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title: "Deutsche Wirtschaft legt im zweiten Quartal 2026 in Deutschland merklich zu, trotz internationaler Unsicherheiten; 0,2% BIP-Anstieg im Q2 2026"
sdDatePublished: "2026-08-20T11:25:00Z"
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Deutsche Wirtschaft legt im zweiten Quartal 2026 in Deutschland merklich zu, trotz internationaler Unsicherheiten; 0,2% BIP-Anstieg im Q2 2026

Umfang und Struktur des Stellenabbaus im Verarbeitenden Gewerbe

DE Monatsbericht – August 2026 EN Monthly Report – August 2026

1 Deutsche Wirtschaft auch im zweiten Quartal auf Erholungskurs

2 Exporte im Plus, temporärer Impuls vom Bau

Exkurs: Umfang und Struktur des Stellenabbaus im Verarbeitenden Gewerbe

4 Tariflöhne stiegen im Frühjahr schwächer

5 Inflationsrate stieg im Frühjahr vor allem aufgrund höherer Energiepreise merklich

6 Im dritten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung allenfalls noch leicht zulegen

Die deutsche Wirtschaft legte im zweiten Quartal 2026 erneut merklich zu. Gemäß der Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes stieg das reale BIP gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt 1 um 0,2 %. Bereits im Vorquartal hatte sich die Wirtschaftsleistung recht kräftig um 0,4 % erhöht. Dies wurde allerdings erst mit der Revision der BIP ‑Daten Ende Juli bekannt und konnte so nicht in die Deutschland-Prognose vom Juni einfließen. Damit zeigte sich die deutsche Wirtschaft nun vor dem Hintergrund zahlreicher Belastungsfaktoren robuster als damals erwartet. 2 Dazu passen auch die jüngsten Revisionen des Statistischen Bundesamtes, die nahelegen, dass die wirtschaftliche Dynamik bereits seit Ende 2023 günstiger ausfiel als bisher angenommen. 3 Zusammen spricht dies für eine etwas stärkere konjunkturelle Grundtendenz am aktuellen Rand. Damit befindet sich die deutsche Wirtschaft nunmehr deutlich erkennbar auf einem Erholungskurs, den auch der Krieg im Nahen Osten nicht ausbremsen konnte. Im zweiten Quartal dürften vor allem die Exporte zum BIP ‑Anstieg beigetragen haben. Die anhaltend solide Nachfrage aus dem Ausland stützte auch die deutsche Industrie. So nahmen sowohl deren Produktion als auch ihre Umsätze leicht zu. Sie erwies sich damit als recht widerstandsfähig gegenüber erhöhten Energiepreisen und Lieferkettenproblemen. Für einen positiven Impuls bei den privaten Ausrüstungsinvestitionen dürfte die Belebung jedoch nicht gesorgt haben. Die Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe verharrte weiterhin auf niedrigem Niveau, und die mit Ausbruch des Krieges im Nahen Osten gestiegene Unsicherheit sowie die gestiegenen Zinsen bremsten zusätzlich. Die Bauwirtschaft dürfte infolge temporärer Auf- und Nachholeffekte nach der witterungsbedingt gedrückten Produktion im ersten Quartal trotz schwacher Wohnungsnachfrage und hoher Baukosten noch positiv zum BIP ‑Wachstum beigetragen haben. Bei den Dienstleistern blieb die Entwicklung heterogen. Den bis Mai verfügbaren Daten zufolge trugen vor allem konsumferne Dienstleistungsbereiche, wie die Informations- und Kommunikations-Dienste, zum BIP ‑Anstieg bei. Der private Konsum und damit verbundene Bereiche dürften dagegen durch die verschlechterte Lage am Arbeitsmarkt und die infolge des Krieges im Nahen Osten deutlich erhöhten Verbraucherpreise lediglich verhalten gewachsen sein.

Die deutsche Industrie und vor allem die Exportaktivität zeigten sich im zweiten Quartal 2026 robust. Die preisbereinigten Industrieumsätze lagen erneut über dem Vorquartal, wenn auch nur geringfügig. Vor allem die Umsätze von Vorleistungsgütern wuchsen kräftig, besonders deutlich in der Chemieindustrie. Hierzu trugen wohl Sondereffekte im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten bei. So könnte die Chemiebranche an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen haben, weil sie wohl geringer von Lieferkettenengpässen infolge des Krieges im Nahen Osten betroffen war als einige internationale Konkurrenten. Bei einigen Vorleistungsgütern könnten zudem Vorzieheffekte eine Rolle gespielt haben, etwa in Erwartung weiterer Knappheiten und steigender Preise. Besonders schwungvoll zeigten sich die Umsätze im Bereich der elektrischen Ausrüstungen. Hier dürfte sich die global erhöhte Nachfrage nach Gütern mit Bezug zur künstlichen Intelligenz niederschlagen. Der Umsatzanstieg in der Industrie insgesamt war maßgeblich auf kräftige Auslandsumsätze zurückzuführen. Auch die preisbereinigten Warenexporte legten im zweiten Quartal spürbar zu, vor allem durch stärkere Exporte in den Euroraum. Die Industrieproduktion lag im Juni auf dem Niveau des Vormonats und damit im Quartalsmittel leicht über dem Vorquartal. Damit signalisieren sowohl die Umsätze als auch die Produktion für das zweite Quartal eine leichte Expansion in der Industrie.

