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title: "Stiftung Kinder forschen präsentiert Handout zum Fachgespräch im Bundestag, Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren und Jugend; 32,5k Teilnahmen 2025, 94k Pädagog:innen"
sdDatePublished: "2026-08-21T11:14:00Z"
source: "https://www.bundestag.de/resource/blob/1205486/Anlagenkonvolut-20-Sitzung.pdf"
topics:
  - name: "education policy"
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  - "Hamburg"
  - "Germany"
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Stiftung Kinder forschen präsentiert Handout zum Fachgespräch im Bundestag, Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren und Jugend; 32,5k Teilnahmen 2025, 94k Pädagog:innen

Microsoft Word - Anlagenkonvolut 20. Sitzung.docx

Dem Ausschuss wurden die vorliegenden Dokumente in nicht barrierefreier Form
zugeleitet.
Anlagenkonvolut
zum Wortprotokoll der 20. Sitzung
des Ausschusses für Bildung, Familie,
Senioren, Frauen und Jugend
am 25. März 2026

21. Wahlperiode
Ausschuss für Bildung, Familie,
Senioren, Frauen und Jugend
Hintergrundinformationen
zum Fachgespräch des Ausschusses für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
am Mittwoch, den 25. März 2026
Dr. Tobias Ernst, Vorstand der Stiftung Kinder forschen
Ausschussdrucksache 21(13)33
vom 20. März 2026
21. Wahlperiode
Ausschuss für Bildung, Familie,
Senioren, Frauen und Jugend
Anlage 1

Handout zum Fachgespräch „Kinder und Jugendliche für MINT begeistern
– Kinder forschen, Jugend forscht“

Stiftung Kinder forschen im Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen
Bundestags am 25. März 2026

Die Stiftung Kinder forschen fördert seit 25 Jahren eine fragend-forschende Haltung bei Kindern. Die
Auseinandersetzung mit Fragen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT)
stärkt ihre Neugier sowie ihre Lern- und Denkfreude. Dabei geht es nicht nur um fachliches MINT-Wissen,
sondern vor allem darum, dass Kinder Fähigkeiten entwickeln, die kreatives, erfinderisches und kritisches
Denken fördern. Der alltägliche Umgang mit Natur und Technik unterstützt Kinder zudem darin,
Verantwortung für sich selbst, für andere und für ihre Welt zu übernehmen. Es ist also unerlässlich, dass die
MINT-Bildung einen wichtigen Stellenwert erhält und entlang der Bildungskette bereits ab der Kita gefördert
wird.

Die Stiftung Kinder forschen richtet sich an pädagogische Fach- und Lehrkräfte in Kita, Hort/Ganztag und
Grundschule. Sie bietet ein bundesweites Fortbildungsprogramm zu MINT & BNE-Themen, pädagogische
Materialien, Broschüren, kurze digitale Lerneinheiten und veranstaltet regionale Fachtage. Zudem können
sich Bildungseinrichtungen zertifizieren lassen. Dabei wird sie in ganz Deutschland von 175 lokalen
Netzwerkpartnern bei der Verbreitung ihrer Bildungsangebote unterstützt. Hinzu kommen digitale
Bildungsangebote, die online frei verfügbar sind und sich direkt an Kinder und Eltern richten.

Bisher nahmen rund 94.000 Pädagog:innen an Fortbildungen der Stiftung teil. Allein im Jahr 2025 gab es
über 13.000 Präsenzteilnahmen von Pädagog:innen am Angebot der Stiftung sowie zusätzlich rund 19.500
Teilnahmen am digitalen Fortbildungsangebot. Mit eigenen Monitoring- und Evaluationsmaßnahmen
untersucht die Stiftung regelmäßig die Wirkungen des Bildungsprogramms auf pädagogische Fach-, Lehr-
und Leitungskräfte. Laut einer Befragung im Jahr 2025 kennen über 90% der Kita- und Hort-Leitungen und
64% der Grundschullehrkräfte die Stiftung Kinder forschen.

Die Stiftung möchte auch in Zukunft zur Bewältigung aktueller Herausforderungen im Bildungssystem
beitragen. Entdeckendes und forschendes Lernen in MINT stärkt nicht nur das fachliche Verständnis von
Kindern, sondern auch ihre Sprachkompetenzen. Das Potenzial, MINT- und Sprachbildung gemeinsam zu
fördern, wird in Kitas und Grundschulen bislang oft noch nicht ausgeschöpft. Ein zentraler Ansatzpunkt ist
dabei aus unserer Sicht eine datengestützte Diagnostik, mit der individuelle Kompetenzstände erkannt und
Kinder gezielt unterstützt werden können.
Zukünftig wird sich die Stiftung zudem stärker mit der Verknüpfung von entdeckendem und forschendem
Lernen und der Förderung von Selbstregulationskompetenzen befassen. Die Fähigkeit zur Selbstregulation
entscheidet nicht nur über individuellen Bildungs- und Lebenserfolg sowie mentale Gesundheit, sondern auch
darüber, wie souverän Menschen mit den Herausforderungen unserer Zeit umgehen können.

