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title: "Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz Böblingen präsentiert Digitalstrategie; Koordination offener Potenziale für künftige Prioritäten"
sdDatePublished: "2026-08-24T13:37:00Z"
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  - name: "information technology and computer science"
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  - "Böblingen"
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Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz Böblingen präsentiert Digitalstrategie; Koordination offener Potenziale für künftige Prioritäten

www.boeblingen.de
Digitale
Strategie
der Stadt Böblingen

Liebe Leserinnen und Leser,
sehr geehrte Damen und Herren,
die Digitale Transformation ist neben den Feldern Klimawandel und der Mobilitäts-
frage eines der herausforderndsten und drängendsten Zukunftsthemen unserer heutigen
Zeit. Sie hat im beruflichen und privaten Kontext längst Einzug gehalten und in den
vergangenen Jahren gezeigt, wie wichtig sie als zusätzlicher Pfeiler für die Wahrung
des städtischen Betriebs ist. Viele Prozesse werden bereits durch Informationstechno­
logie unterstützt und sind aus unserem Alltag nur schwer wegzudenken. Die damit
verbundene Transformation wird sich in den kommenden Jahren noch weiter
dynamisieren. Unter dem Schlagwort Smart City werden unterschiedliche Entwicklun­
gen an den Schnittstellen von IT und Bereichen wie Bildung, Nachhaltigkeit, Ressour­
cenversorgung, Mobilität, Gesundheit, Stadtplanung und öffentlicher Verwaltung
zusammengefasst. Digitalstrategien sind zur Gestaltung von Smart City-Konzepten
wesentlich und werden sich künftig noch deutlicher auf den Erfolg von Kommunen und
die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger auswirken.
Auch innerhalb der Stadtverwaltung Böblingen hat die Digitalisierung in den vergange­
nen Jahren viele Prozesse ausgelöst und Veränderungen erzeugt. Mit der Einführung
des papierlosen Sitzungsdienstes, mit der Online-Terminvergabe im Bürgeramt oder
auch mit einer guten Homeoffice-Ausrüstung für die Beschäftigten der Kernverwaltung
und der digitalen Ausstattung in den Böblinger Schulen bearbeitet die Stadtverwaltung
das Thema Digitalisierung bereits vielfältig und fortschrittlich. Beispielsweise wurden
die städtischen Gebäude und Böblinger Schulen bereits in den Jahren 1998 bis 2001
an ein eigenes Glasfasernetz angebunden.
Um die aktuellen und weiteren Digitalisierungsinitiativen und -aktivitäten zu koordinie­
ren, einen umfassenden Überblick über offene Potenziale zu erhalten und die Möglich­
keit zu bekommen, Schwerpunkte und Prioritäten für weitere strategische Schritte zu
setzen, wurde nun eine Digitalstrategie als Digitale Agenda der Stadt und Stadtverwal­
tung Böblingen aufgesetzt.
Vorwort Oberbürgermeister
3
Für die Erstellung der vorliegenden Digitalstrategie zeichnen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Herman Hollerith
Zentrums Böblingen gemeinsam mit einem hausinternen
Projektteam unter der Federführung des Referats Oberbürger­
meister verantwortlich. Die Mitglieder des Breitband- und
Digitalisierungsbeirats haben ebenso wie ein sachkundiger
Einwohner und verschiedene Expertinnen und Experten
der Stadtverwaltung ihre Expertise eingebracht.
Allen Mitwirkenden danke ich an dieser Stelle sehr
herzlich für ihr Engagement und ihren Einsatz. Ich
freue mich, die vorliegende Digitalisierungsstra­
tegie in den kommenden Jahren gemeinsam
mit allen Akteurinnen und Akteuren unserer
Stadtgesellschaft umzusetzen.
Ihr
Dr. Stefan Belz
Oberbürgermeister der Stadt Böblingen

Inhaltsverzeichnis
5
Präambel –
Böblingen digital gestalten
Seite 6
Politikfelder der Digitalisierung
Seite 8
Digitale Verwaltung
Seite 10
Digitale Wirtschaft und Arbeit
Seite 12
Digitale Bildung, Wissenschaft, Soziales
und Kultur
Seite 14
Digitale Infrastrukturen und Ressourcen
Seite 18
Digitale Stadtplanung, Bauen, Umwelt
und Resilienz
Seite 20
Digitale Mobilität
Seite 22
Digitale
Bürgerbeteiligung
Seite 24
Ergebnisse der
Bürgerbefragung
Seite 26

Die Digitalisierung deutscher Städte und Gemeinden macht Fortschritte.
Eine Studie der Initiative Stadt.Land.Digital zeigt auf, dass sich acht von
zehn befragten Kommunen mit der Konzeption einer Digitalstrategie
befassen. Damit hat sich der Anteil der Kommunen mit aktiver Gestaltung
digitaler Strategien seit dem Jahr 2015 fast verdoppelt. Vor allem größere
Kommunen sind aktiv: So hat nahezu jede zweite Stadt mit mehr als
20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bereits eine fertige Strategie,
unter den Kommunen mit weniger als 20.000 Einwohnerinnen und Ein­
wohnern dagegen noch nicht einmal jede fünfte.1
Präambel –
Böblingen digital gestalten
Präambel – Böblingen Digital Gestalten
7
An der Notwendigkeit einer
Digitalisierungsstrategie gibt es
kaum noch Zweifel: Die
Digitalstrategie strukturiert und
orientiert die digitale Agenda
einer Stadt und stellt eine
Priorisierung der digitalen
Maßnahmen für die folgenden
Jahre auf. Häufig ist die Digital­
strategie Grundlage für die
Einwerbung von Drittmitteln.
Dabei ist die Strategie nicht
starr. Sie passt sich vielmehr
dynamisch und lebendig an die
Entwicklung der Stadt an.
Für die Digitalstrategie in
Böblingen ist die Vision
handlungsleitend, relevante
Gestaltungsbereiche der Stadt
in Form eines sogenannten
„Digitalen Zwillings“ abzubil­
den. Ein digitaler Zwilling ist
eine digitale Darstellung
physischer Objekte und zeigt
sich beispielsweise bei der
digitalen Dokumentation von
Akten, Gebäuden, Straßen
sowie bei der Sammlung von
Daten zu Energie, Umwelt,
Klima, Mobilität sowie zu
städtischen Schulen und
Kulturveranstaltungen.
Durch die Digitalstrategie und
die fortschreitende Gestaltung
eines digitalen Zwillings
werden übergeordnete Ziele
adressiert. Das wesentliche
Ziel der Digitalisierung liegt
dabei in der Steigerung des
Bürgernutzens und der
Bürgerzufriedenheit. Durch
einfache und schnelle Abläufe,
schlanke Verwaltungsprozesse,
einfache Online-Services und
Möglichkeiten der Bürgerbetei­
ligung wird die Gemeinschaft
der Bürgerinnen und Bürger
gestärkt. Eine wesentliche
Bedingung dafür liegt in der
Zufriedenheit der Mitarbeiterin­
nen und Mitarbeiter in der
öffentlichen Verwaltung. Diese
steht ebenfalls im Mittelpunkt
der Digitalstrategie. Durch
moderne Arbeitsformen,
Home-Office und die Nutzung
relevanter IT-Werkzeuge wird
der Arbeitsalltag der Verwal­
tung schrittweise modernisiert
und verbessert. Eine optimier­
te, digitale Verwaltung ist also
auch Voraussetzung für einen
digitalen Bürgerservice.
Digitalisierung ist jedoch mit
Investitionen verbunden. Daher
muss die Digitalstrategie auch
auf die optimierte Nutzung
von Ressourcen und Kosten­
einsparungen eingehen. Durch
die Verschlankung von
Verwaltungsabläufen lassen
sich Effizienzgewinne erzielen.
Dies wird in unterschiedlichen
Studien deutlich.2
Daher geht es auch darum,
durch die Digitalstrategie
bisherige Erfolge der Digitali­
sierung und mögliche Quick
Wins darzustellen. Gerade
Quick Wins – also schnelle
Erfolge – haben die Stärke,
kosten- und ressourcengünstig
umgesetzt werden zu können,
und liefern somit schnell
sichtbare Ergebnisse. Bei den
weiteren Maßnahmen der
Digitalstrategie ist jeweils eine
sorgfältige Kosten-/Nutzen-
Analyse vorzunehmen. Die
Digitalisierung ist in diesem
Sinne eine langfristige
Aufgabe, die den Gemeinderat
und die Stadtverwaltung über
viele Jahre fordert. In diesem
Sinne bietet das vorliegende
Dokument einen Überblick und
eine Planungsgrundlage für die
kommenden Jahre der digi-
talen Zukunft.
1 Bundesministerium für Wirtschaft und
Energie (2020): Wie smart sind
Deutschlands Kommunen?
2 Bitkom (2020): Smart City Index
2020.

