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title: "Grenzgängerinnen und Grenzgänger am Oberrhein pendeln täglich; Über 100'000 Pendler grenzüberschreitend"
sdDatePublished: "2026-08-24T16:20:00Z"
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  - "Switzerland"
  - "France"
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Grenzgängerinnen und Grenzgänger am Oberrhein pendeln täglich; Über 100'000 Pendler grenzüberschreitend

Chartbericht Oberrhein

Arbeitsmarkt
am Oberrhein
2026

Herausgeberin
Regio Basiliensis
Verein für trinationale Zusammenarbeit
St. Jakobs-Strasse 25
CH-4010 Basel
T +41 61 915 15 15
info@regbas.ch
www.regbas.ch
Ansprechpartnerin
Dr. Andrea Wagner
T +41 61 279 97 38
andrea.wagner@bak-economics.com
Adresse
BAK Economics AG
Elisabethenanlage 7
CH-4051 Basel
T +41 61 279 97 00
info@bak-economics.com
www.bak-economics.com
Copyright
Alle Inhalte dieser Studie, insbesondere Texte und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Das
Urheberrecht liegt bei BAK Economics AG. Die Studie darf mit Quellenangabe zitiert werden
(«Quelle: BAK Economics»).
Titelbild: Luftansicht von Basel-Stadt mit dem Universitätsspital Basel, © AdobeStock
Copyright © 2026 by BAK Economics AG
Alle Rechte vorbehalten
ISSN 2673-6071 (Print)
ISSN 2673-608X (Online)

Editorial
S.4
Der Oberrhein im Überblick
S. 5
Beschäftigungsentwicklung
S. 6
Grenzgängerinnen und Grenzgänger
S. 7
Arbeitslosigkeit und offene Stellen
S. 8
Arbeitsmarkt und Gesundheitsversorgung
S. 9
Grenzüberschreitende Initiativen im Gesundheitswesen
S. 10
Indikatoren und Quellen
S. 11
Kapitelübersicht

Editorial
4
Der
Fachkräftemangel
im
Gesundheitswesen
zählt
zu
den
grössten
gesellschaftlichen
Herausforderungen unserer Zeit. Am trinationalen Oberrhein ist er besonders spürbar. Die
verflochtenen
Arbeitsmärkte
und
unterschiedlichen
Gesundheitssysteme von
Deutschland,
Frankreich und der Schweiz verschärfen den Druck und machen grenzüberschreitende Lösungen
unausweichlich.
Eine aktuelle TRISAN-Studie bestätigt: Der Mangel an Fachkräften nimmt in allen Teilregionen des
Oberrheins
weiter
zu.
Demografischer
Wandel,
steigende
Nachfrage
und
bevorstehende
Pensionierungswellen belasten die Gesundheitssysteme. Gleichzeitig konkurrieren die Regionen
um dieselben qualifizierten Arbeitskräfte. Isolierte Lösungen greifen hier zu kurz.
Die gute Nachricht: Es gibt bereits vielversprechende Ansätze. In der Grenzregion haben sich
zahlreiche Projekte und Initiativen für eine bessere Patientenversorgung etabliert. Viele davon sind
wegweisend in ihrem Pioniergeist, ihrem Umfang und ihrer Wirkung. Das Pilotprojekt «GRUEZ»
zwischen den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt sowie dem Landkreis Lörrach ist ein
eindrückliches Beispiel. Es bewirkte eine Änderung des Schweizer Krankenversicherungsgesetzes
KVG und ermöglicht es seither, in Grenznähe unter bestimmten Voraussetzungen auch im Ausland
behandelt zu werden.
Auf diesem Fundament baut die Region weiter auf. So wurde 2016 auf Initiative der
Oberrheinkonferenz das trinationale Kompetenzzentrum TRISAN mit Sitz im deutschen Kehl
gegründet. Ziel dieser Plattform ist es, die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung für
Menschen in der Region zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz zu verstetigen und zu
verbessern. Zuletzt haben sich Basel-Stadt und das Südelsass auf eine vertiefte Zusammenarbeit
in der Notfallversorgung geeinigt. Das neue Dreiland-Klinikum in Lörrach, das 2027 eröffnen soll,
wird zu einer modernen Gesundheitsinfrastruktur mit Kooperationspotential über die Landes-
grenzen hinaus. Diese Entwicklungen stärken die Gesundheitsregion Oberrhein und zeigen, was
gemeinsam möglich ist.
Die vorliegende Studie liefert einen Beitrag für diese Diskussion. Sie zeigt die aktuellen
Entwicklungen und Herausforderungen im Arbeitsmarkt in der Grenzregion am Oberrhein auf,
macht regionale Unterschiede sichtbar und soll dazu beitragen, gemeinsame Lösungsansätze zu
identifizieren.
Als Regio Basiliensis setzen wir uns weiterhin für die Stärkung des grenzüberschreitenden
Arbeitsmarkts in der Dreiländerregion ein, fördern den Austausch und die Zusammenarbeit
zwischen Gesundheitsakteuren in der Region und unterstützen konkrete Kooperations- und
Pilotprojekte. Langfristig arbeiten wir auf die Entwicklung einer gemeinsamen Vision für einen
integrierten Gesundheitsraum Oberrhein hin.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!
Dr. Kathrin Amacker
Präsidentin
Regio Basiliensis
Dr. Manuel Friesecke
Geschäftsführer
Regio Basiliensis

