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title: "Stimmberechtigte des Kantons Bern entscheiden über die Berner Bildungsinitiative; Regierungsrat unterstützt Initiative"
sdDatePublished: "2026-08-22T11:39:00Z"
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  - name: "education"
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  - "Bern"
  - "Biel/Bienne"
  - "Switzerland"
  - "United States"
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Stimmberechtigte des Kantons Bern entscheiden über die Berner Bildungsinitiative; Regierungsrat unterstützt Initiative

BEVP_4_2026_GzD.indd

AZB 3001 Bern
Informationen der
Evangelischen Volkspartei des Kantons Bern
4/ 2026 September
Partie en français : pages 7/8
www.evp­be.ch, info@evp­be.ch
Berner
K A N T O N A L E V O L K S A B S T I M M U N G V O M 2 7 . S E P T E M B E R 2 0 2 6
Ja zur Berner Bildungsinitiative
Die Stimmberechtigten des Kantons Bern entscheiden am 27. September
über die Berner Bildungsinitiative. Die EVP unterstützt das Anliegen.
GEMEINDEPOLITIK
2/5
Interviews zum EVP­Engagement in
drei Berner Gemeinden.
GROSSER RAT
4
Berichte zur Sommersession und zur
neu organisierten EVP­Fraktion.
NATIONALRAT
6
Nationalrat Marc Jost berichtet aus
der Sommersession.
VOLKSABSTIMMUNGEN
3
Am 27. September befi ndet das
Schweizervolk über zwei Vorlagen.
freepik.com
Berner Bildungsinitiative
 JA
Neutralitätsinitiative
NEIN
Ernährungsinitiative
NEIN
PAROLEN ZUM 27. SEPT. 2026
Infos: www.evp­be.ch/abstimmungen
und www.evppev.ch/abstimmungen
Was brauchen Kinder, damit sie
in der Schule erfolgreich lernen
und sich gut entwickeln können?
Sie benötigen Orientierung,
Sicherheit und Menschen, denen
sie vertrauen können und die
genügend Zeit haben, um die jun­
gen Menschen auf ihrem Lern­
und Lebensweg zu begleiten.
Doch wegen dem Lehrpersonen­
mangel unterrichten in der Volks­
schulei immer häufi ger Personen
ohne vollständige pädagogische
Ausbildung, Lehrpersonen
arbeiten am Limit und wertvolle
Zeit geht durch administrative
Aufgaben verloren. Das gefähr­
det die Bildungsqualität und die
Chancen unserer Kinder.
Ziele der Initiative
Die Initiative will deshalb die
Bildungsqualität, genügend
qualifi zierte Lehrpersonen und
den Kernauftrag der Volksschule
in der Kantonsverfassung ver­
ankern. Sie fordert, den Lehr­
personenmangel frühzeitig zu
erkennen, attraktive Arbeitsbe­
dingungen zu schaff en, Quer­
einsteigende besser zu qualifi ­
zieren, die Schuleingangsphase
zu stärken und Lehrpersonen
administrativ zu entlasten.
Der Regierungsrat teilt die Ziele
der Initiative und anerkennt den
Handlungsbedarf. Er verweist auf
bereits umgesetzte Verbesserun­
gen und die gute Zusammenar­
beit aller Beteiligten. Auf einen
Gegenvorschlag verzichtet er,
weil solche Vorgaben aus seiner
Sicht nicht in die Verfassung
gehören.
Die grosse Mehrheit der EVP­
Fraktion unterstützt die Initiative.
Mehrere Fraktionsmitglieder
engagieren sich im Initiativkomi­
tee. Für unsere Fraktion steht
das Wohl der Kinder im Mittel­
punkt. Unsere Kinder verdienen
die bestmöglichen Startchancen.
Jedes Kind soll seine Fähigkeiten
entwickeln und seinen eigenen
Bildungsweg gehen können.
Dafür braucht es gut ausgebilde­
te Lehrpersonen mit genügend
Zeit, um Kinder zu fördern, zu
begleiten und ihnen Orientierung
zu geben. Gute Bildung ist eine
Kernaufgabe des Staates.
Katja Streiﬀ , Grossrätin
Oberwangen

Berner EVP 4/2026
2
G E M E I N D E W A H L E N I N L Ü T Z E L F L Ü H U N D S I G N A U
«Gemeinwohl vor Parteipolitik»
Eine Politik der Hoﬀ nung
Der Tag der Grossratswahlen
gehörte zu den schwierigsten
meines Lebens. Nach Monaten
voller Einsatz fühlte es sich
an, als wären wir mit voller
Geschwindigkeit gegen eine
Mauer gefahren.
Auch wenn es schöner ist,
Erfolge zu feiern, müssen wir
anerkennen, dass Niederlagen
zum Leben gehören. Gerade
in solchen Momenten kann die
Kraft des christlichen Glaubens
entscheidend sein, wenn es
darum geht, wieder aufzu­
stehen und weiterzumachen.