21. Wahlperiode
Ausschuss für Bildung, Familie,
Senioren, Frauen und Jugend
Hintergrundinformationen
zum Fachgespräch des Ausschusses für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
am Mittwoch, den 25. März 2026
Dr. Jessica Bönsch, geschäftsführende Vorständin von Jugend forscht e.V.
Ausschussdrucksache 21(13)34
vom 20. März 2026
21. Wahlperiode
Ausschuss für Bildung, Familie,
Senioren, Frauen und Jugend
Anlage 2

Stellungnahme

der Stiftung Jugend forscht e. V.
zum öffentlichen Fachgespräch

„Kinder und Jugendliche für MINT begeistern –
Kinder forschen, Jugend forscht.“

im Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend

am 25. März 2026

Sachverständige:

Dr. Jessica Bönsch
Stiftung Jugend forscht e. V.
Hamburg

Stiftung Jugend forscht e. V.
2
Zusammenfassung
Die Bedeutung der MINT-Bildung für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung
Deutschlands ist hoch. Sie ist Voraussetzung für Innovationsfähigkeit und die Bewältigung
zentraler Herausforderungen und zugleich Teil einer umfassenden Allgemeinbildung, die dazu
befähigt, wissenschaftliche Erkenntnisse sowie technologischen Fortschritt einzuordnen und
fundierte Urteile zu treffen. Aktuelle Befunde, insbesondere der IQB-Bildungstrend 2024, zeigen
jedoch rückläufige Kompetenzen in Mathematik und Naturwissenschaften. Damit verbunden ist
ein wachsender Handlungsbedarf, mehr junge Menschen für MINT zu gewinnen und zentrale
Fähigkeiten wissenschaftlichen Denkens zu stärken.
Ein wirksamer Ansatz hierfür ist das Forschende Lernen, das eigenständiges Fragen,
Untersuchen und Reflektieren in den Mittelpunkt stellt. Mit dem Wettbewerb Jugend forscht
existiert dafür ein etabliertes und bewährtes Praxisbeispiel, das jährlich mehr als 11 000
Kinder und Jugendliche erreicht und MINT-Begeisterung fördert. Seit mehr als sechs Jahrzehnten
betreibt Jugend forscht wirkungsvoll MINT-Förderung. Mehr als 350 000 Kinder und Jugendliche
haben sich seit 1965 beteiligt. Neun von zehn erfolgreichen Teilnehmenden studieren später ein
MINT-Fach. Entscheidende Grundlagen dieser Erfolgsbilanz sind zusätzlich zur Verwirklichung
des Forschenden Lernens die individuelle Förderung junger Menschen sowie die Organisation
von Jugend forscht als bundesweites Netzwerk, das regional Wirkung entfaltet.
Gleichzeitig zeigt sich, dass noch nicht alle Zielgruppen gleichermaßen erreicht werden. Vor
diesem Hintergrund gilt es, Forschendes Lernen stärker in die Breite zu tragen, zusätzliche
Zugänge zu schaffen und durch die Einbindung weiterer Akteure sowie die Verknüpfung
schulischer und außerschulischer Lernorte mehr junge Menschen zu erreichen.
Um noch mehr junge Menschen für MINT zu begeistern und gezielt zu fördern, hat Jugend forscht
vor dem Hintergrund einer 2024 veröffentlichen Evaluation einen Strategieprozess gestartet. Ein
zentrales Ergebnis dieses Prozesses ist ein Konzept für den Ausbau des Forschenden Lernens über
den Kernwettbewerb hinaus. Folgende Maßnahmen sollen mit Unterstützung des Bundes darauf
einzahlen, mehr Kinder und Jugendliche für MINT zu begeistern:
1. Aufbau einer Infrastruktur für Rekrutierung, Ausbildung und Qualifizierung von MINT-
Ehrenamtlichen mit dem Ziel, in zehn Jahren bundesweit weitere 10 000 Jugendliche jährlich
Zugang zum Forschenden Lernen zu verschaffen und als potenzielle Teilnehmende des
Wettbewerbs in Vorformaten zu sichten sowie 1 000 zusätzliche aktive Ehrenamtliche
bundesweit im Einsatz zu haben.
2. Aufbau eines Social-Media-Kanals mit dem Schwerpunkt „Forschendes Lernen“, der
gleichermaßen von Ehrenamtlichen wie von Projektbetreuenden aus unterschiedlichen
Kontexten genutzt werden kann, Anreize für das Forschende Lernen schafft, die zusätzliche
Ehrenamtsrolle stützt und neuen Projektbetreuenden den Einstieg in das Forschende Lernen
erleichtert.
3. Stärkung von Regionen mit noch geringer Jugend forscht Aktivität, insbesondere dort,
wo Jugend forscht Wettbewerbe auf wenigen Erarbeitungsorten und Projektbetreuenden
fußen.
4. Stabilisierung der Landesnetzwerkkoordination von Jugend forscht, um regionale weiße
Flecken, Bedarfe und Förderstrukturen noch besser zu kennen und zu nutzen sowie die
Infrastruktur für das MINT-Ehrenamt gemeinsam mit Partnern skalieren zu können.
5. Gezielte Ansprache und Förderung bisher noch unterrepräsentierter Zielgruppen im
Wettbewerb (Auszubildende, Herkunft aus unterrepräsentierten Regionen, weitere Steigerung
des Anteils von Mädchen, nicht-gymnasiale Schulformen).
Die geplanten Maßnahmen zielen auf den Aufbau nachhaltiger Strukturen für das Forschende
Lernen. Die Pilotphase ist daher mehrjährig und als lernendes System angelegt, in dem
Maßnahmen schrittweise umgesetzt, ausgewertet und weiterentwickelt werden. Ziel ist es, eine
fundierte Grundlage für eine Entscheidung über eine mögliche Verstetigung zu schaffen.

