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title: "Bayer- und Bioland-Experten diskutieren in Nottuln über EU-NGT-Regelungen und deren Auswirkungen auf Landwirtschaft und Bio-Märkte; Bio-Marktunsicherheit befürchtet zunehmende Verwirrung und Patente"
sdDatePublished: "2026-08-25T12:22:00Z"
source: "https://wlv.de/index.php/kreisverbaende/coesfeld/aktuell/kreisverbands-meldungen/gelockerte-regeln-in-der-eu-zu-gruener-gentechnik-mit-crisprcas-gruene-gentechnik-holger-ophoff-joerg-schulze-buschhoff"
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Bayer- und Bioland-Experten diskutieren in Nottuln über EU-NGT-Regelungen und deren Auswirkungen auf Landwirtschaft und Bio-Märkte; Bio-Marktunsicherheit befürchtet zunehmende Verwirrung und Patente

Gelockerte Regeln in der EU zu Grüner Gentechnik mit CRISPR/Cas

Gelockerte Regeln in der EU zu Grüner Gentechnik mit CRISPR

Ist Biotech mehr Chance oder mehr Risiko für die heimische Landwirtschaft? Experten von Bayer und Bioland zum Pro und Contra. Veranstaltung am 25.8. in Nottuln.

Die EU hat im Juni beschlossen, die Kennzeichnungs- und Zulassungsregeln für bestimmte Pflanzen aus neuen genomischen Techniken wie CRISPR

Cas (sogenannte NGT-1-Pflanzen) deutlich zu lockern. Viele Ackerbauern fragen sich nun: Ist Biotech auf dem Feld mehr Chance oder mehr Risiko für die heimische Landwirtschaft?

Hierzu diskutieren morgen Abend in Nottuln-Appelhülsen hochkarätige Experten im Rahmen einer gemeinsamen Dialog-Veranstaltung des WLV-Kreisverbandes Coesfeld und einer Studierenden-Gruppe der Universität Münster. Stellvertretend haben wir zwei der morgen Abend vortragenden Experten um ihre Pro- und Contra-Position gebeten zum Einsatz von Saatgut, das mit sogenannten Neuen Genomischen Techniken (kurz: NGT) hergestellt wurde.

Leiter eines direktvermarktenden Ökolandbau-Betriebes in Münster und Stv. Vorsitzender des Bioland NRW e.V.

„Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Klimawandel, Biodiversitätsverlust, knappe Ressourcen und die Sicherung unserer Ernährung. Auf unseren Höfen erleben wir täglich, dass gesunde Böden, vielfältige Fruchtfolgen, robuste Sorten und ein funktionierendes Ökosystem entscheidend sind. Deshalb stellt sich für mich die Frage, ob neue Technologien diese Probleme tatsächlich lösen und den Landwirtinnen und Landwirten in der Praxis einen echten Nutzen bringen. Oder geht es am Ende vor allem um neue Absatzmärkte – etwa für Pflanzenschutzmittel – sowie um weitere Patente und wachsende Abhängigkeiten von großen Konzernen? Hinzu kommt eine weitere Sorge: Die gelockerten EU-Regelungen für neue Gentechnik können zu erheblicher Unsicherheit auf dem Bio-Markt führen. Wenn für bestimmte neue gentechnisch veränderte Pflanzen Kennzeichnung und Risikoprüfung weitgehend entfallen, wird es schwieriger, Transparenz und Wahlfreiheit entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicherzustellen. Für Bio-Betriebe und die „Ohne Gentechnik“-Produktion steht damit viel auf dem Spiel – vom Schutz vor unbeabsichtigten Verunreinigungen bis hin zum Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in gentechnikfreie Lebensmittel.“

„Regulatory Affairs Manager“ bei Bayer Crop Science in Monheim, zuständig für Zulassungsverfahren im Pflanzenbau:

„Eine alle drei Nachhaltigkeitsdimensionen bedienende Landwirtschaft benötigt grundsätzlich einen breit aufgestellten Werkzeugkasten zur Bewältigung der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen und Ansprüche. Dazu sollten wir wissenschaftsbasiert, ideologie- und technologieoffen und vielmehr lösungsorientiert über die verschiedenen Anbausysteme denken: Wir täten gut daran, die sehr guten Ideen aller Bereiche aus öffentlich und privat geförderter Forschung mehr in die Ermöglichung und in die Praxis zu überführen, statt in deren Verhinderung zu investieren. Die pflanzenbaulichen Herausforderungen - wie z.B. Missernten u.a. durch Hitzestress sowie fehlende Werkzeuge gegen Krankheiten und Schädlinge - sind real und müssen auch im Sinne der Ernährungssicherung gelöst werden. Die nun verabschiedete Verordnung gibt uns die Gelegenheit, den Pflanzenbau ergänzende Lösungen zu erarbeiten. Strittige Themen - wie z.B. der Schutz des geistigen Eigentums, die Freiwilligkeit der Nutzung und eine weiterhin gegebene Wahlmöglichkeit - sind adressiert. Während andere Regionen schnell voranschreiten und sich deren Einstufungskriterien zunehmend lediglich an der Präsenz von Fremd-DNA orientieren, befindet sich die Debatte über genomische Techniken und deren Regulierung in Europa noch immer in einer kritischen Phase. Die Umsetzung des regulatorischen Rahmens, der flexibel sowohl Innovation als auch Nachhaltigkeit fördert, wird entscheidend sein, um Europas Zukunft in der nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion zu sichern.“

Diese und weitere Aspekte sind am Dienstag Thema in der offenen Diskussion, die im auf Fairness und Partizipation zielenden, sogenannten „Fishbowl-Format“ stattfindet. Die Veranstaltung findet am 25. August ab 19:30 Uhr im Bürgerzentrum „Schulze Frenkings Hof“ (Adresse: Schulze-Frenkings-Hof 40) statt. Einlass mit Imbiss ist ab 19:00 Uhr.

Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig. Der Eintritt ist kostenlos.

Position „Contra Grüne Gentechnik: Ich bin weiterhin skeptisch!“

Position „Pro Grüne Gentechnik: Lasst uns die Chancen sehen!“