---
title: "Christina Schumacher: Wohnen für alle in Hochhäusern? Zürich; Gemeinderat senkt Hochhausgebiete ab 60 m Gestaltungsplanpflicht"
sdDatePublished: "2026-08-21T06:08:00Z"
source: "https://www.hochparterre.ch/magazin/hochhaus-debatte/christina-schumacher-wohnen-fuer-alle-in-hochhaeusern-1"
topics:
  - name: "housing and urban planning policy"
    identifier: "medtop:20000628"
  - name: "real estate"
    identifier: "medtop:20000241"
  - name: "public housing"
    identifier: "medtop:20001290"
  - name: "referendum"
    identifier: "medtop:20000584"
  - name: "architecture"
    identifier: "medtop:20000032"
  - name: "social services"
    identifier: "medtop:20000820"
locations:
  - "Zürich"
  - "Switzerland"
---


Christina Schumacher: Wohnen für alle in Hochhäusern? Zürich; Gemeinderat senkt Hochhausgebiete ab 60 m Gestaltungsplanpflicht

Christina Schumacher: «Wohnen für alle in Hochhäusern?» | Hochparterre

login container Kontoübersicht Adressangaben Abos Bestellungen abmelden

Verlag Stellenplattform Über uns Publizistische Leitlinien Nachhaltigkeit Buchhandlung Mediadaten Sponsored Content Edition Hochparterre Sitzungszimmer mieten

Shop Stellenplattform Edition Hochparterre Hochparterre Hochparterre Wettbewerbe Themenhefte Werkplatz Spezial Neuerscheinungen Architekturführer Grundrissfibeln

Noch keine Artikel im Warenkorb Total Zur Kasse

Christina Schumacher: «Wohnen für alle in Hochhäusern?»

Am 27. September stimmt Zürich über neue Hochhausrichtlinien ab. Damit steht eine alte Frage erneut zur Debatte: Was tragen Hochhäuser zur Stadt bei? In Zusammenarbeit mit dem BSA ZAGG publizieren wir eine Serie von Meinungsbeiträgen. Heute: Christina Schumacher.

Wohnen für alle in Hochhäusern?

Das Wohnen im Hochhaus ist zweifellos attraktiv: Wer oben wohnt, sieht über die Stadt, wer unten wohnt, schaut ins Grüne: Dank kleinem baulichem Fussabdruck bleibt mehr Platz für kühlende Freiflächen.

Aber passen Hochhäuser für alle – für Kinder, Eltern, Senior:innen, Menschen mit schmalem Budget?

Seit dem Bau der ersten Wohnhochhäuser während der Trentes Glorieuses bezweifelten viele deren Familientauglichkeit. Diese Annahme ist überholt. Heutigen Lebensrealitäten kommen schlanke Häuser mit dichten Nachbarschaften, umliegenden Freiräumen und kurzen Wegen zu Quartierinfrastrukturen entgegen. Nahezu alle Eltern und Kinder in der Stadt Zürich verbringen weniger Zeit zu Hause. Der überwiegende Teil der Vor- und Primarschulkinder wird tagsüber ausserfamiliär betreut, die Nachfrage nach Kursen und Freizeitangeboten nimmt stetig zu. Kinder sollen diese Angebote möglichst selbständig, idealerweise zusammen mit Nachbarskindern, erreichen können. Das geht am besten, wenn die Wege kurz sind und in der Nachbarschaft viele Kinder leben. Dichte Quartiere bieten dafür gute Voraussetzungen.

Auch für die Lebensqualität der wachsenden älteren Generation sind eine verbesserte Durchlüftung dank schlanker hoher Bauten, wohnnahe Grünräume, vielfältige Angebote für die Alltags- und Gesundheitsversorgung im Wohnumfeld und kurze Wege zum öffentlichen Verkehr entscheidend.

Die neuen Zürcher Hochhausrichtlinien verlangen ab 60 Metern bauliche Strukturen, die vertikale Nachbarschaften fördern. Damit alle im Hochhaus wohnen können, braucht es überdies einen angemessenen Wohnungsmix, leistbare Mieten und zugängliche Gemeinschaftsräume in den attraktiven Geschossen. Einige neu erstellte Zürcher Wohnhochhäuser zeigen bereits heute, wie zeitgemässe Hochhäuser im gemeinnützigen Wohnungsbau kostengünstig erstellt und sozial nachhaltig bewirtschaftet werden können. Von ihnen können wir lernen. Dafür ist es unabdingbar, dass hohe Häuser die Stadtgesellschaft beschäftigen und wir darüber debattieren.

