---
title: "Senat von Bremen übermittelt Landesaktionsplan gegen Rassismus an Bremische Bürgerschaft (Landtag); Kenntnisnahme durch Bürgerschaft"
sdDatePublished: "2026-08-25T15:36:00Z"
source: "https://www.rathaus.bremen.de/sixcms/media.php/13/20260825_top_11_ANLAGE_Landesaktionsplan_gegen_Rassismus.pdf"
topics:
  - name: "discrimination"
    identifier: "medtop:20000775"
  - name: "racism"
    identifier: "medtop:20000777"
  - name: "integration policy"
    identifier: "medtop:20001146"
  - name: "public officials"
    identifier: "medtop:20000596"
  - name: "government policy"
    identifier: "medtop:20000621"
locations:
  - "Ratzeburg"
  - "Bremen (Stadt)"
  - "Bremerhaven"
  - "Bremen (Bundesland)"
  - "Solingen"
  - "Gummersbach"
  - "Hoyerswerda"
  - "Germany"
---


Senat von Bremen übermittelt Landesaktionsplan gegen Rassismus an Bremische Bürgerschaft (Landtag); Kenntnisnahme durch Bürgerschaft

Seite 1 von 1
Mitteilung des Senats
an die Bürgerschaft (Landtag)
vom 25. August 2026
Landesaktionsplan gegen Rassismus
Mit Beschluss vom 7. Oktober 2020 (Drucksache 20/527) hat die Bremische
Bürgerschaft den Senat aufgefordert, „einen umsetzungs- und maßnahmenorientierten
Landesaktionsplan gegen Rassismus zu erstellen, der bestehende Konzepte
antirassistischer Arbeit aller Senatsressorts aufgreift, weiterentwickelt und
professionalisiert.“
Der Senat übermittelt der Bürgerschaft (Landtag) den Landesaktionsplan gegen
Rassismus zur Kenntnisnahme.
Beschlussempfehlung:
Die Bürgerschaft (Landtag) nimmt den Landesaktionsplan gegen Rassismus zur
Kenntnis.

1

Landesaktionsplan
gegen Rassismus

Entwurf zur Beschlussfassung im Senat
Stand 20.07.2026

Verantwortlich:
Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration
Nadezhda Milanova (400-03) | Wolf Krämer (400-03-1) | Anna Charis (400-03-8)

Dieses Projekt wird durch die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration aus Mit-
teln des Landes und des Europäischen Sozialfonds Plus gefördert.

2
Inhalt
Abkürzungsverzeichnis ............................................................................................................ 3
Grußworte/Vorwort .................................................................................................................. 5
1. Einführung ........................................................................................................................... 7
2. Entstehungsgeschichte des Landesaktionsplans ................................................................ 10
2.1 Arbeitsauftrag .............................................................................................................. 10
2.2 Beteiligungsverfahren ................................................................................................... 12
2.3 Pilotprojekte................................................................................................................. 14
3. Begriffsbestimmung ........................................................................................................... 15
3.1 Diskriminierung ............................................................................................................ 15
3.2 Rassismus ................................................................................................................... 16
3.3 Spezifische Ausprägungen von Rassismus .................................................................... 17
3.3.1 Rassismus gegen Schwarze Menschen ................................................................... 17
3.3.2 Antimuslimischer Rassismus ................................................................................. 18
3.3.3 Antiziganismus / Rassismus gegen Sinti* und Roma* / Gadjé-Rassismus ................. 18
3.3.4 Anti-Asiatischer Rassismus .................................................................................... 19
3.3.5 Anti-Slawischer Rassismus .................................................................................... 20
3.4 Antisemitismus ............................................................................................................ 20
3.5 Migrationshintergrund und Rassismuserfahrungen ........................................................ 21
3.6 Warum es keinen anti-weißen oder anti-deutschen Rassismus gibt ................................ 22
4. Rechtlicher Rahmen .......................................................................................................... 23
5. Handlungsfelder ................................................................................................................ 24
5.1 Übergreifende Maßnahmen und Aufbau von Umsetzungsstrukturen ............................... 24
5.2 Öffentlicher Dienst und Behörden ................................................................................. 26
5.3 Schule und frühkindliche Bildung .................................................................................. 33
5.4 Hochschule und Wissenschaft ..................................................................................... 37
5.5 Arbeitswelt ................................................................................................................... 39
5.6 Medien, Kultur und öffentlicher Diskurs ......................................................................... 41
5.7 Gesundheitswesen ....................................................................................................... 44
5.8 Wohnen, Stadt- und Quartiersentwicklung .................................................................... 47
5.9 Öffentlicher Nahverkehr ............................................................................................... 50
5.10 Sport .......................................................................................................................... 52
5.11 Rassistische Gewalt: Prävention, Beratung und Strafverfolgung.................................... 54
6. Ausblick ............................................................................................................................ 57
Anhang ................................................................................................................................. 58

