Bauhaus-Universität Weimar koordiniert BLUE PRISM in Nepal und Bangladesch; 5,26 Mio Euro Fördermittel
Umweltschutz: Forschungsinitiative aus Weimar reduziert Plastikmüll in Meeren
Umweltschutz: Forschungsinitiative aus Weimar reduziert Plastikmüll in Meeren
Rund 5,26 Millionen Euro investiert das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) in das internationale Forschungsprojekt »BLUE PRISM« unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr.-Ing. Eckhard Kraft, Professur Ressourcenwirtschaft, an der Bauhaus-Universität Weimar. Ziel ist es, die lokale Kreislaufwirtschaft in Nepal und Bangladesch zu unterstützen, um Kunststoffabfälle in Flüssen und Meeren zu reduzieren.
Kunststoff kennt keine Grenzen: Was an einem Ort als Ressource zirkuliert, kann andernorts zum Umweltproblem werden. In Nepal und Bangladesch treffen wachsende Kunststoffmengen auf unterschiedliche infrastrukturelle, wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Modellrechnungen zufolge gelangen jährlich rund 115.000 Tonnen Kunststoffabfälle aus dem Ganges-Brahmaputra-Meghna-Einzugsgebiet in den Golf von Bengalen. Die Abfälle bedrohen einzigartige Ökosysteme wie die Sundarbans, den größten Mangrovenwald der Welt, aber auch die regionale Fischerei, den internationalen Tourismus und die Schifffahrt. Mit dem Projekt »Building Links for Upstream-downstream Engagement – reducing Plastic litter in Rivers and promoting Integrated & Sustainable Management« (kurz: BLUE PRISM) startet die Bauhaus-Universität Weimar eine internationale Forschungsinitiative, welche Akteure aus Wissenschaft, Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Nepal und Bangladesch miteinander vernetzt und den gegenseitigen Wissens- und Erfahrungsaustausch stärkt. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen zu entwickeln und die Ökosystemgesundheit zu schützen. »Flüsse gehören zu den größten Eintragspfaden für Meeresmüll, selbst Binnenstaaten wie Nepal können hier signifikante Mengen beisteuern«, erklärt Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Eckhard Kraft und fügt hinzu: »Überall dort, wo die Abfallentsorgung nicht richtig funktioniert, werden aus wertvollen Ressourcen schnell langfristige Umweltprobleme. Mit BLUE PRISM wollen wir nicht nur Eintragsquellen untersuchen, sondern gemeinsam mit unseren Partnern Lösungen entwickeln, die vor Ort funktionieren und langfristig Bestand haben.« Reuse, Reduce, Recycle: Modellprojekte sollen einen Wertewandel einleiten Konkret werden in vier Kommunen soziale Geschäftsmodelle zum Sammeln und Verwerten von Kunststoffabfällen entwickelt und umgesetzt. Dabei soll auch die Beteiligung von Frauen an Wertschöpfungsketten und Entscheidungsprozessen gestärkt werden. Ferner werden Strategien zur Vermeidung von Kunststoffen im Tourismussektor entwickelt und in acht Unternehmen erprobt. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Aufbau und die Weiterentwicklung von Monitoring-Systemen, mit denen Kunststoffeinträge gemessen und die Wirksamkeit von Maßnahmen überprüft werden können. Ein vierköpfiges Team der Professur Ressourcenwirtschaft an der Bauhaus-Universität Weimar koordiniert unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Kraft das internationale Forschungskonsortium. Dabei baut das Team auf langjährige Erfahrung in der Region sowie auf seine Expertise in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Kunststoffmanagement. Für die Umsetzung arbeitet die Bauhaus-Universität Weimar eng mit Partnern in Nepal und Bangladesch zusammen. Zum Konsortium gehören die Tribhuvan University und das Unternehmen Khaalisisi in Nepal sowie die Chittagong University of Engineering & Technology (CUET) und die Nichtregierungsorganisation Young Power in Social Action (YPSA) in Bangladesch. Aus Deutschland unterstützt das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) das internationale Forschungsteam. Das Projekt läuft bis Juni 2030 und wird im Rahmen des Förderprogramms gegen Meeresmüll vom BMUKN auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages finanziert. Anfang September wird das internationale Projektkonsortium seine gemeinsame Arbeit mit einem virtuellen Kick-Off aufnehmen. Für Rückfragen steht Ihnen Prof. Dr.-Ing. Eckhard Kraft, Bauhaus-Universität Weimar, Professur Ressourcenwirtschaft telefonisch unter Tel.: (0)3643 584621 sowie per E-Mail unter waste@bauing.uni-weimar.de zur Verfügung.
Informationen über die Bauhaus-Universität Weimar.
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