Stadt Halle (Saale) Barock & Proud im Stadtmuseum Halle; Rund 300 Besucher, positive Resonanz

Tagged Pdf

1

Stadt Halle (Saale) 12. August 2026 Geschäftsbereich Kultur und Sport

Sitzung des Stadtrates am 26.08.2026 Anfrage der AfD-Stadtratsfraktion zur Veranstaltung „Barock & Proud“ im Stadtmuseum Vorlagen Nummer: VIII/2026/02792 TOP: 12.1

Antwort der Verwaltung:

  1. Welcher Zusammenhang besteht zwischen einem Festival für klassische Musik und der Veranstaltung „Barock & Proud“?

Die Veranstaltung „Barock & Proud“ war Bestandteil des offiziellen Programms der Händel- Festspiele 2026 unter dem Motto „Mannsbilder: Helden, Herrscher, Herzensbrecher“. Das Festspielprogramm nahm ausdrücklich historische und gegenwärtige Vorstellungen und Inszenierungen von Männlichkeit in den Blick. Neben Opern, Oratorien und klassischen Konzerten wurden 2026 auch Partys, Filmvorstellungen, Workshops, Lesungen und weitere genreübergreifende Formate in das Programm aufgenommen, um auch Menschen anzusprechen, die bislang wenig Berührung mit Barockmusik hatten.

„Barock & Proud“ setzte diesen programmatischen Ansatz als interdisziplinäres Kooperationsformat von Stadtmuseum Halle und Stiftung Händel-Haus um. Der Abend verband barocke Arien und eine Führung zur Geselligkeit im 18. Jahrhundert im Christian- Wolff-Haus mit einer Fashion-Performance, elektronischer Musik sowie einer musikalischen Nachtlesung zu Männlichkeit und gesellschaftlichen Rollenbildern.

Die Fashion-Performance war eine Kollaboration von Studierenden und Absolventinnen und Absolventen der BURG Giebichenstein Kunsthochschule Halle, der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Gezeigt wurden unter anderem Kollektionen von Loris Stephan, Leon Sebastian Leiß und Jens Schabbach. Loris Stephan und Leon Sebastian Leiß sind Absolventen der BURG und wurden mit dem GiebichenStein- Designpreis des Stadtmuseums Halle ausgezeichnet.

Damit bestand ein unmittelbarer inhaltlicher Zusammenhang sowohl zum Festspielmotto als auch zur programmatischen Erweiterung der Händel-Festspiele 2026 um spartenübergreifende Formate und neue Publikumsansprachen.

https://halle.de/verwaltung-stadtrat/presseportal/nachrichten/nachricht/barock-trifft-clubkultur- barock-proud-fashionparty-im-stadtmuseum

  1. Welche Kosten sind für die Veranstaltung entstanden?

Die Veranstaltung „Barock & Proud“ wurde als Kooperationsveranstaltung der Stiftung Händel-Haus im Rahmen der Händel-Festspiele und des Stadtmuseums Halle durchgeführt. Die jeweils von den Kooperationspartnern getragenen Aufwendungen werden in deren jeweiligen Rechnungsbereichen abgebildet.

2

Der vom Stadtmuseum Halle getragene Kostenanteil belief sich auf insgesamt 8.650 Euro. Die Mittel wurden aus dem regulären Haushalt des Stadtmuseums im Rahmen seiner Aufgaben- und Programmtätigkeit eingesetzt.

Die von der Stiftung Händel-Haus im Rahmen der Händel-Festspiele getragenen Kosten werden im Rechnungswesen der Stiftung abgebildet.

  1. Mit welchen Einnahmen wurde gerechnet bzw. welche Einnahmen wurden erzielt?

Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf fließen der Stiftung Händel-Haus als Veranstalterin der Händel-Festspiele zu und dienen der Finanzierung der Festspiele. Sie werden nicht als Einnahmen des städtischen Kernhaushalts vereinnahmt.

Der Förderverein des Stadtmuseums erzielte am Veranstaltungsabend Einnahmen im Rahmen seines wirtschaftlichen Zweckbetriebs. Diese sind keine Einnahmen des städtischen Haushalts. Die Mittel des Fördervereins werden entsprechend dessen Vereinszweck zur Unterstützung des Stadtmuseums eingesetzt, beispielsweise für den Ankauf von Objekten.

  1. Wie viele Gäste nahmen teil?

An der Veranstaltung „Barock & Proud“ nahmen insgesamt rund 300 Besucherinnen und Besucher teil. Die Gäste setzten sich aus dem klassischen Stammpublikum der Händel-Festspiele, kulturinteressierten Gästen sowie einem klassikfernen Publikum zusammen, das über dieses Format erstmals einen Zugang zu den Händel-Festspielen und zum Stadtmuseum fand.

Die Altersstruktur der Besucherinnen und Besucher bewegte sich überwiegend in einer Spanne von etwa 20 bis 60 Jahren und weist damit ebenfalls auf eine breit gefächerte Ansprache unterschiedlicher Generationen hin. Die Resonanz am Abend war durchweg positiv.

Die offizielle Bilanz der Händel-Festspiele 2026 nennt „Barock & Proud“ ausdrücklich als ein Projekt, das große Resonanz erfahren hat.

https://halle.de/verwaltung-stadtrat/presseportal/nachrichten/nachricht/bilanz-haendel- festspiele-halle-2026-positiv-auslastung-deutlich-gestiegen

  1. Gab es städtische Förderungen? In welcher Höhe?

Die Stiftung Händel-Haus erhält im Rahmen ihrer Grundfinanzierung eine Zuwendung aus dem städtischen Haushalt (PSP-Element 1.28104). Eine separate Förderung für die Händel- Festspiele erfolgt nicht. Der städtische Anteil für die Kooperationsveranstaltung ist der Antwort zu Frage 2 zu entnehmen.

  1. Welchen Anspruch haben die Händel-Festspiele für sich selbst?

Die Frage nach dem grundsätzlichen Anspruch der Händel-Festspiele kann durch das Stadtmuseum Halle nicht beantwortet werden, da dies in die Zuständigkeit der Stiftung Händel-Haus und der künstlerischen Leitung fällt.

3

Bezogen auf die konkrete Veranstaltung „Barock & Proud“ lässt sich jedoch festhalten, dass diese als interdisziplinäres Kooperationsformat konzipiert wurde und unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen (Mode, Musik, Literatur) miteinander verband.

Die Veranstaltung erwies sich zudem als positiver Kommunikationsanlass mit überregionaler medialer Berichterstattung (u. a. MDR-Radio und -Fernsehen, Deutschlandfunk, SWR) und trug damit zur Sichtbarkeit des Kulturstandortes Halle (Saale) bei.

Zugleich entsprach sie in ihrer Umsetzung dem Ziel, neue Zielgruppen zu erschließen und unterschiedliche kulturelle Milieus zusammenzuführen.

Dr. Judith Marquardt Beigeordnete für Kultur und Sport