3
Abkürzungsverzeichnis
ADA
Antidiskriminierung in der Arbeitswelt
ADE
Arbeitsstelle gegen Diskriminierung und Gewalt - Expertise und Konfliktberatung
ADS
Antidiskriminierungsstelle des Bundes
AFZ
Aus- und Fortbildungszentrum
AGG
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
AiQ
Ankommen im Quartier
BAB
Bremer Aufbaubank
BAMF
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
BIPoC
Black, Indigenous, People of Color
brema
Bremische Landesmedienanstalt
BremLMG
Bremisches Landesmediengesetz
BRI
Bremer Rat für Integration
BSAG
Bremer Straßenbahn AG
DiBS
Diskriminierungsschutz und Beratung für Schüler:innen
DV
Dienstvereinbarung
ESF
Europäischer Sozialfonds
EU
Europäische Union
FHB
Freie Hansestadt Bremen
GPR
Gesamtpersonalrat
GSV
Gesamtschwerbehindertenvertretung
HSB
Hochschule Bremen
ICERD
International Convention on the Elimination of All Forms of Racial Discrimination
InRa
Studie "Institutionen und Rassismus"
KMU
Kleine und mittelständische Unternehmen
Kom.In
Kompetenzstelle Interkulturalität an Schule
LADG
Landesantidiskriminierungsgesetz
LADS
Landesantidiskriminierungsstelle
LAP
Landesaktionsplan
LIS
Landesinstitut für Schule
LLQ
Landesprogramm Lebendige Quartiere

4
LSB
Landessportbund
LZpB
Landeszentrale für politische Bildung
MoBa
Beratungsstelle für mobile Beschäftigte und Opfer von Arbeitsausbeutung im Land Bremen
NaDiRa
Nationaler Diskriminierungs- und Rassismusmonitor
NS
Nationalsozialismus
NSU
Nationalsozialistischer Untergrund
ÖPNV
Öffentlicher Personennahverkehr
RBG
Radio-Bremen-Gesetz
RIAS
Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus
SASJI
Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration
SBMS
Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung
SF
Senator für Finanzen
SfK
Senator für Kultur
SGFV
Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz
SIS
Senatorin für Inneres und Sport
SJV
Senatorin für Justiz und Verfassung
SK
Senatskanzlei
SKB
Senator für Kinder und Bildung
SUKW
Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft
SuUB
Staats- und Universitätsbibliothek
WHO
Word Health Organisation
WiN
Wohnen in Nachbarschaften
ZGF
Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau

5
Grußworte/Vorwort
(werden nach Beschlussfassung eingefügt)

6
(1a) Demokratiefeindlichen Bestrebungen, insbesondere der Wiederbelebung, Ver-
herrlichung oder Rechtfertigung der nationalsozialistischen Gewalt- und Willkürherr-
schaft, sowie rassistischen, antisemitischen und sonstigen menschenverachtenden
Aktivitäten entschieden entgegenzutreten, ist Verpflichtung aller staatlichen Organisa-
tion und Verantwortung jeder und jedes Einzelnen. Die Freie Hansestadt Bremen för-
dert die Entwicklung einer offenen, vielfältigen und toleranten Gesellschaft sowie ei-
nes respektvollen und friedlichen Miteinanders.
Art. 65, Landesverfassung der Freien Hansestadt Bremen

