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title: "Elisabeth Kiausch gestorben in Hamburg; erste Frau an der Spitze eines Landesparlaments"
sdDatePublished: "2026-08-20T15:04:00Z"
source: "https://www.hamburgische-buergerschaft.de/aktuelles/nachrichten/hamburg-trauert-um-elisabeth-kiausch-1210324"
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Elisabeth Kiausch gestorben in Hamburg; erste Frau an der Spitze eines Landesparlaments

Hamburg trauert um Elisabeth Kiausch - Hamburgische Bürgerschaft

Die ehemalige Bürgerschaftspräsidentin und Finanzsenatorin Elisabeth Kiausch ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit sprach der Familie im Namen der Bürgerschaft ihr herzliches Beileid aus. Von Montag, 24. August, 13 Uhr, bis Sonntag, 30. August, 18 Uhr, liegt im Rathaus ein Kondolenzbuch aus. Für Montag ist am Rathaus zudem Trauerbeflaggung angeordnet.

Elisabeth Kiausch zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der Hamburger Politik. Die SPD-Politikerin war von 1970 bis 2004 Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft. Von Juni bis September 1987 sowie von 1991 bis 1993 amtierte sie als Bürgerschaftspräsidentin und war dabei die erste Frau an der Spitze eines bundesdeutschen Landesparlamentes. 1987

1988 war sie Senatorin für Finanzen.

Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit würdigt Kiausch als großes Vorbild: „Mit Elisabeth Kiausch verliert Hamburg einen großartigen Menschen, eine leidenschaftliche Politikerin und ein großes Vorbild: Als erste Frau an der Spitze der Hamburgischen Bürgerschaft – und erste Präsidentin eines Landesparlaments in der gesamten Bundesrepublik überhaupt – hat Elisabeth Kiausch Geschichte geschrieben und viele Frauen dazu ermutigt, in die Politik zu gehen. Dabei hat sie ihre Führungsrollen mit Kompetenz und Entschlossenheit übernommen und entscheidende Impulse gesetzt. Die Beteiligung junger Menschen und eine lebendige Demokratie lagen ihr sehr am Herzen. Dank ihr ist die Veranstaltung „Jugend im Parlament“ bis heute ein wichtiger Baustein der politischen Bildung für junge Menschen. Ich werde Elisabeth Kiausch als leidenschaftliche Demokratin und inspirierende Persönlichkeit in dankbarer Erinnerung behalten.“

Elisabeth Kiausch wurde am 19. Januar 1933 geboren. Mit 18 Jahren trat Elisabeth Kiausch in die SPD ein. Sie absolvierte eine Ausbildung als Schriftsetzerin und arbeitete als Werbegrafikerin und Einzelhandelskauffrau. Von 1966 bis 1970 war sie Abgeordnete der Bezirksversammlung Hamburg-Eimsbüttel, bevor sie 1970 erstmals in die Hamburgische Bürgerschaft einzog.

Im Juni 1987 übernahm sie zunächst für einige Monate das Amt der Bürgerschaftspräsidentin, wurde aber kurz darauf Finanzsenatorin unter dem Ersten Bürgermeister Klaus von Dohnanyi bis Juni 1988. Anschließend war sie als Leiterin des Senatsamtes für den Verwaltungsdienst, des Senatsamtes für Bezirksangelegenheiten und des Staatsarchivs tätig. Von 1991 bis 1993 war sie erneut Bürgerschaftspräsidentin. Von 1996 bis 1997 hatte sie den Vorsitz der SPD-Fraktion inne. Elisabeth Kiausch blieb bis 2004 Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft.

Während ihrer Zeit als Bürgerschaftspräsidentin setzte sich Elisabeth Kiausch unter anderem für die Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und St. Petersburg ein. Sie initiierte das erfolgreiche Planspiel „Jugend im Parlament “, das bis heute Hamburger Schüler:innen Landespolitik und parlamentarische Demokratie näher bringt.

Elisabeth Kiausch war eine Wegbereiterin für Frauen in der Hamburger Politik. Sie war nicht nur die erste Bürgerschaftspräsidentin, auch die Leitung der Finanzbehörde übernahm mit ihr erstmals eine Frau.

Elisabeth Kiausch (Mitte) mit Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (rechts) und Dorothee Stapelfledt (links) bei der Feier zu ihrem 85. Geburtstag.

Hamburg trauert um Elisabeth Kiausch

Elisabeth Kiausch zu ihrem 80. Geburtstag im Hamburger Rathaus.