Landrat Udo Witschas führt Bürgergespräch ‘Auf ein Wort’ in Baschütz; Vor-Ort-Termin geplant

Landrat dankt für Bürgergespräch in Baschütz (Region Bautzen)

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Bürgergespräch „Auf ein Wort“ mit Landrat Udo Witschas am 20.08.2026 in Baschütz – eine Zusammenfassung

Beim Bürgergespräch „Auf ein Wort“ von Landrat Udo Witschas am Donnerstag, dem 20.08.2026 in Baschütz wurden Themen besprochen, die die Einwohnerinnen und Einwohner der Region Bautzen bewegen. An der Veranstaltung im Speisesaal der Grundschule Baschütz nahmen rund 25 Gäste teil, um mit Landrat Udo Witschas, Sozi-aldezernentin Kristin Penther und Amtsleiter Jan Jeschke sowie den Bürgermeistern der Gemeinden ins Gespräch zu kommen.

Straßen und Verkehrssicherheit: konkrete Anliegen aus den Ortsteilen

Engstelle in Zockau: Lösungen für mehr Sicherheit gesucht

Ein Bürger aus Zockau (Doberschau-Gaußig) schilderte die schwierige Verkehrssituation im Ort. Besonders die enge Ortslage, fehlende Ausweichmöglichkeiten, eine unübersichtliche S-Kurve sowie der Begegnungsverkehr mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen bereiten Sorgen. Er regte Verbesserungen wie Ausweichstellen oder feste Bankettplatten bzw. eine Geschwindigkeitsbegrenzung an.

Alexander Fischer, Bürgermeister von Doberschau-Gaußig, bestätigte die Situation vor Ort und betonte, dass ein grundhafter Ausbau der Straße zwar notwendig wäre, man aber wisse, dass dies unmöglich sei. Denkbar und wünschenswert seien jedoch kleinere Lösungen wie Ausweichstellen oder andere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Landrat Udo Witschas dankte dem Bürger für die ausführliche Darstellung und die mitgebrachten Fotos. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung liege grundsätzlich im Zuständigkeitsbereich der Kommune. Gemeinsam mit den zuständigen Fachbereichen des Landkreises und der Gemeinde soll nun die Situation vor Ort geprüft werden. Der Landkreis wird sich mit der Gemeinde abstimmen und einen Vor-Ort-Termin vereinbaren. Dabei soll geprüft werden, welche Maßnahmen möglich sind.

Ortsdurchfahrt Purschwitz: grundhafter Ausbau notwendig

Eine Bürgerin aus Purschwitz (Kubschütz) sprach den Zustand der dortigen Ortsdurchfahrt an. Die Straße sei rund 100 Jahre alt, mehrfach repariert worden und insbesondere bei Veranstaltungen auf dem naheliegenden Flugplatz auch als Umleitungsstrecke belastet. Sie sei aus ihrer Sicht kein gutes Aushängeschild für den Ort.

Landrat Witschas erklärte, dass dem Landratsamt dazu bereits eine Bürgerbeschwerde sowie Fotos vorliegen. Eine reine Oberflächenreparatur der Kreisstraße werde hier jedoch nicht ausreichen. Notwendig wäre ein grundhafter Ausbau mit Erneuerung des Straßenaufbaus. Dafür müssten zunächst Planungskosten eingeplant und die notwendigen Vorarbeiten geklärt werden. Eine kurzfristige Umsetzung ist demzufolge nicht möglich, das Thema solle aber gemeinsam mit der Gemeinde weiter vorbereitet werden.

Bürgermeister von Kubschütz Olaf Reichert bestätigte, dass die Ortsdurchfahrt Purschwitz für die Gemeinde eine hohe Bedeutung habe. Auch aus Sicht des Gemeinderates müsse geprüft werden, wie das Vorhaben planerisch vorbereitet und in künftige Haushaltsplanungen aufgenommen werden kann.

Landkreis und Gemeinde werden sich zur weiteren Vorbereitung abstimmen und prüfen, welche Voraussetzungen für eine Aufnahme der Planung in den nächsten Kreishaushalt geschaffen werden können.

