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title: "Kursteilnehmende der Allgemeinen und Alphabetisierungskurse untersuchen Faktoren für erfolgreiches Durchlaufen und Abschluss der Integrationskurse in Deutschland; DTZ-Erfolg stark durch Anwesenheit beeinflusst"
sdDatePublished: "2026-08-26T12:26:00Z"
source: "https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Forschung/Forschungsberichte/fb56-erfolgsfaktoren-ik-evik.pdf?__blob=publicationFile\u0026v=6"
topics:
  - name: "immigration policy"
    identifier: "medtop:20000634"
  - name: "education policy"
    identifier: "medtop:20001338"
  - name: "language"
    identifier: "medtop:20000042"
  - name: "social services"
    identifier: "medtop:20000820"
locations:
  - "Germany"
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Kursteilnehmende der Allgemeinen und Alphabetisierungskurse untersuchen Faktoren für erfolgreiches Durchlaufen und Abschluss der Integrationskurse in Deutschland; DTZ-Erfolg stark durch Anwesenheit beeinflusst

Faktoren eines erfolgreichen Integrationskursbesuchs

Faktoren eines erfolgreichen
Integrationskursbesuchs
Zwischenbericht IV-2 zum Projekt „Evaluation der Integrationskurse (EvIk)“
Forschungsbericht 56
Salwan Saif / Christian Babka von Gostomski / Wenke Gider / Pia Homrighausen /
Ramona Kay / Nina Rother
Forschung
Forschungs
Zentrum
BAMF

Faktoren eines erfolgreichen
Integrationskursbesuchs
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2026
Zwischenbericht IV-2 zum Projekt „Evaluation der Integrationskurse (EvIk)“
Forschungsbericht 56
Salwan Saif / Christian Babka von Gostomski / Wenke Gider / Pia Homrighausen /
Ramona Kay / Nina Rother

Zentrale Ergebnisse
Forschungsfragen
Integrationskurse gelten als die zentrale
Integrationsmaßnahme des Bundes zur Sprach­
förderung und Wertevermittlung in Deutschland.
Der vorliegende Bericht des Forschungsprojekts
„Evaluation der Integrationskurse (EvIk)“ ist Teil
der Zwischenberichterstattung IV. Er befasst sich
mit Faktoren für ein erfolgreiches Durchlaufen
und Abschließen der Integrationskurse. Als Kurs­
erfolg wird hierbei die (erfolgreiche) Teilnahme
am Abschlusssprachtest (Deutsch-Test für Zu­
wanderer, DTZ), das Verbleiben im Kurs sowie
eine positive subjektive Kursbewertung durch
die Teilnehmenden verstanden. Der Bericht rich­
tet den Fokus auf die beiden in den letzten Jahren
meist frequentierten Kursarten, den Allgemeinen
Integrationskurs und den Alphabetisierungskurs.
Methodisches Design
Der vorliegende Bericht nutzt Längsschnittdaten
quantitativer Befragungen von Teilnehmenden
zu Kursbeginn (Erhebung 2021/2022) und zu
Kursende (Erhebung 2022/2023), ebenso von
Kursteilnehmenden, die zum Zeitpunkt des
Kursendes nicht mehr im Kurs anzutreffen
waren (Erhebung 2022/2023). Es erfolgte eine
Verknüpfung dieser Daten mit Lehrkräfte- und
Trägerdaten zu Kursbeginn und -ende sowie mit
administrativen Daten aus der Integrations-Ge­
schäftsdatei (InGe). Die Daten aus der InGe er­
möglichen eine Erfassung des individuellen
Kursverlaufs der befragten Teilnehmenden sowie
des Kurskontexts anhand validierter Geschäfts­
daten. Zudem beinhalten sie das Testergebnis aus
dem DTZ, ein präzises Maß für den Sprachstand
zu Kursende und für die Erreichung des Kurs­
ziels. Die Befragung von Kursteilnehmenden,
die zum Zeitpunkt des Kursendes nicht mehr im
Kurs waren, ermöglicht erstmals repräsentative
Analysen zu den Gründen für einen Kurswechsel
oder das Verlassen des Kurses.
Zentrale Befunde
Spracherwerb

