JenaWasser feiert Einweihung des Hochbehälters Schweizerhöhe in Jena; letzter großer Trinkwasserspeicher für Jena fertiggestellt
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Wichtiger Meilenstein für eine sichere Trinkwasserversorgung: Hochbehälter Schweizerhöhe feierlich eingeweiht
Nach 35 Monaten Bauzeit wurde heute (21. August 2026) der neu errichtete Hochbehälter Schweizerhöhe feierlich eingeweiht. Symbolisch begossen Jürgen Hofmann, Vorsitzender des Zweckverbandes JenaWasser, André Sack, Werkleiter des Zweckverbandes JenaWasser, und Kristin Weiß, stellvertretende Werkleiterin von JenaWasser, eine Holzbank mit Trinkwasser. Die Sitzgelegenheit soll nach Abschluss aller Arbeiten am Wanderweg direkt neben dem Hochbehälter aufgestellt werden, so dass Ausflügler auf dem Weg zum Bismarckturm dort verweilen und den Ausblick auf die Stadt Jena genießen können.
„Die Eröffnung heute ist für uns ein wichtiger Meilenstein in der Umsetzung unseres Wasserversorgungskonzeptes 2040“, erklärte der JenaWasser-Verbandsvorsitzende Jürgen Hofmann . „Wir konnten damit den letzten großen Trinkwasserspeicher für Jena fertigstellen. Damit sind wir sehr gut aufgestellt, um die Trinkwasserversorgung auch in einer wachsenden Stadt wie Jena dauerhaft zuverlässig zu gewährleisten.“ In den vergangenen 25 Jahren waren die beiden Hochbehälter in Drackendorf saniert und die Hochbehälter Ost, Hochbehälter Rautal und Hochbehälter Schweizerhöhe neu errichtet worden. „Insgesamt verfügen wir in diesen fünf Anlagen über ein Speichervolumen von 28.000 Kubikmetern Trinkwasser – das entspricht dem 1,5-fachen des Tagesbedarfes von Jena“, so Hofmann.
Der Bau erfolgte unter erschwerten Bedingungen, ergänzte Werkleiter André Sack . Die Lage mitten im Stadtwald, die schmale und steile Zufahrt durch den Katharinentunnel zum Schweizerhöhenweg und die Abfahrt über das nicht minder steile Langetal brachten besondere Herausforderungen mit sich. 49,50 Meter lang, 17 Meter breit und 7,70 Meter tief ist das Bauwerk, das inzwischen teilweise unter der Erde verborgen liegt. Etwa 18.000 Tonnen Erdreich wurden ausgehoben, um den Wasserspeicher bis zu elf Meter tief in den Boden zu setzen. 1.250 Kubikmeter Beton und 360 Tonnen Stahl wurden benötigt, um den Baukörper mit seinen 45 Zentimeter dicken Wänden zu errichten. „Aufgrund der starken Steigung hier herauf konnten die Betonmischer die Baustelle nur zu 70 Prozent beladen anfahren, weil der flüssige Beton sonst hinten aus der Mischtrommel herausgeflossen wäre“, berichtet André Sack. Allein für die vorgelagerte Natursteinmauer mussten 22 Sattelzüge mit 900 Tonnen Gestein zur Baustelle gefahren werden. „Baustellen bringen immer Verkehr, Lärm und Schmutz mit sich“, so Andre Sack. „Aber angesichts dieser sehr besonderen Umstände hier möchten wir uns ganz ausdrücklich bei den Anwohnern und Gartenpächtern für ihre Geduld und ihr Verständnis für all die Einschränkungen bedanken.“
Der Hochbehälter Schweizerhöhe versorgt rund 15.000 Menschen in Jena-West und Jena-Süd, außerdem wichtige Industrie- und Wissenschaftsstandorte, wie den Beutenberg-Campus und den künftigen Zeiss-Standort. Außerdem dient er als Zwischenspeicher für die Versorgung der Gemeinden Zimmritz, Bucha und Milda im Saale-Holzland-Kreis, ergänzte die stellvertretende JenaWasser-Werkleiterin Kristin Weiß .
In seinen beiden Kammern können 5.000 Kubikmeter Trinkwasser zwischengespeichert und ins Netz weiterverteilt werden. Er stellt Reserven für Spitzenlastzeiten und Notfälle bereit, stabilisiert den Wasserdruck und sorgt für eine konstante Versorgung in allen Höhenlagen. Das Trinkwasser hier bezieht JenaWasser von der Thüringer Fernwasserversorgung (TFW). „Es stammt aus der Ohra-Talsperre unweit von Oberhof, erreicht uns aber über einen Hochbehälter der TFW in Remderoda“, erläutert Kristin Weiß. „Der Füllstand in unserem Behälter wird vom Pumpwerk Mühltal gesteuert. Von Remderoda fließt das Wasser aber im freien Gefälle“, so Kristin Weiß weiter.
Der Neubau ersetzt den bisherigen Hochbehälter aus dem Jahr 1899. Dieser entsprach nicht mehr den technischen Anforderungen und war mit einem Speichervolumen von 1.000 Kubikmetern auch deutlich zu klein. Er wurde inzwischen abgetragen. Das Gelände wird als Ausgleichsmaßnahme für den Behälterneubau renaturiert. Der Altbehälter hatte eine gewisse historische Bedeutung: Gemeinsam mit den Quellen und dem Pumpwerk im Mühltal sowie dem Hochbehälter Landgrafen ermöglichte er die erste große Erweiterung des Jenaer Trinkwassernetzes. So wurde Ende des 19. Jahrhunderts erstmals eine zuverlässige Wasserversorgung auch in den höher gelegenen Stadtteilen von Jena möglich.
Durch eine private Initiative von Dr. Philipp Zollmann konnte das zeitgenössisch verzierte Portal dieses technischen Denkmals erhalten und in den Neubau integriert werden. Finanziert aus privaten Mitteln und aus Mitteln seines in Jena ansässigen Arztsoftware-Unternehmens Zollsoft konnte das historische Zugangshäuschen durch eine Fachfirma abgetragen und neben dem Neubau wieder errichtet werden. In Zusammenarbeit mit Dr. Bernd Martens vom Verein für Jenaer Stadt- und Universitätsgeschichte entsteht zudem eine Informationstafel, die über das Bauwerk informiert und zudem auf einen Film verweist, der kurz vor dem Abbruch im Inneren des Behälters aufgenommen worden war.
Baustart für den Neubau des Hochbehälters Schweizerhöhe war im August 2023. Im April 2026 konnte der Behälter erfolgreich in Betrieb genommen werden und der Rückbau des Bestandsbehälters beginnen. Inzwischen laufen nur noch Restarbeiten im Außenbereich. Ab November erfolgt die Wiederaufforstung des Geländes und wird auch der Wanderweg wieder hergestellt. Bis Ende des Jahres sollen alle Arbeiten vollständig abgeschlossen sein. Der Zweckverband JenaWasser investierte rund 6,8 Millionen Euro in das Vorhaben.
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