---
title: "Jena organisiert Festsymposium und Ausstellung im Historischen Rathaus, mit Wanderausstellung, Vorträgen und Musik; Teilnahme kostenfrei, Anmeldung bis 11.09.2026 erforderlich"
sdDatePublished: "2026-08-20T11:27:00Z"
source: "https://rathaus.jena.de/de/jena-erinnert-einen-aussergewoehnlichen-menschen"
topics:
  - name: "cultural development"
    identifier: "medtop:20000039"
  - name: "history"
    identifier: "medtop:20000747"
  - name: "university"
    identifier: "medtop:20000407"
  - name: "political development"
    identifier: "medtop:20000652"
  - name: "library and museum"
    identifier: "medtop:20000043"
  - name: "art exhibition"
    identifier: "medtop:20001135"
locations:
  - "Thüringen"
  - "Jena"
---


Jena organisiert Festsymposium und Ausstellung im Historischen Rathaus, mit Wanderausstellung, Vorträgen und Musik; Teilnahme kostenfrei, Anmeldung bis 11.09.2026 erforderlich

Jena erinnert an einen außergewöhnlichen Menschen | Jena Rathaus

Bereich Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Adresse Am Anger 15 07743 Jena Deutschland

Am Anger 15 07743 Jena Deutschland

Als das Leben von Eduard Rosenthal 1926 in Jena endete, genoss dieser hohe Anerkennung als ausgezeichneter Rechtswissenschaftler, ausgleichender Politiker und engagierter Stadtbürger. Um das außergewöhnliche Wirken Rosenthals sichtbar und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, laden zahlreiche Akteure am 18.09.2026 gemeinsam zu einem Festsymposium mit Ausstellung ins Historische Rathaus ein.

Ein Leben mit zahlreichen Facetten

Der 1853 geborene Rosenthal wirkte nicht nur als hervorragender Rechtsgelehrter und Hochschullehrer der Universität Jena, sondern auch als „Vater“ der ersten demokratischen Verfassung Thüringens von 1920

21, als Abgeordneter im Landtag des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach sowie im Landtag des Freistaates Thüringen.

„Gleichzeitig erinnern wir an seine unermüdliche, zumeist ehrenamtliche Tätigkeit, mit der er hilfsbereit und selbstlos die Stadt Jena unterstützte“,

sagt Dr. Dietmar Ebert, Vorsitzender des Neuen Lesehallenvereins.

„Das betrifft seine juristische Beratung Ernst Abbes beim Abfassen des Statuts der Carl-Zeiß-Stiftung, seinen Vorsitz des Lesehallenvereins und des Jenaer Kunstvereins ebenso wie seine Arbeit im städtischen Hilfsverein und als Vorsitzender der kommunalen Preisprüfungsstelle.“

Dr. Ebert hatte im vergangenen Sommer den Vorschlag zur Gestaltung eines festlichen Symposiums zu Ehren Eduard Rosenthals an die Stadt herangetragen. Er stieß sowohl im Kulturdezernat der Stadt als auch bei JenaKultur auf offene Ohren, so dass gemeinsam mit dem Neuen Lesehallenverein, der Stadtarchivarin Constanze Mann und dem Leiter des Universitätsarchivs Jena, PD Dr. phil. habil. Stefan Gerber, ein Konzept erarbeitet wurde.

„Dieses Projekt zeigt, dass Erinnerungskultur gelingen kann, wenn öffentliche Einrichtungen, Wissenschaft, Wirtschaft und engagierte Bürgerinnen und Bürger wie Dr. Dietmar Ebert gemeinsam Verantwortung übernehmen“,

würdigt Jenas Kulturdezernent Johannes Schleußner. Das Symposium startet am 18.09.2026 um 16:30 Uhr mit Grußworten und einem Festvortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Eberhard Eichenhofer. Ab 18:00 Uhr folgen Kurzvorträge und ein Podiumsgespräch. Für eine festliche Atmosphäre sorgen Klarinettist Christof Reiff und ein Streichquartett der Jenaer Philharmonie. Sie werden die beiden Teile des Symposiums mit je einem Satz aus dem Klarinettenquintett in h-Moll op.115 von Johannes Brahms umrahmen. Dieses entstand 1891, genau in dem Jahr, als die Villa Rosenthal erbaut wurde.

Interessierte sind herzlich zur Veranstaltung eingeladen. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung per E-Mail bis zum 11.09.2026 ist notwendig an: villa.rosenthal@jena.de

Wissenschaftliche Strahlkraft gepaart mit gesellschaftlicher Verantwortung

Auch für die Friedrich-Schiller-Universität Jena nimmt der Wissenschaftler und Hochschullehrer Rosenthal eine besondere Rolle ein. „Eduard Rosenthal verbindet herausragende wissenschaftliche Leistungen mit gesellschaftlicher Verantwortung. Sein Wirken steht beispielhaft für den Anspruch der Universität, Forschung, Bildung und gesellschaftliches Engagement zusammenzudenken“, so Prof. Dr. Andreas Marx, Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der im Rahmen des Symposiums auch ein Grußwort halten wird.