Christina Schumacher ist Professorin für Soziologie am Institut Architektur FHNW Mitinhaberin des Büros sofa*p, das Soziologie für Architektur und Planung anbietet.

Hochparterre und der BSA ZAGG (Bund Schweizerischer Architektinnen und Architekten, Ortsgruppe Zürich, Aargau, Glarus, Graubünden) veröffentlichen ab dem 17. August eine Serie mit Meinungsbeiträgen zur zur Hochhaus-Debatte. Was können Hochhäuser zu einer zeitgemässen Stadt beitragen? Wo liegen ihre städtebaulichen, gesellschaftlichen räumlichen Qualitäten – und wo ihre Defizite? Was bedeutet der Bau neuer Hochhäuser fürs Klima, für die Wohnkrise und für die Raumentwicklung der Schweiz im Allgemeinen?

Hintergrund ist die bevorstehende Abstimmung in der Stadt Zürich vom 27. September 2026 . Entschieden wird über die neuen Hochhausrichtlinien. Dabei steht der ursprüngliche Vorschlag des Stadtrats einer stark veränderten Vorlage des Gemeinderats gegenüber.

Der Stadtrat hatte die geltenden Hochhausrichtlinien aus dem Jahr 2001, den Ergänzungsplan und die BZO an heutige ökologische und soziale Anforderungen angepasst. Die stadträtliche Vorlage orientiert sich dabei an drei Höhenstufen für Hochhäuser: 40, 60 und 80 Meter. Jede Stufe hat spezifische Anforderungen, ab 80 Metern gilt eine Gestaltungsplanpflicht. Die mögliche Fläche für den Bau von Hochhäusern bleibt im Vergleich zum Ergänzungsplan von 2002 gleich gross. Innerhalb der Hochhausgebiete gibt es aber Verschiebungen: Neu werden sensible Gebiete wie Hanglagen und Quartierhaltungszonen ausgeschlossen. Dafür wird das Hochhausgebiet bis 40 Meter vergrössert. Das Gebiet für Hochhäuser bis 80 Meter wird zugunsten eines neu eingeführten 60‑Meter‑Gebiets verkleinert. Für Hochhäuser über 80 Meter braucht es wie bisher einen Gestaltungsplan und somit die Zustimmung von Stadt- und Gemeinderat.

Der Gemeinderat hat die Vorlage des Stadtrats umfassend verändert, indem er die Hochhausgebiete deutlich verkleinerte, insbesondere jene, in denen 40-Meter-Hochhäuser erlaubt wären. Schon ab 60 Meter hohen Häusern soll zudem eine Gestaltungsplanpflicht gelten. Ein 80-Meter-Hochhaus darf in der Version des Gemeinderats nur entlang der Gleise und in Oerlikon gebaut werden.

Eine Minderheit des Gemeinderats hat gegen die abgeänderte Vorlage das Referendum egriffen. Der Stadtrat schlägt als Gegenvorschlag die ursprüngliche Vorlage der BZO-Teilrevision vor. Deshalb entscheiden die Stimmberechtigten nun über die beiden Vorlagen. Die offiziellen Informationen zur Abstimmung sind hier zu finden.

In den kommenden Wochen publizieren wir auf Hochparterre täglich einen Meinungsbeitrag.

Wollen Sie ebenfalls zur Debatte beitragen? Textvorschläge nehmen wir unter redaktion @ hochparterre . ch gerne entgegen.

Hochparterre AG, Verlag für Architektur, Planung und Design

Telefon +41 44 444 28 88

Noch keine Artikel im Warenkorb

Hof Limmatstrasse 277 mit Blick auf Kornhaus und Löwenbräu Blacktower (Foto: Baugeschichtliches Archiv der Stadt Zürich, Bruno Bieri)

Diskutieren Sie mit und schreiben Sie einen Kommentar