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title: "Daniela Cavallo kritisiert Blume in Wolfsburg; 115.000 Arbeitsplätze im Inland gefährdet"
sdDatePublished: "2026-08-26T12:10:00Z"
source: "https://www.igmetall-chemnitz.de/betriebsraete-vertrauensleute/volkswagen/aktuelles/meldung/erste-zusaetzliche-betriebsversammlung-in-wolfsburg-daniela-cavallo-kritisiert-ceo-blume-fuer-verpasste-chance"
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Daniela Cavallo kritisiert Blume in Wolfsburg; 115.000 Arbeitsplätze im Inland gefährdet

Erste zusätzliche Betriebsversammlung in Wolfsburg: Daniela Cavallo kritisiert CEO Blume für "verpasste Chance" :: IG Metall Chemnitz

Mit Extrablatt zu den Fabrikkosten

Erste zusätzliche Betriebsversammlung in Wolfsburg: Daniela Cavallo kritisiert CEO Blume für "verpasste Chance"

26.08.2026 | Wolfsburg - Der mit Spannung erwartete Auftritt des Konzern-Chefs Oliver Blume vor der Belegschaft im Stammwerk hat keine Gewissheiten gebracht - außer der, dass nach wie vor wesentliche Fragen der Beschäftigten unbeantwortet sind. Oliver Blume hat seine Chance also verpasst, zu sagen, was ist", betonte die Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo am Dienstag nach Ende der Zusammenkunft im Stammwerk. Sämtliche relevanten Informationen darüber, was der vom Vorstand vorangetriebene zusätzliche Personalabbau konkret für Marken und Gesellschaften und demnach zum Beispiel auch für das Stammwerk heißen soll, fehlen weiterhin.

Foto: Roland Niepaul - igm-bei-vw.de

Blume hatte am Dienstagvormittag in seiner Rede vor den mehr als 10.000 Beschäftigten in und um Halle 11 lediglich folgende bisher noch nicht veröffentlichte Informationen erwähnt: Zum einen sagte er, von dem seit Wochen auch öffentlich bekannten weiteren Abbauziel von 50.000 zusätzlichen Stellen entfalle "etwa die Hälfte" auf Deutschland, die andere Hälfte aufs Ausland. Als zweite neue Info kündigte er an, bei den Wegen für einen solchen zusätzlichen Stellenabbau "auch künftig so weit wie möglich auf freiwillige Personalinstrumente setzen" zu wollen. Außerdem formulierte Blume eine neue unklare Aussage für die seit Monaten als gefährdet abgestempelten vier Fabriken Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau. Er sagte wörtlich, man wolle zusammen mit den Werken "konkrete Optionsräume erarbeiten. Unser Ziel ist es, in den nächsten 6 bis 12 Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen".

"Das reicht an Infos alles bei weitem nicht hin", sagte die Betriebsratsvorsitzende. Wir sprechen inzwischen von einem Personalabbau-Plan des Konzernvorstandes für das Inland, der 100.000 Arbeitsplätze übersteigen würde. Diese Rechnung setzt sich so zusammen: Bereits mit der Arbeitnehmerseite vereinbart für das Inland ist der sozialverträgliche Abbau von 50.000 Stellen bis 2030. Hinzu kämen jetzt die weiteren 25.000 von Blume am Dienstag genannten Arbeitsplätze im Konzern hierzulande bis 2030. Und ab Anfang des kommenden Jahrzehnts würden rund 40.000 Arbeitsplätze dazukommen, sollten die vier Werke wegen der Vorstandspläne und mangels "konkreter Optionsräume" für eine fehlenden Anschlussbelegung geschlossen werden müssen. In Summe also 115.000 Arbeitsplätze. Das wäre rund jedes sechste direkte Beschäftigungsverhältnis in der deutschen Automobilindustrie - hinzu kämen die Folgen für abhängige Zulieferer und Dienstleister.

Cavallo betonte auch am Dienstag erneut: "Wir auf Arbeitnehmerseite haben kein Erkenntnisproblem. Wir wissen um die schwierige Gesamtlage der Automobilindustrie - und damit auch um den Handlungsbedarf für Volkswagen. Aber ein `Zukunftsprogramm´ kann niemals alleine daraus bestehen, dass man schon fixe Ziel-Größenordnungen zum Personalabbau nennt und Standorte in Frage stellt. Sondern es muss wesentlich auch darum gehen, mit welchen konkreten Ansätzen, Projekten und Schwerpunkten das Unternehmen weiterhin erfolgreich bleiben soll. Erst, wenn dieses zweite Element vorhanden ist, kann man die daraus resultierenden Bedarfe für die personelle Transformation ableiten."

Für Kopfschütteln sorgte auch eine Formulierung zum Ende der Rede Blumes. Der Konzern-CEO sagte zu den vier in Frage gestellten Standorten, der Konzernvorstand könne für die Zeit ab 2031 keine " wettbewerbsgemäße " Belegung zusagen. In der vergangenen Woche hatte er in einem Interview mit der Vorstandskommunikation noch von " wettbewerbsfähiger Belegung" gesprochen und im Juli ebenfalls in einem Interview von " wettbewerbsgerecht ". Damit ist nach wie vor völlig offen, wie es mit den Standorten weitergehen soll.

Bereits während der laufenden Versammlung hatte sich der Betriebsrat mit einem MITBESTIMMEN!-Extrablatt zum Thema Fabrikkosten zu Wort gemeldet und einen ganzheitlichen und damit fairen Blick angemahnt. Demnach hätte selbst die völlig utopische Halbierung des VW-Haustarifs kaum Einfluss auf die Gesamtkosten eines Autos, weil die entscheidenden Hebel bei Kostenblöcken jenseits der Arbeitskosten liegen.

Hier geht es zum Extrablatt in Sachen Fabrikkosten: