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title: "Denise Bertschi präsentiert State Fictions an der Gwangju Biennale 2026 in Südkorea; Eröffnung Sept 5, 2026 bis Nov 15, 2026"
sdDatePublished: "2026-08-24T13:17:00Z"
source: "https://www.fhnw.ch/de/gestaltung-kunst/aktuelles/news-storys/alle/state-fictions-denise-bertschi-von-der-hgk-basel-an-der-gwangju-biennale-2026-in-suedkorea"
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Denise Bertschi präsentiert State Fictions an der Gwangju Biennale 2026 in Südkorea; Eröffnung Sept 5, 2026 bis Nov 15, 2026

State Fictions: Denise Bertschi von der HGK Basel an der Gwangju Biennale 2026 in Südkorea. | FHNW

Denise Bertschi, Mitarbeiterin am Institute Art Gender Nature (IAGN) der HGK Basel, zeigt an der Gwangju Biennale 2026 ihr Projekt «State Fiction», das die Präsenz der Schweiz in der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea untersucht.

Dr. Denise Bertschi , Künstlerin und seit kurzem wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute Art Gender Nature (IAGN) der HGK Basel, präsentiert im Schweizer Pavillon an der 16. Gwangju Biennale 2026 in Südkorea unter dem Titel «State Fictions. Beyond Blossoms and Borders» ihr Langzeitprojekt, das die Präsenz der Schweiz in der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea untersucht.

Denise Bertschi arbeitet seit 2013 an ihrem Langzeitprojekt «State Fiction». Ausgangspunkt ist die Rolle der Schweiz in der Neutralen Ueberwachungskommission (NNSC), die nach dem Waffenstillstand von 1953 eingerichtet wurde. Schweizer Soldaten dokumentierten ihren Alltag im sogenannten «Swiss Camp» mit Kameras und hielten Begegnungen, Landschaften sowie Szenen aus Nord- und Südkorea fest. Anhand dieses umfangreichen Bildmaterials und weiterer Archivdokumente aus den 1950er- bis 1970er-Jahren hinterfragt Denise Bertschi kritisch die Vorstellung schweizerischer Neutralität und untersucht, wie fotografische Bilder politische Machtverhältnisse reproduzieren.

Im Schweizer Pavillon an der 16. Gwangju Biennale 2026 zeigt Denise Bertschi eine Auswahl von Archivmaterial aus der Bibliothek am Guisanplatz in Bern und stellt dabei die Frage, wer Bilder produziert und was dabei sichtbar wird oder unsichtbar bleibt. Mittels Filmen, Fotografien, Textilarbeiten, Texten und historischen Dokumenten wird das Archiv als umkämpfter Ort der Erinnerung erforscht und dabei gefragt, wie eng der Mythos der schweizerischen Neutralität mit geopolitischen Interessen verbunden ist. Eine Installation mit historischen Bildern und modularen Möbeln, die vom diplomatischen Verhandlungstisch des NNSC inspiriert sind, ist als offener Diskussionsraum angelegt. Die Besuchenden sind dazu eingeladen, Gedanken und Erinnerungen zu hinterlassen, so dass die Installation ständig erweitert wird und nicht zuletzt die Perspektiven betroffener koreanischer Gemeinschaften einbezogen werden.

Der diesjährige Schweizer Pavillon an der Gwangju Biennale befindet sich im Eunam Museum of Art in Gwangju und wurde erstmals von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia in Auftrag gegeben. Dafür wurden das Centre culturel suisse in Paris, Claire Hoffmann und Tadeo Kohan, eingeladen, die Ausstellung zu kuratieren.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Samstag, 5. September 2026, ab 17 Uhr in Gwangju statt. Die Ausstellung ist bis am 15. November 2026 zu sehen.

Die Begleitpublikation zur Ausstellung «State Fictions. Beyond Blossoms and Borders» beinhaltet unter anderem einen Beitrag von Ingo Niermann, Dozent am Institute Art Gender Nature (IAGN) der HGK Basel. Die Publikation erscheint im September 2026 im Verlag für Moderne Kunst, Wien.

Dr. Denise Bertschi ist Künstlerin und Wissenschaftlerin und hat am Departement für Architektur der EPFL in Lausanne promoviert. Ihre wissenschaftliche und künstlerische Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von visueller Kultur, «material history» und Architekturgeschichte. Durch die Verknüpfung visueller, historischer und urbaner Forschungsmethoden untersucht sie Archive, extraktive Landschaften und die gebaute Umwelt kritisch, beleuchtet deren Verflechtungen im Zusammenhang mit der Kolonialität der Schweiz und setzt sich mit der Schweizer Neutralität im globalen Kontext auseinander.

Wir gratulieren Denise Bertschi herzlich zu ihrer Präsenz an der Gwangju Biennale und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg!

Denise Bertschi, STATE FICTION. Fluid Montage, 2026, Detail

State Fictions: Denise Bertschi von der HGK Basel an der Gwangju Biennale 2026 in Südkorea. , Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel

24.8.2026 – Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel, Institut Kunst Gender Natur