22’400
1’000
Die
Oberrheinregion
ist
ein
stark
vernetzter, trinationaler Ballungs- und
Wirtschaftsraum
mit
6,4
Millionen
Einwohnerinnen und Einwohnern. Mit
einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf
von 56'200 Euro zählt der Oberrhein zu
den wohlhabenderen Regionen Euro-
pas.
Der trinationale Arbeitsmarkt am Ober-
rhein umfasst 3.4 Millionen Beschäf-
tigte und zeichnet sich durch eine hohe
grenzüberschreitende
Durchlässigkeit
aus. Dies zeigt sich eindrücklich an der
grossen Zahl der Grenzgängerinnen und
Grenzgänger: Über 100'000 Personen
pendeln täglich zur Arbeit in eines der
Nachbarländer.
Drei
Viertel
davon
wohnen
im
Elsass
oder
in
den
deutschen
Oberrheingebieten
und
arbeiten in der Nordwestschweiz. Das
verbleibende Viertel lebt im Elsass und
ist in Baden oder in der Südpfalz be-
schäftigt.
Zusätzlich
zu
diesen
in
der
Karte
dargestellten Arbeitskräftebewegungen
pendeln rund 9'300 Personen aus der
Franche-Comté in den Kanton Jura.
Oberrheingebiet: wirtschaftsstark und vernetzt
5
Arbeitsmarkt am Oberrhein: Der Oberrhein im Überblick
Die Bevölkerung insgesamt ist am
Oberrhein von rund 5.8 Millionen im
Jahr 2004 auf 6.4 Millionen im Jahr
2024 gewachsen. Der Anteil der
erwerbsfähigen Bevölkerung hat von
67% auf 64% abgenommen. Die
absolute Zahl der erwerbsfähigen
Personen ist jedoch vor allem durch
Zuwanderung von 3.9 Mio. auf fast
4.1 Mio. gestiegen. Von den Teilre-
gionen
des
Oberrheins
hat
die
erwerbsfähige Bevölkerung in der
Nordwestschweiz mit Abstand am
stärksten zugenommen, gefolgt von
Baden und dem Elsass.
Entwicklung der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, 2004-2024
D
O
J
2
e
6
a
P
Z
4
g
e
N
s
0%
5%
10%
15%
Südpfalz
Baden
Elsass
Nordwestschweiz

