GEW Schleswig-Holstein 32. Fachtag für sozialpädagogische Berufe in Kiel; Kostenlose Teilnahme für GEW-Mitglieder

  1. Fachtag für sozialpädagogische Berufe | GEW - Die Bildungsgewerkschaft

Termin:: 21.11.2026, 09:00 - 15:30 Uhr

  1. Fachtag für sozialpädagogische Berufe

Der diesjährige Fachtag für sozialpädagogische Berufe widmet sich einem Thema, das den Kern eures pädagogischen Selbstverständnisses berührt, gleichzeitig aber auch eine der größten berufspolitischen Herausforderungen unserer Zeit darstellt: der demokratischen Partizipation. Kitas sind längst nicht mehr nur Betreuungseinrichtungen, sondern die ersten und vielleicht wichtigsten demokratischen Lernorte in unserer Gesellschaft. Doch dieser hohe Anspruch steht allzu oft in einem harten Kontrast zu eurer täglichen Arbeitsrealität. Gemeinsam wollen wir uns an unserem Fachtag damit auseinandersetzen, wie Partizipation in der Kita gelingen kann. In sieben spannenden Workshops habt ihr die Möglichkeit, neue Impulse in euer pädagogisches Selbstverständnis zu integrieren und mit in eure Einrichtungen zu nehmen!

Neben den Workshops findet ihr die Möglichkeit, euch mit Kolleg*innen zu vernetzen und Infostände von: PETZE Institut, Aktion Kinder- und Jugendschutz Kiel, Fachgruppe für sozialpädagogische Berufe der GEW Schleswig-Holstein

ab 9 Uhr Ankommen und Anmeldung

mit Grußwort von Sozialministerin Aminata Touré und Keynote von Dr. Benedikt Sturzenhecker

ab 11:15 Uhr Workshopphase 1

An 13:45 Uhr Workshopphase 2

15:30 Uhr Ende der Veranstaltung

Die Anmeldung ist bis zum 01. November 2026 geöffnet.

Für GEW Mitglieder ist die Teilnahme kostenlos, Nicht-Mitglieder bezahlen 50€, Fachschüler*innen und Studierende 10€.

Diakonie Nord Nord Ost, Peggy Mosel

Einstieg in die unterstützte Kommunikation

Wie fühlt es sich an, wenn man sich nicht über Lautsprache mitteilen kann? Im ersten Teil dieses Workshops tauchen die Teilnehmenden durch Selbsterfahrungsübungen direkt in diese Perspektive ein. Praktische Übungen machen Kommunikationsbarrieren greifbar und schärfen den Blick für die Herausforderungen im Alltag.

Der zweite Teil widmet sich den theoretischen und praktischen Grundlagen: In einem kompakten Impulsvortrag klären wir, was Unterstützte Kommunikation (UK) genau ist, für wen sie sich eignet und welche vielfältigen Formen – von Bildkarten über Gebärden bis hin zu technischen Hilfsmitteln – es gibt. Anschauliche Praxisbeispiele zeigen abschließend, wie die Umsetzung im Alltag gelingen kann.

Ulrike Elefante, Verein für Motopädagogik

Körper, Raum und Mitbestimmung – Bewegung als Fundament früher Demokratieerfahrung in Kita und Krippe

In diesem Workshop gewinnen Sie praxisnahes Wissen über die untrennbare Verbindung von Bewegung, frühkindlicher Bildung und Demokratielernen. Sie erfahren, wie eine feinfühlige, partizipative Haltung im Bewegungsalltag nicht nur die kindliche Entwicklung stärkt, sondern auch Sie als Fachkraft im Alltag bewusst entlastet. Am Ende nehmen Sie konkrete Impulse mit, wie Bewegung in Ihrer Einrichtung zu einem gelebten Ort der Mitbestimmung wird.