Die privaten Ausrüstungsinvestitionen dürften auch weiterhin keine positiven Impulse geliefert haben. Gemäß Umfragen des ifo Instituts erhöhte sich die Kapazitätsauslastung im zweiten Quartal zwar zum zweiten Mal in Folge leicht, blieb jedoch weiterhin deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt. Dies dämpft weiterhin die Anreize für Erweiterungsinvestitionen. Den bis Mai verfügbaren Daten zufolge wurden zwar mehr Investitionsgüter importiert. Auf eine weiterhin schwache Investitionsneigung deuten jedoch die erneut leicht gesunkenen Inlandsumsätze der Investitionsgüterproduzenten – mit und ohne Kraftfahrzeuge – sowie die rückläufigen gewerblichen Kraftfahrzeugzulassungen hin. Insgesamt dürften die privaten Ausrüstungsinvestitionen damit weiterhin schwach geblieben sein.

Die Bauproduktion legte trotz schwächerer Nachfrage zu. Die Bauproduktion stieg im zweiten Quartal kräftig an, und auch die Bauinvestitionen dürften ausgeweitet worden sein. Nachdem die Bautätigkeit im Januar und Februar durch die ungünstige Witterung deutlich beeinträchtigt worden war, normalisierte sie sich ab März. Zudem wurden seither wohl einige Aufträge nachgeholt. Denn sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau stieg die Produktion im zweiten Quartal nicht nur über das Niveau des ersten Quartals, sondern auch über dasjenige des vierten Quartals an. Das weniger witterungsanfällige Ausbaugewerbe legte dagegen nur geringfügig zu. Den positiven Nachholeffekten standen jedoch deutlich gestiegene Baupreise sowie eine eingetrübte Nachfrage gegenüber. Laut Bank Lending Survey vom Juli ging die Nachfrage privater Haushalte nach Wohnungsbaukrediten im zweiten Quartal so stark zurück wie zuletzt vor drei Jahren. 4 Insbesondere die gestiegenen Kreditzinssätze wurden als dämpfender Faktor für die Kreditnachfrage in diesem Segment genannt. Die höheren Kreditzinsen dürften auch die Bauinvestitionen dämpfen. So entwickelte sich der Auftragseingang im Wohnungsbau insbesondere im Mai deutlich rückläufig.

Kaufkraftverluste belasteten den privaten Konsum und die damit verbundenen Dienstleistungsbereiche. Zwar stiegen die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel im zweiten Quartal leicht an. Die bis Mai verfügbaren Daten zum Gastgewerbe deuten jedoch auf ein schwaches Quartal hin. Auch innerhalb des Dienstleistungssektors konnten vor allem die konsumnahen Bereiche nicht an der verbesserten konjunkturellen Grundtendenz teilhaben. Die Dienstleistungsproduktion insgesamt legte dagegen im April und Mai deutlich zu. Ursächlich für die Konsumzurückhaltung dürften Kaufkraftverluste und eine weiterhin schwache Arbeitsmarktentwicklung gewesen sein. Darauf weist auch das im zweiten Quartal deutlich gefallene GfK - Konsumklima hin, das durch pessimistische Einkommens- und Konjunkturerwartungen sowie steigende Preiserwartungen belastet wurde. Lediglich vermehrte Käufe von Kraftfahrzeugen dürften den Konsum nennenswert gestützt haben. Hinter den – gemäß Angaben des VDA – gestiegenen Kraftfahrzeugzulassungen dürften jedoch eher Sonderfaktoren als eine breitere konjunkturelle Konsumdynamik stehen. So war der Anstieg vor allem auf deutlich höhere Zulassungen von Elektroautos zurückzuführen, wozu die Elektroauto-Prämie der Bundesregierung beigetragen haben dürfte. 5

Der Arbeitsmarkt profitierte nicht vom Wirtschaftswachstum und verschlechterte sich auch im Frühjahr. Die Erwerbstätigkeit nahm weiter ab, und zwar ähnlich schnell wie seit Mitte 2025. Im Rahmen der üblichen Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen ( VGR ) stellt sich nun auch die Entwicklung der Gesamtbeschäftigung in den vergangenen zwei Jahren etwas ungünstiger dar als zuletzt berichtet. Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich jedoch nur minimal. Frühindikatoren geben kaum Hinweise auf eine bevorstehende Verbesserung.

