US-Finanzministerium erhöht Rückkäufe langlaufender Anleihen in den USA; Rendite 30-jähriger Anleihen fiel deutlich.

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Marktkommentar 20. August 2026

Aktien International

Täglicher Marktkommentar aus dem BEKB-Handelsraum

Übersicht Übersee Schluss Veränderung (in %) Volumen (Mrd.) Dow Jones Industrial 53'463

  • 0.2 S&P 500 7'708
  • 0.2 NYSE: 1.27 Nasdaq Composite 26'331
  • 0.2 Nasdaq: 8.32 Nikkei 225 66'161
  • 1.3 Hang Seng 25'817
  • 1.3 Shanghai Composite 3'894
  • 0.0

Europa Vortag Trading Range Weitere Kurse DAX 26'091 25'720 – 26'320 USD/CHF 0.8000 EUR/CHF 0.9340 EuroStoxx 50 6'444 6'280 – 6'580 Gold 4'481 USD/Unze Stoxx 50 5'467 5'305 – 5'605 NY WTI-Rohöl-Future 86.00 USD

New York Gestern hatte in den USA das Finanzministerium an- gekündigt, Rückkäufe langlaufender Anleihen zu erhöhen. Besonders deutlich sank daraufhin die Rendite von 30-jährigen Anleihen, deren Anstieg am Vortag Ak- tien-Anlegern noch Sorgen bereitet hatte. Gründe waren gestiegene Inflationssorgen, der Iran-Krieg, eine stark steigende Staatsverschuldung und der Kapitalbedarf grosser KI-Unternehmen. Zum Börsenschluss legten die meisten Indices gleichauf zu - der der Dow Industrial um 0,22 %, der von Techwerten bestimmte Nasdaq Composite kopierte diese ebenfalls. Der marktbreite

www.bekb.ch | Marktkommentar | 20. August 2026 2 S&P 500 gewann dann zum Schluss noch 0,21 % Der Brent-Ölpreis zog um 1,5 % an vor dem Hintergrund der ausgelaufenen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran und der weiter fragilen Lage in der Strasse von Hormus. Aktien mit KI-Fantasie stabilisierten sich, nach- dem sie am Vortag noch sehr stark unter dem Anstieg der Renditen gelitten hatten. Als einen Belastungsfaktor wurde gehandelt, dass die betreffenden Unternehmen in grossen Umfang lang laufende Anleihen ausgeben, um die riesigen KI-Investitionen zu finanzieren. Damit treten sie aber in direkten Wettbewerb mit staatlichen Kredit- nehmern um die Gelder der Anleger. Im Blick ist deswe- gen auch die Veröffentlichung des Protokolls der jüngs- ten US-Notenbanksitzung von Ende Juli im späten Handel. Marktbeobachtern zufolge brachten die Proto- kolle zuletzt kaum neue Erkenntnisse, was die nächste Zinsentscheidung betrifft. Für massive Kursbewegungen sorgten positive Spätstudienergebnisse von Moderna und Merck & Co. Demnach reduziert ein personalisier- ter Krebsimpfstoff das Wiederauftreten von Melanomen. Moderna explodierten geradezu, die Aktie machten ei- nen Satz um rund 177 % nach oben. Für Merck ging es um gut 12 % aufwärts. Im Sog sprang der Kurs des Moderna-Wettbewerbers BioNTech um gut 21 % an, Novavax zogen um 10,4 % an. Pfizer verteuerten sich um 3,6 %. Marvell Technology gewannen 9,8 %, nach- dem das Unternehmen Google im Rahmen einer Part- nerschaft zur Entwicklung kundenspezifischer Halb- leiterprodukte eine Option zum Kauf seiner Aktien einge- räumt hat. Dabei geht es um insgesamt fast 59 Millionen Aktien. Die als ADR auch an der Nasdaq notierte Aktie des südkoreanischen Chipriesen SK Hynix verteuerten sich um 2,1 %, nachdem der Aktienkurs an der Heimat- börse in Seoul noch stark gefallen war. Treiber ist die Ankündigung eines Aktienrückkaufs im Wert von 28 Milliarden Dollar. Die Aktie des Möbelherstellers La-Z- Boy knickte um rund 17 % ein, belastet von unerwarte- tem Umsatzrückgang, der das Ergebnis zugleich in die Verlustzone drückte. Der Möbelhersteller gab zudem eine Umsatzprognose ab, die unter den aktuellen Schät- zungen der Wall Street liegt. Keysight Technologies verloren 5,81 %. Hier werden gute Nachrichten zum Verkauf genutzt nach einem 60-prozentigen Anstieg seit Jahresbeginn. Der Messtechnikexperte steigerte im vergangenen Quartal sowohl Gewinn als auch Umsatz und gab zudem einen über den Schätzungen liegenden Ausblick ab. Pilgrim’s Pride verteuerten sich um gut 12 %, JBS legten um 1,63 % zu, nachdem JBS Pilgrim’s Pride ein Angebot unterbreitet hat, die restlichen 18 % der Anteile des Geflügelproduzenten zu übernehmen, die der weltgrösste Fleischkonzern JBS noch nicht besitzt. Target bewegten sich um gut 5 % nach oben. Der Ein- zelhändler hat die Prognose für das Geschäftsjahr er- neut angehoben. Die Baumarktkette Lowe’s hat dage- gen die Prognose für 2026 gesenkt, nachdem im Be- richtsquartal der Gewinn stagnierte und der Umsatz stieg. Die Aktie verteuerte sich dennoch um 2,5 %, nachdem sie in der Vorbörse noch gefallen war. Estee Lauder schossen um gut 16 % nach oben. Der Kosme- tikkonzern konnte den Verlust bei steigenden Umsätzen verringern.

