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title: "FVH Stellungnahme zur Weiterentwicklung des ANK in Berlin; Anpassung der LULUCF-Klimaziele an realistische Projektionen"
sdDatePublished: "2026-08-20T14:33:00Z"
source: "https://www.fachverband-holzenergie.de/application/files/9917/8721/8360/2026.08.20_FVH-SN_Aktionsprogramm_Natuerlicher_Klimaschutz.pdf"
topics:
  - name: "environmental policy"
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locations:
  - "Germany"
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FVH Stellungnahme zur Weiterentwicklung des ANK in Berlin; Anpassung der LULUCF-Klimaziele an realistische Projektionen

Fachverband Holzenergie im BBE ⚫ EUREF-Campus 16 ⚫ 10829 Berlin
Tel.: 030 2758 179-21 ⚫ Fax: 030 2758 179-29 ⚫ buecheler@bioenergie.de ⚫ www.fachverband-holzenergie.de
Vorsitzende des Vorstandes des BBE: Marlene Mortler ⚫ Geschäftsführer des FVH: Gerolf Bücheler

Stellungnahme zur
Weiterentwicklung des
Aktionsprogramms Natürlicher
Klimaschutz

Kontakt:

Fachverband Holzenergie im Bundesverband Bioenergie e.V.
Gerolf Bücheler

buecheler@bioenergie.de
Lobbyregisternummer: R000788
Datum:

20.8.2026

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Inhalt
1. Grundsätzliche Anmerkungen ............................................................................................. 3
Anmerkungen im Detail ............................................................................................................. 4
2. Themenbereich 1: Moorschutz ........................................................................................... 4
a. Maßnahme 1.b1 Marktanreizprogramm für die Wertschöpfung von wiedervernässten
Moorböden ................................................................................................................................ 4
b. Maßnahme 1.b2 Förderung von Forschung und Entwicklung zu neuen
Wertschöpfungsketten für Paludiprodukte ............................................................................... 4
3. Themenbereich 2: Wälder und Holznutzung ......................................................................... 4
c. Ziel 2.d / Maßnahme 2.d1 Expertengruppe „Beitrag zum Klimaschutz durch Wald, Holz und
Forstwirtschaft“ .......................................................................................................................... 6
d. Ziel 2.e Klimaschutzwirkung durch Holz- und sonstige Biomassenutzung stärken ............. 6
e. Maßnahme 2.e1 Holz- und sonstige Biomassenutzung an Klimaschutzwirkung ausrichten7
f.
Ergänzende Maßnahme zu Ziel 2.e...................................................................................... 9
3. Themenbereich 7: Wildnis ................................................................................................. 10
a. Maßnahme 7.a1 Fortführung KlimaWildnis und KlimaWildnisZentrale ........................... 10

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1. Grundsätzliche Anmerkungen
Der Fachverband Holzenergie im Bundesverband Bioenergie e.V. (FVH) begrüßt die Zielsetzung der
Bundesregierung, die Klimaresilienz von Wäldern zu stärken und den Waldumbau voranzubringen.
Positiv hervorzuheben ist insbesondere, dass der Entwurf zur Weiterentwicklung des Aktionsprogramms
natürlicher Klimaschutz (ANK) die Bedeutung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung sowie die
Anpassung der Wälder an den Klimawandel ausdrücklich anerkennt.
Gleichzeitig sieht der FVH einen grundlegenden Widerspruch zwischen den tatsächlichen Entwicklungen
im LULUCF-Bereich und den politischen Zielvorgaben des Landnutzungssektors. Die grundlegende
Herausforderung im LULUCF-Bereich besteht darin, dass sich das Emissionsgeschehen in Ökosystemen -
im Gegensatz zu den Emissionen aus der Energienutzung - nur bedingt steuern lässt und stattdessen
maßgeblich von externen Faktoren, allen voran dem Klima- und Wettergeschehen beeinflusst wird.
Während die Emissionen aus Grün- und Ackerland relativ stabil bleiben und sich nur sehr langsam durch
großflächig umgesetzte Maßnahmen beeinflussen lassen, wird der Wald stark durch Dürre und
Kalamitäten beeinflusst, so dass sich die Emissionsentwicklung als sehr volatil gezeigt hat. Die aktuelle
Bundeswaldinventur IV zeigt, dass die Senkenleistung des Waldes infolge von Dürre, Waldschäden und
der Altersstruktur der Bestände deutlich zurückgeht. Auch der Entwurf des ANK selbst weist ausdrücklich
auf die hohe Unsicherheit und die geringe Steuerbarkeit natürlicher Senken hin. Wie die
Bundeswaldinventur IV ebenfalls gezeigt hat, befinden sich die Holzvorräte im Wald vielfach auf einem
Rekordniveau, so dass ein weiterer Vorratsaufbau nicht nur sehr schwierig ist, sondern zudem das Risiko
für Schäden deutlich erhöht. Durch die hohen Holzvorräte im Wald, den laufenden Waldumbau hin zu
Wäldern mit höheren Laubbaumanteilen sowie die geringe CO2-Bindungsleistung von ganz alten und
ganz jungen Wäldern ergibt sich ein Rückgang der möglichen CO2-Bindungsleistung des Waldes. Der FVH
hält daher eine Anpassung der Klimaschutzziele des LULUCF-Sektors an realistische Projektionen für
dringend erforderlich. Der wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik beim Bundesministerium für
Ernährung, Landwirtschaft und Heimat empfiehlt daher eine Anpassung der Ziele im Klimaschutzgesetz,
“um nicht dauerhaft unrealistische Ziele zu verfolgen” und “negative Folgewirkungen für die
Volkswirtschaft, Beschäftigung, Leakage-Effekte im Ausland und eine Verringerung des
Substitutionspotenzials” durch Einstellung der Holznutzung zu vermeiden.1 Der Festlegung von
Maßnahmen sollte die politische Diskussion zur Erreichbarkeit der LULUCF-Ziele vorangestellt sein. Nur
eine ehrliche und realistische Politik wird es schaffen, die nötige Akzeptanz für die Umsetzung von
Maßnahmen zu erreichen und Gesellschaft und Wirtschaft mitzunehmen.

