Ministerin Michaela Kaniber wirbt in Bayern für den Schutz der Äsche; Nur noch 29 Prozent des ursprünglichen Verbreitungsgebiets.
Tag der Fische: Ministerin Kaniber wirbt für den Schutz der Äsche – Bayerischer Fisch des Jahres
Tag der Fische: Ministerin Kaniber wirbt für den Schutz der Äsche – Bayerischer Fisch des Jahres
(21. August 2026) München – Der Sommer 2026 hat uns bereits mehrere neue Temperaturrekorde gebracht. Gerade an heißen Tagen nutzen viele Menschen Bayerns Flüsse und Seen gerne zur Abkühlung. Doch sind die Gewässer nicht nur beliebte Erholungsräume, sondern vor allem Lebensraum zahlreicher Tierarten. Insofern bietet der Tag der Fische (22. August) eine gute Gelegenheit, den aquatischen Wirbeltieren genauer auf die Flossen zu schauen.
Eine ganz besondere Vertreterin dieser Gemeinschaft ist die Äsche. Der Landesfischereiverband Bayern e. V. hat sie zum Bayerischen Fisch des Jahres 2026 gewählt. “Die Äsche ist ein außergewöhnlicher Fisch mit einer großen und prachtvoll gefärbten Rückenflosse. Ihr feiner Thymianduft hat ihr den lateinischen Namen Thymallus thymallus beschert, was mit “die Thymianduftende” übersetzt werden kann.”, erläutert Bayerns Fischereiministerin Michaela Kaniber anlässlich des Tages der Fische.
Die Äsche lebt in kleinen Schwärmen in kühlen, sauerstoffreichen Fließgewässern. Noch vor wenigen Jahrzehnten war sie ein Massenfisch in unseren Gewässern und fungierte sogar als Leitfischart für eine ganze Flussregion – die sogenannte “Äschenregion”. “Leider geht es der Äsche heute sehr schlecht”, bedauert Ministerin Kaniber. “Sie kommt laut aktuellem Fischzustandsbericht Bayern nur noch in 29 Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes in Bayern vor.” Eine der Ursachen: der naturferne Ausbau vieler Gewässer. Auch der Klimawandel tut das seine dazu, denn der Äsche wird es in einigen Gewässern zu warm; und nicht zu vergessen der hohe Fraßdruck durch Fischräuber wie Kormoran, Gänsesäger und Fischotter.
Vor allem der Gänsesäger, ein fischfressender Entenvogel, setzt der Äsche immer mehr zu. Gänsesäger leben zum Teil stationär in Bayern, noch viel mehr kommen aber jährlich als Zugvögel aus Nord- und Osteuropa zu uns. Sie fressen insbesondere junge Äschen, bevor diese jemals die Chance hatten, abzulaichen.
Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft führt derzeit federführend ein Forschungsprojekt durch, das mit Mitteln aus der Fischereiabgabe gefördert wird. Die Wissenschaftler untersuchen dabei, ob sich Äschenbestände in ökologisch intakten Gewässerabschnitten erholen können. Sie prüfen unter anderem, wie sich die Bestände entwickeln, wenn Gänsesäger wirksam von diesen Bereichen ferngehalten werden. “Die bisher vorliegenden Erkenntnisse machen Hoffnung, dass wir Äschenpopulationen zumindest an einigen besonders geeigneten Gewässerabschnitten aufbauen und dauerhaft erhalten können. Um dies zu schaffen, müssen alle Beteiligten, vor allem aus Fischerei und Naturschutz, an einem Strang ziehen”, betont die Ministerin.