten wie im Mittel dieser Jahre erwartet
wird (Status-Quo-Szenario). Für die Berechnung
dieser Haushaltsmitgliederquoten werden eben-
falls die Daten des Mikrozensus genutzt. Dabei wird
zwischen Haushalten mit 1, 2, 3 sowie 4 und mehr
Personen unterschieden.
2) Bei allen Ergebnissen des
Jahres 2025 in diesem Auf-
satz handelt es sich um vor-
läufige Erstergebnisse des
Mikrozensus 2025.

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Statistisches Monatsheft Juni 2026, Thüringer Landesamt für Statistik
AUFSATZ
Die ermittelten alters- und geschlechtsspezifischen
Haushaltsmitgliederquoten werden abschließend
auf die berechnete Bevölkerung in Privathaushalten
übertragen, woraus sich die Zahl der Haushalte
ergibt und die Zahl der Haushaltsmitglieder nach
Haushaltsgröße für die Vorausberechnungsjahre bis
2045 ermittelt werden kann.
Abbildung 1 veranschaulicht für 6  Altersgruppen,
welche Haushaltsgrößen im Referenzzeitraum ty-
pisch waren. So wohnten insgesamt rund 22 Prozent
der Bevölkerung in Privathaushalten in 1-Personen-
Haushalten. Besonders hoch war der Anteil bei den
85-Jährigen und Älteren mit 55,8 Prozent, während
von den unter 20-Jährigen weniger als 2  Prozent
alleine lebten, da Kinder und Jugendliche zu knapp
90 Prozent in größeren Haushalten mit 3 und mehr
Personen wohnten.
Wenn sich der Anteil der Altersgruppen in der Be-
völkerung zum Beispiel durch Zuwanderung oder
Alterung verschiebt, verändern sich somit auch die
Anzahl und der Anteil der verschiedenen Haushalts-
größen. Die Veränderungen bei den Haushaltsgrö-
ßen in der Haushaltevorausberechnung lassen sich
aufgrund des Status-Quo-Szenarios ausschließlich
auf demografische Entwicklungen der 4. rBv zu-
rückführen, nicht jedoch auf Veränderungen des
Haushaltsbildungsverhaltens.
3.	Entwicklung der Privat-
haushalte 2005 bis 2045
Zur besseren Einordnung der Ergebnisse der Haus-
haltevorausberechnung werden im folgenden Ab-
schnitt zunächst die Veränderungen zwischen 2005
und 2025 dargestellt. Anschließend werden die
zukünftigen Entwicklungen bis 2045 detailliert er-
läutert.
In der Vergangenheit sank
die Bevölkerung stärker als
die Zahl der Haushalte
Während die Bevölkerung in Privathaushalten
zwischen 2005 und 2025 um fast 12  Prozent bzw.
272  Tausend Personen zurückging, sank die Zahl
der Haushalte hingegen um rund 4  Prozent bzw.
46  Tausend (Abbildung 2). Dies lässt sich mit der
Verringerung der durchschnittlichen Haushaltsgröße
von 2,08 auf 1,92  Personen je Haushalt im selben
Zeitraum begründen, einer bereits länger anhal-
tenden Entwicklung. So lag die durchschnittliche
Haushaltsgröße 1991 noch bei 2,45 Personen.
Abbildung 1: Bevölkerung in Privathaushalten nach Haushaltsgröße und Alter im Durchschnitt
der Jahre 2023 bis 2025 (Anteil der Haushaltsgröße in Prozent)
29,2
18,8
22,1
29,5
55,8
21,7
9,0
27,7
17,6
51,1
62,7
37,5
36,5
89,7
43,2
63,7
26,8
7,8
41,9
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
unter 20
20 - 35
35 - 50
50 - 65
65 - 85
85 und mehr
INSGESAMT
 1 Person
 2 Personen
 3 und mehr Personen
Bevölkerung in Haushalten mit ...
Bevölkerung im Alter von ... bis unter ... Jahren
Prozent
Bei Kategorien ohne Wertangabe ist die Zahl nicht sicher genug.

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Größere Haushalte durch
mehr Geburten und erhöhte
Zuwanderung ab 2015
Insbesondere zwischen 2005 und 2015 ging so-
wohl die Anzahl (− 27,9  Prozent) als auch der An-
teil (− 8,0  Prozentpunkte) der größeren Haushalte
mit 3  und mehr Personen zurück, während bei
den kleinen 1- und 2-Personen-Haushalten die An-
zahl (+10,5  Prozent) und der Anteil (+8,0  Prozent-
punkte) im selben Zeitraum deutlich zunahmen
(Abbildung  3). Der Rückgang der Gesamtzahl der
Privathaushalte wäre ohne diese Strukturänderung
in den Haushaltsgrößen deutlich stärker ausgefallen.
Durch die umfangreiche Zuwanderung von Schutz-
suchenden 2015 und 2022 und die hohen Geburten-
zahlen zwischen 2014 und 2017 kam es zwischen-
zeitlich zu einer leichten Trendumkehr. Es erhöhte
sich bis 2025 die Zahl der Haushalte mit 4 und mehr
Personen, während die Zahl der Haushalte mit 2 und
3 Personen gleichzeitig sank. Die 1-Personen-Haus-
halte blieben seit 2015 relativ konstant.
Mehr als 40 Prozent aller
Haushalte sind heute
1-Personen-Haushalte
Abbildung 2: Privathaushalte, Bevölkerung in Privathaushalten und durchschnittliche Haushaltsgröße
2005 bis 2045
2 338
2 216
2 141
2 109
2 066
1 968
1 889
1 822
1 755
1 123
1 120
1 114
1 094
1 077
1 030
999
969
930
1,6
1,7
1,8
1,9
2,0
2,1
 0
 500
1 000
1 500
2 000
2 500
2005
2010
2015
2020
2025
2030
2035
2040
2045
 Bevölkerung in Privathaushalten
 Privathaushalte
 Durchschnittliche Haushaltsgröße
Ergebnis des Mikrozensus
Ergebnis der Haushaltevorausberechnung
Tausend Haushalte / Personen
Haushaltsgröße (Personen je Haushalt)
0,0
Abbildung 3: Privathaushalte 2005 bis 2045 nach Haushaltsgröße
410
425
454
456
454
440
435
427
410
382
423
421
400
374
367
356
342
324
195
169
141
132
135
122
116
110
107
135
103
97
106
114
101
93
89
89
 0
 200
 400
 600
 800
1 000
1 200
2005
2010
2015
2020
2025
2030
2035
2040
2045
Tausen