Metaanalyse bewertet GAE bei Kniearthrose; kein klarer Zusatznutzen gegenüber Scheinbehandlung.
Kniearthrose: Neue Katheterbehandlung lindert Schmerzen – doch Zweifel bleiben | aponet.de
Katrin Faßnacht-Lee | 25.08.2026 11:32 Uhr
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Kniearthrose: Neue Katheterbehandlung lindert Schmerzen – doch Zweifel bleiben
Eine minimalinvasive Katheterbehandlung, die sogenannte Embolisation, soll Schmerzen bei Kniearthrose lindern. Eine aktuelle Metaanalyse zeigt zwar Verbesserungen nach dem Eingriff. Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik ist ein zusätzlicher Nutzen bislang jedoch nicht eindeutig belegt.
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Die Kniearthrose (Gonarthrose) ist eine häufige Erkrankung, bei der fortschreitende Veränderungen des Kniegelenks Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen können. Zur Therapie gehören unter anderem Bewegung und Muskelkräftigung, bei Übergewicht eine Gewichtsreduktion sowie medikamentöse Maßnahmen. Bei fortgeschrittener Arthrose kann nach ausgeschöpfter konservativer Behandlung eine Knieendoprothese in Betracht kommen. Zu den neueren Verfahren gehört die sogenannte Genikulararterienembolisation (GAE).
So funktioniert die Embolisation bei Kniearthrose
Bei Arthrose entstehen im Gelenk vermehrt neue Blutgefäße, die Entzündungsprozesse und möglicherweise auch die Schmerzentstehung fördern. Hier setzt die GAE, auch transarterielle periartikuläre Embolisation (TAPE) genannt, an: Über einen Katheter werden kleine Gefäße, die entzündlich verändertes Gewebe am Knie versorgen, gezielt verschlossen. Dadurch sollen die verstärkte Durchblutung und entzündliche Prozesse reduziert und Schmerzen gelindert werden. Der Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Betäubung über eine Arterie in der Leiste.
Metaanalyse zeigt Verbesserungen – hat aber methodische Schwächen
In einer aktuellen Übersichtsarbeit wurden nun 18 Studien mit insgesamt 534 Teilnehmenden ausgewertet. Die Metaanalyse umfasst überwiegend unkontrollierte Studien, in denen die Beschwerden vor und nach der Behandlung verglichen wurden. In den untersuchten Studien gingen nach einer GAE Schmerzen zurück und die Gelenkfunktion verbesserte sich – teilweise über einen Zeitraum von zwölf Monaten.
„Damit zeigen die Daten zwar, dass sich die Beschwerden nach einer GAE häufig bessern. Sie erlauben aber nur eingeschränkt die Aussage, ob diese Verbesserung tatsächlich auf die Embolisation zurückzuführen ist“, so Professor Dr. med. Georgi Wassilew, Generalsekretär der AE und Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin an der Universitätsmedizin Greifswald. Die Autoren weisen zudem auf erhebliche Unterschiede zwischen den eingeschlossenen Studien hin. Der Orthopäde und Unfallchirurg ergänzt: „Man muss unterscheiden zwischen der Beobachtung, dass es Patientinnen und Patienten nach einer Behandlung besser geht, und dem wissenschaftlichen Nachweis, dass genau diese Behandlung die Ursache dafür ist.“
Vergleich mit Scheinbehandlung zeigt keinen eindeutigen Zusatznutzen
Laut der Fachgesellschaft braucht es zu Beurteilung aussagekräftigere randomisierte Studien, die die Embolisation mit einer Scheinbehandlung vergleichen. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 identifizierte drei solcher Studien mit insgesamt 138 Teilnehmenden. Während eine frühe kleinere Untersuchung einen Vorteil der GAE zeigte, konnten die beiden neueren Studien keinen signifikanten Unterschied gegenüber der Scheinbehandlung nachweisen. Zu einem ähnlich zurückhaltenden Ergebnis kommt der Medizinische Dienst Bund. Seine 2026 veröffentlichte Nutzenbewertung basiert ebenfalls auf drei randomisierten kontrollierten Studien und sieht derzeit keinen Hinweis auf einen Nutzen der TAPE bei Gonarthrose.
Was Menschen mit Kniearthrose wissen sollten
Noch ist unklar, welche Patientinnen und Patienten von der Embolisation profitieren könnten. Der Medizinische Dienst Bund hat jedoch 14 laufende oder noch nicht vollständig veröffentlichte randomisierte Studien identifiziert, die mehr Klarheit schaffen könnten.
Wichtig ist auch: Wichtig ist auch: Die Embolisation zielt zwar darauf ab, Schmerzen zu lindern, beseitigt aber nicht die bereits bestehenden strukturellen Veränderungen des Kniegelenks. Eine klar angezeigte Knieendoprothese sollte deshalb nach Ansicht Wassilews nicht allein wegen der Aussicht auf den minimalinvasiven Eingriff hinausgezögert werden. Und: „Eine Verbesserung nach dem Eingriff allein ist noch kein Beweis dafür, dass die Embolisation selbst den entscheidenden Effekt verursacht hat“, sagt Wassilew. „Das spricht nicht dagegen, das Verfahren weiter zu erforschen. Es zeigt aber, dass wir mit Versprechen gegenüber Patientinnen und Patienten vorsichtig sein müssen.“
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Bei Kniearthrose gibt es unterschieldiche Behandlungsmethoden. Der Nutzen der sogenannten Embolisation wird derzeit von Experten diskutiert.
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