Asien Die Entspannung am US-Anleihemarkt, ausgelöst von der Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Rück- kaufoperationen von langlaufenden Anleihen zu verdop- peln, hellte heute Morgen auch die Stimmung an den ostasiatischen Aktienbörsen auf. In Tokio stieg der Nik- kei 225 um 1,3 %, In Seoul blieb der technologielastige Kospi seiner seit einigen Wochen zu beobachtenden extremen Volatilität treu, er machte einen Sprung um 6,0 % nach oben und damit das Minus vom Vortag wie- der wett. Dazu trugen wie meist die beiden Chip- Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix besonders bei mit Gewinnen von gut 4,5 bzw. 3,1 %. Bei SK Hynix trieb die Nachricht, dass das Unternehmen im Umfang von fast 27 Milliarden Dollar eigene Aktien zu- rückkaufen will. Am Vortag war der Kurs im Zuge einer breiten Schwäche bei Chipaktien noch um 10 % gefal- len. Bei Samsung halfen Berichte, dass das Unterneh- men ein Programm auflegen könnte, die Ausschüttun- gen an die Aktionäre zu erhöhen. In Shanghai ging es für den Composite-Index um 0,1 % abwärts, in Hong- kong für den HSI um 1,2 %. Dass China die Referenz- zinssätze für Kredite bereits das 15. mal in Folge un- verändert belassen hat, trotz Daten, die eine Verlangsa- mung der wirtschaftlichen Dynamik zu Beginn des drit- ten Quartals zeigten, belastete nicht, auch wenn Öko- nomen Spielraum für eine Lockerung der Geldpolitik durch die Zentralbank sehen. Der S&P/ASX-200 in Sydney hinkte mit einem Plus von 0,3 % hinterher. Hier bremste etwas, dass die Arbeitslosenquote in Australien im Juli auf 4,5 % gestiegen ist und damit die Erwartun- gen übertrifft. Bei den Ölpreisen ging es weiter eher ruhig zu, auch nachdem US-Präsident Trump dem Iran mit einem Wirtschaftskrieg gedroht hat, mutmasslich als Zeichen wachsender Frustration über den mangelnden Fortschritt bei der Wiedereröffnung der Strasse von Hormus und bei der Beilegung des seit fast sechs Mona- ten andauernden Konflikts. Trump sagte, es werde “die

www.bekb.ch | Marktkommentar | 20. August 2026 3 vernichtendste Wirtschaftsoperation, die je gegen ein Land unternommen wurde”. Kursgewinne auf breiter Front gab es bei japanischen Autoaktien, weil sich die USA einer Senkung der Zölle auf in Kanada hergestellte Fahrzeuge von 25 auf 15 % nähern im Rahmen eines sich abzeichnenden Handelsabkommens. Honda Motor gewannen 4,7, Toyota 4,6 oder Nissan 6,7 %. Die Aktie des Börsenneulings Unitree Robotics, die bei seinem Börsendebüt am Mittwoch in Shanghai um 460 % ge- stiegen war, nachdem der Börsengang von Privatanle- gern mehr als 8'000-fach überzeichnet worden war, gab an ihrem zweiten Handelstag um 16 % nach. In Sydney zeigten sich Fortescue wenig verändert, nachdem der Eisenerzförderer einen Anstieg des bereinigten Netto- gewinns für das Geschäftsjahr 2026 um 3 % mitteilte. Fortescue prognostizierte zugleich für das kommende Jahr höhere Kosten und erhöhte Investitionsausgaben.

