Schalke 04 gewinnt gegen Hallescher FC in Halle; 5:2 nach Verlängerung
Schalke macht es erst in der Verlängerung deutlich
Schalke macht es erst in der Verlängerung deutlich
Entscheidung erst in der Verlängerung: Schalke gewinnt in Halle
Bundesliga-Aufsteiger FC Schalke 04 hat zum Abschluss des DFB-Pokalwochenendes nur mit viel Mühe seine erste Aufgabe gelöst. Die Knappen gewannen beim Nordost-Regionalligisten Hallescher FC mit 5:2 (2:2, 0:1) nach Verlängerung und gerieten dabei kurz vor der Pause sogar in Rückstand. Noch näher dran an einer dicken Überraschung eines Viertligisten in der ersten DFB-Pokalrunde war Halles Ligakonkurrent VSG Altglienicke. Der Berliner Regionalligist musste sich trotz dreimaliger Führung nach großem Kampf dem Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg erst im Elfmeterschießen mit 5:6 geschlagen geben. Nach 120 Minuten hatte es 3:3, nach 90 Minuten 2:2 gestanden. Auch Drittligist Würzburger Kickers lag gegen den Erstligisten 1. FC Köln lange vorne, unterlag aber schließlich mit 1:2 (1:0) . Der Hamburger SV setzte sich nach anfänglichen Schwierigkeiten souverän mit 3:0 (1:0) beim Drittligisten SC Verl durch.
Die Führung durch Vin Kastull unmittelbar vor dem Pausenpfiff nährten Halles Hoffnung auf einen Erfolg gegen den Bundesligisten (45.), doch nach der Pause münzte Dejan Ljubicic die Schalker Überlegenheit dann doch in Zählbares um (62.). Edin Dzeko drehte schließlich mit einem verwandelten Foulelfmeter die Begegnung (81.), doch Niclas Stierlin rettete das Team aus Sachsen-Anhalt in der Nachspielzeit noch in die Verlängerung (90.+1). Dort machten Moussa Sylla (98.), Junior Adamu (105.+1) und wieder Dzeko (117.) alles klar.
VSG-Torjäger Jonas Nietfeld (6.) und Jonas Saliger (71.) ließen die Altglienicker Träume mit ihren Treffern in den regulären 90 Minuten realer werden, doch VfL-Kapitän Maximilian Arnold wurde gleich zweimal zum Spielverderber (55., 83.). Als die Kräfte in der Verlängerung zu schwinden schienen, bescherte Mehmet Ibrahimi die erneute Führung für die Berliner (109.). Doch Hauke Wahl gelang für Wolfsburg die erneute Antwort (117.). Selbst im Shootout lag Altglienicke nach einem Fehlschuss von Fabian Reese vorn, doch Sven Sonnenberg verpasste den Matchball. Nach Ibrahimi als siebter Altglienicker Schütze vergab, machte Kilian Fischer alles klar.
Würzburg schnupperte nach dem Führungstreffer von David Abrangao (18.) lange an einem Pokalcoup, doch rettete der isländische Nationalspieler Isak Johannesson (62., 77.) die “Geißböcke” mit zwei Toren in der zweiten Halbzeit. Für den HSV legte Albert Grönbaek mit Toren kurz vor und kurz nach der Pause den Grundstein für das Weiterkommen (41., 46.), bevor U 17-Nationalspieler Louis Lemke (50.) das Spiel entschied.
Schalke erst nach der Pause effektiv
Der Bundesliga-Rückkehrer aus Gelsenkirchen machte aus seiner optischen Überlegenheit im ersten Durchgang viel zu wenig und blieb in seinen Abschlüssen meist viel zu harmlos. Halle fuhr gut damit, hinten sicher zu stehen und auf Konter zu lauern. Moussa Sylla vergab die beste Chance, als er genau auf Halles Torwart Luca Bendel abschloss (36.). Als Schalke kurz vor der Pause nach einem Eckstoß den Ball nicht wegbekam, schlug der Regionalligist eiskalt zu.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Schalke den Druck und ließ Halle fast gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte heraus. Aber die Großchancen fehlten lange weiterhin, bis in der 62. Minute doch der Ausgleich gelang. Der Gegentreffer änderte nichts an der Spielweise des Außenseiters, der teilweise mit nahezu kompletten Mannschaft im eigenen Sechszehner die wenig kreativen Angriffe der Königsblauen abwartete. Nach einem missglückten Klärungsversuch des Torschützen Kastull, der die Hacke von Sylla erwischte, zeigte Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck auf den Elfmeterpunkt. Dzeko ließ sich diese Chance nicht entgehen. Zwar rettete sich Halle noch in der Verlängerung, aber dort spielte Schalke seine Klasse aus.
