LfL Sojabohnen-Feldtag Milchhof Riedl Unterglaim; Proman-Herbizid-Zulassung 2028 erwartet
Pressemitteilung – 24. August 2026, Unterglaim, Landkreis LandshutSoja-Feldtag der LfL: Praxiswissen rund um Anbau, Vermarktung und Ernte
Pressemitteilung – 24. August 2026, Unterglaim, Landkreis Landshut Soja-Feldtag der LfL: Praxiswissen rund um Anbau, Vermarktung und Ernte
Rund 70 Fachbesucherinnen und Fachbesucher informierten sich vergangene Woche beim Sojabohnen-Feldtag auf dem Milchhof Riedl in Unterglaim über aktuelle Fragen rund um den heimischen Sojaanbau. Eingeladen hatten das Leguminosen-Netzwerk LeguNet und die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Von Pflanzenschutz und Vermarktung über Erntetechnik bis zur Sortenwahl bot der Feldtag vielfältige Einblicke in die Praxis und Gelegenheit zum Austausch zwischen Landwirtschaft und Beratung.
Sojabohnen-Feldtag auf dem Milchhof Riedl (Foto: Birgit Gleixner, LfL).
Wie sich Soja erfolgreich in einen landwirtschaftlichen Betrieb integrieren lässt, zeigte der Milchhof Riedl selbst. Der LeguNet-Demonstrationsbetrieb beschäftigt sich bereits seit elf Jahren mit dem Sojaanbau und nutzt die selbst erzeugten Bohnen als regionales Eiweißfuttermittel für seine rund 75 Milchkühe. Die Erfahrungen mit der Kultur sind positiv. Eine Herausforderung bleibt jedoch die Aufbereitung der Bohnen. Eine Toastungsanlage in der Region könnte dazu beitragen, die Transportwege deutlich zu verkürzen und die regionale Verwertung zu stärken. Ein Schwerpunkt des Feldtags lag auf dem Pflanzenschutz. Jürgen Unsleber, Pflanzenbauberater beim Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung in Bayern e. V. (LKP), erläuterte anhand zahlreicher Praxisbeispiele, worauf insbesondere beim Unkrautmanagement zu achten ist. Dabei ging er auch auf den aktuellen Stand bei der Herbizidanwendung und eine mögliche Zulassung des Herbizids „Proman“ im Jahr 2028 ein. Mit Blick auf mögliche Krankheiten und Schädlinge konnte Unsleber weitgehend Entwarnung geben: “Im Vergleich zu anderen Kulturen wie beispielsweise Raps ist Soja eine gesunde und problemlose Kultur.” Welche Möglichkeiten Sojabohnen und andere Leguminosen über die Verwendung als Futtermittel hinaus bieten, zeigte der Blick auf den Lebensmittelbereich. Die BiGuPro GmbH aus Aichach arbeitet mit landwirtschaftlichen Betrieben im Vertragsanbau zusammen und beliefert verschiedene Kunden mit funktionellen Leguminosen-Ingredients aus Bayern. Besonders die dafür gefragten Sorteneigenschaften stießen bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf Interesse. “Blind etwas für den Lebensmittelbereich anzubauen und dann einen Abnehmer zu finden, ist schwierig”, erklärte Dr. Jasmin Dold-Schmid von der BiGuPro GmbH. Interessierte Betriebe sollten deshalb bereits im Vorfeld die Abnahme klären. Praktische Einblicke in die Sojaernte gab Lohnunternehmer Max Neumeier, der die Vorteile eines Flexschneidwerks vorstellte. Zum Abschluss führte Julian Meinecke, LeguNet-Regionalmanager für Bayern, durch eine Sortendemonstration mit verschiedenen Sojabohnen der 000-Reifegruppe. Dabei waren deutliche Unterschiede in der Abreife zu erkennen. Unter den vorgestellten Sorten waren auch solche, an deren Züchtung die LfL mitgewirkt hat. Das modellhafte Demonstrationsnetzwerk LeguNet ist im Rahmen der Eiweißpflanzenstrategie des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) entstanden. Ziel ist es, den Selbstversorgungsgrad mit Körnerleguminosen in Deutschland zu steigern. Die LfL ist als Projektpartner am Netzwerk beteiligt.
Der Milchhof Riedl ist LeguNet-Demonstrationsbetrieb und beschäftigt sich bereits seit elf Jahren mit dem Sojaanbau (Foto: Birgit Gleixner, LfL).
Rund 70 Fachbesucher informierten sich beim Sojabohnen-Feldtag auf dem Milchhof Riedl in Unterglaim über regionalen Sojaanbau (Foto: Birgit Gleixner, LfL).
Einene Einblick in die Verwendung von Sojabohnen im Lebensmittelbereich gab BiGuPro GmbH aus Aichach (Foto: Birgit Gleixner, LfL).
Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist das Wissens- und Dienstleistungszentrum für die Landwirtschaft in Bayern. Sie ist dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus unmittelbar nachgeordnet und erarbeitet Entscheidungsgrundlagen für Landwirte und Berater sowie die Politik und Verwaltung. Die Hauptstandorte der LfL sind Freising und Grub-Poing. Ihre Aufgabenfelder sind die anwendungsorientierte Forschung, die Ausbildung, die Beratung und der Hoheitsvollzug. Mit Ihrer Arbeit unterstützt die LfL eine nachhaltige und ressourcenschonende Landwirtschaft sowie eine vielfältige Kulturlandschaft.
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