Mädchenwelten, Jungenwelten? – Kinderwelten! – Genderbewusste Pädagogik als Baustein der Prävention sexualisierter Gewalt

Geschlechterbilder beeinflussen Erfahrungen von Kindern – auch im Kontext von Gewalt. Klischeehafte Zuschreibungen wie „Mädchen sind ruhig und zurückhaltend" oder „Jungen sind wild und weinen doch nicht" können Risikofaktoren verstärken. Denn sie schränken Kinder in ihrer Selbstwahrnehmung ein und führen dazu, dass Grenzverletzungen weniger sichtbar werden. Der Workshop verbindet rechtliche Grundlagen mit einem Blick auf den Risikofaktor Geschlecht und zeigt, wie genderbewusste Pädagogik zur Prävention beitragen kann. Partizipation und Vielfalt werden als zentrale Elemente eines schützenden und empowernden Kita-Alltags herausgearbeitet.

S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung, Anna Müller

Zukunft aktiv gestalten – mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und KITA21 ins Handeln kommen

Zu den Zielen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung gehören die Ermutigung und Befähigung zum zukunftsorientierten Denken und Handeln. Dabei ist Partizipation

viel mehr als eine sinnvolle Lernstrategie. Die Mitwirkung an der Gestaltung von Bedingungen,

unter denen wir zukünftig leben möchten, ist ein grundlegendes Prinzip, das über selbsttätiges Ausprobieren und Anwenden gefördert wird. Anhand von realen Beispielen zeigen wir praxisnah, wie durch Vielfalt und Kreativität die Handlungsfelder und Kompetenzen einer nachhaltigen Entwicklung am Lernort Kita erlebbar werden.

Demokratie verkörpern – Wie Beziehung, Nervensystem und Machtbewusstsein Partizipation in der frühen Kindheit ermöglichen

Partizipation beginnt nicht erst mit Mitbestimmung – sie beginnt dort, wo Kinder sich sicher, gesehen und wirksam erleben. In diesem Workshop betrachten wir Demokratiebildung aus einer beziehungs- und körperorientierten Perspektive. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, wie Beziehung, Co-Regulation, Körperbewusstsein und ein reflektierter Umgang mit Macht die Grundlage für echte Beteiligung schaffen. Neben fachlichen Impulsen laden erfahrungsorientierte Übungen und praxisnahe Reflexionen dazu ein, den Transfer in den pädagogischen Alltag zu gestalten.

Die Auseinandersetzung mit Partizipation wird gesetzlich erwartet und von Trägern gewünscht. Wie kann die Umsetzung, trotz vieler anderer Aufgaben, Themen und Abläufen rund um den Kita-Alltag gelingen? Der Workshop gibt praktische Einblicke in das Konzept „Kinderstube der Demokratie“. Das Konzept ist weit über Schleswig-Holsteins Grenzen anerkannt und erprobt. Praxisnah vermittelt es pädagogischen Fachkräften, wie es gelingen kann, Kinder und Erwachsene zu unterstützen den gemeinsamen Alltag demokratischer zu gestalten ohne die Erwartungen an die frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung zu vernachlässigen.

Julius Keinath und Johanna Grunwald, Aktion Kinder- und Jugendschutz e.V.

Ich bau‘ mir meinen Algorithmus

Der Workshop vermittelt Fachwissen aus dem Jugendmedienschutz und ein praxisnahes Verständnis algorithmisierter sozialer Medien wie TikTok und Instagram. Im Mittelpunkt steht ein begleiteter Selbstversuch, welcher Funktionsweisen von Feeds, Risiken und Chancen für Kinder und Jugendliche sowie medienpädagogische Ansätze erlebbar macht. Die Teilnehmenden reflektieren ihre eigene Medienkompetenz und verknüpfen schließlich das erlangte Wissen mit ihrem Arbeitsalltag um dieses praktisch anwenden zu können. Bitte bringen Sie Ihr Smartphone mit.

Flyer GEW Fachtag 2026 ( pdf - 320.44 KB)