Daniel Werner wird Pastoralreferent und Diakon im Hauptberuf in Münster-Hiltrup; Nur Diakon der Pfarrei Hiltrup
Daniel Werner wird Pastoralreferent und Diakon im Hauptberuf - Bistum Münster
21.08.2026, 13:08 Uhr , Stadtdekanat Münster Personalien Pfarreien Seelsorge Stadtdekanat Münster
„Einfach daneben setzen“, sagt Werner rückblickend. Für den Ständigen Diakon gehört genau das zur Seelsorge: wahrnehmen, was gerade passiert, sich Zeit nehmen und offen sein für das, was sich entwickelt: „Ich möchte, dass die Menschen merken: Da ist jemand, der mich sieht und mich ernst nimmt.“
Seit dem 1. August arbeitet der 44-Jährige als Pastoralreferent und Diakon im Hauptberuf als Krankenhausseelsorger in der Fachklinik Hornheide – mit Anbindung an das Seelsorgeteam des Universitätsklinikums Münster (UKM) – und in der Pfarrei St. Clemens in Münster-Hiltrup. Am Sonntag, 27. September, wird er gemeinsam mit 15 weiteren Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten von Bischof Dr. Heiner Wilmer im St.-Paulus-Dom für seinen Dienst beauftragt.
Für Werner ist das der nächste Schritt auf einem ungewöhnlichen beruflichen Weg. Noch vor wenigen Jahren arbeitete der gelernte Versicherungsfachwirt bei der LVM-Versicherung. Gleichzeitig engagierte er sich in seiner Heimatpfarrei St. Clemens – unter anderem als Lektor und Kommunionhelfer, in der Bücherei und im Gemeindecafé. 2022 wurde er zum Ständigen Diakon mit Zivilberuf geweiht. Schon während seiner Diakonatsausbildung hatte er gespürt, dass er sich eine Tätigkeit als Diakon im Hauptberuf vorstellen konnte.
„Ich habe gemerkt, dass ich mich nicht nur zum Amt des Diakons berufen fühle, sondern das wirklich mit meiner ganzen Arbeitskraft machen möchte“, erzählt Werner. Es folgte die dreijährige Ausbildung zum Pastoralreferenten in der Pfarrei St. Liudger in Münster. Er unterrichtete unter anderem an einer Grundschule, arbeitete in der Erstkommunion- und Firmkatechese, übernahm Predigtdienste, Taufen und Beerdigungen.
Die Vorfreude auf die Tätigkeit in der Krankenhausseelsorge ist groß. Schon 2018 absolvierte er ein halbjähriges Praktikum am Universitätsklinikum Münster. „Mich fasziniert, dass ich mit unterschiedlichen Menschen – meist in besonderen Lebenslagen – ins Gespräch komme, die jemanden brauchen, der ihnen zuhört, wenn sie Angst haben oder wenn etwas in ihrem Leben aus den Fugen gerät.“
Eine seiner ersten Erfahrungen in der Fachklinik Hornheide hat ihm das unmittelbar gezeigt. Eine Patientin hatte große Angst vor einer bevorstehenden Verlegung ins Universitätsklinikum. Werner setzte sich zu ihr, sie sprachen fast 45 Minuten. Kirche und Glauben war dabei zunächst kein Thema. Erst am Ende fragte er, ob er in der Kapelle eine Kerze für sie anzünden dürfe. Die Patientin erschrak – für sie klang das nach einem Zeichen des Abschieds. „Erst als ich ihr erklärte, dass ich dies nach jedem Gespräch, auch nach Taufgesprächen, anbiete, hat sie sich über die Geste gefreut“, erzählt er.
“Bei jedem Gespräch zu zweit sind wir mindestens zu dritt”
Immer wieder macht der Diakon die Erfahrung: „Bei jedem Gespräch zu zweit sind wir mindestens zu dritt.“ Auch wenn Gott nicht ausdrücklich Thema ist, glaubt er an Gottes Gegenwart. Zugleich möchte er niemandem seinen Glauben aufdrängen. Die gesamte Klinik versteht er als eine Art Gemeinde – mit Patientinnen und Patienten ebenso wie Angehörigen und Mitarbeitenden.
„In der Pfarrei ist es wie nach Hause kommen“, sagt Daniel Werner über seinen zweiten Einsatzort. Dort wird er unter anderem Taufen und Beerdigungen begleiten, predigen und eine Grundschule seelsorglich betreuen. Auch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit will er sich einbringen und das Social-Media-Team unterstützen. Nach drei Jahren, in denen er sein Ehrenamt in Hiltrup bewusst zurückgestellt hatte, kehrt er nun in anderer Rolle zurück: „Ich bin jetzt der einzige Diakon in der Pfarrei“, sagt Werner. Auch im Pfarreirat möchte er deshalb wieder mitarbeiten.
Ob im Krankenhaus oder in der Pfarrei – Daniel Werner möchte den Menschen mit einer bestimmten Haltung begegnen: „Jeder Mensch ist ein Abbild Gottes“, sagt er. Gerade in Situationen, in denen vieles unsicher oder aus den Fugen geraten ist, möchte er ansprechbar sein – ohne fertige Antworten, aber mit Zeit und einem offenen Ohr. Dass er diese Haltung nun zu seinem Beruf machen kann, empfindet der 44-Jährige als großes Privileg.