 82

Abbildung: BIM-Hauptprozesse und Verantwortungssphären im BIM, siehe https://bit.ly/3BYeNSM
Maßnahme DSZ2HF2M3: Entwurf Infrastruktur und Systeme zum Gebäudemonitoring
Entsprechend der in der BIM-Strategie festgelegten Prozesse/ Services und Informationen, sollte die
Monitoring-Technologie (Haustechnik) der Gebäude mit Sensoren (Smart-Meter, CO2-Sensoren,
Wassersensoren, Rauchmelder, Brandschutzklappen, etc.), Bussystemen, Datenbanken und Hardware
geplant und projektiert werden. Bei Neubauten erfolgt die Planung der Monitoring Systeme mit
späterer Anbindung an das CAFM-System im Projektierungsprozess. Bei Bestandsbauten lassen sich
einzelne
Nachhaltigkeitsmanagementkomponenten
(z. B.
digitale
Energieeffizienzmonitoring
Systeme) mittels Sensor Retrofitting realisieren (s. u.).
Handlungsfeld DSZ2HF3: Modellierung Digitaler Zwillinge für Bestandsgebäude
BIM lässt sich nach heutigen Erkenntnissen auch gut für Bestandsgebäude einsetzen. Dies lohnt sich
umso mehr bei sehr kostenintensiven großen öffentlichen Gebäuden mit erheblichem
Wartungsaufwand und potenziellem Umbau/ Sanierungsbedarf. Bei diesen Projekten ist zu beachten,
dass zu Beginn ein höherer Aufwand darauf verwendet werden muss, das Bestandsgebäude digital zu
beschreiben, sprich einen Digitalen Zwilling davon zu produzieren. Es müssen Maße aus alten,
analogen Plänen in das digitale Abbild übernommen werden, genauso wie Informationen zu
Baustoffen und der Statik. Umgekehrt lassen sich aus den Vergangenheitsdaten z. B. die Energiekosten
relativ gut ermitteln. Einmal modelliert kann der Digitale Zwilling dann sehr gut für Umbau oder
Sanierungsarbeiten und am Ende des Lebenszyklus selbst zum professionellen Abriss/ Rückbau der
Immobilie verwendet werden. Die Verwendung von BIM in Bestandsimmobilien wird sehr detailliert in
der VDI-Publikation: Building Information Modelling beschrieben https://bit.ly/3AVynhf.
Maßnahme DSZ2HF3M1: Erstellung eines digitalen Gebäudemodells (Digitaler Zwilling) für
kostenintensive Bestandsgebäude mit Metadaten für Betrieb und Abriss
Für in die Jahre gekommene Großimmobilien über deren Weiternutzung, Sanierung bzw. Umbau man
im Unklaren ist, kann sich die nachträgliche Produktion eines Digitalen Zwillings lohnen. Mit einem
solchen Modell können dann Fragestellungen nach Gefahrstoffen und Gefährdungslagen (z. B.
Entsorgung
von
Asbest),
Sanierungsentscheidungen
(Fassade
oder
Energiesystem)
oder
Umbauvorhaben (Erweiterung von Räumlichkeiten vs. Statik) relativ gut und integriert beantworten
lassen.

 32
Digitale Wirtschaft und Arbeit (DWA)
Digitale Wirtschaft bedeutet in digitalen Geschäftsmodellen und -prozessen mit qualifizierten
Fachkräften und vernetzten Arbeitsformen neue Chancen zu finden. Dies gilt für Gründer,
Mittelständler und die Wirtschaftsförderung der Zukunft.

Böblingen ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort mit hohen Wachstumsraten, was die Besiedlung der
Industriegebiete wie z.B. Böblingen- Hulb betrifft. Was Böblingen jedoch von anderen Standorten
unterscheidet ist die Diversität der angesiedelten Betriebe. Dies hat im Sinne einer Risikostreuung für
den Standort große Vorteile, macht aber die Arbeit der Wirtschaftsförderung anspruchsvoll, da sie Ihre
Angebote sehr individuell zuschneiden und an die Unternehmen kommunizieren muss. Eine gute
Datenbasis sowie ein geschlossener digitaler Kommunikations- und Wissensgenerierungskreislauf ist
dabei unerlässlich. Herausforderungen für den Einzelhandel haben sich in Böblingen eher kurzfristig
durch die Covid19-Pandemie ergeben. Eine Beratung in Sachen Digitalisierung für KMU gewinnt damit
weiter an Bedeutung. Mit Einrichtungen und Projekten wie dem ZD.BB dem Softwarezentrum
Böblingen Sindelfingen bzw. dem Projekt AI-Express sollen in Zukunft weitere Anstrengungen
unternommen werden, um den Digitalisierungsgrad der ansässigen Kleinunternehmen zu erhöhen.
Dies betrifft auch die Digitalisierungsmöglichkeiten durch Breitband-Infrastrukturen. Transparenz mit
Raumbezug, der einen integrierten Blick über die verfügbaren Netzkapazitäten im Stadtgebiet
ermöglicht, ist z.Zt. nicht verfügbar.
Übersicht Ziele
-
DWAZ1: Digitalisierung der Wirtschaftsförderungsprozesse
-
DWAZ2: Digital mündige KMU
-
DWAZ3: Erhöhung der Sichtbarkeit und Interaktivität Böblinger Unternehmen

 1

Digitalstrategie der Stadt Böblingen

Version 1.0
Stand: 27.10.2021

Digitalisierung ist eine Querschnittsaufgabe, die sich quer durch alle Politik­
felder kommunalen Handelns und Entscheidens zieht. Ihre Auswahl für die
Digitalstrategie der Stadt Böblingen erfolgte in Anlehnung an die Politikfelder
der Digitalisierung in Bund und Land. Einige Akzente in der Zusammen­
fassung der den Politikfeldern nachgeordneten Themeng