Stiftung Jugend forscht e. V.
3
Kinder und Jugendliche für MINT begeistern

1. Ausgangslage und Hintergrund
Die Bedeutung der MINT-Bildung für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung
Deutschlands ist hoch. Qualifizierte Fachkräfte in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften
und Technik tragen wesentlich zur Innovationsfähigkeit und zur Bewältigung zentraler
Herausforderungen wie Klimawandel, Gesundheit oder nachhaltige Entwicklung bei. Gleichzeitig
ist MINT-Bildung Teil einer umfassenden Allgemeinbildung. Sie befähigt dazu, wissenschaftliche
Erkenntnisse einzuordnen, Fakten zu prüfen und sich fundierte Urteile zu bilden. Dies gewinnt
vor dem Hintergrund eines beschleunigten technologischen Wandels wie auch für die Stabilität
demokratischer Prozesse zunehmend an Bedeutung.
Aktuelle empirische Befunde, insbesondere der IQB-Bildungstrend 2024, zeigen jedoch, dass die
mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern
rückläufig sind. Dies betrifft auch grundlegende Prozesse der Erkenntnisgewinnung, die für
wissenschaftliches Denken und Problemlösefähigkeit zentral sind. Vor diesem Hintergrund
besteht ein deutlicher Handlungsbedarf, MINT-Bildung qualitativ weiterzuentwickeln und mehr
junge Menschen für naturwissenschaftlich-technische Fragestellungen zu gewinnen.
Ein wirksamer Ansatz hierfür ist das Forschende Lernen. Es ermöglicht Schülerinnen und
Schülern, eigene Fragestellungen zu entwickeln, Untersuchungen selbstständig durchzuführen
sowie Ergebnisse kritisch zu reflektieren und zu kommunizieren. Dadurch erwerben sie zentrale
Kompetenzen wissenschaftlichen Arbeitens und stärken zugleich ihre Problemlösefähigkeit und
Selbstständigkeit. Naturwissenschaftliche Bildung gelingt besonders dann nachhaltig, wenn
Lernende in solche authentischen, handlungsorientierten Prozesse eingebunden sind.
Mit dem Wettbewerb Jugend forscht existiert seit mehr als 60 Jahren ein bewährtes
Praxisbeispiel für die Förderung Forschenden Lernens. Der Wettbewerb erreicht jährlich mehr als
11 000 Kinder und Jugendliche und trägt dazu bei, MINT-Begeisterung sowie wissenschaftliche
Kompetenzen zu stärken. Gleichzeitig zeigt sich, dass damit bislang nur ein Teil der Schülerinnen
und Schüler erreicht wird. Insbesondere in bestimmten Schulformen und Regionen bestehen
weiterhin Zugangsbarrieren.
Vor diesem Hintergrund soll Forschendes Lernen stärker in die Breite getragen werden, damit
systematisch mehr junge Menschen Zugang zu Forschendem Lernen erhalten. Ziel ist es,
frühzeitig Interesse und Kompetenzen zu fördern, bislang nicht erreichte Talente zu identifizieren
und zusätzliche Zugänge zu schaffen. Eine stärkere Einbindung von Ehrenamtlichen über den
Kreis der bereits sehr aktiven MINT-Lehrkräfte hinaus, insbesondere aus der Gruppe der Alumni
des Wettbewerbs, sowie die Verknüpfung schulischer und außerschulischer Lernorte können
hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.

2. Wie begeistert Jugend forscht Kinder und Jugendliche für MINT?
Auf eine kompakte Formel gebracht: Die Teilnahme am Wettbewerb verbindet
interessengeleitetes Lernen mit Fachwissen, Erkenntnisgewinn und Spaß. Sie eröffne