Gesundheitswirtschaft in Niedersachsen Bruttowertschöpfung 36,4 Mrd. Euro 2025; 10,1% zur Bruttowertschöpfung Niedersachsens
Gesundheitswirtschaft in Niedersachsen 2025 – Wertschöpfung und Erwerbstätigkeit - Statistisch gesehen
Gesundheitswirtschaft in Niedersachsen 2025 – Wertschöpfung und Erwerbstätigkeit
Die Gesundheitswirtschaft leistet einen bedeutenden Beitrag zur Bruttowertschöpfung der niedersächsischen Wirtschaft. Nach den Ergebnissen der Gesundheitsökonomischen Gesamtrechnungen der Länder erzielte die Querschnittsbranche im Jahr 2025 eine Bruttowertschöpfung von 36,4 Mrd. Euro in den jeweiligen Preisen. Informationen zur Beschäftigung und Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen erhalten Sie im folgenden Beitrag.
Die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft in Niedersachsen 2025 trug 10,1% zur gesamten Bruttowertschöpfung Niedersachsens bei. Im Durchschnitt aller Länder lag der Anteilswert mit 10,8% etwas höher. Baden-Württemberg, Bayern und Bremen wiesen mit Werten zwischen 9,4% und 9,9% die geringsten Wertschöpfungsanteile auf. Am höchsten waren sie dagegen im Saarland (13,8%) und in Sachsen-Anhalt (13,4%).
Bruttowertschöpfung der niedersächsischen Gesundheitswirtschaft steigend
Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft in Niedersachsen 2025 nominal um 7,8%. Preisbereinigt lag der Anstieg noch bei 2,3% gegenüber 2024. Der Zuwachs fiel damit jeweils etwas höher aus als im Durchschnitt aller Länder (nominal: +7,1%, real: +2,1%). Im Ländervergleich war der reale Zuwachs in Bremen (+0,8%) und Nordrhein-Westfalen (+0,9%) am geringsten und im Saarland (+3,4%) sowie in Hessen (+3,0%) am höchsten. Insgesamt zeigte sich im Zeitverlauf seit 2009 eine stabile mittelfristige Entwicklung der Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft in Niedersachsen. Wie in Abbildung A2 ersichtlich, nahm sie mit vereinzelten Unterbrechungen fast stetig zu. Der höhere Anstieg, insbesondere im Jahr 2021 für Deutschland insgesamt, war bedingt durch Sondereffekte, unter anderem in der Pharmaindustrie während der Coronapandemie und anschließendem Rückgang im Jahr 2023.
Etwa jede siebte erwerbstätige Person in Niedersachsen in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt
Auch im Bereich der Beschäftigung war eine weitere Zunahme im Jahr 2025 um 2,7% auf rund 592.000 Erwerbstätige in der niedersächsischen Gesundheitswirtschaft zu verzeichnen. Damit erreichte die Branche einen neuen Höchststand und nimmt in der Gesamtwirtschaft weiter an Bedeutung zu. Im 10-Jahresvergleich 2016 zu 2025 stieg die Zahl der Erwerbstätigen in der niedersächsischen Gesundheitswirtschaft um 13,9%. Die gleiche Entwicklung zeigte sich auch im Durchschnitt aller Länder (+15,4%). In der niedersächsischen Gesamtwirtschaft stieg die Zahl der Erwerbstätigen im 10-Jahresvergleich dagegen nur um 5,0% (Deutschland: +5,3%).
Insgesamt arbeiteten bundesweit rund 6,34 Mio. Erwerbstätige in der Gesundheitswirtschaft. Damit war mittlerweile etwa jede siebte erwerbstätige Person in diesem Bereich beschäftigt. Im Vergleich aller Länder lag Niedersachsen mit einem Anteilswert von 14,0% im Jahr 2025 im Mittelfeld (Durchschnitt der Summe der Länder: 13,8%). Die geringsten Anteile hatten Bayern (12,7%) und Berlin (13,0%), die höchsten das Saarland (16,4%) und Mecklenburg-Vorpommern (16,3%).
Branche mit hoher Personalintensität: Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen von rund 61.500 Euro
Jede erwerbstätige Person in der Gesundheitswirtschaft Niedersachsens trug durchschnittlich 61.488 Euro zur Bruttowertschöpfung bei. Im Ländervergleich war die Arbeitsproduktivität (Bruttowertschöpfung je erwerbstätiger Person) in den drei Stadtstaaten am höchsten, mit einem Spitzenwert in Hamburg von 83.666 Euro. Die niedrigsten Werte verzeichnete das Saarland (60.320 Euro), gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (61.067 Euro) und Niedersachsen. Die größere Spannweite im Ländervergleich hängt jedoch auch von den wirtschaftlichen Strukturen in den einzelnen Ländern ab. So umfasst die Gesundheitswirtschaft definitorisch die Erstellung und Vermarktung von Gütern und Dienstleistungen, die der Bewahrung und Wiederherstellung von Gesundheit dienen. Darunter fällt als Hauptbestandteil die stationäre und ambulante Gesundheitsversorgung, aber auch zahlreiche wirtschaftliche Akteure aus dem Verarbeitenden Gewerbe (z. B. die Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen), dem Handel (wie dem Großhandel mit pharmazeutischen, medizinischen u. a. Erzeugnissen) und weiteren Wirtschaftszweigen. Einzelne Branchen sind dabei personalintensiver als andere, was sich wiederum auf die erzielte Bruttowertschöpfung je erwerbstätiger Person auswirkt.
Aufgrund der starken Dienstleistungsorientierung und der hohen Personalintensität der Branche fiel die Bruttowertschöpfung je erwerbstätiger Person im Vergleich zur Gesamtwirtschaft in Niedersachsen (85.230 Euro) um mehr als ein Viertel geringer aus. Dieser Abstand ist in den vergangenen 10 Jahren nahezu gleichgeblieben.
Die Gesundheitswirtschaft in Niedersachsen zeigte sich in den vergangenen Jahren sowohl bei der Bruttowertschöpfung als auch bei der Erwerbstätigkeit als vergleichsweise stabile Branche und leistete mit 36,4 Mrd. Euro und rund 592.000 Erwerbstätigen einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftskraft und Beschäftigung im Land. Ein Vergleich mit der Gesamtwirtschaft verdeutlicht gleichzeitig die hohe Personalintensität der Branche, die für die Gesundheitsversorgung unverzichtbar ist. Vor dem Hintergrund des fortschreitenden demografischen Wandels und des steigenden Bedarfs an Gesundheitsleistungen dürfte die Gesundheitswirtschaft auch in den kommenden Jahren weiterhin einen wichtigen Beitrag zur niedersächsischen Gesamtwirtschaft leisten.
Alle Ergebnisse der Gesundheitsökonomischen Gesamtrechnungen für Niedersachsen und die weiteren Bundesländer stehen zum Download in der Regionaldatenbank Deutschland zur Verfügung.
Rita Skorka Telefon: 0511 9898-3149 Alle Beiträge ansehen
Kategorien Gesundheit , Konjunktur, VGR
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