KEAN auf dem BdP-Bundeslager JuBULAeum in Immenhausen; 11.000 Liter Wasser pro Jeans

KEAN auf dem BdP-Bundeslager „JuBULAeum" - Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen

KEAN auf dem BdP-Bundeslager „JuBULAeum"

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Bund der Pfadfinder*innen (BdP) trafen sich vom 30. Juli bis 9. August 2026 rund 5.700 Pfadfinder:innen aus dem ganzen Bundesgebiet und 20 Nationen im Zentrum Pfadfinden in Immenhausen an der niedersächsisch-hessischen Grenze – darunter 677 Teilnehmende aus Niedersachsen. Unter dem Motto „JuBULAeum – 50 Jahre Abenteuer" feierte der Verband sein Jubiläum mit einem zehntägigen Großzeltlager, getragen von rund 1.500 Ehrenamtlichen. Die KEAN betrieb vor Ort im Rahmen des Nachhaltigkeitsprojekts „Blue Planet" eine Klimabildungs-Ausstellung am zentralen Jubiläumsplatz. Mit interaktiven Stationen wurden Kinder und Jugendliche für die Klimakrise sensibilisiert – spielerisch, haptisch und mit einem positiven Ausblick.

Die Klimawaage: Fußabdruck vs. Handabdruck begreifen

An der Klimawaage konnten die Teilnehmenden haptisch erfahren, welche Auswirkungen Verhaltensänderungen auf den eigenen CO₂-Ausstoß haben. Die Station verdeutlichte den Unterschied zwischen CO₂-Fußabdruck und CO₂-Handabdruck: Während der Fußabdruck die individuellen Emissionen misst, die eine Person jährlich verursacht, beschreibt der Handabdruck das gesellschaftliche Engagement über den eigenen Konsum hinaus.

Die Klimawaage machte anschaulich, wie sich unterschiedliche Entscheidungen auf den eigenen CO₂-Fußabdruck auswirken. Foto: KEAN

Beispiele aus der Praxis: Ökostrom zu beziehen ist ein wichtiger Schritt – noch wirksamer ist es jedoch, die Nachbarschaftsfamilie ebenfalls für Ökostrom zu begeistern. Second-Hand-Kleidung zu kaufen, spart Ressourcen; Kleidertauschpartys zu organisieren multipliziert diesen Effekt im eigenen Umfeld. Die Klimawaage zeigt somit, dass wirksamer Klimaschutz sowohl individuelle Veränderungen als auch gemeinschaftliches Handeln braucht und macht die Auswirkungen verschiedener Handlungsweisen aufs Klima begreifbar.

Der Klima-Besser-macher: Individuelles Handeln reicht nicht

Der „Klima-Besser-macher" setzte den Rahmen individueller Handlungsmöglichkeiten zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks in einen größeren Kontext: Nur durch individuelle Verhaltensänderungen sind die Klimaziele nicht erreichbar. Ergänzend braucht es politische Rahmenbedingungen, die klimafreundliches Handeln ermöglichen und fördern.

Der „Klima-Besser-macher" gibt einen Überblick im Dschungel der vielen Einsparmöglichkeiten. Foto: KEAN

Maßnahmen wie das Verbrenner-Aus und der PV-Ausbau leisten auf der Tafel einen wichtigen Klimaschutzbeitrag bei einer ohnehin noch großen Umsetzungslücke der Klimaziele. Der politische Handlungsbedarf eines konsistenten Klimaschutzplans wurde insbesondere im Hinblick auf die aktuellen Debatten um das Verbrenner-Aus und die PV-Einspeisevergütung offenbar. Die Ausstellung regte somit dazu an, sich nicht nur privat, sondern auch gesellschaftlich für Klimaschutz einzusetzen.

Fast Fashion: 11.000 Liter Wasser für eine Jeans

In der Fast-Fashion-Ausstellung ordneten große Etiketten an Kleidungsstücken die indirekten Emissionen und Umweltauswirkungen ein – und überraschten dabei viele Besucher:innen. Kaum jemand erriet beispielsweise, dass bei der Produktion einer einzigen Jeans rund 11.000 Liter Wasser verbraucht werden. Die Station machte am Beispiel Kleidung deutlich, dass Konsum einen Rucksack an versteckten Emissionen und Ressourcenverbrauch mitbringt – und welche Hebel wir durch bewussteren Konsum haben.

Die Fast-Fashion-Ausstellung machte auf indirekte Emissionen und Umweltauswirkungen von Kleidung aufmerksam. Foto: KEAN

Positive Klimazukunft: Terra Preta und Pyrolyseöfen

Kinder und Jugendliche, die sich mit dem Klimathema auseinandersetzten und das Bildungsangebot wahrnahmen, bekamen zur Belohnung einen „Klima-Rettungs-Crêpe". Diese wurden auf Pyrolyseöfen hergestellt, die Holz in Holzkohle verwandeln. Durch diesen Prozess wird das vom Baum aus der Luft gebundene CO₂ in eine chemisch stabile Form überführt. Wird der reine Kohlenstoff in den Boden eingebracht, wird er dort nicht abgebaut.

Es entsteht sogenannte Terra-Preta-Erde – ein fruchtbarer Boden, der nicht nur CO₂ dauerhaft bindet, sondern auch die Bodenqualität verbessert. Die Vorstellung dieser CO₂-negativen Technologie diente auch dem Zweck, den Kindern wieder eine positivere Sicht auf die Klimaproblematik zu geben: Es ist noch nicht alles verloren, der Klimawandel kann noch gestoppt werden.

Viele der auf dem Bundeslager gezeigten Exponate der KEAN sind ausleihbar – für Schulen, Jugendgruppen, Vereine und andere Bildungseinrichtungen. Die Materialien bieten praxisnahe Zugänge zu den Themen Klimaschutz, Konsum und Energie und können direkt in der eigenen Bildungsarbeit eingesetzt werden. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

0176 899 027 72 henrik.miebach [at] klimaschutz-niedersachsen.de

Veröffentlicht am: 19. August 2026