Bremer Senat: Antwort zum Sprachlernprojekt ‘Mama lernt Deutsch’ in Bremen; 204.000 Euro 2026, Finanzierung gesichert über 2026 hinaus.

In der Senatssitzung am 25. August 2026 beschlossene Antwort

Anfrage S 17

Sprachlernprojekt für Mütter „Mama lernt Deutsch“

Anfrage der Abgeordneten Fynn Voigt, Thore Schäck und Fraktion der FDP vom 19. August 2026

Wir fragen den Senat:

  1. Wie hoch sind die aktuellen jährlichen Mittel des Senats für „Mama lernt Deutsch“, wie hat sich die Finanzierung seit Projektstart entwickelt, und ist eine auskömmliche Finanzierung über 2026 hinaus gesichert?

  2. Nach welchen Kriterien werden die Kursplätze auf Stadtteile und Standorte verteilt, wie haben sich dabei Bedarf und Auslastung in den vergangen fünf Jahren entwi- ckelt, wo bestehen Wartelisten oder Versorgungslücken, und welche Handlungsbe- darfe resultieren daraus für den Senat?

  3. Welche belastbaren Erkenntnisse liegen dem Senat zu den Erfolgen des Projekts vor (zum Beispiel erreichte Sprachniveaus, Übergänge in weiterführende Sprach- kurse, Ausbildung oder Beschäftigung), gibt es dazu eine systematische Evaluation, und welche Schlussfolgerungen zieht der Senat daraus für die Weiterentwicklung von „Mama lernt Deutsch“?

Zu Frage 1: Die ersten „Mama lernt Deutsch“-Kurse starteten im Jahr 2000 als niedrigschwelliges Angebot für Mütter mit Kindern bis zum Grundschulalter. Die Anzahl der Kurse ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Zu Beginn lag die Zuwendungs- summe bei rund 100.000 Euro. Aktuell werden 16 Kurse in der Stadtgemeinde Bre- men angeboten. Dies entspricht 2026 einer Zuwendung von rund 204.000 Euro. Die Mittel sind auch in den Folgejahren für Mama-lernt-Deutsch-Kurse vorgesehen und über 2026 hinaus gesichert.

Zu Frage 2: Die Kurse finden ausnahmslos in Stadtteilen statt, die einen hohen Sozialindex auf- weisen. Durch die gute Vernetzung des Trägers sind die Kursorte bei der Zielgruppe sehr bekannt. Durch die Einstellung der Integrationskurse für Eltern und Frauen und den Zulassungsstopp für freiwillig Teilnehmende, sind die „Mama-lernt-Deutsch“- Kurse noch mehr als ohnehin nachgefragt. Die Kursleiterinnen führen Wartelisten. Der zuständige Fachbereich klärt in regelmäßigen Gesprächen mit dem Träger, ob es Versorgungslücken gibt. So wurden wegen des hohen Bedarfs 2023 fünf neue Kurse aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zusätzlich initiiert und bis ein- schließlich 2024 durch den ESF finanziert. Seit 2025 werden die Kurse aus Mitteln für familienfördernde Maßnahmen finanziert.

Zu Frage 3: Die Mama-lernt-Deutsch Kurse sind ein niedrigschwelliges Angebot für Mütter mit wenig Deutschkenntnissen. Sie zielen nicht darauf ab, dass die Teilnehmerinnen ein Sprachniveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen erreichen, sondern bereiten die Teilnehmenden auf einen weiterführenden Sprach- kurs vor. Gründe, warum Teilnehmerinnen die Kurse verlassen, sind vielfältig und oftmals auch in einem direkten Anschluss begründet, wie etwa den Wechsel in einen Integra- tionssprachkurs oder die Aufnahme von Erwerbstätigkeit. Weitere Gründe sind Schwangerschaft, Geburt und Erziehung oder auch Umzüge.

Für 2026 ist bereits vereinbart, dass die erreichten Anschlussperspektiven der Teil- nehmerinnen auch quantitativ im Verwendungsnachweis aufgeführt werden. Die „Mama-lernt-Deutsch“ Kurse fanden ursprünglich regelhaft an Grundschulen oder Kitas statt. Durch die schwierige Platzsituation in Kitas und Grundschulen wur- den die Kurse in den vergangenen Jahren stärker in anderen Einrichtungen angebo- ten, zum Beispiel in den Häusern der Familie. Im Zuge des Aufbaus der Präventionsketten im Stadtteil Huchting wird aktuell er- probt, ob die Kurse in Zukunft wieder vermehrt an Kitas angeboten werden sollten, da sich ein Kurs in der Kita auch positiv auf die Beziehung zwischen der Kita und den Eltern auswirken kann und so Synergien genutzt werden.