6
Beschäftigung am Oberrhein: Wachstum in Chemie,
Pharma und Gesundheit
Arbeitsmarkt am Oberrhein: Beschäftigungsentwicklung
Beschäftigungsentwicklung nach Branchen
Anm.: Branchen mit einem Wachstum von 1.0% und mehr wurden hervorgehoben.
Zwischen
1995
und
2024
ist
die
Beschäftigung in allen Teilregionen des
Oberrheins
gestiegen,
allerdings
mit
deutlich unterschiedlicher Dynamik. Das
Elsass wuchs zunächst am schnellsten,
stagnierte dann aber von rund 2000 bis
Mitte
der
2010er
Jahre
und
gewann
anschliessend wieder an Dynamik. Die
frühen 2000er Jahre waren durch geringes
Wachstum gekennzeichnet. Anschliessend
wuchs die Beschäftigung aber in den
schweizerischen
und
deutschen
Teilre-
gionen, abgesehen von sehr kurzfristigen
Krisen, deutlich. Die derzeitige deutsche
Wachstumsschwäche
seit
2022
ist
ebenfalls erkennbar.
Die Beschäftigung ist in der Oberrheinregion gemäss den aktuellsten Zahlen zwischen 2019 und
2024 moderat gewachsen. Die Beschäftigungsausweitung war in der Nordwestschweiz am stärksten,
gefolgt vom Elsass, während sie in den deutschen oberrheinischen Regionen nur geringfügig ausfiel.
Überdurchschnittlich gewachsen ist die Beschäftigung vor allem in der Chemie-, Pharma- und
Kunststoffindustrie, in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sowie in den
öffentlichen Dienstleistungen und im Gesundheits- und Sozialwesen (ausser im Elsass). Diese
Entwicklung ist auch ein Ergebnis der COVID-19-Krise, von der die Pharmaindustrie profitierte und
die einen Digitalisierungsschub sowie Kapazitätsausweitungen im Gesundheitswesen auslöste.
Wenig dynamisch entwickelten sich hingegen die Beschäftigtenzahlen in der Metall-, Elektro- und
Maschinenbauindustrie (MEM). Insgesamt war die Industrie in diesem Zeitraum zahlreichen
Herausforderungen wie Lieferkettenproblemen und Energiepreissteigerungen ausgesetzt; in der
Nordwestschweiz kam zudem der starke Franken hinzu. Lediglich im Elsass war das Wachstum in
dieser Branche überdurchschnittlich.
Beschäftigtenentwicklung seit 1995
Branchen
Baden
Südpfalz
Elsass
Nordwest-
schweiz
Oberrhein
Gesamtwirtschaft
0.2%
0.2%
1.0%
1.3%
0.7%
Konsumgüter
-0.2%
4.7%
1.1%
-0.3%
0.3%
Chemie & Pharma &
Kunststoff
2.6%
11.0%
0.9%
2.3%
2.3%
MEM
0.2%
-0.7%
1.5%
0.8%
0.5%
Handel & Logistik
-0.4%
-0.4%
0.7%
0.7%
0.2%
Gastgewerbe
-0.5%
-1.3%
0.6%
-0.2%
-0.2%
IKT
2.2%
-1.7%
2.9%
1.9%
2.2%
Finanzdienstl.
0.1%
0.8%
0.5%
1.5%
0.7%
Bau & Immo
0.9%
0.7%
-0.3%
0.6%
0.6%
Öffentlicher Sektor
1.1%
1.5%
0.3%
2.5%
1.2%
Gesundheit & Soziales
1.9%
1.2%
0.7%
2.4%
1.7%
Unternehmensdienstl.
0.8%
2.3%
2.4%
0.9%
1.2%
Sonstige Dienstl.
-0.3%
2.1%
2.1%
1.1%
0.8%
Durchschnittliches jährliches Wachstum (2019-2024) in %