■
Zielniveaus werden etwa von der Hälfte der
Prüfungsteilnehmenden erreicht:
Für 78,5 % aller zu Kursbeginn befragten
Kursteilnehmenden, die einen Allgemeinen
Integrationskurs (nicht unbedingt bis zum
Ende) besuchten, liegt im Beobachtungs­
zeitraum ein DTZ-Ergebnis vor, da sie im
Rahmen ihres ursprünglichen oder eines
gewechselten Kurses an der Prüfung teil­
genommen haben. Von den Prüfungsteil­
nehmenden erreichen 53,2 % das im All­
gemeinen Integrationskurs angestrebte
Zielniveau B1, während 38,7 % das Niveau A2
und 8,1 % ein Ergebnis unter A2 erzielen.
Im Vergleich dazu nehmen 61,7 % der Teil­
nehmenden am Alphabetisierungskurs
an der DTZ-Prüfung teil. Von diesen er­
reichen 45,8 % mindestens das als realistisch

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Zentrale Ergebnisse
angesehene Zielniveau von A2, während
knapp mehr als die Hälfte unter A2 bleibt.

■
Hohe Anwesenheit unterstützt DTZ-­
Teilnahme:
Multivariate Analysen zur DTZ-Teilnahme
zeigen, dass im Allgemeinen Integrationskurs
eine höhere Anwesenheit im Unterricht und
eine Verpflichtung zur Kursteilnahme die
Testteilnahme fördern. Bei den Merkmalen
der Lehrkräfte steht eine andere gemeinsame
Sprache mit den Teilnehmenden als Englisch
in negativem Zusammenhang mit der DTZ-
Teilnahme. Zudem ist die Teilnahme an der
DTZ-Prüfung in sehr ländlichen Regionen
höher als in eher ländlichen oder nicht länd­
lichen Regionen. Für die Prüfungsteilnahme
im Alphabetisierungskurs spielt neben der
Anwesenheit im Unterricht auch die Quali­
fikation der Lehrkräfte eine Rolle, während
eine vielfältige Zusammensetzung der Teil­
nehmenden hinsichtlich des Herkunfts­
landes eher mit einer Nichtteilnahme am
DTZ einhergeht.

■
Individuelle Lernvoraussetzungen prägen
DTZ-Erfolg:
Multivariate Analysen zum DTZ-Ergebnis
zeigen, dass das Erreichen des Zielniveaus
in erster Linie von den individuellen Lern­
voraussetzungen abhängt: Im Allgemeinen
Integrationskurs erhöhen ein niedrigeres
Alter, ein höheres Bildungsniveau, vorherige
formale Sprachlernerfahrungen und ein
guter Gesundheitszustand die Wahrschein­
lichkeit, das Zielniveau B1 zu erreichen. Zu­
dem erwerben Frauen sowie Teilnehmende,
die einen Partner oder eine Partnerin im
Haushalt haben, häufiger das Zielniveau B1.
Im Alphabetisierungskurs erreichen ältere
Teilnehmende seltener das Zielniveau A2,
während sich mit der Anzahl der besuchten
Schuljahre die Erfolgschancen erhöhen.

■
Anwesenheit im Unterricht wichtig für
DTZ-Ergebnis:
Zusätzlich zeigen die multivariaten Analysen,
dass in beiden Kursarten eine hohe Anwesen­
heit im Unterricht sehr stark positiv mit dem
DTZ-Ergebnis zusammenhängt. Eine Ver­
pflichtung zur Kursteilnahme geht im All­
gemeinen Integrationskurs hingegen negativ
mit dem Prüfungsergebnis einher, während
sich im Alphabetisierungskurs kein statistisch
signifikanter Zusammenhang zeigt.