Auch in der Bibel begegnen wir
Menschen wie Josef, Hiob oder
Petrus, die schwere Rückschlä­
ge erlebten und dennoch Hoff ­
nung für die nächsten Schritte
fanden. Diese Hoff nung trägt
auch uns als EVP.
Nach einer Zeit des Trauerns
und Analysierens hat mich ein
Kommentar unter einem Bei­
trag besonders ermutigt: «Jetzt
erst recht!» Zu wissen, dass
sich über 300 Kandidierende
im Wahlkampf für die Politik
der EVP engagiert haben, gibt
Kraft.
Ich bin überzeugt: Unser
Kanton braucht die Politik der
EVP. Eine Politik, die Heraus­
forderungen weder beschönigt
noch Ängste bewirtschaftet,
sondern ihnen mit Zuversicht,
Verantwortung und dem Willen
begegnet, tragfähige Lösungen
zu fi nden. Eine Politik der
Hoff nung.
Deshalb blicken wir nach
vorne. Aus dem Vergangenen
lernen wir, doch die Zukunft
bleibt off en und gestaltbar. Auf
kantonaler und kommunaler
Ebene bieten sich uns viele
Möglichkeiten, uns einzubrin­
gen und Verantwortung zu
übernehmen. Auch wenn wir
Niederlagen erlebt haben,
liegt es an uns, die Chancen zu
ergreifen und die Zukunft mit
Hoff nung und Tatkraft mitzu­
gestalten.
Barbara Stotzer-Wyss
Präsidentin EVP Kanton Bern
Am 25. Oktober wählen die Stimmberechtigten in Lützelﬂ üh und Signau ihre
Gemeinderäte. In Signau kandidiert Andreas Jutzi (EVP) für eine weitere Amts-
zeit. In Lützelﬂ üh möchte Daniel Ruch (neu) die EVP-Vertretung im Gemeinde-
rat sichern. Im Interview sprechen sie über ihre Motivation und ihre Anliegen.
EDITORIAL
Was gefällt dir an der Gemeinde-
politik?
Andreas Jutzi: Besonders schät­
ze ich, dass unsere Arbeit in der
Regel einen direkten und spür­
baren Einﬂ uss auf den Alltag und
die Bedürfnisse der Bürgerinnen
und Bürger hat. Im Gemeinderat
können wir konkrete Lösungen
erarbeiten und tatsächlich etwas
bewegen. Dabei steht für mich
nicht die Parteipolitik im Vor­
dergrund, sondern die sachliche
Zusammenarbeit.
Daniel Ruch: Die Gemeindepo­
litik ist für mich Neuland. Bisher
war ich in keiner Funktion in einer
Gemeinde tätig, darum kenne ich
die Mechanismen und Arbeits­
weisen nur vom Hörensagen. Es
freut mich aber sehr, wenn ich mit
anderen engagierten Ortsansäs­
sigen ein Stück der Zukunft der
Gemeinde Lützelﬂ üh prägen darf.
Was wünschst du dir für die
Zukunft deiner Gemeinde?
Andreas Jutzi: Die Gemeinde Si­
gnau soll lebenswert und attraktiv
bleiben. Deshalb wünsche ich
mir, dass alle, die in irgendeiner
Form für Signau tätig sind, das
Gemeinwohl in den Mittelpunkt
stellen und gemeinsam daran ar­
beiten, Signau fi t für die Zukunft
zu machen.
Daniel Ruch: Ich nehme
Lützelﬂ üh als gut aufgestellte,
attraktive Gemeinde wahr, ideal
um zu wohnen und ein Gewerbe
zu betreiben. Darum wünsche
ich mir für die Zukunft weiterhin:
eine gewisse Off enheit, ein gut
verträgliches Wachstum und ein
zeitgemässes, sinnvolles Schul­
system. Um dies alles zu entwi­
ckeln und erhalten zu können,
freue ich mich auf ein gutes
Miteinander.
Interview:
Philippe Messerli
Andreas Jutzi
Andreas Jutzi
Daniel Ruch
Daniel Ruch
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Stand 3. August. 2026:
CHF 110 501.–
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weiterführen und die nötigen Rückstellungen für die nationalen Wah­
len 2027 bilden kann, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.
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Unser Ziel:
CHF 255 000.–
Volksabstimmung
27. September 2026
Ausserordentliche DV
EVP Kanton Bern
15. Oktober 2026, 19.30 Uhr,
Kapelle EGW, Nägeligasse 9, Bern
Wintersession Grosser Rat
23. November bis 3. Dezember
2026
Ausserordentliche DV
EVP Schweiz
28. November 2026
Volksabstimmung
29. November 2026
Ausserordentliche DV
EVP Kanton Bern
12. Januar 2027, 19.30 Uhr,
EGW, Jardin, Nägeligasse 9, Bern
AGENDA

Berner EVP 4/2026
3
N A T I O N A L E V O L K S A B S T I M M U N G V O M 2 7 . S E P T E M B E R 2 0 2 6
Neutralität mit Augenmass statt starre Fesseln
N A T I O N A L E V O L K S A B S T I M M U N G V O M 2 7 . S E P T E M B E R 2 0 2 6
Keine rigiden Vorgaben zur Ernährung
Die EVP lehnt die Neutralitätsinitiative ab.
Das Anliegen tönt auf den ersten Blick gut,
schadet jedoch der Schweiz.
Die Hitzewellen des zu Ende gehenden Sommers und die weltweiten
 Konﬂ iktherde machen uns bewusst, wie wichtig und fragil Ernährungs-
sicherheit ist. Da kommt die Ernährungsinitiative eben recht.
Warum empﬁ ehlt die EVP dennoch ein Nein?
Bruno Jordi
079 651 92 74
eljah.ch
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Die Ernährungsinitiative greift
wichtige Anliegen auf. Der Erhalt
von sauberem Trinkwasser, Bo­
denfruchtbarkeit und Biodiversität
sind Ziele, für die sich die EVP seit
Langem engagiert. Deshalb setzte
sie sich für den Gegenvorschlag
ein, der diese Anliegen aufnahm,
im Parlament aber leider keine
Mehrheit fand. Die Initiative je­
doch geht mit ihren Forderungen
zu weit. Sie will den Selbstver­
sorgungsgrad der Schweiz innert
zehn Jahren von gegenwärtig
48 auf mindestens 70 % erhö­
hen. Dies hat die Schweiz nicht
einmal im 2. Weltkrieg erreicht, als
Lebensmittel rationiert, Nutztiere
geschlachtet und Pärke in Äcker
umgewandelt wurden.
Zudem berücksichtigt die Ini­
tiative die Besonderheiten der
Schweizer Landwirtschaft zu
wenig. Ein grosser Teil der land­
wirtschaftlichen Flächen besteht
aus Grasland, das sich nicht für
den Ackerbau eignet. Die Nutz­
tierhaltung ist dort ein wichtiger
Bestandteil einer standortgerech­
ten Bewirtschaftung, entlastet die
Talbetriebe und trägt zum Erhalt
der Kulturlandschaft bei. Eine
drastische Verlagerung hin zur
pﬂ anzlichen Produktion würde
insbesondere Bauernfamilien im
Berggebiet existenziell bedro­
hen. Der Staat müsste zudem
vorschreiben, wie landwirtschaft­
liche Flächen genutzt werden.
Diese massiven staatlichen
Eingriff e widersprechen den
Grundsätzen der EVP.
Nachhaltige Veränderungen
gelingen nur gemeinsam mit der
Landwirtschaft, der Lebensmit­
telbranche und den Konsumen­
tinnen und Konsumenten – nicht
durch starre Verfassungsziele.
Deshalb empfi ehlt die EVP, die
Initiative abzulehnen.
Simone Leuenberger
Grossrätin, Uettligen
Seit 1848 ist die Neutralität
ein Instrument für Sicherheit
und Unabhängigkeit – kein
Selbstzweck. Diese 175­jährige
Tradition wird durch die Initiati­
ve gebrochen. Statt bewährter
Flexibilität fordert sie ein starres
Dogma, das unsere Handlungs­
freiheit einschränkt. Dieser
verfassungsrechtliche Käfi g führt
in eine sicherheitspolitische
Sackgasse.
Isolation statt Kooperation
Moderne Verteidigung braucht
internationale Kooperation, be­
sonders bei der Cyber­Abwehr.
Das Kooperationsverbot mit
Partnern wie der Nato schwächt
unsere Armee massiv. Inter­
operabilität lässt sich nicht erst
im Ernstfall aufbauen, doch laut
Initiative dürften Vorbereitun­
gen dazu erst getroff en werden,
wenn ein Angriff bereits erfolgt
oder aktiv in Vorbereitung ist.
Dann ist es aber zu spät. Ein
Alleingang macht die Schweiz
verwundbar.
Das Dilemma der Sanktionen
Solidarität ist ein christliches
Gebot. Die Schweiz darf bei
Völkerrechtsbruch nicht weg­
schauen. Zwar bleiben gewisse
UN­Sanktionen erlaubt, doch das
Verbot autonomer Massnahmen
auch mit unseren engsten Part­
nern (EU / USA) degradiert uns
zur «Oase für Kriegstreiber». Wer
Umgehungen zulässt, verliert
seine moralische Glaubwürdig­
keit. Wahre Neutralität ist aktive
Friedenspolitik, keine Gleichgül­
tigkeit gegenüber dem Unrecht.
Fazit: Ein klares Nein ermög­
licht eine handlungsfähige
Schweiz.
Ein Nein zur Initiative ist ein Akt
der Vernunft. Wahre Neutralität
erfordert Handlungsfreiheit und
Solidarität – keine Isolation. Fol­
gen wir dem Bundesrat und dem
Parlament: Für eine Schweiz, die
aktiv Frieden stiftet, statt sich
selbst die Hände zu binde