Bremer Mehrwegservice; genutzt von 19 Organisationen auf 24 Veranstaltungen in Bremen 5.300 EUR Einnahmen bis Juli 2026

In der Senatssitzung am 18. August 2026 beschlossene Antwort Anfrage S 03

Der Bremer Mehrwegservice – für wen fährt das Spülmobil?

Anfrage der Abgeordneten Hartmut Bodeit, Dr. Wiebke Winter und Fraktion der CDU vom 17. Juni 2026

Wir fragen den Senat:

  1. Wie oft wurde der Bremer Mehrwegservice (Spülmobil und Mehrweggeschirr) seit Beginn der Einweihung von welcher Organisation eingesetzt?

  2. Welche Einnahmen wurden dadurch für welche Träger bis heute erzielt, und in welchem Verhältnis steht der Erfolg zum Anschaffungspreis?

  3. Nach welchen Kriterien wird der Bremer Mehrwegservice verliehen, und welchen Organisationen (in Bremen und Niedersachsen) wurde aus welchen Gründen abge- sagt?

Zu Frage 1: Seit Projektstart Ende August 2024 wurde der Bremer Mehrwegservice von 19 Orga- nisationen auf insgesamt 24 Veranstaltungen genutzt.

Dazu gehörten unter anderem die Musikszene Bremen beim Überseefestival, das Neustadt Stadtteilmanagement beim Summer Sounds, die Neue Gruppe Kulturarbeit für La Strada, die Breminale, aber auch Sportvereine wie der BSV oder ATS Bunten- tor. Hinzu kommen Organisationen wie der muslimische Hochschulbund Bremen, DLRG Niedersachsen oder der BUND Bremen.

Zu Frage 2: Der Bremer Mehrwegservice wird vom Musikszene Bremen e.V. verwaltet.

Mit dem Mehrwegservice ist keine Gewinnerzielungsabsicht verbunden, um nachhal- tiges Veranstalten zu ermöglichen wird lediglich eine Nutzungsgebühr zur Deckung der laufenden Kosten wie Kfz-Versicherung, Steuer, Wartung oder TÜV erhoben. Die Gebührenhöhe ist gestaffelt und für gemeinwohlorientierte Organisationen geringer als für Unternehmen. Sie liegt aktuell zwischen 150 und 300 Euro pro Tag). In Summe betragen die Einnahmen durch den Verleih per Juli 2026 5.300 EUR.

Der Erfolg des Bremer Mehrwegservice im Vergleich zum Anschaffungspreis ist öko- nomisch und ökologisch zu bemessen. Zum einen konnten Veranstalter:innen durch ein verringertes Müllaufkommen, die geringere Miete des Mehrweggeschirrs und den Verzicht auf einen Großküchenservice zum Spülen des Geschirrs Kosten einsparen. Durch das Vor-Ort-Spülen entfielen die Transporte zu den Dienstleistern (z.B. nach Hannover), wodurch neben den Kosten auch CO2-Emissionen eingespart wurden. Zum anderen hat der Einsatz des Bremer Mehrwegservice die Sauberkeit auf den genutzten Flächen verbessert und somit die Aufenthaltsqualität erhöht. Besucher:in- nen der Veranstaltungen empfanden das Mehrwegsystem als sehr positiv im Ver- gleich zu Einweggeschirr. Darüber hinaus kann es als Erfolg gewertet werden, dass viele Gastronom:innen eigene Mehrweglösungen einsetzen.

Zu Frage 3: In erster Linie wird der Mehrwegservice wie mit Anschaffung vorgesehen an die Fes- tivals in Bremen zur umwelt- und ressourcenschonenden Durchführung vermietet.

Darüber hinaus steht der Service ebenfalls gemeinwohlorientierten Initiativen, Verei- nen/Verbänden und sozialen Einrichtungen zur Verfügung. Durch eine Kooperation mit dem „Bündnis für Mehrweg“ (Geschäftsstelle Umwelt Unternehmen, RKW Bre- men GmbH) können auch die entsprechenden Mitgliedsunternehmen den Mehrweg- service in Anspruch nehmen. Darüber hinaus gibt es keine festen Kriterien.

Bisher mussten sechs Anfragen abgelehnt werden. Dies geschah in den meisten Fäl- len aufgrund von Terminüberschneidungen mit Festivals in Bremen, welche Vorrang bei den Buchungen haben. Bedauerlicherweise musste daher unterstützenswerten Veranstaltungen wie dem Sommerfest auf der Stadtteilfarm Huchting oder dem Sodenmattseefest abgesagt werden.