■
Bedeutung von Lehrkräfte- und Kurs­
gruppenmerkmalen variieren zwischen
Kursarten:
Im Allgemeinen Integrationskurs und den
multivariaten Analysen hängen Merkma­
le der Lehrkräfte weniger stark mit der Er­
reichung des Zielniveaus zusammen. Eng­
lisch als gemeinsame Brückensprache
zwischen Lehrkraft und einzelnen Teil­
nehmenden bildet hier eine Ausnahme, da
es in einem positiven Zusammenhang mit
dem DTZ-Ergebnis steht, während andere
gemeinsame Sprachen negativ damit ein­
hergehen. Kursbezogene Faktoren wie Her­
kunftsvielfalt und ein höheres mittleres
Bildungsniveau begünstigen das Erwerben
von B1. Im Alphabetisierungskurs ist die
Beziehung zwischen Lehrkraft und Teil­
nehmenden dahingehend bedeutsamer, da
das gleiche Geschlecht von Lehrkraft und
Teilnehmenden die Chance erhöht, das
Niveau A2 zu erreichen.

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Zentrale Ergebnisse
Kursverlauf

■
Mehrheit der Teilnehmenden schließt
Kurs ab:
Die Mehrheit der Teilnehmenden im All­
gemeinen Integrationskurs (68,3 %) und
im Alphabetisierungskurs (57,5 %) besucht
den Sprachkursteil ihres begonnenen
Integrationskurses bis zum Ende. Wäh­
rend der Anteil an Kurswechselnden in
beiden Kursarten ähnlich ist, ist der An­
teil an Kursverlassenden, die während des
Beobachtungszeitraums nicht mehr ins
Integrationskurssystem zurückfinden, im
Alphabetisierungskurs mit 29,2 % um rund
10 Prozentpunkte höher als im Allgemeinen
Integrationskurs.

■
Unterschiedliche zeitliche Muster bei Kurs­
verläufen zwischen Kursarten:
Verlassen Teilnehmende ihren Kurs, ge­
schieht dies im Allgemeinen Integrationskurs
mehrheitlich recht zeitnah nach Kursbeginn
(nach dem 2. oder 3. Sprachkursmodul), im
Alphabetisierungskurs jedoch häufiger erst
später im Kursverlauf (nach dem 5., 6. und
8. Sprachkursmodul).

■
Überforderung und Lebensumstände als
häufigste Gründe für instabile Kursverläufe:
Findet ein Kurswechsel oder -verlassen statt,
ist dies oft auf mehrere Faktoren zurückzu­
führen: Neben einer kursbezogenen Über­
forderung sind dies vor allem lebensweltliche
Gründe wie Krankheit, Kinderbetreuung und
Schwanger- bzw. Elternschaft.

■
Kinderbetreuung, Anwesenheit und Ver­
pflichtung prägen Kursverläufe stark:
Multivariate Analysen bestätigen und ver­
deutlichen zudem für beide Kursarten
die Relevanz der familiären (Betreuungs-)
Situation sowie der Anwesenheit im Kurs
und der Verpflichtung zur Kursteilnahme
für Kursverläufe. Je nach Alter der Kinder
kann das Vorhandensein von Kindern Kurs­
verläufe stabilisieren, vorausgesetzt sie wer­
den nicht zu Hause betreut. Eine höhere
Anwesenheit sowie Verpflichtung zur Teil­
nahme begünstigt in beiden Kursarten den
Kursverbleib und vermindert ein Verlassen.
Der stabilisierende Effekt der Anwesenheit ist
hierbei deutlich stärker ausgeprägt als der der
Verpflichtung.

■
Unterschiedliche Zusammenhänge mit
Kurs- und Lehrkräftefaktoren je nach
Kursart:
Multivariate Analysen zeigen zudem, dass
im Allgemeinen Integrationskurs eine ge­
meinsame Sprache (abgesehen von Englisch)
zwischen Lehrkraft und Teilnehmenden den
Verbleib im Kurs stärkt. Haben Lehrkräfte
eine BAMF-Zusatzqualifikation für Deutsch
als Zweitsprache (DaZ) für das Unterrichten
im Integrationskurs erworben, verlassen
Teilnehmende seltener den Kurs. Im Alpha­
betisierungskurs ist neben der Zusammen­
setzung der Lerngruppe auch die subjektiv
wahrgenommene Belastung der Lehr­
kräfte für erfolgreiche Kursverläufe von Be­
deutung: Während ein höherer Anteil an
Teilnehmenden mit Fluchterfahrung mit
einem stärkeren Verlassen des Kurses ein­
hergeht, steigert eine höhere Heterogenität
an Bildungserfahrungen in der Lerngruppe
den Verbleib im Kurs. Fühlen sich Lehrkräfte
stark belastet, besuchen Teilnehmende den
Sprachkurs eher bis zum Ende. Grund hier­
für könnte sein, dass sich insbesondere Lehr­
kräfte mit einem hohen Engagement und
einer hohen Einsatzbereitschaft stärker be­
lastet fühlen.

