Stimmberechtigte des Kantons Bern entscheiden über die Berner Bildungsinitiative; Regierungsrat unterstützt Initiative

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AZB 3001 Bern Informationen der Evangelischen Volkspartei des Kantons Bern 4/ 2026 September Partie en français : pages 7/8 www.evp­be.ch, info@evp­be.ch Berner K A N T O N A L E V O L K S A B S T I M M U N G V O M 2 7 . S E P T E M B E R 2 0 2 6 Ja zur Berner Bildungsinitiative Die Stimmberechtigten des Kantons Bern entscheiden am 27. September über die Berner Bildungsinitiative. Die EVP unterstützt das Anliegen. GEMEINDEPOLITIK 2/5 Interviews zum EVP­Engagement in drei Berner Gemeinden. GROSSER RAT 4 Berichte zur Sommersession und zur neu organisierten EVP­Fraktion. NATIONALRAT 6 Nationalrat Marc Jost berichtet aus der Sommersession. VOLKSABSTIMMUNGEN 3 Am 27. September befi ndet das Schweizervolk über zwei Vorlagen. freepik.com Berner Bildungsinitiative JA Neutralitätsinitiative NEIN Ernährungsinitiative NEIN PAROLEN ZUM 27. SEPT. 2026 Infos: www.evp­be.ch/abstimmungen und www.evppev.ch/abstimmungen Was brauchen Kinder, damit sie in der Schule erfolgreich lernen und sich gut entwickeln können? Sie benötigen Orientierung, Sicherheit und Menschen, denen sie vertrauen können und die genügend Zeit haben, um die jun­ gen Menschen auf ihrem Lern­ und Lebensweg zu begleiten. Doch wegen dem Lehrpersonen­ mangel unterrichten in der Volks­ schulei immer häufi ger Personen ohne vollständige pädagogische Ausbildung, Lehrpersonen arbeiten am Limit und wertvolle Zeit geht durch administrative Aufgaben verloren. Das gefähr­ det die Bildungsqualität und die Chancen unserer Kinder. Ziele der Initiative Die Initiative will deshalb die Bildungsqualität, genügend qualifi zierte Lehrpersonen und den Kernauftrag der Volksschule in der Kantonsverfassung ver­ ankern. Sie fordert, den Lehr­ personenmangel frühzeitig zu erkennen, attraktive Arbeitsbe­ dingungen zu schaff en, Quer­ einsteigende besser zu qualifi ­ zieren, die Schuleingangsphase zu stärken und Lehrpersonen administrativ zu entlasten. Der Regierungsrat teilt die Ziele der Initiative und anerkennt den Handlungsbedarf. Er verweist auf bereits umgesetzte Verbesserun­ gen und die gute Zusammenar­ beit aller Beteiligten. Auf einen Gegenvorschlag verzichtet er, weil solche Vorgaben aus seiner Sicht nicht in die Verfassung gehören. Die grosse Mehrheit der EVP­ Fraktion unterstützt die Initiative. Mehrere Fraktionsmitglieder engagieren sich im Initiativkomi­ tee. Für unsere Fraktion steht das Wohl der Kinder im Mittel­ punkt. Unsere Kinder verdienen die bestmöglichen Startchancen. Jedes Kind soll seine Fähigkeiten entwickeln und seinen eigenen Bildungsweg gehen können. Dafür braucht es gut ausgebilde­ te Lehrpersonen mit genügend Zeit, um Kinder zu fördern, zu begleiten und ihnen Orientierung zu geben. Gute Bildung ist eine Kernaufgabe des Staates. Katja Streiff , Grossrätin Oberwangen

Berner EVP 4/2026 2 G E M E I N D E W A H L E N I N L Ü T Z E L F L Ü H U N D S I G N A U «Gemeinwohl vor Parteipolitik» Eine Politik der Hoff nung Der Tag der Grossratswahlen gehörte zu den schwierigsten meines Lebens. Nach Monaten voller Einsatz fühlte es sich an, als wären wir mit voller Geschwindigkeit gegen eine Mauer gefahren. Auch wenn es schöner ist, Erfolge zu feiern, müssen wir anerkennen, dass Niederlagen zum Leben gehören. Gerade in solchen Momenten kann die Kraft des christlichen Glaubens entscheidend sein, wenn es darum geht, wieder aufzu­ stehen und weiterzumachen. Auch in der Bibel begegnen wir Menschen wie Josef, Hiob oder Petrus, die schwere Rückschlä­ ge erlebten und dennoch Hoff ­ nung für die nächsten Schritte fanden. Diese Hoff nung trägt auch uns als EVP. Nach einer Zeit des Trauerns und Analysierens hat mich ein Kommentar unter einem Bei­ trag besonders ermutigt: «Jetzt erst recht!» Zu wissen, dass sich über 300 Kandidierende im Wahlkampf für die Politik der EVP engagiert haben, gibt Kraft. Ich bin überzeugt: Unser Kanton braucht die Politik der EVP. Eine Politik, die Heraus­ forderungen weder beschönigt noch Ängste bewirtschaftet, sondern ihnen mit Zuversicht, Verantwortung und dem Willen begegnet, tragfähige Lösungen zu fi nden. Eine Politik der Hoff nung. Deshalb blicken wir nach vorne. Aus dem Vergangenen lernen wir, doch die Zukunft bleibt off en und gestaltbar. Auf kantonaler und kommunaler Ebene bieten sich uns viele Möglichkeiten, uns einzubrin­ gen und Verantwortung zu übernehmen. Auch wenn wir Niederlagen erlebt haben, liegt es an uns, die Chancen zu ergreifen und die Zukunft mit Hoff nung und Tatkraft mitzu­ gestalten. Barbara Stotzer-Wyss Präsidentin EVP Kanton Bern Am 25. Oktober wählen die Stimmberechtigten in Lützelfl üh und Signau ihre Gemeinderäte. In Signau kandidiert Andreas Jutzi (EVP) für eine weitere Amts- zeit. In Lützelfl üh möchte Daniel Ruch (neu) die EVP-Vertretung im Gemeinde- rat sichern. Im Interview sprechen sie über ihre Motivation und ihre Anliegen. EDITORIAL Was gefällt dir an der Gemeinde- politik? Andreas Jutzi: Besonders schät­ ze ich, dass unsere Arbeit in der Regel einen direkten und spür­ baren Einfl uss auf den Alltag und die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger hat. Im Gemeinderat können wir konkrete Lösungen erarbeiten und tatsächlich etwas bewegen. Dabei steht für mich nicht die Parteipolitik im Vor­ dergrund, sondern die sachliche Zusammenarbeit. Daniel Ruch: Die Gemeindepo­ litik ist für mich Neuland. Bisher war ich in keiner Funktion in einer Gemeinde tätig, darum kenne ich die Mechanismen und Arbeits­ weisen nur vom Hörensagen. Es freut mich aber sehr, wenn ich mit anderen engagierten Ortsansäs­ sigen ein Stück der Zukunft der Gemeinde Lützelfl üh prägen darf. Was wünschst du dir für die Zukunft deiner Gemeinde? Andreas Jutzi: Die Gemeinde Si­ gnau soll lebenswert und attraktiv bleiben. Deshalb wünsche ich mir, dass alle, die in irgendeiner Form für Signau tätig sind, das Gemeinwohl in den Mittelpunkt stellen und gemeinsam daran ar­ beiten, Signau fi t für die Zukunft zu machen. Daniel Ruch: Ich nehme Lützelfl üh als gut aufgestellte, attraktive Gemeinde wahr, ideal um zu wohnen und ein Gewerbe zu betreiben. Darum wünsche ich mir für die Zukunft weiterhin: eine gewisse Off enheit, ein gut verträgliches Wachstum und ein zeitgemässes, sinnvolles Schul­ system. Um dies alles zu entwi­ ckeln und erhalten zu können, freue ich mich auf ein gutes Miteinander. Interview: Philippe Messerli Andreas Jutzi Andreas Jutzi Daniel Ruch Daniel Ruch Spendenbarometer Spendenbarometer Spendenbarometer Spendenbarometer Stand 3. August. 2026: CHF 110 501.– Die EVP braucht Ihre Unterstützung Damit die EVP ihre politische Basisarbeit auch in Zukunft wirkungsvoll weiterführen und die nötigen Rückstellungen für die nationalen Wah­ len 2027 bilden kann, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Von unserem Spendenziel von 255 000 Franken sind wir noch weit entfernt. Deshalb zählt jetzt jede Spende. Mit Ihrem Beitrag helfen Sie mit, dass sich die EVP auch künftig mit voller Kraft für ihre Werte und Anliegen einsetzen kann. Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Unterstützung! EVP Kanton Bern, PC 30­20312­1, IBAN CH20 0900 0000 2502 8820 7 Unser Ziel: CHF 255 000.– Volksabstimmung 27. September 2026 Ausserordentliche DV EVP Kanton Bern 15. Oktober 2026, 19.30 Uhr, Kapelle EGW, Nägeligasse 9, Bern Wintersession Grosser Rat 23. November bis 3. Dezember 2026 Ausserordentliche DV EVP Schweiz 28. November 2026 Volksabstimmung 29. November 2026 Ausserordentliche DV EVP Kanton Bern 12. Januar 2027, 19.30 Uhr, EGW, Jardin, Nägeligasse 9, Bern AGENDA

