SZH-Studie Wallis inklusive Schule bewährt sich; höchstes Integrationsniveau der Schweiz trotz knapper Mittel

Studie im Wallis zeigt: inklusive Schule bewährt sich - Inclusion Handicap

Studie im Wallis zeigt: inklusive Schule bewährt sich Studie im Wallis zeigt: inklusive Schule bewährt sich

Studie im Wallis zeigt: inklusive Schule bewährt sich

Eine neue Studie zur obligatorischen Schule im Wallis zeigt: Das integrative Modell hat sich bewährt. Das Wallis erreicht eine der höchsten Integrationsquoten der Schweiz – und dies im interkantonalen Vergleich mit vergleichsweise geringen Mitteln. Der Bericht macht deutlich, dass die Lehrerschaft trotz bestehender Herausforderungen die Vorteile der Inklusion für alle Schüler:innen schätzt – insbesondere im Hinblick auf das Lernen, die soziale Teilhabe und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Wie steht es um die inklusive Schule im Kanton Wallis? Dieser Frage geht ein neuer Bericht des Schweizer Zentrums für Heil- und Sonderpädagogik (SZH) nach, den das Walliser Departement für Volkswirtschaft und Bildung in Auftrag gegeben hat. Grundlage der Untersuchung sind historische und statistische Daten sowie rund 50 Interviews mit zentralen Akteur:innen der obligatorischen Schule.

Das Ergebnis ist positiv: Die inklusive Schule wird den sehr unterschiedlichen Bedürfnissen aller Schüler:innen gerecht, ist pädagogisch wirksam und zugleich wirtschaftlich effizient. Die überwiegende Mehrheit der Schüler:innen mit Behinderungen wird erfolgreich in die Regelstrukturen integriert. Der Kanton Wallis gehört damit zu den Schweizer Kantonen mit dem höchsten Niveau an schulischer Integration – und das mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln. Im Wallis hat das integrative Schulmodell lange Tradition. Laut der Studie besonders bemerkenswert ist der ausgesprochene Wille der Walliser:innen, ihre Kinder in den Dorfschulen zu unterrichten, anstatt sie in Sonderschulen zu schicken. Alle Partner:innen des Schulwesens zeigten sich sehr zufrieden mit der Funktionsweise und seien zudem ausgesprochen stolz auf die Errungenschaften der inklusiven Schule.

Niemand wünscht sich weniger Integration

Eine Rückkehr zu mehr Sonderschulen wünscht sich im Wallis laut Studie niemand. Denn Inklusion bringt gemäss der Befragten nicht nur für betroffene Kinder Vorteile, sondern für die Schule als Ganzes. Der Studienautor plädiert dafür, Schüler:innen, die als störend wahrgenommen werden, differenzierter zu betrachten und in der aktuell emotional geführten Debatte nicht die Separation als einzige Lösung zu sehen. Denn Separation hindere die Regelschule daran, ihre Kompetenzen im Umgang mit Heterogenität weiterzuentwickeln. Gleichzeitig würden den stärkeren Schüler:innen Möglichkeiten genommen, den Umgang mit Verschiedenheit zu lernen.

Mehr Unterstützung und Ressourcen gefordert

Klar bestehen aber auch im Wallis Herausforderungen. Die Studie nennt konkret drei Ansatzpunkte, um das Schulmodell zu stärken und für die sich wandelnden Anforderungen bereitzumachen:

Evaluation und Bereitstellung der notwendigen Mittel, um eine nachhaltige Entwicklung der Walliser Schule sicherzustellen.

Mehr Agilität und Flexibilität der eingesetzten Ressourcen, um Unterstützungsangebote wirksamer einzusetzen.

Stärkung der Kompetenzen der schulischen Akteur:innen, um sie für die künftigen Herausforderungen zu rüsten.

Die inklusive Schule ist aktuell unter Druck. Kürzlich zeigte eine Umfrage des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, dass eine Mehrheit der Lehrerschaft zwar insgesamt weiterhin hinter der Idee der inklusiven Pädagogik steht, sich im Schulalltag jedoch häufig ungenügend unterstützt fühlt ( siehe auch Medienmitteilung vom 13.08.2026 ). Im Kollektiv wurden deshalb mehr Ressourcen gefordert.

Das Beispiel Wallis zeigt, dass sich Inklusion, wenn sie vom Gemeinwesen und der Lehrerschaft getragen wird und die notwendigen Rahmenbedingungen zur Verfügung gestellt werden, bewährt. Nun gilt es, gemeinsam mit den Lehrer:innen, den Betroffenen, der Politik und den Behörden herauszufinden, wie die Rahmenbedingungen der inklusiven Schule auch schweizweit so gestaltet werden können, dass Inklusion gelingen kann. Denn die Inklusion ist für die schulische Entwicklung von Kindern mit Behinderungen absolut entscheidend – dies zeigte zuletzt auch der Bildungsbericht 2026.

Zur Medienmitteilung vom Kanton Wallis

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