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Zentrale Ergebnisse
Subjektive Kursbewertung

■
Kurs wird mehrheitlich als hilfreich
­wahrgenommen:
Der Kurs wird von den allermeisten Teil­
nehmenden, die vom Anfang bis zum
Ende des Sprachkursteils im Allgemeinen
Integrationskurs verbleiben, sowohl am
Kursbeginn (91,6 %) als auch am Kursende
(87,2 %) subjektiv als eher oder sehr hilf­
reich angesehen. Ähnlich positiv bewerten
auch verbleibende Teilnehmende in Alpha­
betisierungskursen ihren Kursbesuch (Kurs­
beginn 85,7 %, Kursende 84,0 %). Im Vergleich
dazu schauen Personen, die den Kurs ver­
ließen, wechselten oder bei denen der Kurs
aufgelöst wurde, etwas weniger positiv auf
den Kurs zurück. Aber auch diese Nicht-Ver­
bleibenden sehen mehrheitlich den Kurs­
besuch rückblickend zumindest als teilweise
hilfreich an (Allgemeiner Integrationskurs:
85,4 %, Alphabetisierungskurs: 71,9 %).

■
Für die Mehrheit ist Kurstempo und -größe
passend:
Im Kurs verbleibende Teilnehmende bei­
der Kursarten finden mehrheitlich das Lern­
tempo und die Kursgröße zu Kursende genau
richtig. Zudem wird von einer Mehrheit häu­
fig aktiv Deutsch gesprochen und Hausauf­
gaben werden immer bearbeitet. Diese Ein­
schätzungen (Kurstempo, Kursgröße, aktiv
Deutschsprechen im Kurs, Hausaufgaben)
der verbleibenden Teilnehmenden hängen
bei multivariater Betrachtung mit der Kurs­
bewertung am Kursende positiv zusammen.

■
Unterschiede bei der Analyse von Kurs­
bewertungen zwischen Kursarten:
Zudem liegen Hinweise darauf vor, dass die
Kursbewertung je nach Kursart mit jeweils
unterschiedlichen weiteren Faktoren im
Zusammenhang steht. Beim Allgemeinen
Integrationskurs gehen insbesondere sub­
jektiv wahrgenommene Zuwächse der
Deutschkenntnisse mit einer positiven
Kursbewertung einher, anders im Alpha­
betisierungskurs. Bei diesem spielt eher die
identifikatorisch-verbindende Funktion
des Kurses eine Rolle. Es gibt einen positi­
ven Zusammenhang der Verbundenheit mit
Deutschland mit der Kursbewertung.
Fazit

■
Individuelle Lernvoraussetzungen
­beachten:
Der Prüfungserfolg hängt maßgeblich mit
den individuellen Lernvoraussetzungen zu­
sammen, daher sollten Einstufungen und
Kursgestaltung gezielt an Bildungsniveau,
Vorerfahrungen sowie Lernfortschritt aus­
gerichtet und die Präzision des neuen Ein­
stufungstests kontinuierlich überprüft
­werden.

■
Anwesenheit während des Kurses weiter
steigern:
Anwesenheit ist essenziell für Kursverbleib
und Prüfungserfolg. Auch wenn Lehrwerke
und Curriculum des Integrationskurses be­
reits einen hohen Praxisbezug aufweisen
und fordern, könnte die Lernmotivation von
Teilnehmenden durch eine konsequente
­Aktualisierung und Orientierung an lebens­
weltnahen The