Der krasse Außenseiter aus Berlin erwischte bei seiner zweiten DFB-Pokalteilnahme gegen den Bundesliga-Absteiger den besseren Start und wurde bereits nach sechs Minuten mit dem Führungstreffer belohnt. Erst im Laufe der ersten Halbzeit kam Wolfsburg immer besser ins Spiel und wurde zunehmend dominanter. Altglienicke blieb aber weiter gefährlich, wie in der 17. Minute, als nach einem Kopfball von David Kebe der Außenpfosten für VfL-Torwart Jakub Zielinski rettete. Die Niedersachsen traten hauptsächlich mit Schüssen aus der Distanz in Erscheinung, die der starke Altglienicker Torwart Luis Zwick immer wieder entschärfte. In der zweiten Hälfte geriet Zwick noch stärker in den Mittelpunkt und machte seine Sache weiter gut. Bei einem Schuss aus der zweiten Reihe des eingewechselten Wolfsburger Kapitäns, der vom Innenpfosten ins Netz prallte, war der VSG-Keeper dann aber machtlos.
Als die Führung des Favoriten nur eine Frage der Zeit zu sein schien, unterlief Zielinski im Spielaufbau ein folgenschwerer Fehler, als er weit vor dem Tor stehend dem Altglienicker Saliger den Ball genau in die Füße spielte. Dieser hatte keine Mühe, den Ball im verwaisten Tor der “Wölfe” unterzubringen. Die Träume des Hauptstadtklubs schienen realer zu werden, doch dann traf wieder Arnold per direkten Freistoß. Wolfsburg zog in der Verlängerung ein Powerplay rund um den Strafraum der Berliner auf, während der Außenseiter auf Gegenstöße lauerte.
Köln schien in Würzburg die Partie anfangs im Griff zu haben und erspielte sich eine ganze Reihe guter Torgelegenheiten. Hinten ließ der Erstligist beim Drittliga-Rückkehrer zunächst nur eine größere Möglichkeit zu - doch diese war drin. Der Lucky Punch des Underdogs machte die Aufgabe für den Favoriten noch komplizierter. Die Kickers zogen sich weiter zurück und setzten mit Kontern oder Standardsituationen den einen oder anderen fiesen Nadelstich, während den weiterhin spielbestimmenden Kölnern zunehmend die Ideen ausgingen. Eine weitere Druckphase vor der Pause ließen die “Geißböcke” ungenutzt.
In der zweiten Halbzeit bot sich das gewohnte Bild: Köln mühte sich an den gut stehenden Würzburgern ab, bis dann doch der Ausgleich gelang. Dieser gab den Kölnern Rückenwind und Johannesson drehte die Partie mit einem Schlenzer ins lange Eck komplett. Die Gastgeber gaben sich auch in der Schlussphase nicht auf, der erneute Ausgleich gelang aber nicht mehr.
16-jähriger Lemke mit Tordebüt für HSV
In Verl war ein Klassenunterschied zunächst nicht zu erkennen - ganz im Gegenteil: Die Ostwestfalen starteten weitaus mutiger und erspielten sich gegen den harmlosen Bundesligisten in der halben Stunde sogar ein deutliches Chancenübergewicht. Erst nach etwa 35 Minuten wurden die Rothosen aktiver: Einen Fehler im Verler Aufbauspiel nutzte der HSV schließlich doch zur Führung. Nach dem Seitenwechsel benötigte Hamburg nur 40 Sekunden zum zweiten Treffer, wieder traf Grönbaek, bevor sich vier Minuten später der erst 16-jährige Lemke bei einem Pflichtspieleinsatz für den dritten Treffer feiern ließ. Das Spiel war entschieden, die Moral des Drittligisten aber noch nicht gebrochen. Während Hamburg zwei Gänge zurückschaltete, mühte sich der Drittligist zumindest um den Ehrentreffer - erfolglos.
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