1 Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik beim BMEL, 2024: Einordnung wichtiger Ergebnisse der Bundeswaldinventur 2022 in
Bezug auf waldpolitische Handlungsfelder;
https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ministerium/Beiraete/waldpolitik/einordnung-bwi-2022.html

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Anmerkungen im Detail
2. Themenbereich 1: Moorschutz
a. Maßnahme 1.b1 Marktanreizprogramm für die Wertschöpfung von
wiedervernässten Moorböden
Der FVH unterstützt grundsätzlich den Aufbau von Wertschöpfungsketten für Paludibiomasse. Der
Entwurf berücksichtigt jedoch nicht ausreichend, dass sich viele dieser Verwertungspfade noch im
Entwicklungsstadium befinden und kurzfristig keine ausreichenden Absatzmärkte für größere
Biomassemengen bereitstehen. Bis sie jedoch in ausreichendem industriellem Maßstab verfügbar sind,
sollte auch eine effiziente energetische Nutzung geeigneter Paludibiomassen – insbesondere in
regionalen Wärmesystemen – als ergänzender Verwertungspfad berücksichtigt werden. Fehlende
Absatzmöglichkeiten für anfallende Biomasse dürfen nicht zu einem wirtschaftlichen Hemmnis für nasse
Bewirtschaftung werden.
Vorschlag
Die Maßnahme sollte um die folgende Formulierung ergänzt werden:
„Neben der stofflichen Nutzung soll auch die effiziente energetische Nutzung geeigneter
Paludibiomassen, insbesondere in regionalen und kommunalen Wärmenetzen sowie in Kraft-Wärme-
Kopplungs-Anlagen, als ergänzender Verwertungspfad unterstützt werden.“

b. Maßnahme 1.b2 Förderung von Forschung und Entwicklung zu neuen
Wertschöpfungsketten für Paludiprodukte
Der FVH unterstützt Forschung zu neuen Verwertungsmöglichkeiten für Paludibiomasse grundsätzlich.
Dabei ist es wichtig, dass auch die Forschung zur energetischen Nutzung von Paludibiomasse unterstützt
wird, um eine möglichst breite Absatzbasis zu garantieren. Energetische Nutzungspfade können einen
wichtigen Beitrag leisten, um Wiedervernässung wirtschaftlich tragfähig zu gestalten.

3. Themenbereich 2: Wälder und Holznutzung
Der FVH begrüßt ausdrücklich, dass der Entwurf anerkennt, dass Wald, Waldbewirtschaftung und
Holzverwendung untrennbar miteinander verbunden sind und ganzheitlich betrachtet werden müssen.
Ebenso positiv ist die ausdrückliche Anerkennung von Substitutionswirkungen der Holzverwendung in
den Bereichen Gebäude, Industrie und Energie. Allerdings werden diese Grundsätze in den konkreten
Maßnahmen nicht konsequent umgesetzt. Stattdessen zielen die Maßnahmen in eine Richtung, die der

