Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein Rundgang in Heide; größter unbebauter Marktplatz Deutschlands
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Rundgang mit städtebaulichem Fokus zeigt Bedeutung des Ortskerns
Wie hat sich Heide über die Jahrhunderte verändert und welche Spuren der Vergangenheit prägen das Stadtbild bis heute? Diesen Fragen widmete sich ein etwa zweistündiger Rundgang durch den historischen Ortskern von Heide. Im Mittelpunkt stand dabei der Marktplatz, dessen Geschichte und städtebauliche Bedeutung weit über die Grenzen von Heide hinausreicht. Er gilt als der größte unbebaute Marktplatz Deutschlands.
Begleitet wurde der Rundgang von Stephanie Röming, Fachdezernentin für Städtebauliche Denkmalpflege beim Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, sowie Christiane Feist von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises Dithmarschen und Günter Lenkeit, Stadtführer der Heide Stadtmarketing GmbH. Gemeinsam vermittelten sie den Teilnehmenden spannende Einblicke in die Entwicklung des historischen Ortskerns und zeigten auf, welche tiefgreifenden Veränderungen die Stadtgestalt im Laufe der Zeit erfahren hat.
Eine besondere Rolle nahm dabei der Marktplatz ein. Dieser war und ist ein zentraler Ort innerhalb von Heide, der darüber hinaus auch eine wesentliche Bedeutung für den Kreis Dithmarschen hat.
„Der Marktplatz wurde mit seiner immensen Großflächigkeit damals nicht nur für die Bedürfnisse der Einwohnerschaft von Heide konzipiert und angelegt, sondern auch für die der gesamten Region Norderdithmarschens“, betonte Stephanie Röming. Seine historische Funktion als zentraler Ort des Handels, der Versammlung und Begegnung sowie des öffentlichen Lebens, wie beispielsweise im Ursprung für die Dithmarscher Landesversammlung, prägt seine historische Bedeutung bis heute. Damit ist der Marktplatz ein wesentlicher Bestandteil des baulichen und kulturellen Erbes der Stadt und zugleich ein wichtiger Identitätsstifter.
Ausgehend vom knapp 4,7 Hektar großen Marktplatz führte der Spaziergang zu ausgewählten Stationen in der Innenstadt. Thematisiert wurden die historische Entwicklung des Marktplatzes und der angrenzenden Straßen ebenso wie die Veränderungen der Stadtgestalt in der Nachkriegszeit. Gerade die Entwicklungen von den 1950er-Jahren bis in die 1970er-Jahre hinterließen deutliche Spuren.„Besonders aufgrund der baulichen Verluste in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist der Erhalt des heutigen Denkmalbestandes für nachfolgende Generationen eine wichtige Aufgabe“ , berichtete Christiane Feist vor Ort. Der Blick auf diese Umbrüche machte deutlich, wie stark sich Anforderungen an Stadtentwicklung und Modernisierung auf gewachsene Strukturen auswirken können. Heute sind lediglich sieben Kulturdenkmale am riesigen Areal erhalten.
Gerade vor diesem Hintergrund besitzt die Auseinandersetzung mit dem historischen Stadtbild eine hohe Aktualität. „Der Rundgang soll sensibilisieren und ein Bewusstsein schaffen, damit Ortsbilder durch Zusammenarbeit aller Akteure erhalten bleiben“, so Stephanie Röming. Die Bewahrung historischer Strukturen sei auch mit Blick auf die heutige Weiterentwicklung der Stadt eine wichtige Herausforderung. Dabei gehe es nicht darum, Stadtentwicklung zu verhindern, sondern , historische Strukturen zu erkennen, ihre Bedeutung zu verstehen und sie mit den Anforderungen einer modernen Stadtentwicklung in Einklang zu bringen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Rundgangs war die Museumsinsel in der Lüttenheid. „Die verschiedenen Stationen machen sichtbar, welches bauliche Erbe aus unterschiedlichen Epochen erhalten geblieben ist und welche Veränderungen das Gesicht der Stadt geprägt haben“, so Günter Lenkeit. Dabei wurde deutlich, dass Denkmalschutz nicht allein dem Erhalt einzelner Gebäude dient , sondern auch der Bewahrung historischer Zusammenhänge und gewachsener Ortsbilder.
Der Rundgang durch Heide zeigte eindrucksvoll, dass Geschichte nicht nur in einzelnen Bauwerken zu finden ist. Sie steckt ebenso in Plätzen, Straßen und gewachsenen städtebaulichen Gesamtstrukturen.
Der Rundgang war Teil des Themenjahres „Städtebauliche Denkmalpflege“, welches das Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Stadtkernatlas Schleswig-Holstein“ ausgerufen hat. Ziel des Themenjahres ist es, historische Stadtkerne als bedeutendes baukulturelles Erbe stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken und ihre Rolle für die Identität von Städten und Gemeinden hervorzuheben.
Highlight der Tour war der Abschluss auf dem Rathausturm mit Blick auf den Heider Marktplatz: Christiane Feist, Untere Denkmalschutzbehörde des Kreises Dithmarschen, Stephanie Röming, Landesamt für Denkmalpflege, und Günter Lenkeit, Stadtführer der Heide Stadtmarketing GmbH freuen sich über das große Interesse. (v.l.)
Stephanie Röming, Fachdezernentin für Städtebauliche Denkmalpflege beim Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, erläutert den Teilnehmenden des Stadtspaziergangs in Heide die Besonderheiten des Marktplatzes.
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