---
title: "Stadt Stuttgart löst Waldbeirat auf; 27.000 Euro Einsparsumme"
sdDatePublished: "2026-08-21T12:11:00Z"
source: "https://greenwire.greenpeace.de/system/files/2026-08/2026-08-19-Forst-STZ-Innovativer%20Waldbeirat%20Stuttgart%20aufgel%C3%B6st.pdf"
topics:
  - name: "environmental policy"
    identifier: "medtop:20000423"
  - name: "government policy"
    identifier: "medtop:20000621"
  - name: "local authority"
    identifier: "medtop:20000612"
  - name: "public inquiry"
    identifier: "medtop:20001262"
  - name: "sustainability"
    identifier: "medtop:20001374"
locations:
  - "Lübeck"
  - "Stuttgart"
---


Stadt Stuttgart löst Waldbeirat auf; 27.000 Euro Einsparsumme

Nr. 190 | Mittwoch, 19. August 2026
STUTTGARTER ZEITUNG
Von Judith A. Sägesser
Stuttgart. Als sie erfuhr, dass es den Wald-
beirat nicht mehr gibt, da waren schon Fak-
ten geschaffen, das Gremium war seit einem
Vierteljahr aufgelöst. „Ich war geschockt“,
sagt die Stuttgarterin, die ihren Namen nicht
veröffentlichen will. Erstens von der Ent-
scheidung, zweitens vom Vorgehen. Sie war
stellvertretendes Mitglied, und bislang nur
einmal bei einer Sitzung. Jörg Noetzel ging
es ähnlich. Er sagt, er habe über Umwege er-
fahren, dass der Waldbeirat Geschichte ist.
„Ein Gremium
für Bürgerbeteiligung
 und fachlichen Austausch
wird abgeschafft, obwohl
seine konkrete Einsparwirkung
nicht bekannt ist.“
Ken Spohrer, Ansprechpartner für
Waldschutz bei Greenpeace Stuttgart
Noetzel hat das Gremium, das bundesweit
Beachtung fand, im Jahr 2019 mit begründet.
Die Idee hinter dem Stuttgarter Waldbeirat:
Bürger und Interessenträger miteinander zu
vernetzen und durch Information Konflikte
zu verhindern. Die gab es in der Vergangen-
heit in Stuttgart oft wegen „Abholzungen“.
Am 26. März 2026 ging bei den Mitglie-
dern des Waldbeirats jenes Schreiben der
Stadt ein, das die Waldbeiräte erst einmal
ratlos gemacht hat. Ein Unding, findet Jür-
gen Gesierich vom Arbeitskreis Wald bei
Greenpeace Stuttgart. Die Mitglieder hätten
erstmals nach drei Monaten offiziell erfah-
ren, dass es den Waldbeirat nicht mehr gibt.
Greenpeace Stuttgart geht mit dem Vor-
gang nun an die Öffentlichkeit; erst jetzt,
weil es noch Hintergrundrecherchen bedurf-
te. Die Auflösung des Waldbeirats sei ein
„ein Offenbarungseid“, sagt auch Ken Spoh-
rer, Ansprechpartner für Waldschutz bei
Greenpeace Stuttgart. „Ein Gremium für
Bürgerbeteiligung und fachlichen Aus-
tausch wird abgeschafft, obwohl seine kon-
krete Einsparwirkung nicht bekannt ist.“
Die Stadt Stuttgart gibt an, den Waldbei-
rat „aufgrund der Maßnahmen im Zuge der
Haushaltskonsolidierung“ eingespart zu ha-
ben. So ist es in dem Brief an die Waldbeiräte
zu lesen. Wie hoch der Einsparbetrag kon-
kret ist, hat Greenpeace bisher noch nicht er-
fahren. Die Stuttgarterin, die von der Post im
März kalt erwischt wurde, sagt: „Ums Geld
ging es mir doch nie.“ Sie habe zudem auch
nie etwas bekommen.
Auf Nachfrage unserer Redaktion teilt die
Stadt Stuttgart mit, dass für den Waldbeirat
in den Jahren 2024 und 2025 jeweils 5133
Euro im Haushalt eingeplant waren; in den
Jahren zuvor seien es 4400 Euro pro Jahr ge-
wesen, weil die Entschädigungen niedriger
gewesen seien. Aktuell liegen sie bei 60 Euro
für sachkundige Mitglieder und bei 80 Euro
(ab drei Sitzungsstunden) für Stadträte. Ins-
gesamt seien sieben Gremien gestrichen
worden, die gesamte Einsparsumme liege bei
27.000 Euro.
Die Stadt kündigt in ihrem Schreiben an
die ehemaligen Waldbeiräte sogenannte
Waldgespräche als Alternative an. „Zum Bei-
spiel in Form eines Waldbegangs.“ Die Ter-
mine und das Exkursionsthema würden auf
der Homepage der Stadt veröffentlicht, die
Teilnehmerzahl werde auf 25 Personen be-
grenzt sein.
„Das ist für uns viel zu unzureichend“,
sagt Ken Spohrer. Man wolle nun öffentlich
Druck machen, in der Hoffnung, dass der
Waldbeirat doch noch eine Chance hat. „Hier
ist etwas gründlich schief gelaufen, was
schnell öffentlich diskutiert und korrigiert
werden muss“, sagt Lutz Fähser, Leitender
Forstdirektor im Ruhestand aus Lübeck.
„Wälder im Eigentum einer Stadt gehören
kollektiv allen Menschen dieser Stadt. Der
Waldbeirat der Stadt Stuttgart muss umge-
hend wieder eingesetzt werden.“
Nach einem Vortrag von Lutz Fähser und
aufgrund seiner Empfehlung wurde 2019 der
Waldbeirat in Stuttgart gegründet. Seit sei-
nem Bestehen wurde der Stuttgarter Stadt-
wald sowohl FSC als auch Naturland zertifi-
ziert.
Innovativer Waldbeirat Stuttgart aufgelöst
Der angesehene Waldbeirat wurde wegen des Haushaltslochs
aufgelöst. Dabei sagen die Mitglieder: ums Geld ging es ihnen nie.
Um den Wald in Stuttgart gab es in der Vergangenheit viele Konflikte. Der Waldbeirat hat von
2019 bis 2025 dazu beitragen, dass es friedlicher zugeht.
Foto: dpa/Andreas Arnold