Barrierefreie Bushaltestellen: sichere Wege für Kinder und Fahrgäste

Ein weiterer Bürger fragte nach der Planung barrierefreier Bushaltestellen und nannte als Beispiel insbesondere die Haltestelle an der Kreisstraße in Rabitz. Hier sei nur an einer Seite der Fahrbahn eine ausgebaute Bushaltestelle vorhanden. Er verwies außerdem darauf, dass moderne Haltestellen allein nicht ausreichen, wenn die Wege dorthin unsicher bleiben. Besonders für Schulkinder müsse ein sicherer Zugang gewährleistet sein.

Landrat Witschas erklärte, dass Bushaltestellen verschiedenen Vorgaben und Förderprogrammen unterliegen. Bürgermeister Reichert ergänzte, dass Fördermöglichkeiten teilweise dazu führen, dass Haltestellen dort modernisiert werden, wo eine Förderung möglich ist, jedoch nicht immer dort, wo der größte Bedarf besteht. Entscheidend sei eine Betrachtung vor Ort gemeinsam mit Gemeinde und Fachleuten.

Landkreis und Gemeinde werden die Situation gemeinsam prüfen und nach praktikablen Lösungen suchen.

Verbindung Baschütz–B6: Verbesserungen für den Schulweg prüfen

Ein Bürger aus Kubschütz sprach die Verbindung von Baschütz zur B6 an. Ein grundhafter Ausbau sei auch hier vermutlich schwierig, aber Verbesserungen für die Sicherheit der Schulkinder, wie beispielsweise Ausbau der Bankette oder eine Entwässerung könnten helfen.

Bürgermeister Reichert bestätigte, dass insbesondere die fehlende Entwässerung ein Problem darstellt.

Landrat Witschas machte deutlich, dass angesichts der aktuellen Haushaltslage keine schnellen Versprechen gemacht werden können. Er erläuterte, dass die Ausgaben des Landkreises insbesondere im sozialen Bereich stark gestiegen seien. Viele Aufgaben würden gesetzlich vorgegeben, die Finanzierung müsse aber zu großen Teilen vor Ort getragen werden. Dadurch blieben weniger Spielräume für Infrastrukturmaßnahmen wie den Straßenbau. Trotzdem werde auch hier die Situation geprüft.

Der Landkreis schaut sich die Situation gemeinsam mit den Beteiligten an und prüft mögliche Verbesserungen

Finanzielle Herausforderungen: weniger Spielraum trotz vieler Aufgaben

Die Frage, warum notwendige Investitionen nicht schneller umgesetzt werden können, beschäftigte mehrere Teilnehmer des Abends.

Landrat Witschas erläuterte die schwierige finanzielle Situation von Landkreis und Kommunen. Während die Pflichtaufgaben, insbesondere im sozialen Bereich, deutlich gestiegen seien, würden die Mittel für andere Aufgabenbereiche knapper. Als Beispiel nannte er steigende Kosten in der Pflege und bei weiteren sozialen Leistungen.

Er betonte, dass er die Situation der Bürgermeister nachvollziehen könne. Kommunen und Landkreis wollten gestalten, würden aber durch die aktuellen Rahmenbedingungen zunehmend eingeschränkt. Aus seiner Sicht brauche es deshalb auch Veränderungen bei Vorgaben, Bürokratie und Finanzierung.

Gleichzeitig machte der Landrat deutlich: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen würden wichtige Vorhaben weiter geprüft und nach Prioritäten umgesetzt

Bürgerfreundliche Verwaltung: Erreichbarkeit von Bürgeramt und Ausländerbehörde

Ein Purschwitzer Bürger kritisierte die Erreichbarkeit des Bürgeramtes in Bautzen und der Ausländerbehörde. Während andere Bereiche des Landratsamtes schnell reagieren würden, seien Termine hier teilweise nur schwer zu bekommen. Besonders für ausländische Arbeitnehmer sei das problematisch, da gültige Dokumente Voraussetzung für Arbeit und Alltag seien.