Die Zahl der Erwerbstätigen sank im zweiten Quartal des laufenden Jahres etwas. Im Durchschnitt der Monate April bis Juni waren saisonbereinigt 45,70 Millionen Personen erwerbstätig. Das waren 52 000 Personen weniger als ein Quartal zuvor. Dies entspricht einem Rückgang von rund 0,1 %, wie bereits in den vier Quartalen zuvor. Zudem wurde bei der Überarbeitung der VGR die Beschäftigungsentwicklung in den letzten vier Jahren nach unten korrigiert. Am aktuellen Rand ist das Beschäftigungsniveau 0,3 % niedriger als zuvor veröffentlicht. Insbesondere für das erste Halbjahr 2025 stellt sich die Beschäftigungsdynamik nun ungünstiger dar als damals berichtet. Der aktuelle Rückgang der Erwerbstätigkeit geht vor allem darauf zurück, dass es weniger ausschließlich geringfügig Beschäftigte und weniger Personen in Selbstständigkeit gab. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sank dagegen bis Mai – weitere Angaben liegen noch nicht vor – nur sehr wenig.

Die Beschäftigung entwickelte sich in den einzelnen Wirtschaftsbereichen weiterhin unterschiedlich. Im Verarbeitenden Gewerbe werden monatlich 12 000 bis 15 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze abgebaut. Weitere Informationen zur Beschäftigungssituation in diesem Wirtschaftsbereich und zu ihrer Einordnung enthält der Exkurs „ Umfang und Struktur des Stellenabbaus im Verarbeitenden Gewerbe “. Auch im Handel sowie in der Informations- und Kommunikationsbranche hielt der Stellenabbau an. Dagegen blieb die Beschäftigung im Baugewerbe im Frühjahr stabil. Allerdings wächst die Zahl der Stellen, anders als es angesichts des Infrastrukturfonds der Bundesregierung zu erwarten wäre, bislang auch nicht nennenswert. In den meisten Dienstleistungsbranchen ist der Beschäftigungsstand stabil oder hat sich geringfügig erhöht. Im Gesundheits- und Sozialwesen nimmt die Beschäftigung wie schon seit längerem mit der fortschreitenden Alterung der Bevölkerung in Deutschland erheblich zu.

Die registrierte Arbeitslosigkeit stieg im Frühjahr minimal an. Im Durchschnitt des zweiten Quartals 2026 waren saisonbereinigt rund 12 000 Personen mehr arbeitslos als im Winter. Die Arbeitslosenquote stieg rundungsbedingt um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 %. Auch im Juli waren – wie bereits im Durchschnitt der Monate April bis Juni – in saisonbereinigter Rechnung 2,99 Millionen Personen bei der Bundesagentur für Arbeit als arbeitslos registriert. Im Verlauf der vergangenen Monate stieg die Arbeitslosigkeit im Versicherungssystem des SGB III, das stark auf aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen reagiert. Dagegen sank die Arbeitslosigkeit im Grundsicherungssystem des SGB II ein wenig. Obwohl die Chancen, aus der Grundsicherung heraus eine Arbeit aufzunehmen und die Arbeitslosigkeit zu beenden, deutlich geringer sind als im Versicherungssystem, sinkt hier die Arbeitslosigkeit. Dies liegt jedoch auch an – im Vergleich zum Versicherungssystem – nur moderat erhöhten Zugangszahlen in die Grundsicherung. Neu zugewanderte Personen erhalten wegen fehlender Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung zunächst Grundsicherungsleistungen, wenn sie eine Arbeit aufnehmen möchten und nicht direkt wegen eines konkreten Arbeitsplatzangebots nach Deutschland ziehen. Insofern könnte auch die zuletzt niedrige Zuwanderung ein Grund für die sinkende Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung der vergangenen Monate sein.

Die Frühindikatoren des Arbeitsmarktes senden bislang kaum Signale einer bevorstehenden Verbesserung. Das ifo Beschäftigungsbarometer hat sich im Niveau kaum verändert. Es liegt weiterhin auf einem sehr niedrigen Stand, bei allerdings deutlichen monatlichen Schwankungen. Das Barometer ermittelt die Einstellungspläne der gewerblichen Wirtschaft für die nächsten drei Monate. Dabei überwiegen im Verarbeitenden Gewerbe und im Handel wie bereits seit längerem die Pläne zum Personalabb