---
title: "Frank Speer pilgert 2.000 Kilometer von Berlin nach Rom; 3.500 Euro gesammelt, Ziel 4.000 Euro"
sdDatePublished: "2026-08-22T12:16:00Z"
source: "https://katholisch.de/artikel/69985-von-berlin-nach-rom-2000-kilometer-fuer-einen-guten-zweck"
topics:
  - name: "travel and tourism"
    identifier: "medtop:20000563"
  - name: "religious event"
    identifier: "medtop:20000689"
  - name: "charity"
    identifier: "medtop:20000818"
  - name: "human interest"
    identifier: "medtop:08000000"
  - name: "exercise and fitness"
    identifier: "medtop:20001239"
locations:
  - "Santiago de Compostela"
  - "Affile"
  - "Trevi"
  - "Spoleto"
  - "Gubbio"
  - "Innsbruck"
  - "Berlin"
  - "Paderborn"
  - "Spain"
---


Frank Speer pilgert 2.000 Kilometer von Berlin nach Rom; 3.500 Euro gesammelt, Ziel 4.000 Euro

Von Berlin nach Rom: 2.000 Kilometer für einen guten Zweck | katholisch.de

Zu Fuß und mit dem Einrad

Von Berlin nach Rom: 2.000 Kilometer für einen guten Zweck

VERÖFFENTLICHT AM 22.08.2026 UM 12:10 UHR – VON NINA SCHMEDDING (KNA) – LESEDAUER: 4 MINUTEN

BERLIN - 86 Tage unterwegs sein, allein mit sich, seinen Gedanken und der Landschaft drumherum: Frank Speer pilgerte von Berlin nach Rom zum Petersdom, um Spenden für ein Hospiz zu sammeln. Auch einen Hundebiss nahm er in Kauf.

Frank Speer liebt es, unterwegs zu sein. Einfach zu gehen, zu atmen, einen Fuß vor den anderen zu setzen. "Ich gucke dann tief nach innen", sagt der ehemalige Deutsch- und Englischlehrer. Er lief 86 Tage lang insgesamt mehr als 2.000 Kilometer von Berlin, seiner Heimat, zum Petersplatz nach Rom. Wenn er nicht mehr konnte, stieg er einfach auf sein 29-Zoll großes Einrad um – für ihn einfache Routine. "Das mache ich schon so lange, dass es mir keine technischen Schwierigkeiten mehr bereitet", erzählt der 58-Jährige. "Es war gut, um die körperliche Belastung ein wenig auf verschiedene Stellen verteilen zu können. Und manche Leute fanden es so kurios, dass sie mich ansprachen."

Das alles ist für einen guten Zweck: Speer arbeitet ehrenamtlich im Dominikus-Krankenhaus der Caritas in Berlin-Reinickendorf, das mit dem Katharinenhaus auch einen Hospizbereich hat. Für jeden Kilometer warb er um Geld, mit Handzetteln oder wenn er mit Passanten ins Gespräch kam. 3.500 Euro hat er bisher gesammelt, Zielmarke sind 4.000 Euro.

Pilgern liegt im Trend: Nach einer Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen möchte jeder fünfte Deutsche im Urlaub gern spirituelle Erfahrungen machen. Laut Welttourismusorganisation (UNWTO) besuchen jährlich rund 330 Millionen Reisende die wichtigsten religiösen Stätten der Welt. Im vergangenen Jahr kamen laut Statistik des Pilgerbüros des Jakobswegs mehr als eine halbe Million Menschen in Santiago de Compostela an , einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte der katholischen Welt in Spanien. 46,6 Prozent der Pilger führten religiöse Motive an. Für 33,8 Prozent gaben demnach religiöse und andere Motive den Ausschlag. Für 19,6 Prozent spielte die Religion überhaupt keine Rolle.

Ich habe durch das Pilgern wieder einen neuen Zugang zum Glauben gefunden.

Anders bei Frank Speer: "Ich habe durch das Pilgern wieder einen neuen Zugang zum Glauben gefunden, durch diesen ruhigen Modus des Gehens und die Erlebnisse währenddessen. Ich mag es, mit mir selbst und anderen Menschen in Kontakt zu kommen", erzählt er. "Und ich fand es eigentlich von Tag eins an toll, einfach unterwegs zu sein." Immer wieder habe er während seiner Pilgerreise Kapellen und Kirchen besucht, die auf dem Weg lagen.

Nach Santiago ist er vor ein paar Jahren auch schon gegangen. Sein Vater war zu der Zeit bewegungsmäßig stark eingeschränkt und sehr angeschlagen. Deshalb stand er mit ihm während seiner Wanderung innerlich eng im Kontakt – und auch mit Fotos und Nachrichten, die er ihm zwischendurch schickte. "Es war die letzte große Tour, die ich unternahm, als er noch lebte", erzählt Speer. "Daraus entstand dann die Idee, auch den Weg nach Rom nicht nur für mich zu gehen, sondern auch für andere Menschen." Seine Wahl fiel auf das Berliner Hospiz, dem er durch seine ehrenamtliche Tätigkeit verbunden ist.

Fürs Pilgern auf der Via Francigena oder dem Franziskusweg, die beide nach Rom führen, gebe es eine recht gute Infrastruktur, stellt Speer fest. Wer einen Pilgerausweis hat – ein "Credenziale del pellegrino" – kann zudem günstig in Klöstern und Kirchengemeinden übernachten. Zudem wissen die Menschen unterwegs direkt Bescheid – und bieten einem gern auch mal einen Kaffee oder andere Hilfe an, heißt es auf der Seite des Pilgervereins Eurovia.

Als Frank Speer nach sechs Wochen Innsbruck erreicht hatte, spielte sein Knöchel nicht mehr mit.

Große Ansprüche habe er ohnehin nicht gehabt, sagt Speer. "Ich habe mich überwiegend allein versorgt, bin so gut wie nie essen gegangen. Das gehört für mich beim Pilgern dazu, schlicht und bescheiden unterwegs zu sein. Der Konsum soll nicht im Vordergrund stehen", sagt der schlanke und braun gebrannte Pilger, der immer wieder auch in seinem Zelt übernachtete.

Scharfer Schmerz in der Wade

Seine Tour musste er dabei ungewollt in zwei Etappen splitten – nach sechs Wochen, als er Innsbruck erreicht hatte, spielte der Knöchel nicht mehr mit. "Da musste ich leider abbrechen", sagt Speer. Nach seiner Genesung startete er dann von dort aus den zweiten Teil. Sechs weitere Wochen dauerte es, bis er in Rom ankam. Papst Leo XIV. habe er nicht gesehen – der war gerade in Spanien, erzählt Speer. "Aber dafür war ich dann am Grab von Papst Franziskus. Der ist ja auch mein Namenspatron."

Die Landschaft, die malerischen Dörfer und Städte, wie etwa Gubbio, Trevi oder Spoleto – "wunderschön war es", schwärmt er. Und auch ein bisschen Abenteuer sei dabei gewesen. In einem stillen italienischen Dorf seien ihm plötzlich drei Hunde bellend hinterhergelaufen. Er blieb ruhig, ging weiter seines Weges – bis er plötzlich einen scharfen Schmerz in der Wade spürte. "Ein Hund hatte mich tatsächlich gebissen", sagt Speer. Er habe dann mit seinem Einrad in der Hand die Hunde weggescheucht und eine Dorfbewohnerin nach einem Arzt gefragt, der ihn dann auch prompt behandelte. Glück habe er gehabt, dass nicht mehr passiert sei, sagt Speer. "Da hatte ich schon einen Schutzengel."

Auf Opas Spuren – Stefan Feckes besondere Radpilgerreise nach Rom

1925 pilgerte der Opa von Stefan Fecke mit dem Fahrrad von Ostwestfalen nach Rom. 100 Jahre später ist sein Enkel die Route ebenfalls per Rad nachgefahren. Was er unterwegs erlebt hat und wie es war, am Tag der Amtseinführung von Leo XIV. in Rom anzukommen, erzählt Fecke im katholisch.de-Interview.

Mit dem Fahrrad von Paderborn in den Vatikan