Landrat Witschas betonte, genau solche Rückmeldungen seien ein wichtiger Grund für die Bürgergespräche. Nur wenn Probleme bekannt seien, könne man Veränderungen anstoßen. Einzelne negative Erfahrungen könnten vorkommen, dürften aber nicht zu einem dauerhaften Problem werden. Er bedankte sich für die Schilderungen.

Sozialdezernentin Kristin Penther versicherte, dass die geschilderte Situation nicht im Sinne des Landratsamtes sei. Gerade bei der Ausländerbehörde seien gültige Dokumente entscheidend für die weitere Beschäftigung. Die Kontaktdaten wurden aufgenommen und Frau Penther wird sich mit dem Bürger austauschen und gemeinsam prüfen, wo konkrete Probleme bestehen und welche Verbesserungen möglich sind. Auch die Thematik im Bürgeramt wird nachgeprüft.

Alstom: mögliche Investition als Chance für die Region

Ein Bürger aus Doberschau-Gaußig hatte aus den Medien über die Planungen für einen Ausbau der Fabrik erfahren und wollte Gewissheit. Er fragte nach möglichen Investitionen von Alstom und den Auswirkungen auf Infrastruktur und Verkehr.

Landrat Witschas bestätigte, dass es Gespräche zu einer möglichen größeren Investition gebe. Voraussetzung seien jedoch verschiedene Rahmenbedingungen, unter anderem Grundstücksfragen, vorliegende Verkehrsanbindung, möglicher Gleisanschluss und mehr, welche die Abstimmung mit mehreren Beteiligten notwendig mache. Landkreis, Stadt Bautzen, Gemeinde Doberschau-Gaußig und der Freistaat seien hierzu im Austausch.

Heiko Nowak, Baubürgermeister der Stadt Bautzen, erklärte, dass es sich um ein komplexes Verfahren handle. Neben der gewerblichen Entwicklung müssen auch Themen wie die geplante Stadtumfahrung S106, kommunale Straßen, Bahnanschluss und Zuständigkeiten miteinander abgestimmt werden. Eine Machbarkeitsbetrachtung sei deshalb notwendig und bereits in die Wege geleitet. Landrat Witschas betonte die Bedeutung des Projektes für die Region. Ziel sei es, Unternehmen vor Ort zu halten, Investitionen zu ermöglichen und damit auch weitere positive Entwicklungen anzustoßen. Die Beteiligten arbeiten weiter an den notwendigen Rahmenbedingungen und Abstimmungen.

Forschung und Innovation: neue Chancen für die Region

In diesem Zug wurde auch die Bedeutung von Forschung und neuen Technologien thematisiert. Landrat Witschas verwies beispielsweise auf das Deutsche Zentrum für Astrophysik (DZA), Entwicklungen rund um das Einstein-Teleskop sowie weitere Forschungsvorhaben in der Region. Ein Forschungslabor der Größenordnung des Einstein-Teleskops wäre ein außergewöhnliches Projekt und könnte neue Impulse für Wissenschaft und Wirtschaft geben.

Der Landrat betonte, dass Forschung nicht nur Wissenschaft bedeute, sondern auch praktische Anwendungen hervorbringen könne. Als Beispiele nannte er das Smart Mobility Lab in Schwarzkollm und Projekte beispielsweise im Bereich Brückenbau, bei denen Forschung gemeinsam mit regionalen Unternehmen in die Praxis umgesetzt wird. Die Verbindung von Wissenschaft und regionaler Wirtschaft könne neue Möglichkeiten für die Region schaffen.

Landrat Witschas bedankte sich für die Beiträge und die sachliche Diskussion. Die Themen des Abends zeigten, vor welchen Herausforderungen Landkreis und Kommunen stehen, von der Infrastruktur über die Finanzierung bis hin zu Fragen des täglichen Lebens.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass sich die Region weiterentwickelt und viele neue Möglichkeiten entstehen. Forschungsvorhaben, wirtschaftliche Investitionen, technologische Entwicklungen und die Ansiedlung neuer Einrichtungen können wichtige Impulse geben.

Der Landrat betonte, dass es trotz mancher Sorgen wichtig sei, die Stärken der Region zu sehen: engagierte Menschen, leistungsfähige Unternehmen und viele Chancen, die Zukunft gemeinsam zu gestalten.