Berner EVP 4/2026 3 N A T I O N A L E V O L K S A B S T I M M U N G V O M 2 7 . S E P T E M B E R 2 0 2 6 Neutralität mit Augenmass statt starre Fesseln N A T I O N A L E V O L K S A B S T I M M U N G V O M 2 7 . S E P T E M B E R 2 0 2 6 Keine rigiden Vorgaben zur Ernährung Die EVP lehnt die Neutralitätsinitiative ab. Das Anliegen tönt auf den ersten Blick gut, schadet jedoch der Schweiz. Die Hitzewellen des zu Ende gehenden Sommers und die weltweiten Konfl iktherde machen uns bewusst, wie wichtig und fragil Ernährungs- sicherheit ist. Da kommt die Ernährungsinitiative eben recht. Warum empfi ehlt die EVP dennoch ein Nein? Bruno Jordi 079 651 92 74 eljah.ch jordi.b@bluewin.ch Silber und Gold als Münzen und Granulat Damit Ihr Erspartes den Wert behält und jederzeit verfügbar ist! Als Vermittler zu BB-Wertmetall helfe ich Ihnen vor Ort ein S-Deposito Konto eröffnen und Münzen bestellen. .ch S D W v A Ih u h Ihr Geschenk Unterstützen Sie Menschen mit Lepra mit einer Spende. LEPRA ist heilbar! Immobilienmakler Nathanael Regez 079 215 57 27 n.regez@remax.ch Kostenlose Schätzung ANZEIGEN Die Ernährungsinitiative greift wichtige Anliegen auf. Der Erhalt von sauberem Trinkwasser, Bo­ denfruchtbarkeit und Biodiversität sind Ziele, für die sich die EVP seit Langem engagiert. Deshalb setzte sie sich für den Gegenvorschlag ein, der diese Anliegen aufnahm, im Parlament aber leider keine Mehrheit fand. Die Initiative je­ doch geht mit ihren Forderungen zu weit. Sie will den Selbstver­ sorgungsgrad der Schweiz innert zehn Jahren von gegenwärtig 48 auf mindestens 70 % erhö­ hen. Dies hat die Schweiz nicht einmal im 2. Weltkrieg erreicht, als Lebensmittel rationiert, Nutztiere geschlachtet und Pärke in Äcker umgewandelt wurden. Zudem berücksichtigt die Ini­ tiative die Besonderheiten der Schweizer Landwirtschaft zu wenig. Ein grosser Teil der land­ wirtschaftlichen Flächen besteht aus Grasland, das sich nicht für den Ackerbau eignet. Die Nutz­ tierhaltung ist dort ein wichtiger Bestandteil einer standortgerech­ ten Bewirtschaftung, entlastet die Talbetriebe und trägt zum Erhalt der Kulturlandschaft bei. Eine drastische Verlagerung hin zur pfl anzlichen Produktion würde insbesondere Bauernfamilien im Berggebiet existenziell bedro­ hen. Der Staat müsste zudem vorschreiben, wie landwirtschaft­ liche Flächen genutzt werden. Diese massiven staatlichen Eingriff e widersprechen den Grundsätzen der EVP. Nachhaltige Veränderungen gelingen nur gemeinsam mit der Landwirtschaft, der Lebensmit­ telbranche und den Konsumen­ tinnen und Konsumenten – nicht durch starre Verfassungsziele. Deshalb empfi ehlt die EVP, die Initiative abzulehnen. Simone Leuenberger Grossrätin, Uettligen Seit 1848 ist die Neutralität ein Instrument für Sicherheit und Unabhängigkeit – kein Selbstzweck. Diese 175­jährige Tradition wird durch die Initiati­ ve gebrochen. Statt bewährter Flexibilität fordert sie ein starres Dogma, das unsere Handlungs­ freiheit einschränkt. Dieser verfassungsrechtliche Käfi g führt in eine sicherheitspolitische Sackgasse. Isolation statt Kooperation Moderne Verteidigung braucht internationale Kooperation, be­ sonders bei der Cyber­Abwehr. Das Kooperationsverbot mit Partnern wie der Nato schwächt unsere Armee massiv. Inter­ operabilität lässt sich nicht erst im Ernstfall aufbauen, doch laut Initiative dürften Vorbereitun­ gen dazu erst getroff en werden, wenn ein Angriff bereits erfolgt oder aktiv in Vorbereitung ist. Dann ist es aber zu spät. Ein Alleingang macht die Schweiz verwundbar. Das Dilemma der Sanktionen Solidarität ist ein christliches Gebot. Die Schweiz darf bei Völkerrechtsbruch nicht weg­ schauen. Zwar bleiben gewisse UN­Sanktionen erlaubt, doch das Verbot autonomer Massnahmen auch mit unseren engsten Part­ nern (EU / USA) degradiert uns zur «Oase für Kriegstreiber». Wer Umgehungen zulässt, verliert seine moralische Glaubwürdig­ keit. Wahre Neutralität ist aktive Friedenspolitik, keine Gleichgül­ tigkeit gegenüber dem Unrecht. Fazit: Ein klares Nein ermög­ licht eine handlungsfähige Schweiz. Ein Nein zur Initiative ist ein Akt der Vernunft. Wahre Neutralität erfordert Handlungsfreiheit und Solidarität – keine Isolation. Fol­ gen wir dem Bundesrat und dem Parlament: Für eine Schweiz, die aktiv Frieden stiftet, statt sich selbst die Hände zu binde