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title: "Markus Herber, Förster, warnt vor Grünastabbrüchen in NRW; Astbruchrisiko steigt bei Trockenheit"
sdDatePublished: "2026-08-24T16:05:00Z"
source: "https://www.wald-und-holz.nrw.de/baeume-im-trockenstress"
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Markus Herber, Förster, warnt vor Grünastabbrüchen in NRW; Astbruchrisiko steigt bei Trockenheit

Bäume im Trockenstress | Wald und Holz NRW

Münster - Trotz der Regenfälle seit der vergangenen Woche, ist der Boden in NRW ausgetrocknet. Die Werte zum Dürrezustand des Gesamtbodens ziehen sich weiter wie ein rot-orangenes Tuch über weite Teile der NRW-Karte im Dürremonitor des Helmholtz-Instituts . Die Bäume setzte das zuletzt unter großen Stress. Besonders die Buchen zeigen deutlich, dass es ihnen nicht gut geht: Ihr Laub wird braun und welk, viele Bäume werfen die Blätter bereits jetzt ab. In manchen Wäldern wirkt es, als hätte der Herbst bereits Einzug gehalten. Doch nicht nur das Laub, in einigen Regionen beobachten Försterinnen und Förster etwas noch dramatischeres: Sogenannte Grünastabbrüche. „Dann knallt es kurz und schon fällt ein oft oberschenkeldicker Ast zu Boden“, berichtet Markus Herber, Förster in Gladbeck und Bottrop.

Der Boden hier ist tonhaltig, ein sogenannter Pseudogley. Während sich im Winter hier oft die Nässe staut, leiden Pflanzen, die auf Pseudogley wachsen, im Sommer oft unter Wassermangel. Das Problem dann: Der Saftstrom wird unterbrochen, wenn es zu trocken ist. Buchen, die jetzt schon ihr Laub abwerfen, müssen voraussichtlich im Herbst gefällt werden, weiß der Förster aus Erfahrung. „Die sterben alle ab.“ Und das könnte gefährlich werden – wenn nicht schon jetzt, dann spätestens im Herbst.

Ob die Grünastabbrüche allein durch die Trockenheit verursacht werden, ist nicht ganz klar. Auch andere Faktoren können Astabbrüche begünstigen, etwa wenn stürmische Böen durch die Wälder gehen. Häufig entsteht ein Astabbruch durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren: War es zuvor sehr trocken, können die Äste an Elastizität verlieren. Treffen sie dann beispielsweise starke Windböen, ist ein Abbruch wahrscheinlicher. Kommen bei der Buche noch pathogene Erreger, wie zum Beispiel der Rotbuchen-Rindenkugelpilz mit ins Spiel, können im Sommer bei Trocknis selbst armstarke Äste abbrechen.

Heiner Heile, aus dem Team Waldbau im Zentrum für Wald und Holzwirtschaft, dem Forschungsinstitut von Wald und Holz NRW: „Der frühzeitige Laubfall ist ein sichtbares Zeichen von Trockenstress.“ Insgesamt sieht er darin aber keinen Beleg, dass die Baumarten die jetzt unter Trockenstress leiden, insgesamt nicht mehr zukunftsfähig wären. „Entscheidend ist, wie häufig und stark solche Reaktionen auftreten und wie sich die Vitalität und die Fähigkeit zur Erholung über mehrere Jahre entwickelt.“

Für die sichtbar betroffenen Baumarten wie aktuell die Buche und Birke bedeutet das: Sie bleiben auf geeigneten Standorten eine wichtige Baumart. Auf anderen aber vielleicht auch nicht. „Ihre Anbaueignung angesichts zunehmender Trockenheit muss sehr stark standortbezogen bewertet werden“, erklärt Heile. Dabei sei die Entwicklung des jeweiligen Wärme-, Wasser- und Nährstoffhaushaltes entscheidend. Thomas Wälter, Leiter des ZWH ergänzt: „Insbesondere die Dauer der Dürreereignisse und die Temperaturentwicklung in den Baumkronen im Verlauf des Klimawandels ist relevant und wird von uns an den verschiedenen Waldstandorten in NRW genau beobachtet.“

Unabhängig davon, wie sich die Buchen auf lange Sicht entwickeln, rät der Markus Herber Waldbesuchenden dennoch Buchenwälder, in denen schon jetzt viel Laub auf dem Boden liegt, besser zu meiden. „Das Laub am Boden zu dieser Jahreszeit ist ein Warnfaktor.“ Die Waldjugendspiele in Gladbeck hat das Regionalforstamt Ruhrgebiet bereits abgesagt.

Grünastabbruch: Ein oberschenkeldicker Ast liegt auf einem Waldweg

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