7
1. Einführung
Vielfalt und Migration in Bremen
Das Land Bremen ist seit Jahrhunderten durch verschiedene Migrationsbewegungen geprägt.
Einerseits verließen viele Menschen über die bremischen Häfen ihre Heimat, um in anderen
Ländern ein neues Leben zu beginnen. Andererseits gab es im Laufe der Zeit verschiedene
Phasen der Einwanderung nach Bremen, die jeweils von unterschiedlichen Herkunftsländern
und Beweggründen geprägt waren. Auch im Kontext des Kolonialismus mit seinen, bis heute
spürbaren Auswirkungen spielte Bremen, insbesondere durch seine See- und Kaufleute, eine
besonders kritische Rolle.
Im Nachkriegsdeutschland trug die staatlich geförderte Arbeitsmigration und ganz konkret die
Menschen, die als sogenannte „Gastarbeiter:innen“ nach Bremen kamen, maßgeblich zum
wirtschaftlichen Aufschwung für die etablierten Teile der Gesellschaft bei. Weitere Arbeitsmig-
ration erfolgte und erfolgt im Rahmen der EU-Freizügigkeit und aus Drittstaaten. Als bedeu-
tender Wissenschaftsstandort ist für Bremen auch die Bildungsmigration durch Studierende
wie Wissenschaftler:innen gleichermaßen wichtig. Hinzu kommen verschiedene Phasen der
Gewalt- und Fluchtmigration, etwa aus Syrien und zuletzt der Ukraine. In 2024 hatte Bremen
mit 45% den höchsten Bevölkerungsanteil an Personen mit Migrationshintergrund aller Bun-
desländer.1

Rassismus als gesellschaftliche Realität: Anerkennung und Verantwortung
Unabhängig davon, ob Menschen selbst aus anderen Ländern nach Bremen gekommen sind,
mit einer familiären Migrationsgeschichte in Deutschland geboren wurden oder diese ihnen
zugeschrieben wird, können sie von Rassismus betroffen sein. Für viele Bremer:innen gehö-
ren rassistische Diskriminierungserfahrungen in unterschiedlichen Formen und Ausmaß zum
Alltag. Rassismus kann auch unbeabsichtigt auftreten und zeigt sich nicht nur auf individueller,
sondern auch auf struktureller und institutioneller Ebene. Wissenschaftliche Studien wie der
Nationale Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) des Deutschen Zentrums für In-
tegrations- und Migrationsforschung zeigen, dass latenter und manifester Rassismus in allen
Lebensbereichen zunehmen. In den letzten Jahren haben sich rassistische Einstellungen wei-
terverbreitet und mehr als die Hälfte (54 %) der rassistisch markierten Personen in Deutsch-
land macht mindestens einmal im Monat Diskriminierungserfahrungen. Besonders betroffen
sind muslimische (61 %) und Schwarze Frauen (63 %) sowie Schwarze Männer (62 %).
Die Folgen von Rassismus sind gravierend: Rassistisch motivierte Gewalttaten mit Mordab-
sicht – etwa in Mölln, Solingen, Hanau, Halle, München oder durch den NSU – sind lediglich
die sichtbarste Ausprägung. Rassismus äußert sich zumeist in weniger offensichtlichen For-
men: von abwertenden Blicken im öffentlichen Raum, dem Wechseln der Straßenseite, über
offene Beleidigungen bis hin zur Benachteiligung bei der Wohnungs- oder Jobsuche. Auch
strukturelle Vorgaben können bestimmte Gruppen benachteiligen und damit diskriminierend
wirken. Diese Erfahrungen beanspruchen auf individueller Ebene Ressourcen, die dann in an-
deren Lebensbereichen fehlen können. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Rassismus
das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen, einschließlich psychischer Erkrankungen,
erhöhen kann.
Kommt der Staat seiner Aufgabe, die Würde und die körperliche Unversehrtheit seiner Bür-
ger:innnen zu schützen, nicht ausreichend nach, wirkt sich dies u.a. direkt auf das Vertrauen

1 Vgl. BiB – Fakten – Bevölkerung mit Migrationshintergrund in den Bundesländern (2024) (zuletzt
geprüft: 11.06.2026)