Europa Die Aktienindices auf dem alten Kontinent könnten heu- te zum Handelsbeginn etwas niedriger starten. Die Unsicherheit unter den Investoren wegen steigender Anleihezinsen und der problematischen Lage in Nahost könnte anhalten. Nach zwei schwachen Handelstagen werden die Aktienindices wohl auch heute nur höchstens zeitweise einen Hauch der Stabilisierung erfahren. Nachgebende US-Anleiherenditen sorgen an den Ak- tienmärkten zwar für Entspannung, die steigenden Öl- preise wirken dem aber doch entgegen. Die Brent-Sorte erhöhte sich zeitweise um über 92 USD/Barrel. In den vergangenen zwei Wochen haben die Ölpreise um rund 15 % zugelegt. In Deutschland legt die Bundesbank ihren Monatsbericht vor. Darin wird die Wirtschaftslage in Deutschland im August und somit Mitte des dritten Quartals beleuchtet. Die Konjunktur hat sich im zweiten Quartal trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg als überraschend robust erwiesen: Das Bruttoinlandspro- dukt legte um 0,2 % zu, womit sich die deutsche Wirt- schaft in der Wachstumsspur hielt.

Marktnachrichten

Analog Devices: Schraubt Gewinnprognose 2026 nach oben Das Halbleiterunternehmen Analog Devices, Inc. (ADI) gab am Mittwoch bekannt, dass es für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen sprunghaften Anstieg des Nettogewinns erwartet. Richard Puccio, Finanzvor- stand von Analog Devices, sagte: “Die Nachfrage hat sich im dritten Quartal über unser gesamtes Produkt- portfolio und in allen Regionen weiter verstärkt, was sich in unserem Rekordausblick für das vierte Quartal widerspiegelt. Wir sind überzeugt, dass wir dank unserer ausgewogenen Mischung aus disziplinierter Umsetzung und gezielten Wachstumsinvestitionen das Jahr stark abschliessen und diese Dynamik in das Geschäftsjahr 2027 mitnehmen können.” Für das letzte Quartal des Geschäftsjahres 2026 erwartet Analog Devices einen Nettogewinn je Aktie von 3,14 US-Dollar (± 0,15 US- Dollar) und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 3,86 US-Dollar (± 0,15 US-Dollar). Das Unternehmen prog- nostiziert einen Umsatz von 4,3 Milliarden US-Dollar (± 100 Millionen US-Dollar). Im vierten Quartal des Ge- schäftsjahres 2025 hatte Analog Devices bei einem Umsatz von 3,076 Milliarden US-Dollar einen Netto- gewinn von 1,60 US-Dollar je Aktie und einen bereinigten Gewinn von 2,26 US-Dollar je Aktie ausgewiesen. Der Vorstand wird am 15. September eine vierteljährliche Bardividende in Höhe von 1,10 US-Dollar je Aktie an die am 1. September im Aktienregister eingetragenen Aktionäre ausschütten.

China: Zentralbank lässt Finger von den Kredite- Referenzzinssätzen Die Notenbank hat die Referenzzinssätze für Kredite (LPR) heute den 15. Monat in Folge unverändert be- lassen. Der einjährige LPR bei 3,00 % und der fünfjähri- ge bei 3,50 % blieben stetig. Zwar deuten jüngste Kon- junkturdaten auf eine anhaltende Schwäche der zweit- grössten Volkswirtschaft der Welt hin. Analysten rech- nen zur Stützung der Wirtschaft jedoch eher mit fiskal- politischen Massnahmen der Regierung als mit einer weiteren geldpolitischen Lockerung. Die Zentralbank legt den LPR monatlich auf der Grundlage der Angaben von 20 ausgewählten Banken fest, wobei Peking Einfluss auf die Festsetzung hat. Der LPR hat im August 2019 den traditionellen Referenzzinssatz abgelöst.

JD.com: China und die EU gelangen bei Ceconomy aneinander China hat der Europäischen Union wegen ihrer Untersu- chung zur geplanten Übernahme der MediaMarkt- Saturn-Mutter Ceconomy durch den chinesischen On- linehändler JD.com mit Gegenmassnahmen gedroht. Sollte die EU an ihrem Vorgehen festhalten, werde Pe- king entschlossen reagieren, teilte das chinesische Jus- tizministerium mit. Zugleich verbot Peking Organisatio- nen und Einzelpersonen, die EU bei bestimmten Aus- kunftsersuchen in China zu unterstützen. Das Justizmi-

www.bekb.ch | Marktkommentar | 20. August 2026 4 nisterium warf Brüssel vor, umfangreiche und unnötige Informationen aus China verlangt zu haben. Die EU- Kommission prüft die geplante Übernahme seit Mai genauer. Sie untersucht, ob JD.com Subventionen aus China erhalten hat, die den Wettbewerb verzerren könn- ten. Dabei geht es unter anderem um günstige Finanzie- rungen, Steuervergünstigungen und Zuschüsse. JD.com weist die Bedenken zurück. Das Angebot des chinesi- schen Onlinehändlers bewertet Ceconomy mit rund 2,2 Milliarden Euro.

Fahrzeugsektor: Elektro-Zahlen mit Absatzsprung Die weltweiten Verkäufe von Elektro-Lkw und -Bussen h