Bremer Senat legt Landesaktionsplan gegen Rassismus in Bremen vor; 43 neue Maßnahmen, drei Jahre Umsetzung

43 konkrete Maßnahmen gegen Rassismus in Bremen - Pressestelle des Senats

43 konkrete Maßnahmen gegen Rassismus in Bremen

Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration

Bremen legt erstmals einen ressortübergreifenden, konkreten Maßnahmenplan vor, der staatliches Handeln gegen Rassismus weiterentwickelt und neue Impulse für eine offene, vielfältige und respektvolle Gesellschaft setzt. Der Bremer Senat hat den Landesaktionsplan gegen Rassismus heute (25. August 2026) beschlossen.

Dr. Claudia Schilling, Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration: “Rassismus ist eine gesellschaftliche Realität, auch in Bremen. Deshalb müssen wir Verantwortung übernehmen. Wir wollen dort handeln, wo der Staat Einfluss nehmen kann. Der Landesaktionsplan gibt diesem Anspruch eine klare Richtung und macht aus vielen einzelnen Ansätzen gemeinsame, überprüfbare Vorhaben.”

Der Landesaktionsplan umfasst 43 neue Maßnahmen in elf Handlungsfeldern. Sie sollen innerhalb von drei Jahren umgesetzt werden. Die Federführung für den Landesaktionsplan liegt bei der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, umgesetzt wird er von allen Senatsressorts gemeinsam. Zu den zentralen Vorhaben gehören unter anderem ein Landesantidiskriminierungsgesetz, eine Dienstvereinbarung gegen Diskriminierung im öffentlichen Dienst sowie ein Schutzkonzept für den Schulbereich. Diese soll ein strukturiertes Beschwerdemanagement, schulische Ansprechpersonen für Antidiskriminierung, bessere Information der Schulgemeinschaft sowie die Verknüpfung mit Präventionsansätzen zu Gewalt und Kinderschutz beinhalten. In weiteren Bereichen wie Wohnen, Wissenschaft und frühkindlicher Bildung werden Bedarfe gemeinsam mit den jeweiligen Akteurinnen und Akteuren weiter konkretisiert.

Perspektiven aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wissenschaft

Grundlage des Aktionsplans ist ein umfangreicher Beteiligungsprozess. Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wissenschaft und weiterer Bereiche sowie insbesondere Menschen mit eigenen Rassismuserfahrungen haben ihre Perspektiven eingebracht. Ergänzend wurden junge Menschen und Schülerinnen und Schüler einbezogen. Auch eine wissenschaftliche Untersuchung zu Rassismuserfahrungen von Beschäftigten im öffentlichen Dienst lieferte wichtige Erkenntnisse für die Maßnahmen.

“Der Landesaktionsplan gegen Rassismus ist ein Meilenstein für Bremen: Erstmals bündeln wir ressortübergreifend Maßnahmen gegen Rassismus – sowohl innerhalb der Verwaltung als auch in der Gesamtgesellschaft. Die breite Beteiligung von Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Verwaltung und von Rassismus betroffenen Menschen war für die Entstehung des Landesaktionsplans entscheidend”, sagte Merle Bilinski, stellvertretende Integrationsbeauftragte . “In der Umsetzung kommt es nun darauf an, die Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven auch weiterhin sicherzustellen. Der Landesaktionsplan wird Rassismus nicht einfach beseitigen. Er ist jedoch ein wesentlicher Beitrag des Senats, die Auseinandersetzung mit Rassismus auf verschiedenen Ebenen beteiligungsorientiert und durch konzertierte Maßnahmen voranzubringen – ganz im Sinne unseres Mottos “Bremen gemeinsam gegen Rassismus”.

Der Landesaktionsplan ist ein Beitrag zur Umsetzung des Auftrags aus der Landesverfassung (Artikel 65, Absatz 1a), demokratiefeindlichen, rassistischen, antisemitischen und menschenverachtenden Aktivitäten entschieden entgegenzutreten und die Entwicklung einer offenen, vielfältigen und toleranten Gesellschaft zu fördern. Ein Zwischenbericht ist für Anfang 2028 vorgesehen.

“Mit dem Landesaktionsplan schaffen wir einen verbindlichen Rahmen, um Maßnahmen besser aufeinander abzustimmen, Lücken zu erkennen und voneinander zu lernen. Entscheidend ist jetzt, dass aus den beschlossenen Vorhaben konkrete Veränderungen im Alltag werden”, betont Senatorin Dr. Claudia Schilling.

Der Landesaktionsplan gegen Rassismus mit den konkreten 43 Maßnahmen steht hier zum Download zur Verfügung: www.soziales.bremen.de

Ansprechpartnerin für die Medien: Sara Bergemann, Leiterin des Büros der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, Tel.: (0421) 361-10494, E-Mail: sara.bergemann@soziales.bremen.de