Kultur- und Bildungsleben der Stadt maßgeblich geprägt

Neben seinem universitären Wirken habe Rosenthal Jenas Kultur- und Bildungsleben um die Jahrhundertwende maßgeblich als Mitbegründer und Förderer zentraler Institutionen geprägt – und dieses oftmals im „Ehrenamt“, betont Friedrun Vollmer, Werkleitung von JenaKultur. Er habe entscheidend zur Gründung des Jenaer Lesehallenvereins, der Entwicklung der vereinsgetragenen Lesehalle und zur Umsetzung sozialer sowie architektonischer Projekte beigetragen. „Auf seinem Wirken baut sich heute der Auftrag und das Selbstverständnis von JenaKultur als Betreiberin der Villa Rosenthal, als Initiatorin und Unterstützerin zahlreicher Kulturprojekte und in der Verantwortung des städtischen Kulturbetriebes für eine historische und demokratische Erinnerungskultur auf“, so Werkleiterin Vollmer.

Ausstellung zeigt zwölf Blicke auf vielschichtiges Lebenswerk

Während des Festsymposiums wird zum ersten Mal die Wanderausstellung „Eduard Rosenthal – Zwölf Blicke auf sein Leben“ zu sehen sein. Sie zeigt auf zwölf Tafeln die unterschiedlichen Facetten von Rosenthals 72 Jahre währenden Lebens, seines sechsundvierzig Jahre langen Wirkens für die Universität und die Stadt Jena und seines tatkräftigen Einsatzes für einen demokratischen Freistaat Thüringen.

Die Ausstellung ist durch großes ehrenamtliches Engagement des Neuen Lesehallenvereins entstanden. Im Anschluss werden die Tafeln in der Ernst-Abbe-Bibliothek zu sehen sein. Hier wird die Schau am 22.09.2026 um 19:30 Uhr eröffnet. Geplant ist, sie später an unterschiedlichen Orten in Thüringen zu präsentieren, um Rosenthals Lebenswerk über Jena hinaus sichtbar zu machen.

Förderer des kulturellen und sozialen Erbes

Sowohl die JenaWohnen GmbH als auch die Ernst-Abbe-Stiftung unterstützen die Festveranstaltung und die Ausstellung. Dazu Daniel Schade, Prokurist und bei der JenaWohnen GmbH verantwortlich für den Bereich Wohnen:

„JenaWohnen übernimmt Verantwortung für die Stadt – nicht nur durch die Bereitstellung von Wohnraum, sondern auch durch die Förderung des kulturellen Erbes. Die Villa Rosenthal ist ein bedeutender Ort der Stadtgeschichte. Ihre Geschichte und die Persönlichkeit Eduard Rosenthals sichtbar zu machen, verstehen wir als Teil unseres Engagements.“

Christian Gerlitz, Geschäftsführer der Ernst-Abbe-Stiftung, hebt hervor:

„Eduard Rosenthal war weit mehr als nur ein juristischer Berater unseres Stiftungsgründers Ernst Abbe – die beiden verband eine wahre Geistesgemeinschaft. Gemeinsam gestalteten sie nicht nur das wegweisende Statut der Carl-Zeiss-Stiftung, sondern engagierten sich auch Seite an Seite für den Lesehallenverein und die Baugenossenschaft Jena – für eine sozial gerechtere Stadtgesellschaft. Dass Rosenthal in der Geschichtsschreibung lange Zeit kaum sichtbar war, macht es uns als Ernst-Abbe-Stiftung umso wichtiger, sein Wirken heute, 100 Jahre nach seinem Tod, gebührend zu würdigen. Wir freuen uns daher sehr, die Ausstellung zu fördern und damit einen Menschen zurück ins Bewusstsein zu holen, dem Ernst Abbe und Jena viel zu verdanken haben.“

„Diese Festveranstaltung ist mehr als ein Gedenken an eine historische Persönlichkeit. Es ist ein gemeinsames Bekenntnis zur demokratischen Tradition Jenas und dazu, das Wirken Eduard Rosenthals dauerhaft im öffentlichen Bewusstsein zu verankern“,

Festsymposium anlässlich des 100. Todestages von Eduard Rosenthal: 18.09.2026 Historisches Rathaus Jena

Dr. Thadäus König, Präsident des Thüringer Landtags

Dr. Thomas Nitzsche, Oberbürgermeister der Stadt Jena

Prof. Dr. Andreas Marx, Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Festvortrag: „Warum und wozu Eigentum verpflichtet? Eduard Rosenthal zum 100. Todestag” Prof. Dr. Dr. h.c. Eberhard Eichenhofer, Professor für Sozialrecht und Bürgerliches Recht der Friedrich-Schiller-Universität Jena

„Eduard Rosenthal – der sozial und kulturell engagierte Stadtbürger” Dr. Dietmar Ebert (Neuer Lesehallen e.V.)

„Eduard Rosenthal und sein Wirken in der städtischen Preisprüfungsstelle” Constanze Mann (Stadtarchiv Jena)

Podiumsgespräch: „Nie hat er eingerissen, sondern immer nur aufgebaut.“ (Justus Wilhelm Hedemann) Prof. Dr. Gerhard Lingelbach, Constanze Mann, Prof. Dr. Michael Dreyer, Thomas Witzgall und Dr. Dietmar Ebert Moderation: Prof. Dr. Christel Köhle-Hezinger Ab ca. 19:30 Uhr Kleiner Empfang

Christian Gerlitz (Ernst-Abbe-Stiftung), Prof. Dr. Andreas Marx (Friedrich-Schiller-Universität), Friedrun Vollmer (JenaKultur), Dr. Dietmar Ebert (Neuer Lesehallenverein), Kulturdezernent Johannes Schleußner und Daniel Schade (JenaWohnen GmbH)

Jena erinnert an einen außergewöhnlichen Menschen