7
Arbeitsmarkt am Oberrhein: Grenzgängerinnen und Grenzgänger
Grenzgängerinnen und Grenzgänger:
mehr Ältere und mehr Frauen
Ein
Drittel
der
Arbeitskräfte,
die
in
die
Nordwestschweiz über die Grenze zur Arbeit
pendeln, war im ersten Quartal 2026 Frauen.
Der Frauenanteil hat damit in den letzten beiden
Dekaden leicht zugenommen. In allen Kantonen
ist die Zahl der Grenzgängerinnen gestiegen,
aber
nicht
in
allen
Kantonen
der
Nord-
westschweiz stärker als die Zahl der Männer. In
der Folge weisen die Kantone Basel-Landschaft
und Solothurn einen leichten Rückgang des
Frauenanteils auf.
Mit
42%
hat Basel-Stadt
den
mit
Abstand
höchsten
Frauenanteil
und
verzeichnete
gleichzeitig
gegenüber
2006
den
höchsten
Anstieg um 4 Prozentpunkte.
Die Altersstruktur der Grenzgängerinnen und
Grenzgänger hat sich zwischen 2016 und 2026
spürbar verschoben. Dominierte 2016 noch die
Gruppe der 45- bis 54-Jährigen mit 32% das
Bild, so ist ihr Anteil bis 2026 auf 24%
zurückgegangen. Gleichzeitig haben die 55- bis
64-Jährigen stark an Bedeutung gewonnen: Ihr
Anteil
stieg
von
15%
auf
21%.
Diese
Entwicklung zeigt die zunehmende Alterung der
Erwerbsbevölkerung. Ein Fünftel der Grenz-
gängerinnen und Grenzgänger wird in den
nächsten 10 Jahren aus dem Erwerbsleben
ausscheiden.
Die quantitativ wichtigste Gruppe bleibt die der
35- bis 54-Jährigen, die 2026 zusammen rund
die
Hälfte
aller
Grenzgängerinnen
und
Grenzgänger stellt. Die 25- bis 34-Jährigen sind
mit gut einem Fünftel weiterhin die zweit-
stärkste Gruppe. Die Jüngsten sowie die über
65-Jährigen spielen mit zusammen 7% eine
untergeordnete Rolle.
Anteil Grenzgängerinnen an allen Grenzgängern
Grenzgängerentwicklung nach Altersgruppen
0%
10%
20%
30%
40%
50%
Nordwestschweiz
Basel-Stadt
Basel-Landschaft
Aargau
Solothurn
Jura
2006
2026
2016
e
s
%
s
r
e
r
-
r
-
r
e
5%
22%
26%
32%
15%
1
%
5%
21%
27%
24%
21%
2%
15-24
25-34
35-44
45-54
55-64
65 u. mehr
2026

Künstliche Intelligenz und weltweite Unsicherheiten
belasten den Arbeitsmarkt
Arbeitsmarkt am Oberrhein: Arbeitslosigkeit und offene Stellen
8
Der Fach- und allgemeine Arbeitskräftemangel trägt dazu bei, dass die Unternehmen trotz
schwächerer Wirtschaftslage weiter Arbeitskräfte suchen. Die Zahl der offenen Stellen ist in der
Nordwestschweiz und in den deutschen Gebieten nach wie vor hoch. Nachdem sich die Zahl der
offenen Stellen in der Nordwestschweiz zwischen 2017 und 2022 mehr als verfünffacht hatte, war
sie zwischen 2022 und 2025 rückläufig. Sie hat sich zu Jahresbeginn 2026 wieder erhöht. In Baden
sind die gemeldeten offenen Stellen relativ konstant hoch. Sie lagen aber im April 2026 deutlich
unterhalb des Wertes von 2017.
Entwicklung der Zahl offener Stellen
Regionale Arbeitslosenquoten
Die durchschnittliche Arbeitslosenrate ist am
Oberrhein mit 5.0% im Jahr 2025 moderat.
Eine besonders niedrige Arbeitslosenquote mit
3.3% ist in der Nordwestschweiz zu finden. Im
Elsass und in Frankreich ist sie mit 6.9% bzw.
7.6% deutlich höher. Im Vergleich zu den
nationalen
Arbeitslosenquoten
sind
die
deutschen und französischen Regionen des
Oberrheins
aber
gut
aufgestellt.
Die
industrielle Schwäche durch globale Unsicher-
heiten wirkt sich zunehmend auf den Arbeits-
markt aus. Zusätzlich verstärkt der begin-
nende
technologische
Wandel
hin
zur
Künstlichen Intelligenz die Zurückhaltung beim
Stellenaufbau im Dienstleistungssektor. Die
Arbeitslosigkeit hat zwischen 2022 und 2025
in
allen
oberrheinischen
Regionen
leicht
zugenommen. Im Oberrheingebiet ist sie im
Durchschnitt von 4.1% auf 5.0% gestiegen
Daten Elsass nicht verfü