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energetischen Holznutzung kritisch gegenübersteht. Der FVH weist an dieser Stelle darauf hin, dass
Deutschlands Primärenergieverbrauch zu 80 Prozent auf fossilen Energieträgern beruht2, die zu weit
überwiegendem Anteil importiert werden müssen. Die aktuelle Energiekrise trifft den Wärme- und
Verkehrsbereich am stärksten. Im Gegensatz zur Stromerzeugung liegen sie beim Ausbau der
erneuerbaren Energien deutlich zurück. Der Anteil erneuerbar erzeugter Wärme liegt erst bei 19
Prozent.3 Damit ist die Wärmeversorgung stark von importiertem Gas und Öl abhängig. Holzenergie
dominiert mit zwei Dritteln den Verbrauch erneuerbarer Wärme – und liefert insgesamt rund ein Viertel
der gesamten erneuerbaren Energien über alle Sektoren hinweg.
Eine Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien im Bereich Wärme – gerade auch durch nachhaltige
Holzenergie – stärkt die Resilienz Deutschlands, indem die Abhängigkeit von importierten fossilen
Energieträgern und damit auch die Anfälligkeit gegenüber externen Versorgungsschocks und
Preisschwankungen verringert wird. Dies muss sich auch in den Maßnahmen des ANK widerspiegeln. Bei
Erdöl und Erdgas, die zusammen für mehr als 60 Prozent des deutschen Primärenergieverbrauchs
stehen, ist Deutschland fast vollständig auf Importe angewiesen.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, 04/2026: Auswertungstabellen zur Energiebilanz 1990-
2024

2 Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, 04/2026: Auswertungstabellen zur Energiebilanz 1990-2024; https://ag-
energiebilanzen.de/wp-content/uploads/EBD24e_Auswertungstabellen_deutsch.xlsx
3 AGEE Stat, 02/2026: Zeitreihen zur Entwicklung erneuerbarer Energien;
https://www.umweltbundesamt.de/system/files/document/zeitreihen-zur-entwicklung-der-erneuerbaren-energien-in-
deutschland-excel_uba_deu_0_0.xlsx_0.xlsx

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c. Ziel 2.d / Maßnahme 2.d1 Expertengruppe „Beitrag zum Klimaschutz
durch Wald, Holz und Forstwirtschaft“
Die Einrichtung einer Expertengruppe wird grundsätzlich begrüßt. Die vorgesehene Zusammensetzung
aus BMUKN und BMLEH greift jedoch zu kurz. Die Bewertung der Klimawirkung von Holz betrifft
ebenfalls die Energie-, Industrie- und Wirtschaftspolitik und sollte deshalb um eine Beteiligung des
BMWE ergänzt werden. Die Aufgabe der Expertengruppe sollte zudem nicht nur in der Bearbeitung von
Zielkonflikten bezüglich CO2-Senkenleistung des Waldes, stofflicher Holzverwendung und dem Schutz
der Biodiversität bestehen, sondern auch die Auswirkungen von Maßnahmen des ANK auf die
Substitution fossiler Energie und Ressourcen bewerten. Mit Blick auf die Zielsetzung des ANK, einen
Beitrag zu den Klimazielen zu leisten, ist der Fokus klar auf die Klimawirkung durch die Substitution
fossiler Energien zu richten.
Vorschlag
Die Maßnahme sollte wie folgt formuliert werden:
„Wir richten eine Expertengruppe „Wald, Holz und Klima“ bestehend aus je drei von BMUKN, BMWE
und BMLEH benannten Experten ein, um bestehende Zielkonflikte im Umgang mit Wäldern im
Kontext Klimaschutz, Substitution fossiler Energie und Ressourcen sowie und Holzverwendung
mittelfristig besser adressieren zu können. Diese soll unter Berücksichtigung bestehender
Stellungnahmen der wissenschaftlichen Beiräte für natürlichen Klimaschutz und für Waldpolitik,
sowie der Ergebnisse des Runden Tischs zur Biomasse-/Holznutzung (Maßnahme zum ANK 2.0-Ziel
2.e) ggf. weitere erforderliche Maßnahmen vorschlagen, die auf den Beitrag des Waldes zur
Erreichung der Klimaschutzziele und der Substitution fossiler Energie und Ressourcen ausgerichtet
sind. Damit sollen insbesondere potenzielle Zielkonflikte zwischen der Förderung der CO2-
Senkenleistung des Waldes, der erwünschten stofflichen Holzverwendung, der Substitution fossiler
Energie und Ressourcen und dem Schutz der Biodiversität gleichermaßen adressiert und
Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, die auch die drohende Verschärfung der Vitalitäts- und
Produktivitätseinbußen in den Wäldern durch den Klimawandel berücksichtigen.“

d. Ziel 2.e Klimaschutzwirkung durch Holz- und sonstige Biomassenutzung
stärken
Der FVH unterstützt ausdrücklich das Ziel einer Stärkung der Klimaschutzwirkung durch Holz. Die
Stärkung der Klimaschutzwirkung durch Holz und andere B